Ein (fast) unglaubliches Angelerlebnis....
Ein (fast) unglaubliches Angelerlebnis
Hallo liebe Angelfreunde,
hier eine wahre Geschichte für euch von meinem letzten Angeltrip. Das, was mir dieses Wochenende bzw. letzte Woche passiert ist, ist wohl noch unwahrscheinlicher als im Lotto zu gewinnen. Pech, Glück und unerklärliche Phänomene....
Sie ist zwar etwas ausführlicher geworden, aber lest selbst, es ist echt unglaublich.
Sonntag vor einer Woche, morgens um halb sieben, ich auf dem Weg zu einem mittelgroßen zugewachsenen See, bereit den Schleien nachzustellen. Ob wohl wieder Rehe und Hirsche unterwegs sind? Habe schon lange keinem mehr gese..
Peng ! Es tut einen Schlag, ich fliege nach vorne und bremse voll ab. Sch.... , was war denn dass? Es stellt sich heraus, dass mir ein junger Hirsch genau vors Auto gesprungen ist, keine Chance zu bremsen. Das arme Tier hat`s leider nicht überlebt,
mir hat`s den Hals verrenkt und die Karre ist vorne ziemlich kaputt. Meine lieben Angelkumpels waren natürlich mit Rat und Tat zur Stelle (hmm, mach Hirschgulasch draus, etc....) Habe aber brav die Polizei usw. verständigt. Danach war ich erst mal bedient und hatte keine Lust mehr zu Angeln.
Letzten Samstag war ich aber wieder fit und bereit, es noch einmal über Nacht
an besagtem See zu versuchen. Da das Wasser im Uferbereich sehr warm war
und die Schleien dort nicht mehr so gut bissen, versuchte ich mein Glück etwa 50 Meter weiter draußen auf einem Plateau in etwa 5 Metern Tiefe. Nachdem ja auch Schleien auf Bolies beißen sollen, möchte ich heute mal meine selbst gemachten Miniboilies testen.
Zum Einsatz kamen meine zwei 1,75 lbs Eigenbauruten in 3,60m Länge,
sowie eine 3,30m lange Schwingspitzenrute mit 20gr Wurfgewicht, die ich als Markerrute missbraucht habe. Das heißt, ich habe lediglich einen Leuchtschwimmer an seiner Öse angeknotet (20er Hauptschnur), ein Grundblei und Perle vorgeschaltet. Wehalb ich das so ausführlich beschreibe lest ihr gleich. Der Abend verlief ruhig, ohne Bisse und ohne besondere Vorkommnisse. Gegen 23.00 Uhr, beschloss ich, mich schlafen zu legen. Um 0:00 Uhr plötzlich lauter Motorenlärm. Da sind doch tatsächlich ca. 50m neben mir ein paar Verrückte, die laut rumschreien und im Gelände Rallye fahren müssen. Idioten! Gegen 01:00 Uhr endlich wieder etwas mehr Ruhe; ich gehe wieder in mein Bettchen. Gegen 02:00 Uhr meldet sich langsam mein Bissanzeiger. Es piept nur ab und zu und ich denke schon: wahrscheinlich eine von diesen Brachsen...
Nach einigen weiteren Piepern bin ich nun doch generft und schlage an.
Nichts, ich hole ein, die Montage ist unberührt. Ich möchte erneut auswerfen, aber, wo ist mein Makierungsschwimmer? Also, Rute beiseite gelegt und die leichte Schwimmerrute eingeholt. Mist, Hänger, ich kann nichts bewegen. Also beschließe ich, die Schnur abzureißen. Kurz bevor es soweit ist, gewinne ich etwas Schnur zurück. Es gelingt mir, unter max. Belastung der Rute Stück für Stück der Schnur zurück zu gewinnen. Es fühlt sich an, als hinge ein riesiges Stück Kraut daran. Kurz vor`m Ufer gibt das „Kraut" auf einmal Vollgas. Aber das kann doch nicht sein, ich hab doch gar keinen Haken dran! In die zweite Rute ist er nicht geschwommen, die liegt ganz ruhig da. Irgendwie bekomme ich es nach knapp 20 min. hin, den Fisch (was könnte es anderes sein?), in den Kescher zu buxieren.
