Lebensstil: Angeln! > Professor Tinca
Lebensstil: Angeln!
Zitat:
| Moderne Zeiten bedingen nicht erst seit Charly Chaplin auch moderne
Formen der Kunst oder Kommunikation. Auch das Angeln findet dabei langsam aber sicher immer mehr Beachtung - auch und gerade bei etablierten "Nichtanglermedien".. Bei vielem was man da liest, schiessen einem auch viele Gedanken durch den Kopf.. Wird jetzt Angeln zum "Lifestyle"? Oder bleibt es beim schlichteren "Lebenstil"? So verschiedenen wir Fischarten und Angelmethoden, wie die Eisntellung zum Angeln selber, ist da auch der Lebensentwurf der Angler selber. Für den einen bedeutet Angeln als Lebenstil schlicht die Flucht aus dem Alltag, für den anderen ist es Leidenschaft bis hin zur Profession... Allen gemeinsam ist wohl dabei der "Urinstinkt" des Jagdtriebes sowie der ganz allgemeine Wunsch nach "draußen sein" und dem sich zurechtfinden in der Natur, oder auch "sich messen" mit der Natur und den Naturgewalten - ansonsten würde zur "reinen Jagstriebsbefriedigung" ja auch eines der vielen Ballerspiele für Computer oder Konsolen reichen.. Da sollte man doch vielleicht mal Anglern in ihrer Vielzahl und Individualität die Möglichkeit geben, von ihrem jeweils persönlichen "Lebensstil: Angeln!" zu berichten. Dazu einfach einen entsprechenden Bericht senden an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. |
Lebensstil Angeln? - Lebensinhalt
Angeln!
Mein Interesse an Fischen wurde geweckt als ich kaum laufen konnte.
Damals brachte mein Onkel, der Sohn meiner Oma bei der ich die ersten Lebensjahre verbrachte, regelmässig Fische vom angeln mit nach Hause.
Er war passionierter Friedfischangler und die Fische waren meist Karauschen, Schleien und Karpfen in ansehnlicher Grösse, die meist noch ein oder zwei Tage in der Wanne schwimmen durften.
Ich konnte es nicht erwarten morgens aufzustehen und in die Wanne zu schauen wenn ich wusste, dass er abends wieder angeln war.
Ich bedrängte ihn schon vier Jahren mich mitzunehmen. Er verneinte natürlich. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass ich wohl kaum eine der damals üblichen 6-Meter Glasfaserknüppel hätte halten können.
Als ich dann sechs oder sieben war, liess er sich endlich überreden mich mitzunehmen. Ich reichte gar nicht an die Fussrasten seines Mopeds heran und so band meine Oma einen langen Gürtel um mich und meinen Onkel. Ich war also „befestigt“ und konnte nicht herunter fallen.
Die Fahrt zum Flüsschen dauerte zum Glück nur ein paar Minuten.
Dort fing ich dann unter Aufbringung aller Kräfte mit der schweren Rute meine ersten Plötzen. Von da an war alles andere nur noch zweitrangig. Die Rute ging dann stillschweigend in meinen Besitz über.
Die Lehrer in der Schule sahen mich nicht öfter als nötig, manchmal nicht mal das . . .
Zum Glück blieben die Noten gut. Sonst hätten meine Eltern wohl meine anglerischen Ambitionen abrupt ausgebremst.
Ich steckte alle Energie in die Erkundung der Bäche, Flüsse, Seen und Teiche in der Umgebung. Und natürlich auch in den Fang ihrer Bewohner.
Einige Jahre später musste ich dann noch eine Raubfischprüfung ablegen, obwohl das hier niemand so genau nahm. Ich hatte auch schon inoffiziell mit dem lebenden Köfi einige Hechte auf die Schuppen gelegt und durfte es nun ganz legal.
Schon bald kannte ich alle hier heimischen Fische nicht nur von Bildern. Ich spezialisierte mich mal auf diese, mal auf jene Art und die Jahre vergingen. Inzwischen kam auch die Wende und mit den neuen Angelzeitschriften und lauter bunter Werbung kamen auch neue und in meinen Augen(und denen der anderen heimischen Angler) völlig unnütze und überzogene Gesetze und Vorschriften. Wir sollten auf den liebgewonnenen, lebenden Köderfisch verzichten, unser Verband hiess über nacht VDSF und nicht mehr DAV. Wir wurden also eingenommen wie früher Troja von den Griechen.
Das war mir erstmal egal. Ich wollte ja nur angeln. Als dann aber auch noch Senke und Setzkescher verboten wurden, wurde langsam klar, dass dieser neue Verband so gar nichts mit alten gemein hatte.
