Facebook Button

Ausgabe Januar 2018

Köderfische fangen mal anders!

Köderfische fangen mal anders!

Jedes Jahr der gleiche Mist! Vor ein paar Tagen noch T-Shirt Wetter mit über 20°C und dann ganz plötzlich ist mit einem Schlag Herbst. Grundsätzlich freue ich mich natürlich als Raubfischangler auf den Herbst, nicht nur weil die Raubfische da Anzeige_Zebco_50x250mm_2004.jpggut beissen, nein auch das ganze Drumherum, der schwere, dicke Nebel der Morgens dann über unseren Gewässern hängt, der erste warme Kaffee in der lausigen Kälte eines Herbstmorgens. Gemütlich ist es nicht, aber trotzdem unglaublich schön.

Manchmal tun mir die Schönwetterangler richtig leid, dass sie solch wunderbare Erlebnisse auslassen. Andererseits freue ich mich, dass man als Raubfischangler jetzt endlich mal aus dem Vollen schöpfen kann und keine Horden von Karpfenanglern, Welsspezis, Stippern und sonstigen Fallenstellern die halbe Wasserfläche blockieren.

Aber nicht nur bei uns Anglern, auch bei den Scharen von Joggern, Stockenten, Kanufahrern, Badegästen, Wanderern und was da sonst noch rumhüpft, trennt sich in dieser Jahreszeit die Spreu vom Weizen.

Die Gewässer gehören jetzt wieder den Menschen, für die Sie einst entstanden sein müssen: Raubfischangler!

Ich gehe im Herbst, genauso wie an jedem anderen potentiellen Angeltag im Jahr am liebsten mit der Spinnrute los. Im Unterschied zur wärmeren Jahreszeit setze ich aber mit abnehmenden Temperaturen verstärkt auf Natur!

Damit meine ich nicht einen Gufi im Barsch-Dekor sondern echte Köderfische, welche ich an einem Spinnsystem fische. Gerade in kleineren Flüssen hatte und habe ich damit auf Hecht so gute Erfolge, dass ich teilweise schon gar keine Lust habe, mit etwas anderem dort zu angeln.

Ja gut.. was solls, dann machs doch einfach... werdet ihr jetzt denken

Ja verdammt! Würde ich ja gerne. Aber es ist doch jedes Mal der gleiche Rotz. Ich stehe morgens auf, denke mir, heute will ich Hechtangeln - und dann stelle ich fest, dass ich wie immer keine Köderfische habe. Im Sommer wäre das ja kein Problem, da nehme ich die Stipprute, angel 3 Minuten und hab meine 2 oder 3 Köderfische.

Im Herbst oder gar Winter gestaltet sich das ganz anders. Da sitze ich dann Stunden lang mit der Feederrute oder der Stippe am Wasser und versuche mir irgendwie einen Köderfisch zu erkämpfen. Wenn ich dann tatsächlich mal einen erwische, habe ich mich schon so geärgert, dass ich gar keine Lust mehr habe noch weiterzuangeln. Natürlich könnte ich mir im Sommer ein paar Rotaugen einfrieren.Doch es gibt triftige Gründe die dagegen sprechen:

1. Mein persönlicher, puristischer Anspruch als Angler.
Köderfische einfrieren und dann wieder auftauen, das ist etwas für Memmen. Nur wenn man den Köderfisch frisch, aus dem selben Gewässer fängt kann man das Angelerlebnis makellos genießen. Die Leute die mit gefrorenen Köderfischen angeln, sind die gleichen, welche sich in der Kneipe das Bier anwärmen lassen! Pfui Teufel & Nein Danke!

2. Gefrorene Köderfische werden nach dem Auftauen weich, und halten nicht mehr so gut am Haken, was gerade beim Angeln mit Spinnsystemen ein nicht zu unterschätzender Nachteil ist.

3. Frische Köderfische fangen besser!

Das alles hilft mir aber, an einem 2°C kalten Oktobermorgen auch nicht weiter, wenn ich keine Köderfische habe.

Es gab schon Tage, da bin ich vor lauter Frust gleich wieder ins Bett gegangen, oder habe den Angeltag nach einer Stunde erfolglosen Stippens gleich abgebrochen.

Wie bescheuert kann man eigentlich sein? Es gibt für dieses Dilemma eine so wunderschöne, nur mit Vorteilen behaftete Lösung - an der ich jahrelang von Ignoranz getrieben vorbeigeschaut habe. Ich könnte mich heute noch in Grund und Boden ärgern, dass ich da nicht schon früher draufgekommen bin.

Aber Hey, Halleluja, jetzt ist es ja anders!
Wenn ich am Samstag zum Hechtangeln mit Köfi am System loswill, dann bereitet mir das mittlerweile überhaupt kein Kopfzerbrechen mehr.

