Unterwegs bei Boardies: Diesmal bei sundvogel
Unterwegs bei Boardies:
Diesmal bei sundvogel
sundvogel alias Uli Pauluschke gehört nun definitiv zu den Membern im Forum die zum einen schon länger dabei sind, zum anderen auch eine eigene, dezidierte Meinung haben und auch in der Lage sind, diese argumentativ zu vertreten.
Kein Wunder, dass er da auch schon mal mit mir „zusammen gerasselt" war - ist ja bei mir ähnlich. Aber das war dann immer schnell per PN, Mail oder Telefon geklärt.
Als sich dann jetzt im Oktober die Möglichkeit ergab, nicht nur Uli zu besuchen, sondern das gleich auch noch mit Angeln zu verbinden, war das natürlich ein gefundenes Fressen für mich. Zum einen konnte ich nach diversem Ärger mit „Zanderkantlern" in der Vergangenheit mal das Zanderangeln im Hamburger kennen lernen, zum anderen sollte es nach Fehmarn gehen, um da mal den Mefos auf den Zahn zu fühlen.
Aber der Reihe nach....
Bei Uli dank Navi sicher angekommen, wurde ich zuerst mal von seinen Hunden begrüßt - lautes Gebell, wobei hier bei diesen lieben Tieren wohl wirklich der Spruch gilt, „Hunde die bellen, beißen nicht...
Neben den Hunden wohnen natürlich auch noch Frau und Tochter bei ihm - gerade das Töchterlein hat auch keinerlei Berührungsängste, wenn's ums Angeln geht.
Seine Brötchen und das Geld fürs Angelgerät verdient Uli als Lehrer. Das ist auch mit Sicherheit einiges an Geld liegengeblieben seit er 1972 angefangen hat mit angeln - auf einer Kuttertour auf Langeland. Danach kam dann die „übliche" Karriere" übers Aal- und Friedfischangeln, bis er dann am Ende beim Raubfischangeln und Meerforellenangeln „hängenblieb". Und mit fortschreitender Zeit auch der Hang zu qualitativ höherwertigem Gerät, vor allem auch handgebaute Ruten.
Da Uli wirklich viel am Wasser unterwegs ist, bleibt er bei Rollen pragmatisch, auch wenn er hier ebenfalls Qualitätsgerät verwendet:
„Das muss halt 2 - 4 Jahre halten, danach ist jede Rolle „runter" bei dem harten Salzwassereinsatz"....
Und auc hdie Sammlung an Mefoködern wächst immer weiter, nachfolgend Ulis Topköder:
Auch Uli gehört zu den Anglern, die keine reinen „Sportfischer" sind, sondern für die das essen vom selber gefangenen Fisch erst den Angeltag richtig abrundet. Was nicht bedeutet, dass grundsätzlich jeder Fisch mitgenommen wird. Aber er ist eben ein im positiven Sinne zu sehender „Kochtoppfischer", der auch einen Fisch in der Pfanne sehen will - auch nach seinen eigenen Worten.
Eine Erfahrung die ich auch gemacht habe: Wer lange genug angelt und genug Fisch gefangen hat, wird beim Angeln wesentlich entspannter. Man muss ja nun nicht mehr unbedingt den Großen fangen oder sich sonst wie beweisen. Da fängt Uli dann auch lieber entspannt einen 70er Hecht, der für eine Mahlzeit für 4 Personen reicht, als mit Gewalt den 90er (oder noch größeren) fangen zu wollen, den man dann eigentlich gar nicht frisch verwerten kann.
Kein Wunder dass seine „Lieblingszielfische" beim angeln auch in jeder „Fischkulinarikhitliste" weit oben auftauchen würden:
Barsch, Zander, Meerforelle...
Denen wird genauso vom Ufer aus nachgestellt, beim waten oder auch beim Angeln vom SitOnTop - Kajak.
Es geht los
Am nächsten Morgen wollten wir aber zuerst mal vom Ufer aus angeln und die Zander im Hamburger Hafen etwas ärgern. Für mich als „Landei" ist schon die Anfahrt zum angeln mitten in die Großstadt und dann in den Hafen ein Erlebnis. Gut, als „schön" möchte ich es nicht gerade bezeichnen, aber ein Erlebnis war es allemal. Und immerhin haben zigtausende Hamburger Angler im Hafen die Möglichkeit zu angeln.
