Wie ein Opel Combo zum Anglerauto werden soll, Teil 2
Wie ein Opel Combo zum Anglerauto werden soll
oder
Die rollende Fischbüchse
Teil 2
Die ersten ca. 4.000 km sind runter, daher kann ich hier einen ersten Eindruck zum fahren bringen. Dabei solltet Ihr aber bedenken, dass ich weder KFZler bin, noch Autotester. Mir gehts einfach darum in wie weit so ein Fahrzeug für mich praxistauglich ist.
Moderne Diesel haben einiges gemeinsam - egal von welchem Hersteller. Man braucht nur noch bei sehr niedrigen Temperaturen vorglühen (Rudolf - Diesel - Gedenkminute J). Sie haben ein gegenüber gleichstarken Benzinern meist recht hohes Drehmoment, und sind im allgemeinen sparsamer als Benziner.
Das mit dem vorglühen brauchte ich selbst an den kühleren Sommertagen bis dato noch nicht. Und der Opel zieht „wie Schmidts Katze", es ist ein sehr angenehmes Fahren. Der bisher einzige Kritikpunkt für mich wäre da, dass der Opel beim anfahren ordentlich Gas braucht, so ganz unten im Drehzahlkeller scheint er sich nicht so wohl und kräftig zu fühlen.
Die Kiste wiegt ja aber auch ein paar Kilo. Und stellt der Luft auch ordentlich Widerstand schon alleine durch die Höhe (Frontfläche) entgegen. Ist allerdings alles im Laufen, kann man zügig fahren und sollte auch zügig hochschalten - dem Dieselverbrauch zuliebe. Das Verhalten selbst kann ich bis jetzt als angenehm bezeichnen. Trotz des Gewichtes und des hohen Aufbaus ist im Prinzip kein (großer) Unterschied zu Limousinen oder Kombis.
Immer natürlich unter der Voraussetzung „normaler und gesitteter" Fahrweise - wie gesagt, ich bin kein Autotester sondern gebe einfache Praxiseindrücke wieder.
Die erste große Ausfahrt gabs zum Anglerboardtreffen am Edersee. Franz kam morgens bei mir an, wir luden den Combo voll und los gings. Wobei „vollladen" hier sehr übertrieben ist. Denn gerade das Platzangebot ist einfach klasse. Franzens Styrokiste mit den Zutaten für „Goaßenmass" (kann man, muss man aber nicht, verdammt süss das Zeuch"), Karpfenliege, Klamotten für 2 Leute - und das Auto sah noch nicht mal richtig beladen aus. Immer noch Platz ohne Ende.
Bei Dok angekommen gings dann erst mal zum einkaufen - es musste ja einige Kästen Bier, alkoholfreies und ein paar Säcke Holzkohle organisiert werden. So um die 10 Kisten Getränke sowie 2 große Säcke Holzkohle noch hinten rein packen war kein Problem. Und es hätte locker für noch mal 10 weitere Kisten gereicht.
Mit dem nun beladenen Auto und entsprechend mehr Gewicht veränderte sich natürlich auch etwas das Fahrverhalten. In schnell(er) gefahrenen Kurven (ich immer hinter Doks Subaru mit ein PSchen mehr her) merkte man schon dass das Gewicht nach aussen zog - allerdings nicht einmal in einer Weise die auch nur irgendwie bedenklich oder unsicher war.
Während dieser ersten längeren Fahrt, noch dazu mit Rauchern an Bord, stellte sich allerdings auch eines raus: Was da von Opel als „Raucherpaket" bezeichnet wird (gibt's ohne Aufpreis, also Aschenbecher und Zigarettenanzünder) ist in meinen Augen schlicht frech. Zum einen kommt man an den vor dem Schalthebel gelegenen Aschenbecher kaum richtig ran, dazu ist die Öffnung auch noch sehr klein geraten, so dass die Asche nicht nur im dafür vorgesehenen Aschenbecher landet. Und auch insgesamt ist das Teil recht klein mit wenig Volumen, da könnte es bei eine Fahrt an die Ostsee schon mal passieren, dass man unterwegs den Aschenbecher leeren sollte. Nun ja, Raucher werden ja immer mehr zur Minderheit.......
Insgesamt hatten ich auf den knapp 800 km hin und zurück mit ca. knapp 700 km Autobahn 6,8 Liter Diesel auf hundert km verbraucht. Ein sicher nicht schlechter Wert, da ich auch kein Freund vom „schleichen" bin und immer so um die 160 auf der Uhr hatte und das Auto ja auch ziemlich vollbeladen war. Allerdings muss ich auch sagen, dass bisher (mit 4000 km ist das Auto ja auch noch nicht richtig eingefahren, da kann sich ja noch was ändern) der Verbrauch doch über meinen Erwartungen lag. Angegeben ist der mit ca. 5,2/Liter im Mix, bis jetzt braucht der Combo je nach Strecke, Hitze (Klimaanlage) und Beladung zwischen ca. 6 bis 7,5 Liter. Mal sehen ob sich das noch etwas ändert.
Für einem Menschen meiner Größe (1,87m) ist die Sitzposition hervorragend und auch auf längeren Strecken nicht ermüdend. Allerdings muss ich den Sitz auch ganz nach hinten stellen, (wesentlich) größere Personen dürften da dann Schwierigkeiten bekommen. Auch Franz auf dem Beifahrersitz konnte nicht klagen (wobei er eh meist am Schlafen war, was ja aber auch nicht gegen die Sitze sprichtJ).
Was mir bei den ersten Fahrten/Tests auch noch aufgefallen ist:
Die Konstruktion zum verstauen der Ruten unter dem Dach ist klasse, ich werde allerdings noch eine Änderung vornehmen. Denn das klappt zwar hervorragend auf normalen Straßen, geht's aber über Feldwege/Schlaglöcher „Springen" die nicht befestigten Ruten gerne hoch und liegen dann auch mal nicht mehr sauber „sortiert" sondern durcheinander.
Da werde ich mir was einfallen lassen, sei es mit Klettband zum befestigen, oder mit einem dünnen Seil und Gummis, oder auch mit einem Seil und Bleigewichten, so dass man die Ruten hinten fixieren kann, und damit die „Springerei eliminieren....
Thomas Finkbeiner
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