Ausgabe Mai 2012

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    Krautaal

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    DER KRAUT-AAL

    von Karl-Heinz Metzig

    (Vize-Weltmeister im Krautaalfischen)

     

     

    Liebe Angelfreunde und Angelfreundinnen,

     

    die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen kennen den Kraut-Aal bisher nur als sog. „Beifang" und immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht einmal etwas über den gezielten Fang von Kraut-Aalen berichten kann.

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    Da der Fischbestand der meisten Gewässer durch „Kormoranfraß" stark rückläufig ist, gibt es in der Tat eine wachsende Zahl von Angelfreunden und Freundinnen die gezwungen sind auf andere Arten, wie den Kraut-Aal, auszuweichen und es nun einmal, ganz gezielt, auf die richtig Großen versuchen wollen. Gerade bei den Vegetariern unter uns, erfreut sich diese Art der Angelei wachsender Beliebtheit.

    Ich möchte mit diesem Artikel Licht ins Dunkel dieses sagenumwobenen Lebewesens bringen, Missverständnisse aus dem Weg räumen und vielleicht den Einen oder Anderen ermutigen, auch selbst einmal sein Glück zu versuchen und einen dieser grünen Schlängler auf die Blätter zu legen.

     

    Für den gezielten Fang von Groß-Kraut-Aalen steht uns eine Vielzahl von Gewässern zur Verfügung. Die besten Chancen jedoch, hat man in sehr tiefen Gewässern und überall dort, wo Abwasserrohre in den See münden oder sich direkt angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen befinden. Als beste Fangmonate haben sich Juli - September bewährt. Danach gehen die Fänge deutlich zurück. Lediglich die kleineren Exemplare gehen dann noch an den Haken.anzeige_kingfisher_50x100

    Hat man einen See gefunden, beginnt man mit der eigentlichen Vorbereitung. Ich persönlich halte nichts von Echoloten und ziehe es immer noch vor, den See mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen zu erkunden und verschaffe mir so erst einmal einen Überblick über die vorkommenden Arten und die Bodenstruktur. Das hält den Körper gesund und fit und man kann so manche Entdeckung machen! So habe ich letztens, beim tauchen, neben einem alten Fahrrad, ein riesiges Volleyballnetz mit Kescher gefunden. Das Volleyballnetz war zum spielen viel zu groß und ist wahrscheinlich das Ausschuss-Produkt einer kaputten Maschine gewesen, welches man dann einfach im See, mit Hilfe von langen Stangen entsorgen wollte. Ich habe das Netz sofort selbst entfernt, nachdem ich bei der zuständigen Naturschutzbehörde nur auf taube Ohren gestoßen bin. Den Kescher habe ich abgeschnitten und benutze ihn heute noch erfolgreich zum Hältern meiner gefangenen Kraut-Aale.

    Hat man nun eine viel versprechende Stelle gefunden, ist es wichtig mit der richtigen Methode zu fischen.  Hier ist weniger oft mehr! Ein elektronischer Bissanzeiger ist meines Erachtens eine tolle Sache, da sich auch vorsichtige Bisse, bei den meisten Modellen, sehr schnell bemerkbar machen. Ich ziehe jedoch das gute alte Krautaal-Glöckchen dem elektronischen Kram vor.

    Als Montage verwende ich entweder ein Festblei (Selbsthackmethode) oder ein Krallen-Blei wobei das Gewicht nicht unter 900 g liegen sollte. Gefischt wird meist auf kurze Distanz mit dicken Pilk-Ruten.

    Da sich die meisten Gerätehersteller, trotz meiner unzähligen Beschwerden, leider immer noch nicht mit dieser modernen Angelart befasst haben und meist nur völlig altmodische Sachen wie „Inline-Bleie" oder „Circle Hooks" herstellen, gieße ich mir meine Krallenbleie immer noch selbst. Dafür fertige ich mit Gips eine spezielle Form an und schmelze einige alte Bleie ein. Als Krallen verwende ich Hühnerfüße aus dem Asia-Laden. Der große Vorteil dieser Bleie ist, dass man einen erheblichen Teil an künstlichen Lockstoffen spart, denn auch hier gibt es in den Angel-Shops eine Vielzahl von unbrauchbaren, nicht mehr zeitgemäßen Sachen.

    Ebenso verhält es sich mit Futtermitteln. Da kann Michael Schlögel vom „Team Mosella" mischen wie er will! Mit seiner ewigen „Futtermischerei" wird er nie und nimmer einen vernünftigen Kraut-Aal erwischen! Da kann er mischen und mischen!!!

    Ich finde, wir sollten uns beim Angeln auf die wirklich wichtigen und nötigen Dinge konzentrieren und da ist, gerade beim Krautaalangeln, wie gesagt, weniger oft mehr.

    Mein persönlicher Favorit ist hier, schlicht und einfach: URINAT! Es ist nach fünf Bier leicht verfügbar und kann direkt mit der Rute, vom Ufer aus, eingebracht werden.

    Die Anglerinnen unter uns, sind da leider etwas im Nachteil und kommen dabei oft um akrobatische Übungen nicht herum. Eine gute Fitness ist hier Vorraussetzung! Nicht zuletzt ist dies der Grund dafür, dass unser Hobby auch als „Angel-Sport" bezeichnet wird.

