Ausgabe Mai 2012

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    Der beste BigGame Angler der Welt

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    Hier kommt die Geschichte vom besten BigGame-Fischer der Welt:

    Hallo liebe Leser,

    ich muss euch ja mal was erzählen.....aber passt auf, dass ihr nicht vor Lachen vom Stuhl fallt. Samstag während dem Abendessen klingelte hier das Telefon, wer war es? - Mr. Silva, der Nachbar!!!! (Dazu gesagt: Ich befinde mich gerade im wohl verdienten Urlaub auf Oahu, einer der hawaiianischen Inseln. Ich besuche zusammen mit meiner Freundin die Verwandtschaft). Er hat gesagt er wird am Sonntag Morgen zum Angeln rausfahren und wenn ich Lust habe soll ich um 4.30Uhr vor seinem Haus stehen. Selbstverständlich hatte ich Lust und stand am nächsten Morgen pünktlich wie die Feuerwehr um 04.25 Uhr vor seinem Haus. Hab mich bekannt gemacht, wurde noch seinem Bruder vorgestellt und dann gings los. Ab in seinen Dodge RAM-Pickup mit 4.7Liter Maschine und sein 6.90m Boot hinten dran und los auf den Highway. Kurz an der Tankstelle gehalten um seinen Onkel mit einzuladen und kurz für 120$ das Boot zu betanken und dann weiter zum Hafen.

     

    Dort haben wir das Boot klar gemacht. Die Fiberglas Outrigger montiert, die 7 Bootsruten in die Halter gesteckt und montiert. Jede der Bootsruten war mit einer Penn Senator bestückt die unsere guten Rollen wie Spielzeuge aussehen lassen und jeweils mit einigen Hundert Metern Schnur der 200 Pfund Klasse - bei einigen Deutschen auch als Ankerseil auf Minn-Kota-Winden genutzt - bespult. Komplett montiert wurde das Boot ins Wasser gelassen und schon konnte es losgehen.

     

    Mr. Silva sagte: "Please start the engines" und im Handumdrehen schoben uns die beiden Evinrude 90Ps'er aus dem Hafen. Dann gabs vollgas und Markus musste sich gut festhalten. Das war wie ein Raketenstart :o) Einige Sekunden - oder auch km - später wechselte er auf langsame fahrt und sagte, ab hier würden seine Spots anfangen und es wäre jederzeit mit Tuna oder auch 'nem Marlin zu rechnen. By the way - wir waren auf einer Wellenlänge, dass stand schnell fest. Haben uns auch sehr gut unterhalten und er hat mir jede Menge erklärt und gezeigt. Ich weiß jetzt auch woher die Riesenflosse an seinem Gartenzaun stammt. Er hatte einen Mordsbiss, dem ein 6-stündiger Drill folgte bei dem die gut geölte Penn Senator leergefegt und zum glühen gebracht wurde. Am Ende der 6h hing ein 945lbs Marlin am Haken, den er seitlich am Boot vertauen musste um ihn in den Hafen zu schleppen :o) So, jetzt aber weiter mit der Story.

     

    Schnell die Ruten mit Ködern bestückt, ich durfte auch sofort ran und hab die Tintenfischimitationen von 10 bis 30cm Länge in die Riesenkarabiner eingehängt und ab ging die Post. Er hat mir noch das System mit den Laufweiten erklärt, damit sich die 7 Köder nicht gegenseitig verhaken und schon ging die Schlepperei los. Es war jetzt ca. 5.30Uhr am Morgen. Diese Stelle der Geschichte musst du dir bitte haargenau merken.....bloß nicht vergessen......genau diese Stelle hier.....

     

    Schon nach 100m der erste Biss - der Clip löste aus, aber der Rute war nichts anzusehen. Wie denn auch....den 50er Aku (Thunfischart) zog er rasch mit der Hand an der Schnur heraus und versorgte ihn im Fischkasten. Wie in Deutschland wird auch hier dort geangelt, wo reichlich Vögel über dem Wasser sind, denn dort sind die Baitfish und somit auch die grossen hungrigen. Einige Kreise an dieser Stelle später waren wir um 2Aku's reicher und er beschloss andere Spots aufzusuchen. Nebenbei waren die drei immer am schimpfen über die Philipinos, die alles abschlachten was an den Haken geht. So auch die kleinen Yellow-Fin Thuna, die beträchtliche Größen erreichen können. Hab ihm erzählt das das bei uns mit den Russen ganz genauso ist. Dann gings weiter. Einige Kilometer an der Küste entlang. Immer mal wieder ein Biss aber nach kurzem Drill ausgestiegen. Dann ging es raus auf's offene Meer.