Ich wandte mich vom Vereinsleben ab und erschien nur noch einmal im Jahr um die Berechtigung zu lösen.
Ich musste mich erstmal umgewöhnen. Der Köderfisch, der mich sonst mit seinem Tanz an der Hechtpose ablenkte wenn die Schleien, Karpfen oder Karauschen nicht so beissen wollten, war nicht mehr.
Von da an teilte ich mein Jahr immer zwei Hälften. Die wärmere widmete ich den Friedfischen, die kältere den Räubern.
Nach der Schule unterband die Lehrzeit zumindestens tagsüber das Angeln und die Jahre vergingen.
Der Reiz des Wassers war immer gegenwärtig und ich war jede freie Minute in der Natur.
Und so bestimmt das Angeln mein Leben bis heute. Es ist Inhalt und Zweck jeder meiner Aktivitäten.
Professor Tinca
Mein Interesse an Fischen wurde geweckt als ich kaum laufen konnte.
Damals brachte mein Onkel, der Sohn meiner Oma bei der ich die ersten Lebensjahre verbrachte, regelmässig Fische vom angeln mit nach Hause.
Er war passionierter Friedfischangler und die Fische waren meist Karauschen, Schleien und Karpfen in ansehnlicher Grösse, die meist noch ein oder zwei Tage in der Wanne schwimmen durften.
Ich konnte es nicht erwarten morgens aufzustehen und in die Wanne zu schauen wenn ich wusste, dass er abends wieder angeln war.
Ich bedrängte ihn schon vier Jahren mich mitzunehmen. Er verneinte natürlich. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass ich wohl kaum eine der damals üblichen 6-Meter Glasfaserknüppel hätte halten können.
Als ich dann sechs oder sieben war, liess er sich endlich überreden mich mitzunehmen. Ich reichte gar nicht an die Fussrasten seines Mopeds heran und so band meine Oma einen langen Gürtel um mich und meinen Onkel. Ich war also „befestigt“ und konnte nicht herunter fallen.
Die Fahrt zum Flüsschen dauerte zum Glück nur ein paar Minuten.
Dort fing ich dann unter Aufbringung aller Kräfte mit der schweren Rute meine ersten Plötzen. Von da an war alles andere nur noch zweitrangig. Die Rute ging dann stillschweigend in meinen Besitz über.
Die Lehrer in der Schule sahen mich nicht öfter als nötig, manchmal nicht mal das . . .
Zum Glück blieben die Noten gut. Sonst hätten meine Eltern wohl meine anglerischen Ambitionen abrupt ausgebremst.
Ich steckte alle Energie in die Erkundung der Bäche, Flüsse, Seen und Teiche in der Umgebung. Und natürlich auch in den Fang ihrer Bewohner.
Einige Jahre später musste ich dann noch eine Raubfischprüfung ablegen, obwohl das hier niemand so genau nahm. Ich hatte auch schon inoffiziell mit dem lebenden Köfi einige Hechte auf die Schuppen gelegt und durfte es nun ganz legal.
Schon bald kannte ich alle hier heimischen Fische nicht nur von Bildern. Ich spezialisierte mich mal auf diese, mal auf jene Art und die Jahre vergingen. Inzwischen kam auch die Wende und mit den neuen Angelzeitschriften und lauter bunter Werbung kamen auch neue und in meinen Augen(und denen der anderen heimischen Angler) völlig unnütze und überzogene Gesetze und Vorschriften. Wir sollten auf den liebgewonnenen, lebenden Köderfisch verzichten, unser Verband hiess über nacht VDSF und nicht mehr DAV. Wir wurden also eingenommen wie früher Troja von den Griechen.
Das war mir erstmal egal. Ich wollte ja nur angeln. Als dann aber auch noch Senke und Setzkescher verboten wurden, wurde langsam klar, dass dieser neue Verband so gar nichts mit alten gemein hatte.
Ich wandte mich vom Vereinsleben ab und erschien nur noch einmal im Jahr um die Berechtigung zu lösen.
Ich musste mich erstmal umgewöhnen. Der Köderfisch, der mich sonst mit seinem Tanz an der Hechtpose ablenkte wenn die Schleien, Karpfen oder Karauschen nicht so beissen wollten, war nicht mehr.
Von da an teilte ich mein Jahr immer zwei Hälften. Die wärmere widmete ich den Friedfischen, die kältere den Räubern.
Nach der Schule unterband die Lehrzeit zumindestens tagsüber das Angeln und die Jahre vergingen.
Der Reiz des Wassers war immer gegenwärtig und ich war jede freie Minute in der Natur.
Und so bestimmt das Angeln mein Leben bis heute. Es ist Inhalt und Zweck jeder meiner Aktivitäten.
Professor Tinca
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