Ausgabe Februar 2012

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    Die versteckten HotSpots im Fluss

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    Die „versteckten" HotSpots im Fluss

    Die Strömung eines Flusses bringt Fischen viele Vorteile. Neben dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt er die Flossenträger auch mit Nahrung. Je nach Untergrund lagert sich diese an verschiedenen Stellen ab, meist an solchen, wo die Strömung in irgend einer Art und Weise gebrochen wird. Die Strömung hat aber für die Fische auch Nachteile. So braucht man in der Strömung mehr Energie um sich dort auch zu halten.

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    Fische im Fluss zu finden ist daher ja eigentlich echt einfach. In vielen Zeitschriften wurden ja schon oft genug die „HotSpots" beschrieben, seien es Kehrwasser, Einmündungen, Rinnen, Berge, Kanten, überhängende Büsche und dergleichen mehr. Also Stellen an denen die Fische zum einen Nahrung angespült bekommen, zum anderen Möglichkeiten haben sich vor der Strömung zu verstecken.

     

    Solche Spots sind auch eigentlich recht leicht zu erkennen. Meist kann man schon an der Oberfläche sehen., wo die Strömung gebrochen oder umgelenkt wird, wo sich Stellen befinden an denen Futter angespült werden könnte. Gerade weil solche Stellen so leicht zu finden sind, werden sie aber auch überdurchschnittlich viel befischt. Und wie man weiß, trägt ein hoher Angeldruck nicht unbedingt positiv zu besseren eigenen Fangergebnissen bei.

     

    Zum einen weil immer wieder Fische entnommen werden, zum anderen weil die Fische durch den Angeldruck oft auch recht vorsichtig werden. Irgendwann hat halt an einem solchen Spot jeder Räuber alle Kunstköder kennen gelernt, und die dortigen Karpfen kennen dann mittlerweile auch schon jeden Boilie mit Hersteller und Markennamen.

     

    In ebenfalls altbekannter - interessanterweise nicht oft befolgter Tipp - ist, dass man weitere Wege nicht scheuen sollte. Oder anders gesagt:

    Je unbequemer und weiter der Weg zu einem HotSpot ist, desto weniger wird er befischt sein und demnach desto größer die Chance auf gute Fänge.

     

    Dennoch sind solche Stellen eigentlich ja nicht die im Titel angesprochenen „versteckten" Spots. Denn die findet man oft auch noch in unmittelbarer Nähe zu bekannten Spots oder auch Parkplätzen. Nicht umsonst nenne ich diese Spots „versteckt", denn das schwierigste dabei ist sie zu finden.

     

    Denn im Gegensatz zu den oben beschriebenen leicht zu findenden Spots wie Einmündungen, Kehrwasser etc., zeichnen sich die „versteckten" dadurch aus, dass sie schlecht oder gar nicht beim normalem betrachten der Wasseroberfläche auffallen. Und es gibt einen zweiten Nachteil. Denn es gibt zwar recht viele solcher versteckten Spots, im Gegensatz zu den offensichtlichen beherbergen sie meist aber weniger Fisch, da sie wesentlich kleiner sind. Nach meiner Erfahrung dafür recht oft von der Größe her ansehnlich Exemplare.

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    Was sind das nun für Stellen??

    Auch in der Hauptströmung eines Flusses gibt es viele kleinere Rinnen oder Kanten, oft nur ein paar Zentimeter höher oder tiefer als das umgebende Wasser. Oder ein Ansammlung kleinerer Steine oder einen größeren Brocken, hinter dem die Strömung den Grund etwas ausgespült hat, so dass ein oder auch mehrere Fische dort ein Plätzchen finden können. Oder es hat sich ein Ast oder Stamm irgendwo am Grund verfangen, so dass hier die Strömung auch eine Rinne oder einen „Kleinstgumpen" frei spülen konnte.

