Die Pilzexperten!!
Fische fangen - Pilze suchen
Anmerkung der Anglerpraxisredaktion:
Wir freuen uns immer auch von artverwandten Hobbys, wie hier z. B. von Pilzfreunden, fundierte Artikel und Bilder zu bekommen. Und was passt jetzt im Herbst besser zum frisch gefangenen Räuber als selbst gesammelte Pilze. Herzlichen Dank der Redaktion also hiermit an http://www.pilzforum.eu
Herbstzeit - Ab in den Wald
Der Herbst beginnt und mit ihm auch die Hauptsaison einer besonderen Lebensform. Merkwürdige Lebewesen die vielerlei Gesichter haben. Sie kommen in vielen Farben, Größen Formen und an verschiedenen Orten vor. Es sind weder Pflanzen noch Tiere - die Pilze.
Sie zu finden und zu sammeln, kann genauso süchtig machen wie Angeln!
Pilze werden schon seit Jahrtausenden zu verschiedenen Zwecken gesammelt.
Sei es als Speisepilz, Heilpilz oder als Rauschpilz bei Religiösen Zeremonien.
Selbst Ötzi trug stets einen Pilz bei sich. Den Zunderschwamm. Er eignet sich hervorragend zum Entfachen eines Feuers.
Mit dem Thema Pilzverzehr sollte man äußerst vorsichtig umgehen. Die wichtigste Regel ist, dass man nur Pilze verspeisen darf, die man zu 100% kennt!
Fast jeder Speisepilz hat einen Doppelgänger.
Als Anfänger ist es am Einfachsten, sich mit dem Thema „Röhrlinge" zu befassen. Die Meisten sind nicht schwer zu bestimmen. Röhrlinge haben keine Lamellen, wie viele bekannte Speisepilze, sondern eine Art Schwamm unter dem Hut. Zu Ihnen gehören z. B.: Steinpilz, Maronenröhrling, Birkenpilz, Hexenröhrling, Goldröhrling... und viele andere.
Fichtensteinpilz
Flockenstieliger Hexenröhrling
Goldröhrling - Lärchenröhrling
Maronenröhrling
Birkenpilz
Ein sehr beliebter Speisepilz ist der Parasol - Großer Riesenschirmling.
Durch sein beinahe monströses Auftreten denkt so mancher: „So ein großer schöner Pilz kann doch nicht essbar sein". Falsch gedacht!
Er eignet sich hervorragend zum panieren und schmeckt wie ein Kalbsschnitzel!
Parasol
Die Bestimmung von Pilzen
Bei der Bestimmung eines Pilzes spielen verschiedene Faktoren eine bedeutende Rolle.
Hier die wichtigsten:
- Fundort: Boden (sauer oder kalkhaltig) und Begleitbaum
Viele Pilze sind Mykorhizzapilze. Das bedeutet sie leben in einer Symbiose mit einer bestimmten Pflanze und kommen nur dort vor, wo auch die Pflanze vorkommt. In der Regel handelt es sich um Bäume.
- Beschaffenheit und Farbe von: Hut, Lamellen/Röhren/Poren..., Stiel, Ring, Stielbasis
- Geruch, Geschmack (Vorsicht! Nicht jeden Pilz darf man probieren!)
Bei der Bestimmung Ihrer Funde stehen wir Ihnen in unserem Forum gerne zur Seite.
Bestimmte Pilze sind nur mit Hilfe eines Mikroskopes bestimmbar (Sporengröße, Sporenform...). Jedoch lassen sich die gängigen Speisepilze problemlos ohne Mikroskop bestimmen.
Giftpilze
In Europa gibt es ca. 5000 Pilzarten, von denen ca. 160 giftig sind und nur wenige tödlich giftig.
Als Anfänger muss man nicht viele Pilze kennen. Man sollte jedoch die tödlich giftigen kennen. Die absoluten Spitzenreiter für tödliche Vergiftungen sind die Knollenblätterpilze.
Nach dem Genuss eines Grünen Knollenblätterpilzes (welcher nicht schlecht schmeckt), bemerkt man keine Vergiftungserscheinungen. Erst 24 bis 48h später erscheinen die ersten Anzeichen. Zu diesem Zeitpunkt ist es aber in den meisten Fällen schon zu spät, da die Leber zersetzt wurde.
Retten kann nur noch eine Transplantation.
Um sich dies zu ersparen sei noch mal gesagt: Man verspeist nur Pilze, die man zu 100% bestimmen kann!
Pilze verwerten
Gegenüber dem Fisch haben Pilze den Vorteil, dass sie besser bzw. einfacher konserviert werden können. Getrocknete Pilze sind ohne Probleme 3 Jahre haltbar, bei der richtigen Lagerung! Zum Trocknen eignet sich am Besten ein Dörrgerät, welches schon ab 30EUR erhältlich ist. Man kann Pilze auch im Umluftofen bei max. 40 Grad Celsius trocknen.
Selbstverständlich kann man Pilze auch einfrieren.
Noch ein kleiner Tipp: Getrocknete Pilze können zu Pilzpulver gemahlen werden. Pilzpulver ist hervorragend geeignet zum Zubereiten von Pilzsaucen!
Frische Pilze sollten sofort geputzt werden. D. h. sie müssen mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste von Erde und sonstigem befreit werden. Pilze dürfen in der Regel nicht mit Wasser gewaschen werden, da sie sich sonst vollsaugen (bis auf ein paar Ausnahmen). Sie sollten immer mit einem Messer in der Mitte halbiert werden, falls sie von Insekten (kleinen Maden) befallen sind, hier hilft nur noch der Griff zum Komposteimer oder chirurgisches „Herumschnipseln" J
Wenn Sie Ihre frischen Pilze im Kühlschrank aufbewahren, sollten diese innerhalb von 24 Stunden verspeist werden.
Was gibt es schöneres und schmackhafteres als seinen frisch gefangenen Fisch mit selbst gesammelten Pilzen zu verspeisen!?
Alexander R. Grabler
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