    Über einen Zeitraum von 6 Wochen angefüttert, kräftigt URINAT die Kraut-Aale ungemein. So konnte ich am 16.07.2003 meinen Weltrekord von 7,20 m landen. Es handelte sich dabei um einen schönen fetten Laichkraut-Aal mit der lateinischen Bezeichnung: Antigulli angepulli.anzeige_pitsangelreisen_50x

    Kommen wir nun zu der Frage, die mir am Häufigsten gestellt wird: Mit welchem Köder lässt sich ein Kraut-Aal am besten überlisten? Blickt man auf die letzten Jahre zurück, ist dieses Thema wohl eines der Themen, worüber nicht nur in Fachkreisen sondern auch im Verein heftig diskutiert, ja teilweise sogar bis zu aufs Messer gestritten wurde. So mancher „Streit-Hahn" und auch so manche „Streit-Henne" verließ da unter Tränen die Vereinsversammlung und konnte nur noch durch professionelle Hilfe betreut, aufgebaut und nach Monaten wieder in den Verein eingegliedert werden. Ich möchte dieses Thema auch nicht weiter ausweiten. Ich sage dazu nur folgendes: Ich kenne Kollegen und Kolleginnen die bereits mit Fuchs- und Schweinefinnen-Bandwurm erfolgreich gefischt haben. Mein persönlicher Top-Köder ist und bleibt jedoch der stinknormale Tauwurm! Aber da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und jeder muss selbst herausfinden welcher Köder zu einem passt. Viel wichtiger als der Köder ist der Anhieb bei einem Biss! Wenn man keine Selbsthakmontage benutzt, sondern wie ich ein Krallenblei, sollte der Anhieb unbedingt stark sein. Also mit voller Wucht! Danach muss zügig eingekurbelt werden damit der Kraut-Aal sich nicht irgendwo festsetzt. Aber Vorsicht! Da man sich bei einem starken Anhieb auf kurze Distanz, durch das heran fliegende Krallen-Blei bei einem Fehlbiss stark verletzen kann, trage ich beim Angeln immer einen alten Moped-Helm. Der schützt, im Übrigen, auch sehr gut vor lästigen Insekten, die oft von meinem transpirierenden Körper angezogen werden und macht zudem einen sportlichen Eindruck bei Spaziergängerinnen, die sich immer wieder nach mir umdrehen. Und da bin ich bei einem Thema, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt: Gerade wir Angler sollten ein bisschen mehr auf unser Äußeres achten und dass nicht zuletzt, um so vielleicht auch den einen oder anderen Kritiker von unserem Hobby durch schmucke, modische Kleidung - nicht nur am See - zu überzeugen. Ich selbst trage daher auch privat Watstiefel und habe damit eigentlich nur gute Erfahrungen sammeln können. Natürlich sind es bei mir zuerst die Frauen, die mich aus ihren Augenwinkeln gierig betrachten oder anlächeln wenn ich so im Supermarkt einkaufen gehe. Natürlich wirkt eine enge Wathose sehr männlich und für viele Frauen bin ich vielleicht auch nur ein bloßes Sex-Objekt. Aber egal ob Mann oder Frau, ob im Supermarkt oder im Gebüsch, in der Besenkammer oder am Stammtisch. - Ich finde, dass modisches, gepflegtes Erscheinen, sowie freundliches, offenes Auftreten einfach zu unserem Hobby dazugehören und gerade da besteht leider oft noch eine Menge Handlungsbedarf!   

     

    Ich hoffe ich konnte mit meinem Bericht einen Großteil der mir gestellten Fragen beantworten und etwas zur Aufklärung und Weiterentwicklung der Angelmethoden beitragen, sowie einige kritische Akzente setzen. Gerade unsere Jungangler haben es verdient sachgemäß und seriös über diesen, unseren erholsamen Sport aufgeklärt  zu werden und Anregungen zu bekommen. In diesem Sinne wünsche ich allen Sportfreunden und Freundinnen noch ein erfolgreiches Angeljahr und ein kräftiges Petri Heil!

     

    Ihr

    Karl-Heinz Metzig

    (Vize-Weltmeister im Krautaalfischen)

     

    Kommentare 

     
    0 #1 Franzl 2007-10-01 20:32
    Soll lustig sein, oder?
    Ist es aber nicht.
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    0 #2 Hännes 2007-10-02 08:05
    Wäre es Papier, dann würde ich´s schreddern.
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    0 #3 Dümmer gehts nicht 2007-10-03 13:17
    Auf den ersten blick habe ich mir nichts gedacht... beim weiterlesen aber wusste ich das das nur irgendein nicht ganz intelligenter Mensch geschrieben haben kann...
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    0 #4 Stockfisch bräter 2007-10-08 11:44
    ja nu is doch ma ein anderer bericht über die sonst allzu "ernste" fischerrei!
    dat leben is ernst genug, warum nich einfach ma bisschen "stuss" schnacken
    die perfekte geschichte für allzu langweilige nachtangelei
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    0 #5 Leser 2007-10-14 11:58
    Was macht ihr mit den gefangenen Kraut-aalen? Raucht ihr die etwa?
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    0 #6 neckarangler 2007-10-21 03:27
    finde die beschreibung und den humor echt klasse! herrlich wissenschaftlic her nonsense.
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