Yak-Tag am 22.07.2006
Yak-Tag am 22.07.2006 in Dahme / off-shore
Am Sonnabend gegen 08.00 Uhr erhielt ich den Anruf von Martin, einem Board-member, dass er auf der Bahn ist, der Horner Rampe. Für mich das Startsignal, mich in Richtung Reinfeld auf die Auffahrt der A1 zu begeben. Martin war am Vortag aus Berlin angereist und hatte bei Freunden in Hamburg genächtigt.
Ich konnte Ihn beim Vorbeifahren, auf der AB, gleich ausmachen. Das blaue Sit on Top Kayak, das Schwesteryak, auf dem Dach. In Dahmshöved war Windstille und eine Rapskäferplage auszumachen. Die Yaks wurden geriggt, da passierte mir das Missgeschick. Ich war dabei den 1,5 KG Anker mit Leine zu verstauen, da spüre ich diesen Schmerz in der linken Hand. Wo kommt den dieser Deeprunner her? Nun sehe ich, dass er mir bis zum Hakenbogen im Ringfinger steckt.
Auf nach Dahme, und den Doc aufgesucht. Der kam frisch geduscht, noch mit nassen Haaren in die Praxis, und verschwand auch gleich wieder in seinem Wohnbereich, um zwei kräftige Zangen aus seinem Werkzeugkasten zu holen. Die OP verlief schnell, nur die Betäubung im Ringfinger nervte.
Martin war sichtlich erleichtert, nach meiner relativ schnellen Rückkehr. Mein Yak noch schnell geriggt und schon ging es entspannt paddelnd mit jeweils zwei Wobblern im Schlepp, Richtung Schwarzer Grund. Ich musste nur noch die inhalierten Rapskäfer aushusten.
Martin in atmungsaktiver Wathose und Automatikweste, ich in Badehose und Feststoffweste. Die Sonne und die Hitze waren schon jetzt erbarmungslos. Zwischendurch immer ein paar Stopps und die Abkühlung mit Seewasser. Draußen stand etwas mehr Welle, aber kaum Wind.
Wir paddelten bis hinter die Tonne auf dem Schwarzen Grund in östlicher Richtung zu umfahren. Martin warf den Anker, ich ließ mich an der Untiefe treiben. Beim 10. Wurf ein Biss und ein schöner Drill an der Bellyboatrute, mit dem 25 Gramm Snaps Draget in rot-schwarz, bei ca. 11 Metern. Der gelandete 60er Dorsch ging richtig zur Sache. Das fing ja gut an und ich hoffte, dass mein Berliner Gast auch loslegen würde. Martin wollte den Anker hieven, aber der war verhakt - gekappt. Mein Tourpartner ließ sich gen Osten vertreiben.
Ich paddelte immer wieder zurück um mich über die Untiefe treiben lassen zu können.
Die Sonne brannte inzwischen zur Mittagszeit erbarmungslos. Viel Verkehr auf dem Wasser, schnelle Motorboote und jede Menge Segler.
War ich froh in der Badehose meine Beine in das kühle Nass tauchen zu können. Wie mag es Martin in der Wathose ergehen? Es tat sich über Mittag nicht mehr viel mit Fisch, ich hatte noch einen ausgehungerten Mitte 40er Dorsch zum Mitnehmen und einen Untermassigen. Es war nicht mehr auszuhalten. Die Mittagshitze, selbst auf dem Wasser, veranlasste und zum Umkehren.
Mit Wobblern im Schlepp, und ein paar Pausen zum Abkühlen, paddelten wir die Strecke zurück. Leider auch hier beim Schleppen wieder kein Biss. Im brusttiefen Wasser angekommen, riss ich mir die Klamotten vom Leib und konnte es einfach nicht mehr abwarten. Ab in das „warme" aber abkühlende Nass der Ostsee. Wie herrlich ist das Ostseewasser, locker Mitte 20er Grad Celsius. Die Rapskäfer waren weg, war doch ein leichter Wind aufgekommen. Die ersten Badegäste besuchten den Strand. Wir haben ca. 15.00 Uhr.
Martin ging noch Schnorcheln, und ich mit dem Yak Baden. Wir haben einen sehr außergewöhnlichen Tag an der Ostsee erlebt. Das war ein tropischer Tag. Wir werden uns überlegen, bei solch tropischen Bedingungen noch mal zu paddeln. Das war Hardcore, physisch sehr anstrengend und im Grenzbereich. Fisch war leider nicht viel da, aber Martin konnte immerhin 2 Seefische mit nach Berlin nehmen. Meine bissen alle auf Snaps Draget 25 Gramm in Rot schwarz. Auf Pilker oder Gummifisch/Jigs ging bei mir nichts.
Ich habe mich sehr gefreut, Martin aus Berlin ‚mal live und in Farbe kennen zu lernen. Haben wir doch viel über das Angler Board, PNs und Telefon im letzten Jahr kommuniziert. Das Loch, welches ich Ihm in den Bauch gefragt habe, scheint gut verheilt zu sein.
Gruß Thomas Hartkopf
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