Ausgabe Mai 2012

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    Sudavik auf Island - Die Tour

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    Sudavik/Island 2006 ein kleiner Reisebericht

     

    Am 02.08. starteten wir von Kopenhagen in Richtung Island. Aufgrund der Zeitverschiebung dauerte der Flug auf der Uhr nur 1,5 Stunden. Ihm folgten nach einer kurzen Wartezeit am Flughafen auf die mitreisenden Angelkollegen, 8,5 anstrengende Stunden Busfahrt durch eine grandiose Natur. Etwa 2 Stunden vor dem Ziel Sudavik verließen uns unsere Mitreisenden die nach Talknafjördur wollten. Am Ziel angekommen zollten wir erstmal dem Busfahrer für sein Können unseren Respekt. Es war einfach beachtlich, wie der Man seinen Reisebus über die Schotterpisten durch die Berge gesteuert hat. Die Anreise wurde mit der kurzen Begrüßung und der Zuweisung der guten Wohnungen durch unsere Betreuerin Nancy sowie dem Sprung ins Bett beendet.

    wwft

     

    Tag: Der begann um 10:00 mit der Einweisung in die örtlichen Gegebenheiten und die vorzüglichen Boote. Für uns ein wenig überraschend war dann aber doch die Frage, wer denn ein Diesel- oder ein Benzinmotor getriebenes Boot haben möchte. Angekündigt waren ja eigentlich Dieselfahrzeuge. Wir bekamen aber unser Dieselboot. Die Boote sind mit GPS-Kartenplotter von Garmin ausgestattet. In der Bedienungsanleitung braucht bei den Dingern wohl niemand blättern, der an seinem Handy den Klingelton verstellen kann. So leicht lassen sie sich handhaben.

     

     

    das_boot

     

     

    Am Nachmittag ging's dann raus zu einer ersten Reviererkundung. Die anglerischen Infos von Fa. Angelreisen hielten sich in Grenzen, oder waren bis auf wenige im Seekartenausschnitt markierte Stellen nicht wirklich vorhanden. Aber das kann man verschmerzen, wenn man die Gewohnheiten unsere geschuppten Freunde einigermaßen kennt. Wir fingen auf Anhieb viele schöne Dorsche, stattliche Wittlinge und einzelne Schellfische. Den Tagesabschluss machten zwei Steinbeißer an einer Abbruchkante neben einem Plateau. Das Einplotten dieser Stelle sollte sich an den kommenden Tagen noch bezahlt machen.

     

     

    unser_revier

     

     

    2. Tag: Der Tag beginnt anglerisch eigentlich nie vor 8 Uhr. Da werden nämlich an der Fischfabrik die Boote betankt, der Fang gelöscht und in der Fabrik gewogen (wegen der Quoten) und neues Eis in die Fischkisten eingefüllt.

     

     

    Ab geht's zu einer kleinen Untiefe unweit der Anlage, erstmal Köderfische (Seelachse) fangen. Mit der Harpe und nem Makrelenvorfach kein Problem. Weiter zu "unserer" eingeplotteten Stelle. Wir 4 hatten uns eigentlich schon zuhaus recht weit aus dem Fenster gelehnt als wir sagten wir wollen eigentlich nur Steinbeißer und Heilbutt fangen. Na ja, das mit dem Heilbutt kann ich schon mal vorwegnehmen hat nicht geklappt und zum Thema Steinbesser sagte man uns, dass fast keine gefangen wurden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich hatte dann die Ehre die Surgifixpampe zuzubereiten und einzufüllen. Eine Arbeit die sich bald als überflüssig herausstellen sollte. Zum Glück! Wir fingen, wie die Wage der Fischfabrik am nächsten Tag zeigen sollte insgesamt 57kg Steinbeißer von 65 bis 97cm. Als Beifang gab's noch einige schöne Dorsche und Schellfische.

