Ausgabe Mai 2012

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    Pressemeldung: Schutzhafen Darßer Ort: Seenotkreuzer THEO FISCHER wird heimatlos

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    Pressemeldung:

    Schutzhafen Darßer Ort: Seenotkreuzer THEO FISCHER wird heimatlos

    Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verliert jetzt auch Liegeplatz in Barhöft


    Heute Morgen um 8 Uhr kam der Anruf des Hafenbetreibers: In der zweiten Novemberwoche muss der Seenotkreuzer THEO FISCHER nun auch den Hafen von Barhöft verlassen. Dort beginnen zu diesem Zeitpunkt Sanierungsarbeiten.

    „Wir wussten schon, dass das kommt,“ sagte Frank Michael Weinhold, diensthabender Vormann an Bord der THEO FISCHER, „aber wir haben immer gehofft, dass der Schutzhafen Darßer Ort bis dahin ausgebaggert ist und wir an unseren Liegeplatz zurück können.“

    Was nun werden soll, ist unklar. In Warnemünde hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Seenotkreuzer ARKONA stationiert, in Saßnitz den Seenotkreuzer WILHELM KAISEN. Ohne die Liegemöglichkeiten in Darßer Ort und Barhöft ist dann auf einer ca. 80 Seemeilen (150 km) langen Küstenzone kein Seenotkreuzer stationiert.

    Zwar sind in Wustrow und Zingst zwei von Freiwilligen-Besatzungen gefahrene Boddenboote vor Ort, die bei Bedarf vom Strand zu Wasser gelassen werden können, deren Radius und Einsatzmöglichkeit kommt allein auf Grund der Größe jedoch nicht annähernd an die Leistungsfähigkeit eines rund um die Uhr besetzten Seenotkreuzers heran.

    Der DGzRS geht es vor allem um die Absicherung des hochsensiblen Seereviers der Kadetrinne, einer schmalen, aber äußerst viel befahrenen Seeschifffahrtsstraße zwischen Deutschland und Dänemark.

    „Eine dauerhafte Stationierung im dänischen Gedser haben wir aus rettungsdienstlichen Erwägungen ausgeschlossen“, so Kapitän Udo Helge Fox, Leiter des Rettungsdienstes und der Inspektion der DGzRS.

    Aus Sicht der Seenotretter besteht eine dringende Notwendigkeit für den Schutzhafen Darßer Ort. Allein in den letzten Tagen kam es zu drei Einsätzen in Höhe des Darß. Eine nach Motorschaden gestrandete Motoryacht westlich des Schutzhafens konnte nicht mehr freigeschleppt werden, als das Seenotrettungsboot ZANDER aus Zingst vor Ort war. Die Besatzung konnte sich an Land retten.

    Am späten Abend, gestern, am 24.9.2009, war der Seenotkreuzer THEO FISCHER für eine Segelyacht im Einsatz, die nach einem Ruderschaden den Schutzhafen Darßer Ort ansteuern wollte, dann aber die Seenotretter alarmieren musste. In schwerem Seegang und bei Windstärken von sechs bis sieben Beaufort dauerte es Stunden, bis der Seenotkreuzer THEO FISCHER die manövrierunfähige Yacht auf den Haken nehmen konnte. Das Fahrzeug wurde nach Barhöft eingeschleppt.

    Ebenfalls gestern, 24.9.2009, im Laufe des Tages waren die ARKONA und das Boddenboot BARSCH im Einsatz, als auf einer Segelyacht ein Mitsegler bewusstlos aufgefunden worden war. Anstatt das nahegelegene Darßer Ort anlaufen zu können, musste die Segelyacht, auf die eine Notärztin per Hubschrauber abgesetzt worden war, die stundenlange Fahrt nach Warnemünde mit dem schwer Erkrankten antreten, da eine Abbergung auf Grund schweren Seeganges unmöglich war. Der Mann verstarb in der Nacht im Krankenhaus.
     
     
    Nachmeldung:
    Seenotkreuzer THEO FISCHER kann in Barhöft bleiben

    Nach Gesprächen der Besatzung des Seenotkreuzers THEO FISCHER mit dem Hafenbetreiber und der Gemeinde Klausdorf kann der Seenotkreuzer THEO FISCHER der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) trotz der geplanten Sanierungsarbeiten des Hafens von Barhöft auch weiterhin im Hafen von Barhöft liegen.

    Mündlich wurde der DGzRS mitgeteilt, dass auf Grund der schwierigen Liegeplatzsituation für den Seenotkreuzer im Küstengebiet zwischen Darßer Ort und Hiddensee auch während der anstehenden Sanierungsarbeiten des Hafens Barhöft dauerhaft Platz für den Kreuzer frei gehalten wird.

    Am Freitag, den 25.09.2009, hatte der Hafenbetreiber zunächst mitgeteilt, dass der Seenotkreuzer ab Mitte November den Hafen verlassen müsse. Im Einsatzgebiet der THEO FISCHER hätte dann kein Hafen als Ausweich-Liegeplatz zur Verfügung gestanden.

    Ungeachtet dessen betont die DGzRS erneut, dass es zu Darßer Ort derzeit keine Alternative gibt. Im entsprechenden Seerevier kommt es immer wieder zu Seenotfällen in der Berufs- und Freizeitschifffahrt. In der Vergangenheit kam es häufig zu dramatischen Verzögerungen bei Rettungsaktionen, weil der Seenotkreuzer von Barhöft aus eine über zweistündige Anfahrt hat. 

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