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Ausgabe November 2017

Karpfenangeln - Strategie und Technik

 

Karpfenangeln - Strategie und Technik


Ganz zu Beginn möchte ich Franz_16 für das Konvertieren des Artikels in Boardformat danken!


Grundsätzlich fühle ich mich ja der Allroundangelei zugehörig.
Trotzdem gibt es bei mir immer wieder Phasen in denen ich einer Fischart gezielt oft und lange nachstelle. Neben dem Waller ist das häufig der Karpfen.

Ich kann mich glücklich schätzen einen See mit starkem Bestand zu meinen befischten Gewässern zählen zu können. Dennoch sind die im folgenden genannten Tipps und Tricks meiner Erfahrung nach auf etliche andere Gewässer, auch mit niedrigem Bestand übertragbar.

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Two-Tone – Die zweifarbigen Fische sind für viele Karpfenangler ein besonderer Zielfisch

Grundsätzlich ist neben dem Hakenköder beim Karpfenangeln zusätzliches Futter Pflicht. Natürlich kann auch der einzelne Köder fangen, das ist dann aber eher Zufall.
Je länger und besser die Futter“kampagne“ geplant ist, desto höher wird eure gefangene Stückzahl sein. Karpfen sind Gewohnheitstiere, die sich relativ leicht an einen Futterplatz gewöhnen – wenn er an einer passenden Stelle eures Gewässers angelegt ist.

Natürlich kann man mit massenweise Futter einen künstlichen Hotspot erzeugen. Aber warum sollte man, wenn sich über simple Beobachtungen die Punkte, an denen sich die Fische sowieso aufhalten, ganz einfach finden lassen?
Karpfen zeigen sich zum Beispiel durch Sprünge aus dem Wasser, nächtliches, lautes Platschen, Rollen an der Oberfläche oder Blasen, die durch das Gründeln entstehen. Diese Plätze befinden sich häufig an Strukturen unter Wasser. Wer gar nicht weiter weiß fragt seine Spinnfischerkollegen, wo eine Kante verläuft und versucht dort sein Glück.

anzeige zebco 50x50 2004Hat man so die Karpfen ausgemacht, zum Beispiel bei einem Spaziergang mit der Dame des Vertrauens, sollte man diese Stelle erst mal probeweise befischen.
Das kann zum Beispiel durch ordinäres Feedern oder bereits gezieltes Karpfenangeln sein.
Dabei ist es nicht wichtig, dass man besonders große Karpfen an den Haken bekommt. Es reichen mitunter auch einige größere Weißfische, die bei der Futtersuche häufig ähnlich wie die Rüssler vorgehen.

Fehlt einem noch die Erfahrung, was das Gewässer angeht und ist sich unsicher welche Futtermenge man in seiner Kampagne einbringen sollte lässt sich diese relativ einfach bestimmen. Wenn ich im folgenden Verlauf von „Schaufeln“ rede ist – ist damit nicht der Spaten gemeint – sondern eine handelsübliche Futterschaufel, gefüllt mit verschiedenen Leckereien.
Vor dem eigentlichen Angeln werfe ich eine bis zwei Schaufeln voll Futter auf meinen Platz – die Fische müssen ja irgendwie darauf aufmerksam werden, dass es da was zu holen gibt. Das Futter besteht meist aus Partikeln. Also Weizen, Mais, Tigernüsse, etc.

Fange ich beim „Testangeln“ einen Karpfen oder mehrere größere Weißfische wie Brassen oder Alande so füttere ich zwei Schaufeln mit Futter auf den Angelplatz. In der Regel lassen die Bisse dann für die nächsten 20 – 30 Minuten nach. Fange ich anschließend erneut mehrere Fische wiederhole ich die Fütterprozedur so lange, bis ich nichts mehr fange oder ich nach Hause gehe.

Als Beispiel:
An meinem Gewässer mit einem guten Karpfenbestand und einem hervorragenden Bestand an großen Brassen sind das an einem nicht vorgefütterten Angelplatz am Tag rund 7-8 Schaufeln.