     

    Als man früher noch traditionell mit Pose angelte, gehörte das ausloten vor dem Angeln ganz selbstverständlich dazu. Die heutigen modernen Methoden mit Grundruten, Futterkörben oder auf Raubfische mit der Spinnrute, verlangen nicht mehr zwingend das ausloten, um den Köder fängig anzubieten.

     

    Daher rührt es in meinen Augen, dass die Angler heute ihren Fluss oft nicht mehr so gut kennen wie früher. Und gerade das ist mit ein Grund, warum sich die Angler an den bekannten und leicht erkennbaren HotSpots zu „stapeln" scheinen.

     

    In der oft starken Strömung ist der Einsatz von Echoloten für die Angelrute, wie man sie im Stillwasser verwenden kann, sehr eingeschränkt. Da bleibt nichts anderes übrig, als die gute alte Methode des lotens mit der Posenrute. Da man beim loten keinen Köder dran hat und nichts fangen will, sollte man dazu auch recht schwere Posen verwenden. Zum einen weil sie sich leichter und weiter werfen lassen, zum anderen weil schwerere Posen in der Strömung leichter kontrollierbar sind. Mit schwer meine ich dabei durchaus Posen (je nach Strömung und Tiefe) bis über 25 Gramm Tragkraft.

     

    Da die meisten Flüsse nicht allzu tief sind, sollte man wo möglich auf Durchlaufposen verzichten, da diese durch den Strömungsdruck das Ergebnis leicht verfälschen können. Und so bis um die 4 - 5 Meter Tiefe kann man mit geeigneten Ruten noch problemlos mit einer Feststellpose arbeiten.

     

    Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen:

    1.: Das loten mit der normal bebleiten Pose

    2.: Das loten mit überbleiter Pose

     

    Da loten mit der normal bebleiten Pose setzt man dort ein, wo man sich schnell einen Überblick verschaffen möchte. Da die Flüsse in der Hauptströmung normalerweise recht gleichmäßig tief sind, kann man so recht schnell feststellen, ob es Stellen im Wasser gibt, die etwas flacher als die durchschnittliche Tiefe sind. Dazu stellt man den Schwimmer so ein, das er vielleicht 5 cm über dem normalen „Tiefenschnitt" des Flusses liegt.

     

    Dann lässt man die Pose einfach mit der Strömung abtreiben. An den Reaktionen der Pose (stehen bleiben, rucken etc.) kann man dann leicht erkennen, wo sich ein (vielleicht auch noch so kleines) Unterwasserhindernis befindet. Also ein potentieller HotSpot für einen oder ein paar Fische.

     

    Hat man so eine Bahn „abgelotet", wirft man einfach eine Meter weiter aus und wiederholt das Spiel so über die gesamte Flussbreite oder bis zur maximalen Wurfweite der Lotmontage. So kann man recht schnell auch eine größere Flussstrecke nach Erhebungen absuchen. Nicht vergessen sollte man dabei, dass oft hinter solchen Erhebungen der Grund noch ausgespült wurde.

     

    Mit dieser Methode werden aber natürlich nur Erhebungen angezeigt. Alles was etwas tiefer als der normale Flussgrund liegt, das kann man damit nicht erkennen, da treibt die Pose ohne Reaktion drüber.

     

    Um Vertiefungen zu finden brauchen wir also die überbleite Pose. Diese wird so eingestellt, dass die Pose versinkt, wenn das Blei nicht den Grund berührt. Auch mit der Feststellpose ist da etwas Übung gefragt, da man die Strömung immer berücksichtigen muss, welche eine Pose eben leicht auch in die Strömung drücken kann und dadurch das Ergebnis verfälscht.

     

    Daher lässt man bei der „Überbleimethode" auch nicht die Pose abtreiben, sondern wirft am besten quer zur Strömung und holt die Pose dann schrittweise ein. Die Pose sollte dabei so eingestellt sein, dass das Blei gerade auf Grund aufliegt, also nach dem absinken die Pose sichtbar ist. Je nach Tiefe und Strömung kann es sein, dass sich die Pose dabei nur kurz zeigt, bevor sie von der Strömung wieder unter Wasser gedrückt wird. Da hilft nur üben und Erfahrung.

