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Lebensstil: Angeln!
Zitat:
| Moderne Zeiten bedingen nicht erst seit Charly Chaplin auch moderne
Formen der Kunst oder Kommunikation. Auch das Angeln findet dabei langsam aber sicher immer mehr Beachtung - auch und gerade bei etablierten "Nichtanglermedien".. Bei vielem was man da liest, schiessen einem auch viele Gedanken durch den Kopf.. Wird jetzt Angeln zum "Lifestyle"? Oder bleibt es beim schlichteren "Lebenstil"? So verschiedenen wir Fischarten und Angelmethoden, wie die Eisntellung zum Angeln selber, ist da auch der Lebensentwurf der Angler selber. Für den einen bedeutet Angeln als Lebenstil schlicht die Flucht aus dem Alltag, für den anderen ist es Leidenschaft bis hin zur Profession... Allen gemeinsam ist wohl dabei der "Urinstinkt" des Jagdtriebes sowie der ganz allgemeine Wunsch nach "draußen sein" und dem sich zurechtfinden in der Natur, oder auch "sich messen" mit der Natur und den Naturgewalten - ansonsten würde zur "reinen Jagstriebsbefriedigung" ja auch eines der vielen Ballerspiele für Computer oder Konsolen reichen.. Da sollte man doch vielleicht mal Anglern in ihrer Vielzahl und Individualität die Möglichkeit geben, von ihrem jeweils persönlichen "Lebensstil: Angeln!" zu berichten. Dazu einfach einen entsprechenden Bericht senden an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. |
Angeln als Lebensstil ?
Nein, dass ist lange vorbei. Genau gesagt seit den späten 90ern.
Fischen nachzustellen war von Kindesbeinen an meine Passion. Zunächst mit der Hand in unseren Bächen, später mit Handschnur als jugendlicher Schwarzangler und bald als " geprüfter " " Sportfischer" ganz regulär.
Angeln war mein Lebensinhalt über viele Jahre. Es hat sogar sehr lange eine dauerhafte Beziehung vereitelt, weil die Damen sich halt nicht damit abfinden konnten, mich jede freie Minute mit dem Hobby zu teilen, bzw. alleine zu Hause zu sitzen. Irgendwann hab ich dann doch " eine " gefangen, die das sehr gut akzeptieren konnte.
In dieser Zeit hab ich - wie ich glaube - alle Angelarten ausprobiert, die es gibt. Selbst Brandungs- und Kutterangeln, obwohl das ob der Entfernung zur Küste recht selten der Fall war.
Wasser ist von Gott geschaffen, damit wir Menschen darin angeln können !!!
Dabei mag ich überhaupt keinen Fisch. Ich würde ihn essen, wenn Schweine und Rinder aussterben, ansonsten brauch ich das nicht. So durften meine Fische, bis heute, auch immer zurück in ihr Element. Es sei denn, Freunde oder Verwandte melden mal Bedarf an.
Nun ich war also Angler mit Leib und Seele. Ich war Mitglied in vier Vereinen gleichzeitig und besaß logischerweise immer die Jahreskarte für den Rhein.
Und was haben wir da Fische gefangen. 50-60 Kilo Weißfische zu stippen war überhaupt kein Problem. Rotaugen bis zwei Pfund, Brassen wie Klodeckel, Güster, Rotfedern, Kaulbarsche, Barben und was weiß ich. Im Sommer sah man Millionen von Ukeleis in großen Schwärmen an der Wasseroberfläche. Immer wieder platschten die Räuber in die Schwärme und ließen sich ohne große Mühe fangen. Barsche und Zander gab es zu Hauf. Hechte seltener, aber trotzdem ausreichend, dass sich die Jagd darauf lohnte.
Gut, essen konnte man die nicht. Aber das hat mich natürlich überhaupt nicht tangiert. Ich wollte sie fangen, mehr nicht.
Heute kann man die Rheinfische wohl essen, so man dann mal einen fängt.
Auch an Wettfischen hab ich mich beteiligt, sogar recht erfolgreich bis zur Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
Doch die durfte ich dann nicht mehr erleben, weil Wettfischen plötzlich verboten waren. Und nicht nur das.