Ich fahre an unser kleines Flüsschen:


schnappe mir meine UL-Spinnrute montiere einen kleinen Spinner und dann gehts los:



Die Hauptbeute besteht aus Döbeln und Barschen, die beissen ausnahmslos immer und in weniger als 15 Minuten habe ich jedesmal meine Köderfische:


Einfacher, schöner und genialer geht das doch gar nicht.
Barsche sind aufgrund Ihrer stabilen Haut ideal geeignet um am System gefischt zu werden, außerdem sind sie für mich DER Hechtköder unter den Köderfischen.
Der Fluss ist sogut wie nie zugefroren, ich kann mir meine kleinen Freunde immer absolut frisch fangen - und vor allem ich brauche nicht mit der Feeder oder Stipprute rumhampeln und mir die Hände am Stippfutter schmutzig machen (ans "Extra Maden kaufen zum Köfi fangen" will ich gar nicht erst denken) sondern kann ganz entspannt meine Köderfische mit der Spinnrute fangen!

Einfach und genial! Warum hat mich da von euch noch keiner draufgebracht? 
__________________
Franz Hollweck

Kommentare 

 
+1 #1 Manuel 2010-11-03 20:51
Wenn ich den passenden Fluss in der Nähe hätte, würde ich das wohl nicht anders machen.
Leider kann ich mich aber über solche Fische, die auf den Bildern als ausnahmslos immer in 15 mins zu fangende Köderfische abgebildet sind, am Ende eines gelungenen Barschangeltage s freuen, sie hier aber nicht als verlässliche Köfiquelle finden.
Denke es geht vielen von den von Dir angesprochenen \\\'Memmen\\\' so. Vllt sind ja auch die Leute die Memmen, die überhaupt erst an einem solchen Gewässer angeln, wo es scheinbar keine Kunst ist, Fische en Masse zu fangen?!
 
 
+4 #2 Stephan 2010-11-04 00:15
So einen Mist hab ich ja noch nie gelesen!Gehts noch?
 
 
-2 #3 Sebastian 2010-11-04 02:24
Gute Idee und schön beschrieben, musst einige Male schmunzeln. Weiter so!
 
 
+1 #4 Andi 2010-11-04 13:01
döbel ok....aber barsch als köfi?
barsch ist ein ausgezeichneter speisefisch und viel zu schade um als köfi zu enden!
 
 
+3 #5 Joklöner 2010-11-04 14:12
Bissle kaputte Weltansicht. Der Text ist wirklich ziemlich daneben.
 
 
0 #6 Zander-Klaus 2010-11-04 14:34
Hallo,
der Artikel ist schon sehr derb und provokant, aber auch sehr gut geschrieben.
Wer das Augenzwinkern und die Selbstironie zwischen den Zeilen erkennen kann, hat Spaß daran, wer nicht lässt hier dumme Kommentare ab.
Aber so ists halt nunmal im Leben. Hoffe der Autor lässt sich dadurch nicht entmutigen.
 
 
+1 #7 Manuel 2010-11-04 17:02
Schön, dass du, Zander-Klaus, zwischen all den Blümchen und rosa Häschen auch noch ein Augenzwinkern findest!
Alle, die den Text weniger voreingenommen lesen, werden das \\\'Memme\\\' vllt auch ohne deine Hilfe als ironie durchgehen lassen.
Wenn sich Wahrheit und Sinn aber auch nicht in den \\\'ausnahmslos immer in 15 min zu fangenden Barschen\\\' verbirgt, dann hätte er sich den Artikel in dieser Rubrik auch sparen können. Eigentlich auch anderswo.

Oder brauch ich nur auch diese Gabe wie du sie hast, in fremde unbekannte Texte mein Bier hinein interpretieren zu können?
 
 
+1 #8 Zander-Klaus 2010-11-04 18:12
Hallo Manuel,
der Sinn verbirgt sich natürlich in der zitierten Passage, obs die Wahrheit ist können du und ich nicht entscheiden. Das müssen wir glauben oder eben nicht. Aber Flüsse, die einen sehr ausgeprägten Bestand an kleinen Barschen haben gibts tatsächlich. Bei mir an der Eider wäre das wohl auch kein großes Problem, wenn man einigermaßen die Stellen weiß....
 
 
+1 #9 Barsch 2010-11-04 18:40
alert("Barsche sind ausgezeichnete Speisefische!"-);
 
 
+2 #10 Steffen 2010-11-04 22:34
Ich zähle mich zu den Memmen!
2 Fangtage, ab in den Gefrierer
Sie fangen genauso gut wie frische, lassen sich im halbgefrorenen Zustand wesentlich weiter werfen...
Ich nehm doch zum Raubfischangeln nicht die Stippe mit...
 


Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten! - Ein Projekt von anglerboard.de.
Alle Grafiken und Warenzeichen auf dieser Seite unterliegen dem Recht der jeweiligen Eigentümer.
Das Kopieren von Bildern und Texten von Anglerpraxis.de ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet!

© 2003-2013 Anglerpraxis.de
Weitere Projekte: Angeln in Norwegen , Angeltreff.org
Technical support by MLIT