     

    Hat sich die Pose nach erreichen des Bleis auf dem Grund kurz aufgerichtet, zeiht man die Montage ein Stück näher zum Ufer. Und man lässt dann das Blei wieder absinken, bis sich entweder die Pose kurz aufrichtet oder eben, wenn man ein Vertiefung gefunden hat, unter der Wasseroberfläche stehen bleibt. Deswegen sollte man auch ein recht schweres Blei/Pose benutzen, um eine auch in der Strömung möglichst genaue Lotung zu erhalten.

     

    Da das überbleite Loten mehr Arbeit erfordert, kann man damit auch nicht so leicht größere Gewässerstrecken absuchen wie mit der normal bebleiten, treibenden Pose. Die mit der überbleiten Pose zu finden Vertiefungen sind aber gerade im Fluss oft die besten Spots. Denn eine Erhöhung kann alles mögliche sein, man weiß nicht inwieweit davon die Strömung gebrochen wird. Denn es wir ja alles beim loten angezeigt, was höher als der normale Flussgrund liegt.

     

    Dies können Felsen oder Steine sein, genauso gut aber Äste oder sonstige Hindernisse oder Müll, welche die Strömung nicht merklich „brechen" können und somit den Fischen keinen attraktiven Standplatz bieten.

     

    Nun ist es natürlich relativ sinnfrei, einen ganzen Flusslauf ausloten zu wollen. Wo aber soll man da anfangen??

     

    Gut sind immer die Hauptströmung unterhalb bekannter Spots wie Kehrwasser, Einmündungen etc.. Große Fische sind ja oft deswegen groß geworden, weil sie ängstlicher oder vorsichtiger als ihre Artgenossen waren und daher nicht gefangen oder gefressen wurden. Und solche vorsichtigen oder ängstlichen Fische halten sich auch gerne etwas abseits vom „Trubel" auf, sofern die restlichen Bedingungen stimmen. Wenn also in der Strömung ein Ruheplatz geboten wird sowie auch Futter antreibt. Also genau an den Stellen, die wir mit oben beschriebenen Lotmethoden ausmachen können.

     

    Sind solche Stellen dazu in nicht allzu weit Entfernung bekannter Spots und dazu noch ziemlich genau im Strömungsverlauf unterhalb dieser Spots, kann man immer auch mit großen Fischen rechnen.

     

    Eine weitere Möglichkeit geeignete Lotstellen zu finden, ist sich mal umzuhören an welche Plätzen andere Angler interessante Fänge gemacht haben. So nah dem Motto „Ich hätte nie gedacht dass da in der Strömung auch Karpfen stehen" oder „Was der Hecht dort mitten im Fluss gesucht hat weiß ich auch nicht". Da sollte man solche Stellen aufsuchen und loten - und man wird dabei dann oft genug durch das finden eines „versteckten Spots" belohnt werden.

     

    Wenn die Fische sowieso mal schlecht beißen, sollte man sich allerdings an seinen Hausstrecken einfach mal bestimmte Abschnitte vornehmen und ausloten. Selbst an richtig eintönig aussehenden Kanalstrecken habe ich so den einen oder anderen Platz in der Strömung gefunden, an dem ich seitdem immer wieder gute Fische fangen kann.

     

    Dabei sollte man auch folgendes bedenken: Gerade solche Stellen ziehen in ansonsten eintönigen Gewässer die Fische magisch an. Daher ist es gut dass es sich da um versteckte Spots handelt. Also auch nur der Angler etwas davon hat, der sich der Mühe des Lotens unterzieht.

     

    In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spass beim Loten und beim darauf folgenden Angeln (und hoffentlich auch Fangen) an den „versteckten HotSpots".

     

    Thomas Finkbeiner

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