Das geliebte fischen mit dem lebenden Köderfisch war ebenfalls verboten. Vorbei mit dem angenehmen und zugleich ungemein spannenden Ansitz mit dem lebenden Köfi an der Hechtpose. Aus die Zeit, wo man bei jedem stärkeren zucken der Pose hoffte, der Köderfisch sei durch einen nahenden Räuber nervös geworden. Vorbei der Adrenalinschub, wenn die Pose Fahrt aufnahm und schließlich abtauchte. Aus !
Setzkescher ade´hieß es ebenfalls. Unmöglich in unseren Augen. Schließlich wollten wir am Ende des Tages sehen, wieviele Fische wir gefangen hatten. Nun aber musste man jeden Fisch sofort wieder zurücksetzen. Was nicht selten dazu führte, dass nach dem siebten oder achten Fisch erst mal Sense war mit beißen. Es dauerte dann immer wieder eine Zeit, bis die Fische sich beruhigt hatten und an die Angelstelle zurückkamen.
Gleichsam wurde in Deutschland die Partei der verqueren Tierschützer immer stärker. Ihnen gelang es bis in die Spitzen unseres Verbandes, ja bis in die Gesetzgebung, die verquere Vorstellung zu implantieren, Fische seien mit Warmblütern gleichzusetzen, könnten Schmerz und Leid erfahren und seien kein Sportobjekt.
Es war unsäglich quälend als junger, unbelasteter Mensch auf Verbandssitzungen zusehen zu müssen, wie ein Herr Drossee vor versammelten Vereinfunktionären in das Horn der Tierschützer blies. Wie die Vereinsfunktionäre still dasaßen und alles über sich ergehen ließen. Wie sie sich nachher, draußen oder auf der Heimfahrt das Maul zerissen, wie dumm und schädlich doch die Äußerungen des Herren Drossee´gewesen seien.
Zu dieser Zeit kam es bei mir zu einem Bruch mit dem Angeln. Nicht weil ich nicht mehr angeln wollte, Nein. Sondern weil ich nicht mehr so angeln konnte, wie es Generationen vor mir getan haben, wie es in fast allen Ländern der Erde üblich und möglich ist. Weil ich, würde ich so angeln wie es mir Spass macht, mit einem Bein vor dem Kadi stehen würde.
Aber auch, weil die Anglerschaft an sich offenbar nicht bereit war, auch nur das kleinste Engagement zu zeigen, diese unsägliche Entwicklung aufzuhalten. Weil sie sich wie die Hammel zur Schlachtbank führen ließen.
Heute blicke ich mehr als besorgt in die Zukunft. Muss ich doch erkennen, wie sehr dieses verquere Tierschutzdenken in die Köpfe junger Menschen eingepflanzt wird. Wie viele junge Angler z.B. den lebenden Köderfisch ablehnen, weil sie es nie anders gelernt haben. Weil sie nicht verstehen können, dass Fische nur ob dem zufälligen vorhandensein einer Wirbelsäule unter das Tierschutzgesetz fallen, ansonsten mit Warmblütern soviel gemein haben wie eine Heuschrecke mit einem Pferd.
Will sagen, dass natürliche Verhältnis zur Jagd ist bei sehr vielen Menschen extrem gestört. Und mit ihm einhergehend das Verständnis für die Natur allgemein. Wie kann es sein, dass man auf der einen Seite den lebenden Köderfisch ablehnt, auf der anderen Seite aber Grundeln vor Hass zertritt oder lebend in die Büsche wirft ?
Wie kann es sein, dass man bei dem Neozoen " Grundel " in Haßtiraden verfällt, sich andererseits aber über den Besatz mit Schwarzbarschen, Welsen oder Stören freut ?
Nein, es läuft seit den 80ern sehr vieles schief in diesem Land, wobei das schlimmste ist, dass viele es nicht merken.
Drum ist angeln für mich heute kein Lebensstil mehr, sondern nur noch ein schäbiges Relikt einer ehemals spannenden, unbelasteten und vollkommen natürlichen Lebensgefühls.
Ab und an, wenn ich im Ausland bin, dann darf ich nochmal an vergangenen Zeiten schnuppern. Dann keimt sowas wie die alte Leidenschaft wieder auf.
Wenn dann einem lebenden Bonito mit der Nadel eine Schlaufe zum befestigen des Hakens durch die Augenhöhlen gezogen wird, sehe ich das in meinem Kopfkino als Propagandafilm für die PETA und andere verklärte, vermeintliche Gutmenschen. Wie diese sich vor mitempfundener Pein auf den Boden werfen und vor Mitleid heulend Hoisanna rufen.