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Schuppis sind häufig richtige Kampfmaschinen im Vergleich zu gleich großen Spieglern

Stelle ich das Angeln ein merke ich mir welche Menge an Schaufeln ich eingebracht habe. Diese Menge wird nun jeden Tag den ich anfüttere erneut verwendet. Diese Menge kann man leicht steigern, wenn man zum Beispiel nach drei Tagen sieht, dass sieben Blasenherde gleichzeitig über den Futterplatz marschieren.
Nehmt euch die Zeit und bleibt nach dem Füttern nochmals am Futterplatz. So könnt ihr gut feststellen, ob der Platz angenommen wird.

Grundsätzlich wende ich beim Karpfenangeln zwei unterschiedliche Methoden an. Auf einem ufernahen Platz, den ich wie oben beschrieben aufbaue fische ich mit der Methodfeeder. Auf diesem Futterplatz herrscht mehr Aktion, es hängt häufig ein Weißfisch, die Karpfen sind in jeder Größe vertreten und auch der ein oder andere Graskarpfen hält sich auf diesem Futterplatz auf.
Diesen Spot befüttere ich hauptsächlich mit Mais. Darauf kommen je eine Hand voll Hailbuttpellets und (Mais/Nuss/etc)pellets.

Diese lösen sich unter Wasser schnell auf und haben eine hohe Lockwirkung.

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Kommen Graskarpfen im Gewässer vor sind diese häufig Beifang auf dem Partikelfutterplatz. Spannung beim Landen garantiert!

Der Spot sorgt dafür, dass keine Langeweile am Wasser aufkommt. Außerdem lässt sich darüber schnell herausfinden, auf welche Köder die Fische gerade stehen. Ich habe Tage erlebt, da lief nur ein spezieller Köder, obwohl definitiv Fisch auf dem Platz war blieben andere Köder komplett unberührt.

Einen zweiten, weit entfernten Platz, an dem Ruhe herrscht, befüttere ich ausschließlich mit Boilies. Pro gefangenem Karpfen werden dort 8-15 Boilies nachgefüttert.
An diesem Platz herrscht häufig weniger Aktion, dafür halten sich dort eher die größeren Fische auf. Dort suche ich gezielt harte Stellen, wenn ich über das Auftreffen des Bleis merke, dass ich im Schlamm liege, werfe ich neu. Das kann so weit gehen, dass ich bis zu zehn mal hintereinander die Rute neu auswerfe bis ich mit der Stelle zufrieden bin.
Für den Karpfen ist das Auffinden des Köders im Schlamm kein Problem. Das kann allerdings erst mal Stunden passieren. Liegt der Köder auf hartem Grund wie zum Beispiel Steinen auf kommt der Biss häufig innerhalb der ersten Stunde.

Für die Fische ist das Auftreffen des Bleis in der Regel kein Problem. Springende Fische, Auftreffende Futterraketen, Wasservögel und etliche andere Vorkommnisse versuchen ähnlichen Lärm, an den die Rüssler gewohnt sind.
Nachdem das Anlegen der Stellen geklärt wurde kommen wir zum wichtigsten – der Montage.

Der Einfachheit halber erkläre ich den Vorfachbau anhand von Bildern.

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Schritt 1: Zum Vorfachbau benötigen wir folgende Teile: 1 = Boilienadel 2 = Boiliestopper 3 = Wirbel 4 = Haken 5 = Anti-Tangle Sleeve (Optional) 6 = Schrumpfschlauch 7 = Köder 8 = Vorfach

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Schritt 2: An ein Ende bindet man eine einfache Schlaufe, auf die man seinen eigenen Köder fädelt (Egal, ob Boilie, Maiskette, Tigernüsse, etc). Darauf achten, dass die Schlaufe nicht wesentlich größer als der Köder ist.

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Schritt 3: Man fädelt den Haken wie gezeigt auf und entfernt bei ummanteltem Vorfachmaterial die Ummantelung im Hakenbereich, damit ich der Haken im Fischmaul besser eindrehen kann.

