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Ausgabe Januar 2018

Neues vom Ferkelfahnder: Eine Frage des guten Geschmacks..

Neues vom Ferkelfahnder

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Eine Frage des guten Geschmacks..

...........ist ja bekanntlich etwas, über das man nicht streiten kann. Und ob es nun dem einen nicht schmeckt, dass der andere etwas macht, was er selbst nie tun würde, ist auch gar nicht ausschlaggebend, wenn ich mir in diesem Monat Gedanken über den Geschmack mache.


Als bekennender Fischgerneesser und noch mehr bekennender Selbstfangfischgerneesser diskutiere ich ohnehin lieber über die Zubereitung des Selbigen als über so hypothetische Fragen wie der potentiellen Nachwuchsmenge des betroffenen Tieres in den nächsten Jahren.


Kochen, braten, dünsten oder grillen, darum geht es mir als erstes, wenn ich über einen Fisch nachdenke. OK, ich hab räuchern vergessen, aber Catch & Eat bleibt für mich nunmal das höchste der anglerischen Ziele. Dass ich das eher gezwungenermaßen viel zu selten auskosten kann, rettet ohnehin die eventuell zu knappen Bestände einzelner Arten. Ansonsten hab ich ja als Angler schon bei der Köder- und Methodenwahl eine gewisse Chance zur Selektion. Für den Rest sind lokale, regionale oder landesweite Regeln und Gesetze zuständig, an die ich mich einfach still schweigend halte, auch wenn ich sie nicht immer akzeptiere oder sogar für grundlegend falsch oder zumindest falsch angewandt halte.


Aber darum geht es diesen Monat ja gar nicht, sondern schlicht und einfach um Geschmack, und da dieser nunmal vom Schmecken kommt, steht dies am Anfang jeden Genusses.


Und spätestens darin, wird auch derjenige mir zustimmen, der den größten Teil seines Fangs schonend zurück setzt: Kein gekaufter Fisch kann mit einem gerade selbst gefangenem Exemplar geschmacklich mithalten, höchstens direkt am Wasser vom Fischer aus dem Boot heraus gekauft.
Mein leckerster Zander stammt aus dem Bolmen in Schweden und war keine Stunde tot, als er auf meiner Zunge lag. Ähnlich gut habe ich nur mal am Bodensee in einem Fischrestaurant einen Zander serviert bekommen, der erst kurz zuvor vom Berufsfischer angelandet worden war.


Ich glaube auch nicht daran, dass es an der guten frischen Luft in Norwegen liegt, wenn das Fischfilet am Abend in der Pfanne brutzelt und mein Gaumen in stiller Vorfreude die Speichelproduktion in die Spitze treibt. Und selbst das kurz nach dem Fang tiefgefrorene und nach hause transportierte Dorsch- oder Köhlerfilet liegt geschmacklich noch um Längen vor jedem bei uns im Ruhrgebiet käuflich erwerbbaren Vergleichsstück.


Also, frischer Fisch ist ganz nach meinem Geschmack und aus meiner ganz persönlichen Sicht der Dinge somit die für mich sinnvollste Form der Verwertung meines Fanges. Ich teile diesen Genuss durchaus gerne, vor allem mit meiner Familie, nicht zuletzt deshalb, weil ich selbst bei der Fischzubereitung nicht mal annäherungsweise mit den Kochkünsten meiner Frau mithalten kann.


Bei der immer wieder auftretenden Vehemenz und Intensität der C&R-Diskussionen im AB kommt aus meiner Sicht genau dieser Aspekt viel zu wenig rüber. Ist es einfach nur die Scheu vor der offenen Meinungsäußerung, weil viele C&R-Verfechter fast schon militantes Diskussionsgebaren an den Tag legen, oder stehe ich tatsächlich so weit allein auf weiter Flur?