Dabei ist es nur ein Fisch.
Nein, dass ist lange vorbei. Genau gesagt seit den späten 90ern.
Fischen nachzustellen war von Kindesbeinen an meine Passion. Zunächst mit der Hand in unseren Bächen, später mit Handschnur als jugendlicher Schwarzangler und bald als " geprüfter " " Sportfischer" ganz regulär.
Angeln war mein Lebensinhalt über viele Jahre. Es hat sogar sehr lange eine dauerhafte Beziehung vereitelt, weil die Damen sich halt nicht damit abfinden konnten, mich jede freie Minute mit dem Hobby zu teilen, bzw. alleine zu Hause zu sitzen. Irgendwann hab ich dann doch " eine " gefangen, die das sehr gut akzeptieren konnte.
In dieser Zeit hab ich - wie ich glaube - alle Angelarten ausprobiert, die es gibt. Selbst Brandungs- und Kutterangeln, obwohl das ob der Entfernung zur Küste recht selten der Fall war.
Wasser ist von Gott geschaffen, damit wir Menschen darin angeln können !!!
Dabei mag ich überhaupt keinen Fisch. Ich würde ihn essen, wenn Schweine und Rinder aussterben, ansonsten brauch ich das nicht. So durften meine Fische, bis heute, auch immer zurück in ihr Element. Es sei denn, Freunde oder Verwandte melden mal Bedarf an.
Nun ich war also Angler mit Leib und Seele. Ich war Mitglied in vier Vereinen gleichzeitig und besaß logischerweise immer die Jahreskarte für den Rhein.
Und was haben wir da Fische gefangen. 50-60 Kilo Weißfische zu stippen war überhaupt kein Problem. Rotaugen bis zwei Pfund, Brassen wie Klodeckel, Güster, Rotfedern, Kaulbarsche, Barben und was weiß ich. Im Sommer sah man Millionen von Ukeleis in großen Schwärmen an der Wasseroberfläche. Immer wieder platschten die Räuber in die Schwärme und ließen sich ohne große Mühe fangen. Barsche und Zander gab es zu Hauf. Hechte seltener, aber trotzdem ausreichend, dass sich die Jagd darauf lohnte.
Gut, essen konnte man die nicht. Aber das hat mich natürlich überhaupt nicht tangiert. Ich wollte sie fangen, mehr nicht.
Heute kann man die Rheinfische wohl essen, so man dann mal einen fängt.
Auch an Wettfischen hab ich mich beteiligt, sogar recht erfolgreich bis zur Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
Doch die durfte ich dann nicht mehr erleben, weil Wettfischen plötzlich verboten waren. Und nicht nur das.
Das geliebte fischen mit dem lebenden Köderfisch war ebenfalls verboten. Vorbei mit dem angenehmen und zugleich ungemein spannenden Ansitz mit dem lebenden Köfi an der Hechtpose. Aus die Zeit, wo man bei jedem stärkeren zucken der Pose hoffte, der Köderfisch sei durch einen nahenden Räuber nervös geworden. Vorbei der Adrenalinschub, wenn die Pose Fahrt aufnahm und schließlich abtauchte. Aus !
Setzkescher ade´hieß es ebenfalls. Unmöglich in unseren Augen. Schließlich wollten wir am Ende des Tages sehen, wieviele Fische wir gefangen hatten. Nun aber musste man jeden Fisch sofort wieder zurücksetzen. Was nicht selten dazu führte, dass nach dem siebten oder achten Fisch erst mal Sense war mit beißen. Es dauerte dann immer wieder eine Zeit, bis die Fische sich beruhigt hatten und an die Angelstelle zurückkamen.
Gleichsam wurde in Deutschland die Partei der verqueren Tierschützer immer stärker. Ihnen gelang es bis in die Spitzen unseres Verbandes, ja bis in die Gesetzgebung, die verquere Vorstellung zu implantieren, Fische seien mit Warmblütern gleichzusetzen, könnten Schmerz und Leid erfahren und seien kein Sportobjekt.