    Hier kamen drei Hammerbisse, die aus den Outrigger-Clips schepperten und sofort die Bremse zum kreischen brachten. Die Drills dauerten alle so ca. 5-10 Minuten und jedes Mal stieg der Fisch aus. Mr. Silva meinte es wären Yellow Fins der 200-300lbs-Klasse gewesen. Schade das sie entwischt sind. Übrigens waren die Wellenberge megakrass. Absolut ruhiges Wetter bei leichter Brise aber das Boot schaukelte wie verrückt. Hab sowas noch nie erlebt. Mittlerweile war es Nachmittag und wir haben wieder den Weg in Richtung Küste gesucht. Dort ging es auch sofort richtig zur Sache. Wir haben an einem seiner im Garmin GPS vermerkten Stellen einen Thuna-Schwarm erwischt und die Bisse kamen Schlag auf Schlag.

     

    Neben einigen 50er Aku's hatten wir auch einen heftigeren Biss und nach verhältnismäßig kurzem Drill kam ein Barracuda von 1m geschätzter Länge zum Vorschein. Ich glaube, vor den Zähnen würde jeder Deutsche Raubfisch schnell das Weite suchen. Die haben mir mehr Angst eingejagt als die des Schäferhundes der Grosseltern meiner Prinzessin. :o) Weiter in der Story: Den Thuna-Schwarm haben wir einige Male umkreist und durchfahren und die gehakten Fische wurden direkt mit der Hand heruasgezogen. Wenn zwischendurch ein kleiner Yellow-Fin gebissen hat wurde er sorgfältig gelöst, kurz geküsst und zurückgesetzt. Also ein für mich unerwartet sorgfältiger Umgang mit dem Fisch. Mittlerweile wurde es auch später und gegen 17.30Uhr traten wir den Heimweg Richtung Hafen an. Auf dem Rückweg kreuzte uns ein anderes Boot und direkt in unserem Blickfeld schoss ein Marlin auf deren Köder, wurde aber nicht gehakt. Dann gab es wieder einen Raketen-Vollgas-Schub und im Handumdrehen waren wir wieder im Heimathafen. Bitte merke dir auch haargenau diese Stelle hier....ich komme später darauf zurück.

     

    Im Hafen angekommen wurd kurz der Dodge bemüht. Was heisst bemüht - das war ein Kinderspiel für diese Höllenmaschine :o). Boot aus dem Wasser gezogen und natürlich sofort gereinigt, die beiden 4-Stroke Evinrude ausgespült und das Boot geschrubbt und alles demontiert. Von dort aus ging es direkt nach Haus. Dort haben wir das Boot entladen, noch ein paar nette Worte gewechselt und ich hab mich tausend Mal bedankt. Ich wollte ihm eigentlich noch Geld in die Hand drücken, aber er wollte es auf Teufel komm raus nicht annehmen und hat mir sogar noch drei fette Aku's in die Hand gedrückt und meinte: "That was only for your enjoyment, I don't take your money."

     

    Alles in allem ein sehr, sehr schöner Angeltag, mit viel Fisch, viel Spass und vor allem netten Leuten. HÄTTE ICH DA NICHT EINE KLEINIGKEIT VERGESSEN ZU ERZÄHLEN!!!!!! Damit komme ich jetzt auf die beiden Stellen in der Geschichte zu sprechen, die du dir merken solltest. Alles was zwischen diesen beiden Stellen liegt, hat der liebe Markus leider nicht erlebt und leider auch nicht geniessen können, denn der liebe, gute Markus ist nicht rauhwassertauglich. Direkt nachdem ich die letzte Rute montiert und zu Wasser gelassen hatte erwischte mich eine "Seasickness" der ganz üblen Sorte. Ich habe mich eine halbe Stunde an die Reeling geklammert und mir die - bitte entschuldige die folgenden Ausdrücke - "verdammten Eingeweide aus dem Hals gekotzt".

     

    Danach entschied ich, es wäre besser wenn ich mich in die offene Kabine begebe und in die waagerechte Position wechsle. In dieser Position verhaarte ich auch fast den ganzen Tag mit einigen kleinen Ausnahmen. Alle anderthalb bis zwei Stunden musste ich aufstehen und zum Kotzen rennen. Auf dem Rückweg habe ich mich immer nach dem Zwischenstand und den Fängen und Bissen erkundigt und hab mich dann wieder hingelegt. Ab und zu hab ich aus dem Augenwinkel mal was mitbekommen, mal die Bremse kreischen hören, aber im großen und ganzen war ich ca. 10h damit beschäftigt zu kotzen, zu liegen, die Augen geschlossen zu halten und zu sterben. Erst als wir den Heimathafen betreten haben und ich wieder festes Land unter den Füssen hatte ging es mir besser und ich habe mir alle Einzelheiten erzählen lassen. Deshalb konnte ich auch so gut berichten. Mir war sogar heut früh noch schlecht und als ich die ganze Story hier gestern abend erzählt habe, haben alle herzlich gelacht.

     

    Und das ist jetzt die Stelle, an der auch ihr Lachen dürft. Da fahr ich einmal in meinem Leben zum Angeln auf den Pazifik, und komme wieder ohne auch nur einen einzigen Eindruck gesammelt zu haben. Ich hatte nicht mal Kraft um wenigstens ein einziges Foto zu schiessen. Wie traurig!!! :o( Life is so hard!!!)

     

    Liebe Grüße vom BigGame-Angler aus Hawaii,

     

    Raabiat

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