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Schritt 4: Anschließend wickelt man das Vorfach sieben Mal sauber nebeneinander um den Hakenschenkel (Darauf achten, dass die oberste Wicklung nicht an der „Öffnungskante“ des Öhrs läuft). Anschließend geht man von hinten erneut durch das Öhr. Der Abstand zwischen Hakenbogen und Schenkel sollte einen Finger breit sein.

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Schritt 5: Anschließend zieht man ein Stück Schrumpfschlauch auf das Vorfach. Danach das Anti-Tangle-Sleeve, sofern man eines nutzen möchte. Ans obere Ende kommt ebenfalls eine Schlaufe, in welche man direkt den Wirbel einschlaufen kann. Die Gesamtlänge des Vorfachs sollte zwischen 15 und 30 cm betragen.

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Schritt 6: Den Schrumpfschlauch über Wasserdampf (z.B. Wasserkocher) einschrumpfen, dass er die Hakenwicklung sicher schützt und oberhalb des Hakenöhrs Richtung Hakenspitze zeigt. So entsteht ein Circlehook-ähnlicher Aufbau, der sehr sicher im Fischmaul greift.

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Schritt 7: Abschließend sollte man einen „Haktest“ durchführen. Dabei zieht man am Vorfach den herunterhängenden Haken über einen ausgestreckten Finger. Dabei sollte der Haken sicher und zuverlässig drehen und Halt am Finger finden. Wenn nicht – neu binden.

Als „Bleisystem“ verwende ich in der Regel Safety-Clips. Mit diesem Habe ich in der Regel weniger Verwicklungen beim Auswurf als mit Inline-Bleien. Die Montage dieser Systeme finden sich bei den meisten Anbietern direkt mit Anleitung in Papierform.
Achtet darauf, dass eure Wirbel zum Safety Clip passen. Es gibt auch Artikel, die aufeinander abgestimmte Bauteile beinhalten und euch so weiteres suchen ersparen!

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Ist euer Haken richtig gebunden sitzt er sauber im vorderen Maulbereich und hält den Fisch selbst im harten Drill sicher.

Die Hakenform, die ich meist verwende ist eine „Wide Gape“ in einer dickdrahtigen Ausführung, je nach den zu erwartenden Zielfischen in Größe 8 – 4.
Diese schont das Fischmaul, schlitzt selten aus und hält den Fisch sicher.

Mein Vorfach ist ummantelt mit Tragkräften zwischen 8 und 15kg. Hier hat jeder namenhafte Hersteller genügend Auswahl im Programm, die alle brauchbar sind. Welchen man nun sein Vertrauen schenkt ist Geschmackssache.


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Karpfen über 30 Pfund fangen – das ist in fast allen Gewässern mit dem richtigen Riecher (oder Rüssel) möglich!

Die Gewichte des Bleis richten sich nach dem Gewässer, der „Fischmaulhärte“ und der Entfernung, in der geangelt wird.
Je näher, desto leichter. Je mehr Strömung, desto schwerer. Je härter das Fischmaul, desto schwerer. Je schlammiger das Gewässer, desto leichter das Blei.

Aus all diesen Faktoren sucht man sich einen Mittelwert. In der Regel liegen die handelsüblichen Kaprfenbleigewichte zwischen 72 und 172 Gramm, mit 112g ist man in den meisten Gewässern auf der sicheren Seite.

Am Angeltag selbst füttert man weniger als während der Futterkampagne zuvor. Die Fische sollen nur sporadisch Futter finden und so schneller auf den Hakenköder aufmerksam werden.

Gerade bei Boilies hat es sich bewährt mittels einer PVA-Tüte oder Schlauch um den Hakenköder herum zielsicher noch einige Appetithappen zu verteilen.

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Bild: Franz Hollweck

Ergänzend zum Artikel wurde meine Karpfenangelei bereits auf Video dokumentiert:

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https://www.youtube.com/watch?v=NNr9CB1GZF4


Jean Fertig alias Trollwut

www.angeln-mit-stil.de


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