Es war unsäglich quälend als junger, unbelasteter Mensch auf Verbandssitzungen zusehen zu müssen, wie ein Herr Drossee vor versammelten Vereinfunktionären in das Horn der Tierschützer blies. Wie die Vereinsfunktionäre still dasaßen und alles über sich ergehen ließen. Wie sie sich nachher, draußen oder auf der Heimfahrt das Maul zerissen, wie dumm und schädlich doch die Äußerungen des Herren Drossee´gewesen seien.
Zu dieser Zeit kam es bei mir zu einem Bruch mit dem Angeln. Nicht weil ich nicht mehr angeln wollte, Nein. Sondern weil ich nicht mehr so angeln konnte, wie es Generationen vor mir getan haben, wie es in fast allen Ländern der Erde üblich und möglich ist. Weil ich, würde ich so angeln wie es mir Spass macht, mit einem Bein vor dem Kadi stehen würde.
Aber auch, weil die Anglerschaft an sich offenbar nicht bereit war, auch nur das kleinste Engagement zu zeigen, diese unsägliche Entwicklung aufzuhalten. Weil sie sich wie die Hammel zur Schlachtbank führen ließen.
Heute blicke ich mehr als besorgt in die Zukunft. Muss ich doch erkennen, wie sehr dieses verquere Tierschutzdenken in die Köpfe junger Menschen eingepflanzt wird. Wie viele junge Angler z.B. den lebenden Köderfisch ablehnen, weil sie es nie anders gelernt haben. Weil sie nicht verstehen können, dass Fische nur ob dem zufälligen vorhandensein einer Wirbelsäule unter das Tierschutzgesetz fallen, ansonsten mit Warmblütern soviel gemein haben wie eine Heuschrecke mit einem Pferd.
Will sagen, dass natürliche Verhältnis zur Jagd ist bei sehr vielen Menschen extrem gestört. Und mit ihm einhergehend das Verständnis für die Natur allgemein. Wie kann es sein, dass man auf der einen Seite den lebenden Köderfisch ablehnt, auf der anderen Seite aber Grundeln vor Hass zertritt oder lebend in die Büsche wirft ?
Wie kann es sein, dass man bei dem Neozoen " Grundel " in Haßtiraden verfällt, sich andererseits aber über den Besatz mit Schwarzbarschen, Welsen oder Stören freut ?
Nein, es läuft seit den 80ern sehr vieles schief in diesem Land, wobei das schlimmste ist, dass viele es nicht merken.
Drum ist angeln für mich heute kein Lebensstil mehr, sondern nur noch ein schäbiges Relikt einer ehemals spannenden, unbelasteten und vollkommen natürlichen Lebensgefühls.
Ab und an, wenn ich im Ausland bin, dann darf ich nochmal an vergangenen Zeiten schnuppern. Dann keimt sowas wie die alte Leidenschaft wieder auf.
Wenn dann einem lebenden Bonito mit der Nadel eine Schlaufe zum befestigen des Hakens durch die Augenhöhlen gezogen wird, sehe ich das in meinem Kopfkino als Propagandafilm für die PETA und andere verklärte, vermeintliche Gutmenschen. Wie diese sich vor mitempfundener Pein auf den Boden werfen und vor Mitleid heulend Hoisanna rufen.
Dabei ist es nur ein Fisch.
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Kommentare
Mag ich noch verstehen, dass man dem lebenden Köderfisch nachtrauert, so freut es mich aufrichtig, dass Wettangeln verboten ist.
Fische sind mal Tiere und damit nicht für sportliche Wettkämpfe geeignet.
Das geht halt ehtisch nciht. Das muss die Fischerei kapieren.
Ziel muss es sein auch in Zukuft einen artenreichen Fischbestand zu erhalten und Angeln zu ermöglichen.
Mit Trauerreden und schriftlichen Abgesängen ist nicht erreicht.
Unsere "schlechten Karten" als Angler haben wir in der Gesellschaft, weil wir so wie die Jäger Naturnutzer sind. Vogelschützer schützen (meinen sie) ohne zu nutzen..
Persönlich bin ich absolut der Meinung das der beste Natur und Artenschutz über eine nachhaltige Nutzung erfolgt. Das wäre im Grunde genommen die Jagd und die Fischerei/Angeln.
Nur es gibt so viele schwarze Schafe in unseren Reihen die zwar Nutzung lesen, aber eben nicht nachhaltige Nutzung.
Das muss man auch begreifen wollen.