Neues vom Ferkelfahnder: Eine Frage des guten Geschmacks..
Eine Frage des guten Geschmacks..
...........ist ja bekanntlich etwas, über das man nicht streiten kann. Und ob es nun dem einen nicht schmeckt, dass der andere etwas macht, was er selbst nie tun würde, ist auch gar nicht ausschlaggebend, wenn ich mir in diesem Monat Gedanken über den Geschmack mache.
Als bekennender Fischgerneesser und noch mehr
bekennender Selbstfangfischgerneesser diskutiere ich ohnehin lieber über die
Zubereitung des Selbigen als über so hypothetische Fragen wie der potentiellen
Nachwuchsmenge des betroffenen Tieres in den nächsten Jahren.
Kochen, braten,
dünsten oder grillen, darum geht es mir als erstes, wenn ich über einen Fisch
nachdenke. OK, ich hab räuchern vergessen, aber Catch & Eat bleibt für mich
nunmal das höchste der anglerischen Ziele. Dass ich das eher gezwungenermaßen
viel zu selten auskosten kann, rettet ohnehin die eventuell zu knappen Bestände
einzelner Arten. Ansonsten hab ich ja als Angler schon bei der Köder- und
Methodenwahl eine gewisse Chance zur Selektion. Für den Rest sind lokale,
regionale oder landesweite Regeln und Gesetze zuständig, an die ich mich einfach
still schweigend halte, auch wenn ich sie nicht immer akzeptiere oder sogar für
grundlegend falsch oder zumindest falsch angewandt halte.
Aber darum geht es
diesen Monat ja gar nicht, sondern schlicht und einfach um Geschmack, und da
dieser nunmal vom Schmecken kommt, steht dies am Anfang jeden Genusses.
Und
spätestens darin, wird auch derjenige mir zustimmen, der den größten Teil seines
Fangs schonend zurück setzt: Kein gekaufter Fisch kann mit einem gerade selbst
gefangenem Exemplar geschmacklich mithalten, höchstens direkt am Wasser vom
Fischer aus dem Boot heraus gekauft.
Mein leckerster Zander stammt aus dem
Bolmen in Schweden und war keine Stunde tot, als er auf meiner Zunge lag.
Ähnlich gut habe ich nur mal am Bodensee in einem Fischrestaurant einen Zander
serviert bekommen, der erst kurz zuvor vom Berufsfischer angelandet worden war.
Ich glaube auch nicht daran, dass es an der guten frischen Luft in Norwegen
liegt, wenn das Fischfilet am Abend in der Pfanne brutzelt und mein Gaumen in
stiller Vorfreude die Speichelproduktion in die Spitze treibt. Und selbst das
kurz nach dem Fang tiefgefrorene und nach hause transportierte Dorsch- oder
Köhlerfilet liegt geschmacklich noch um Längen vor jedem bei uns im Ruhrgebiet
käuflich erwerbbaren Vergleichsstück.
Also, frischer Fisch ist ganz nach
meinem Geschmack und aus meiner ganz persönlichen Sicht der Dinge somit die für
mich sinnvollste Form der Verwertung meines Fanges. Ich teile diesen Genuss
durchaus gerne, vor allem mit meiner Familie, nicht zuletzt deshalb, weil ich
selbst bei der Fischzubereitung nicht mal annäherungsweise mit den Kochkünsten
meiner Frau mithalten kann.
Bei der immer wieder auftretenden Vehemenz und
Intensität der C&R-Diskussionen im AB kommt aus meiner Sicht genau dieser
Aspekt viel zu wenig rüber. Ist es einfach nur die Scheu vor der offenen
Meinungsäußerung, weil viele C&R-Verfechter fast schon militantes
Diskussionsgebaren an den Tag legen, oder stehe ich tatsächlich so weit allein
auf weiter Flur?
Gibt es denn so wenig andere Angler, die sich offen und
ehrlich zu diesem Satz bekennen: "Ich angle, weil ich gerne Fisch esse und mir
selbst gefangene Fische einfach am besten schmecken!"
Dafür muss man sich
doch nicht schämen, auch wenn ein paar Wortführer immer wieder versuchen, diesen
Eindruck zu erwecken. Ich persönlich schäme mich weitaus mehr dafür, dass ich
viel zu selten angle und deshalb viel zu wenig Fische fange. Denn als
bekennender Fischgerneesser bin ich dadurch gezwungen, Fisch zu kaufen, ohne
genau nachvollziehen zu können, wie dieser seine letzten Lebensmomente verbracht
hat, vermutlich qualvoll in den Stellnetzen und der automatisierten
Verarbeitungsmaschinerie einer schwimmenden Fischfabrik.
Oder er hat sein gesamtes Fischleben lang nichts anderes kennen gelernt als viel zu kleine Aufzuchtteiche oder -becken und den fragwürdigen Genuss industriell produzierten Fertigfutters.
Deshalb rufe ich alle Fisch gerne essenden Angler dazu auf,
sich auch öffentlich dazu zu bekennen.
Lasst die Körner- und
Grünzeugfetischisten mit ihren veganen Produkten glücklich werden. Es geht sie
nichts an, was wir Fisch- und Fleischesser lieber mögen. Es ist nichts anderes
als einfach nur eine Frage des guten Geschmacks. Darüber gibt es nichts zu
diskutieren
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Kommentare
Meine Nachbarin jedoch rümpft immer die Nase, wenn ich spät abends mit einem "Opfer" heimkomme und haut demonstrativ am nächsten Tag so nach dem Motto "Fischessen kann ich auch!" Fischstäbchen vom Discounter in ihr altes Fett (Frau muß ja sparen, damits für Alk reicht!). Dementsprechend STINKT das Treppenhaus... das ist schon Grund genug, meinen Fisch selbst zu fangen, weil ich dann weiß, daß er frisch ist und super schmeckt, weil ich auch weiß, was drin ist und beim Zubereiten einfach herrlich riecht!
Eines weiß ich: Fischstäbchen aus der "-)ose" kommen mir nicht in die Pfanne! Und daher überhör ich auch gerne das Geläster der Catch&Release-Fraktion. Ja, ich stehe dazu, ich bin Kochtopfangleri n und OH Schreck, ich bereue es nicht einmal....
dass so ein frisches Dorschfilet in Butter gebraten einfach lecker ist.
Also,ich steh auch dazu,dass ich Fisch zum essen fange.