Ein riesiger Karpfen liegt vor mir (wie sich später herausstellt wiegt er genau 28 Pfund bei 86cm Länge), wie meine kleine Rute das ausgehalten hat ist mir ein Rätsel. Ich hole die Taschenlampe und was sehe ich: Der Karpfen hat einen alten Haken außen am Maul stecken, die Öse dieses Hakens ist leicht geschränkt und hat sich in der Öse meines Schwimmers verkeilt. Als ich die Spannung von der Schnur nehme löst sich die Verbindung als wäre nichts gewesen. Wie kann das sein, mein Schwimmer war doch die ganze Zeit an der Oberfläche! So was gibt es doch gar nicht. Ich leuchte den Karpfen an, um Ihn von dem alten Haken zu befreien, „Ping" die Birne meiner Lampe gibt Ihren Geist auf. O.k., kann passieren. Schnell hoch zum Wagen und die Maglite geholt. Ich mache Sie an, sie strahlt hell...wird dunkler und dunkler, aus! Das gibt`s doch gar nicht, habe doch erst neue Batterien reingemacht.
Ich beschließe den Karpfen morgen bei Tageslicht von dem Haken zu befreien und setzte ihn in den Setzkescher (bei uns erlaubt). Ich nehme mein Handy und möchte meine Kollegen informieren, die am Nachbarsee angeln. Doch was ist das, auch mein Handy ist leer, obwohl ich es im Auto geladen hatte. Egal, ich bin müde und gehe wieder in meine Koje. Gegen 03:00 Uhr wieder Lärm und Geschrei. Was ich so mitbekomme, hat sich einer der Idioten von vorhin festgefahren und flucht lauthals. Dies geht bis etwa 04:00 Uhr, dann ist endlich wieder Ruhe. Ob ich noch eine Schleie fangen werde? Vielleicht in der Morgendämmerung. Um 6:00 Uhr früh weckt mich der Bissanzeiger mit einem Dauerton, die Rute fliegt fast vom Pod. Also raus aus dem Schlafsack und mit Socken hin zur Rute. Dass es feucht und schlammig ist hatte ich wohl irgendwie vergessen...Egal, Rute aufgenommen, Fisch hängt, ist aber definitiv keine Schleie.
Nach 15 min. habe ich auch diesen Fisch (diesmal offiziell gehakt) vorm Kescher.
Mit Mühe und Not bekomme ich ihn hinein. Es ist wieder ein riesiger Spiegler mit
31 Pfund und 90 cm Länge, der sich einen meiner 12mm Boilies reingezogen hat.
Da ich eh wach bin und es hell genug, beschließe ich, schnell ein paar Fotos zu machen und den anderen Karpfen von seinem Haken zu befreien. Also, Kamera angemacht und... Batterie leer! Aber die hatte ich doch auch erst gestern geladen...
Spielt mir vielleicht der Geist des Hirsches einen Streich? O.k., Trick 17, Kamera in die Unterhose, da wo`s warm ist, vielleicht läd sie sich ja etwas auf. Zuerst befreie ich den ersten Karpfen von seinem Haken. Was es doch für Leute gibt! Riesiger Haken
mit geschätzter 18er monofilen Schnur dran, an der Schlaufe gerissen.
Mal schauen, ob die Kamera jetzt funktioniert. Der eben gefangene Karpfen wartet
noch im großen Kescher, den ich ins Wasser gelegt habe. Es gelingt mir, der Kamera wenigstens zwei Bilder abzuringen, danach ist sie endgültig aus.
Habe die beiden Bilder mal angehängt, dass eine mit Selbstauslöser ist leider nicht ganz scharf geworden, dass andere zeigt den Angelplatz. Eigentlich bin ich kein Karpfenangler, doch jetzt will ich es wissen und hange statt einem nun 4(!) Boilies
an das Haar. Nach einer halben Stunde wieder ein Biss, ich bin voller Erwartungen,
doch was hängt an der Rute? Eine knapp 4 Pfund schwere Brachse !!! Warum hat die die ganze Zeit nicht auf den einen Boilie gebissen? Ich höre auf mich zu fragen,
dieses Wochenende war eh nicht ganz normal und beschließe, doch weiterhin Schleienangler zu bleiben. Vielleicht nehme ich aber nächstes mal wieder den guten alten Tauwurm...
Grüsse und Danke für`s lesen,
Euer Yoshi
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