     

     

    tagesfang

     

     

    3. Tag: Der Tag beginnt wie üblich an der Fischfabrik. Unser frühes Aufstehen sollte sich bezahlt machen. Als wir mit dem Betanken und Filetieren der Fische fertig waren, begannen einige erst damit. Ungläubige Blicke gab's sowohl von den Mitanglern als auch von den Fischwerkern als sie unseren Fang sahen. Alle hatten schöne Fische, vornehmlich Dorsche, aber nur vereinzelt mal nen Beißerchen. Sogar ein Isländischer Fischer fragte uns wo und wie wir die gefangen hatten. Wir hatten natürlich auch ne Frage. Wo gibt's die dicken Heilbutt? seine Antwort: Heilbutt fangen ist hier wie Lotto spielen.

     

    Anglerisch verlief der Tag wie der vorherige, nur das wir uns das mit dem Surgifix erspart haben. Frische Seelachsfetzen brachten den gleichen Erfolg.

     

     

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    4. Tag: Wind Wind Wind und das aus der falschen Richtung! Die Boote sind zwar super und man hatte nie das Gefühl sich einer Gefahr auszusetzen, wenn man sich bei stärkerem Wind auf dem Wasser bewegt, aber irgendwann wird's mit dem Angeln doch zu ungemütlich und die Gefahr sich einen Haken in den Finger zu reißen doch zu groß. So traten wir bald den Rückzug unter Land an und beschränkten uns auf den Fang unseres Abendessens und der weiteren Ortserkundung.

     

    anzeige_geoff-anderson_50x55. Tag: Immer noch zuviel Wind! Der Isländische Wetterbericht (Videotext), den man übrigens trotz der schwierigen Sprache recht gut verstehen kann, sagt für Mittag drehenden Wind voraus. Ein prüfender Blick nach dem Mittagessen gewährt uns dann aber doch noch genug Zeit das Formel 1 Rennen in Budapest zu verfolgen.

      

    Um 15:00 Uhr geht's dann raus. Der Wind hatte tatsächlich gedreht und die See sich merklich beruhigt. Im Schlepptau hatten wir diesmal eine nette Crew aus Bayern, die an diesem Tag auch noch einige Steinbeißer verhaften wollten. Auch das hat geklappt. Was die Fischerei betrifft, hat der Tag alle anderen in den Schatten gestellt. Keine Drift ohne Fisch (Steinbeißer) und oft alle 4 Ruten gleichzeitig von eben diesen krumm. Zum Schluss versuchten wir es dann noch auf Dorsch. Es war fast unmöglich den Pilker zum Grund zu bringen, ohne das ein Fisch einstieg. Die Schwärme waren teils so dicht, dass man spüren konnte wie der Pilker durch den Schwarm taumelte. Meinen persönlichen Rekordfisch konnte ich dann zum Abschluss auch noch fangen. Einen 35cm langen Hering. So ein Riesenteil hatte ich bis dahin noch nicht gesehen.

     

     

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    Fazit: Absolut traumhaftes Revier, das sie Strapazen der Anreise auf jeden Fall mehr als wettmacht und das in einer atemberaubenden Umgebung.

    Was die Fischverwertung anbetrifft können sich hier einige ein Scheibchen abschneiden! Jeder Fisch den man nicht selbst verwerten kann/möchte geht in die professionelle Verarbeitung und wird nicht sinnlos wieder ins Meer geworfen um als Möwenfutter zu dienen.

     

    Angelei: Wer es versteht mit Seekarte und Echolot zu arbeiten, wird in der Lage sein gute Plätze für andere Fische als die allgegenwärtigen Dorsche zu finden und diese auch zu fangen.

     

    Geräteempfehlung: Bootsrute 20-30lbs, mittlere Multi, Dyneema 0,20-0,30mm, einfache Naturködermontagen, Pilker 250-500g, Handleine mit Makrelenvorfach zum Köderfischfang (wiegt nix und funktioniert hervorragend), Naturköderbleie um 500g

     

    Nach der Auskunft des Fischers bezüglich der Heilbutts wird die 50lbs Ausrüstung beim nächsten mal zuhaus bleiben.

     

    Nachtrag: Auf Wunsch von Lutz sei hier noch erwähnt, das er das entsprechende Signal zum ersten Halt an der Steinbeißerstelle gegeben hat. Wir werden es ihm ewig danken! Gelobt sei seine Gabe auf dem Echolot jeden kleinen Gnubbel am Boden zu erkennen! Danke Lutz!

     

     

    Mario Senger

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