Gibt es denn so wenig andere Angler, die sich offen und ehrlich zu diesem Satz bekennen: "Ich angle, weil ich gerne Fisch esse und mir selbst gefangene Fische einfach am besten schmecken!"


Dafür muss man sich doch nicht schämen, auch wenn ein paar Wortführer immer wieder versuchen, diesen Eindruck zu erwecken. Ich persönlich schäme mich weitaus mehr dafür, dass ich viel zu selten angle und deshalb viel zu wenig Fische fange. Denn als bekennender Fischgerneesser bin ich dadurch gezwungen, Fisch zu kaufen, ohne genau nachvollziehen zu können, wie dieser seine letzten Lebensmomente verbracht hat, vermutlich qualvoll in den Stellnetzen und der automatisierten Verarbeitungsmaschinerie einer schwimmenden Fischfabrik.

 

Oder er hat sein gesamtes Fischleben lang nichts anderes kennen gelernt als viel zu kleine Aufzuchtteiche oder -becken und den fragwürdigen Genuss industriell produzierten Fertigfutters.


Deshalb rufe ich alle Fisch gerne essenden Angler dazu auf, sich auch öffentlich dazu zu bekennen.


Lasst die Körner- und Grünzeugfetischisten mit ihren veganen Produkten glücklich werden. Es geht sie nichts an, was wir Fisch- und Fleischesser lieber mögen. Es ist nichts anderes als einfach nur eine Frage des guten Geschmacks. Darüber gibt es nichts zu diskutieren

 

 

Kommentare 

 
0 #1 Anglerin aus Leidenschaft 2010-11-04 14:20
Auch ich bin Anglerin und liebe selbstgefangene s Zanderfilet in derSchmurgelpfa nne. Es riecht einfach köstlich! Dazu Kartoffeln und Spargel, hmmm einfach lecker.

Meine Nachbarin jedoch rümpft immer die Nase, wenn ich spät abends mit einem "Opfer" heimkomme und haut demonstrativ am nächsten Tag so nach dem Motto "Fischessen kann ich auch!" Fischstäbchen vom Discounter in ihr altes Fett (Frau muß ja sparen, damits für Alk reicht!). Dementsprechend STINKT das Treppenhaus... das ist schon Grund genug, meinen Fisch selbst zu fangen, weil ich dann weiß, daß er frisch ist und super schmeckt, weil ich auch weiß, was drin ist und beim Zubereiten einfach herrlich riecht!

Eines weiß ich: Fischstäbchen aus der "-)ose" kommen mir nicht in die Pfanne! Und daher überhör ich auch gerne das Geläster der Catch&Release-Fraktion. Ja, ich stehe dazu, ich bin Kochtopfangleri n und OH Schreck, ich bereue es nicht einmal....
 
 
0 #2 Fiete 2010-11-10 15:55
"Ich angle, weil ich gerne Fisch esse und mir selbst gefangene Fische einfach am besten schmecken!"
 
 
0 #3 brummimi 2010-11-14 21:48
Bin gerade von einem 5-Tagestörn auf der Ostsee zurück, und ich muss sagen,
dass so ein frisches Dorschfilet in Butter gebraten einfach lecker ist.
Also,ich steh auch dazu,dass ich Fisch zum essen fange.
 
 
0 #4 DJTMichel 2010-11-16 16:30
"Mit Essen spielt man nicht und lebende Tiere gehören für mich eindeutig nicht in die Kategorie SPIELZEUG!\\\" - die Bestätigung, cleverer als ein Fisch zu sein, diesen also zum Biß zu verleiten um ihn dann abgekämpft (und im Winter vielleicht noch aus >30m vom Grund einer Talsperre innerhalb weniger Minuten hochgepumpt zu haben --> Glupschaugen) wieder ins Wasser zu schmeißen, brauche ich nicht. Ich gehe angeln um Fische zu fangen. Fische fange ich, um die für mich verwertbaren zu essen - BASTA.
 


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