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Ausgabe Dezember 2017

Karpenangeln: Köderlos, alternativlos?

Köderlos, alternativlos?
 
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Hallo Boardies!

hat jemand von euch auch schon mal sich ewig auf einen Angeltag gefreut und erst am Wasser festgestellt, dass man die Köder nicht dabei hat?
Was tut man dann?
Hier ist die Geschichte, wie ich meinen Angeltag geretet habe.

Nach eingen Wochen Angel-Abstinenz plante ich wieder mal einen größeren Ansitz.
Am Freitag Abend hab ich schon alles vorbereitet, denn es sollte ja schon früh los gehen.
In der Früh habe ich alles eingepackt und es ging zum Angelgewässer.
Schon bei der Anfahrt dämmerte es mir, dass ich die Köder vergessen habe, oh Graus.
Als ich am Parkplatz meine Angelsachen geprüft habe, bestätigte sich mein Verdacht.
Die sorgfältig vorbereitete und in die Köderdosen verpackte Bienenmaden, Maden und Maisdosen lagen leider zu Hause im Kühlschrank (Kommentar meiner Freundin: im Kühlschrank?! oh, Graus!).
"Das ist wohl das schlimmste was einem Angler passieren konnte.", dachte ich.
Mich beruhigte der Gedanke, dass ich immer in meiner Angeltasche einige Notrationen an Boilies, Pellets und Kunstmais habe.
Damit kann man ja auch gut angeln.
Also packte ich meine Angelsachen und ging zum Wasser.
Der Parkplatz liegt unmittelbar an einem unserer drei Weiher, aber bis zu meinem auserwählten Angelplatz ist ein kleiner Fußmarsch unumgänglich.
Am Angelplatz angekommen, habe ich alles ausgepackt und ordentlich hintrapiert, da kam der zweite Schock.
anzeige geoff-anderson 50x5Die Box in der sich die vermeindliche Notration befand, war unauffindbar.
Ich erinnerte mich nun, dass ich beim letzten Großansitz alles in die Ködertasche gepackt hab. Diese war natürlich fein säüberlich im Regal im Keller aufgestellt.
Was nun? Es gab nur zwei Möglichkeiten: Alles wieder einpacken, zurücklatschen und die Köder daheim holen.
Das würde einige Zeit dauern und die beste Beißzeit wäre dann auch dahin.
Oder Improviesieren.
Ich entschied mich für die Zweite alternative.
Da ich natürlich, wie für einen längeren Ansitz üblich, eine ordentliche Brotzeit eingepackt hab, liese sich bestimmt was finden.
Also machte ich eine Bestandsaufnahme: Hartkäse, Würstl, Brezn, alte Semmeln und ein Apfelausstecher.... "Stop!

Apfelausstecher???!!! Alle Köder hab ich vergessen. Warum zum Teufel hab ich einen Apfelkernhausausstecher mitgenommen?"
Da fiel mir ein, dass ich das neulich neu erworbene Objekt ausprobieren wollte. Die Äpfel dafür habe ich natürlich zu Hause vergessen.
Ich habe etwas überlegt und dann kam mir eine Idee: "Käsepellets wären vielleicht nicht schlecht." Als ich den Ausstecher so betrachtete fiel mir auf, dass man damit prima Pellets aus dem Käse stechen kann.
Dann hab ich das Teil wenigstens nicht umsonst mitgenommen.
Die Käsepeletts waren schnell gemacht.
Also, habe ich einen Käsepellet mit Bajonett montiert und die Montage ausgeworfen.
Ich beschloß mit der zweiten Montage noch etwas zu warten und inzwischen einen kleinen Snack zu mir zu nehmen. Während ich so an meienem Würstl nagte, fiel mir ein Engländer aus einem Youtobe Viedeo ein.
Normalerweise sind ja die Engländer für moderne Innovationen aus dem Angelbereich bekannt.
Der Engländer aus dem Video hatte jedoch ganz uninnovativ eine Schüssel voll mit Würstlscheiben zum Karpfenangeln dabei.
"Sollte ich es etwa mit Wiener Würstchen probieren?", dachte ich.

Mein Kopf sagte "Ja". Mein Bauch schrie "Nein!!!"

Der Kopf siegte und argumentierte, dass außer Käse, Würstchen und vielleicht Brezen nicht viel köderfähiges Material vorhanden war.
Also entschied ich mich es zu wagen.
Ein geopfertes Würstchen habe ich angeködert und die Montage ausgeworfen.
Gespannt beobachtete ich meine Ruten im Wasser.
Inzwischen ging die Sonne auf, folglich dürfte es kurz vor Sieben gewesen sein.
Eine knappe Stunde Später hatte ich noch keinen Biss.
Also änderte ich meine Montage: den Boiliepin entfernt und den Käse direkt angeködert.
Der war zu weich und fiel zu schnell vom System ab.
Gerade als ich vom Steg runterging um etwas Tee einzuschenken, sah ich aus dem Augen winkel das energische Zucken der linken Rute.
Die Pose war längst untergegangen.
Ein kurzer Anhieb, passt.
Nach einem kurzen Drill kam dieser Schuppi zum Vorschein. Mein erster Wiener Würstl Karpfen.
An der anderen Rute passierte nichts mehr.
Der Käse-Köder war nicht so effektiv.
Um 12:00 Uhr war Schluss und ein schöner halber Angeltag ging zu Ende.

Ob ich mit den anderen Ködern mehr gefangen hätte, steht in den Sternen geschrieben. Ich war jedenfalls froh, dass ich meinen Angeltag so retten konnte und einen Erfolg damit hatte.
Petri Heil!
 
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Forelle74



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