Was dann aber auch bedeutet, dass man rechtzeitig an den gewünschten Plätzen sein muss, wenn man überhaupt einen Platz abkriegen will - Der Angeldruck ist entsprechend hoch. Steht man dann zwischen den ganzen Hafen- und Industrieanlagen, hat das nichts mit dem Angeln zu tun, das ich aus meinen süddeutschen Flüssen kenne - aber es hat durchaus auch seinen Reiz.
Vor allem dann, wenn man trotz widriger Bedingungen auch noch Fische zu sehen bekommt. Bei starken Winden, die in Böen sicherlich weit über die Stärke 6 rausgingen, war je nach Windrichtung an vielen Plätzen das angeln mehr als schwierig. Um bei dem (Seiten)Wind den Köder noch einigermaßen kontrolliert führen zu können, musste man für die Tiefe und Strömung eigentlich viel zu schwere Köpfe verwenden. Was bekanntlich nicht unbedingt fangfördernd ist.
Dennoch waren sowohl Uli wie auch ein weiter Angler, der neben uns fischte erfolgreich. Sowohl mit Zandern, wie auch mit scheinbar in Hamburg äußerst raublustigen Güstern. Der hier gezeigte nahm voll den Gufi von Uli. Das bestätigte uns später an einem anderen Platz ein Anglerpaar. Die hatten 5 Stück, wovon 3 auch auf den Gufi gebissen hatten.
Nachdem wir zum einen wie oben geschrieben eh bevorzugen, zum anderen Wind und Temperaturen eher an harte Winterstürme denn an gemütliches Herbstangeln erinnerten, kehrten wir dann dem Hamburger Hafen den Rücken und programmierten Fehmarn ins Navi - mit der Hoffung dort auf der windabgewandten Seite vernünftig Mefos angeln zu können.
Aber auch da war der Wunsch der Vater des Gedanken. Zwar blies der Wind recht ordentlich, dennoch waren wir guter Hoffnung. Jedenfalls bis zum nächsten Morgen. Bei den nördlichen Winden war wohl Staberhuk die überhaupt einzige Möglichkeit, an die man da denken konnte. Aber selbst da stand das Wasser zum einen enorm hoch, zum anderen war der Wind mit Stärken bis zu 10 auch auf der windabgewandten Seite definitiv zu stark, zumal auch viel durch den Wind losgerissenes Gras mitkam.
Kein Wunder also, dass es relativ lange dauerte, bis wir nach vielen Gesprächen beim Angelladen "FehmarnTackle" tatsächlich das praktische Angeln in Angriff nahmen. Und wie immer wenn Angler mit zu viel Zeit zusammen kommen, wird gefachsimpelt. Und ebenso erfunden, getestet und gebastelt...........
Ich möchte hier nichts weiter erzählen, aber dass ich da keine Videokamera dabei hatte oder nicht zumindest ein Tonbandgerät bedaure ich heute noch .... ;-)))))
Bei FehmarnTackle arbeitet auch der Vermieter unseres Zimmers. Neben der Ferienwohnung, die für bis zu 5 Angler reicht, ist er gerade dabei, ein Zimmer für preisbewusste Angler auszubauen, in dem diese dann auch gerade bei Kurztouren eine gute Übernachtungsmöglichkeit bekommen können.
Mehr Infos dazu findet ihr hier:
http://www.fehmarn-ferien-horn.de/
Es ist ja scheinbar fast üblich auf Fehmarn, dass man nicht mal beim Abendessen beim Italiener um das Thema Angeln rumkommt. Nachdem der Wirt mitbekommen hatte, dass wir auch immer wieder übers Meerforellenangeln am reden waren, kam er inkl. eine Fotomappe an unseren Tisch. Und präsentierte uns stolz einen von ihm gefangenen „Fisch des Tages":
Eine Meerforelle, die er beim Kutterangeln erwischt hatte...
Auch abseits aller nur mehr oder weniger geglückten Angel"versuche" waren das interessante Tage für mich bei Uli. Auf den Fahrten in den Hafen oder nach Fehmarn blieb viel Zeit für Gespräche, die wir auch ausgiebig nutzten. Und wenngleich wir auch in vielen Details zu unterschiedlichen Bewertungen kamen, wurde aber auch deutlich, dass wir vom Grundsatz her gar nicht so unterschiedliche Ansichten haben.
In diesem Sinne möchte ich mich bei Uli noch mal für die schönen Tage bedanken - Und ich hoffe, dass er sich weiterhin im Forum bei uns so einbringt wie bisher..
Thomas Finkbeiner
| < Zurück | Weiter > |
|---|
