Ausgabe Mai 2012

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    Wie ein Opel Combo zum Anglerauto werden soll

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    Wie ein Opel Combo zum Anglerauto werden soll

    oder

    Die rollende Fischbüchse


    Teil 1

     

     

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    Rollende Fischbüchse war die wenig löbliche Bezeichnung, mit der meine Frau mein Auto zu bezeichnen pflegte. Ein normales Auto ist aber einfach auch nicht optimal für Angler ausgerüstet, kein Wunder dass es da zu Beeinträchtigungen - auch geruchlicher Art - kommen kann. Welcher Angler braucht schon einen mit Teppich ausgekleideten Kofferraum???

     

    Da alle paar Jahre wieder mal die Anschaffung eines neuen Wagens ansteht, stellt sich dann natürlich die Frage: Diesmal ein richtiges Anglerauto?? Nun ja, (fast) niemand wird sich nur für sein Hobby sein Auto zusammen stellen, also gilt es einen möglichst guten Kompromiss zwischen all den Anforderungen die man an ein Auto hat, zu finden.

     

    Wären die Ölvorräte unbegrenzt, würde Geld keine Rolle spielen und müsste man zudem nicht auf Frau und Familie Rücksicht nehmen, wäre es eine einfache Wahl:

     

    Ein fetter us - amerikanischer 8 - Zylinder mit mindestens 5,7 Liter Hubraum, 4 - wheel drive, am liebsten als PickUp in Dimensionen, die an einen richtigen Laster erinnern.

     

    Ok, träumen darf man, aber Öl wird immer teurer, zudem bin ich Schwabe was die zur Verfügung stehende „Geldmasse" einschränkt, und Rücksicht auf Frau und Familie muss ich auch nehmen. Damit fällt also das oben beschriebene Traumauto schon mal flach. anzeige_geoff-anderson_50x5

     

    Auf realistische mitteleuropäische Verhältnisse umgemünzt hätte ich also gerne ein Auto, das folgende Anforderungen erfüllen könnte oder denen in der Mischung möglichst nahe kommt:

     

    Da ich teilweise lange Strecken fahre (Ostsee, Norwegen etc.) ist sicher ein Diesel erste Wahl. So irgendwas um die 80 - 100 PS (reicht um auf der Autobahn locker 160 zu fahren, mehr braucht man eigentlich nicht, man steht eh mehr im Stau als dass man freie Fahrt hat).

     

    Ein flexibles Kofferraumsystem, dass mir zum einen ermöglicht auch mal mit Nichten und Neffen zusammen weg zu fahren, wo ich aber andererseits problemlos genügend Platz für das ganze Angelgerödel habe, am besten noch montierte Ruten irgendwie gut verstauen kann. Und wenn ich gen Norwegen fahre, sollte natürlich neben meiner Frau auch noch das ganze Angelzeug inkl. der Kühlboxen für 4 Wochen Urlaub reinpassen.

     

    Zudem sollt der Kofferraum einfach zu beladen sein und vor allem ohne modischen „Teppichboden", statt dessen lieber mit einfach zu reinigenden Materialien. Und wenn es darüber hinaus noch passendes Zubehör geben würde (sicher zu verzurrende Boxen, evtl. ein Wasserkanister/Tank, robuste Sitzbezüge, Gummifussmatten mit erhöhtem Rand etc.) wäre das natürlich auch nicht schlecht.

     

    Also würde das ganze wohl auf einen der modernen Vans oder eine „zivile" Version eines „Kleintransporters" rauslaufen. Wobei ein mindestens so wichtiger Faktor wie das Auto selber ein vernünftiger Händler wäre, der dieses Auto in angenehmer Entfernung auch feilbietet. Denn was nützt das beste Auto wenn man im Ernstfall, der ja immer wieder vorkommen kann, zig Kilometer Anfahrt zur Werkstatt haben würde.

     

    Bevor man aber zu Einzelheiten kommt, brauche ich dafür ja zuerst einmal das „Grundauto".

     

    Bei Opel bin ich da fündig geworden:

    Der Opel Combo, eigentlich als „Handwerkerfahrzeug" konzipiert, bietet zuerst einmal genügend Platz, und es gibt den Combo auch mit all den von mir vorausgesetzten Zubehör: anzeige_angeldomaene

    Eine vernünftige Dieselmotorisierung, Euro 4, durch die hohe Bauweise auch genügend Platz um meine Wünsche hinsichtlich Rutenunterbringung und Zubehör realisieren zu können sowie die geforderte Flexibilität um das Auto auch als „ganz normale" Limousine und nicht nur als Anglerauto nutzen zu können.

     

    Es gibt alleine 4 Opel - Vertragshändler in der Umgebung, die dafür in Frage kamen. Da kann es sich lohnen, bei allen vorstellig zu werden, gerade wenn man auch einen Gebrauchten in Zahlung geben will. Bei diesen Recherchen hat sich dann wiederschnell mal rausgestellt, dass man aber eben nicht nur auf die Kohle schauen sollte. Denn letztlich habe ich nicht das günstigste Angebot genommen, sondern das in meinen Augen „kompetenteste".

     

    Die „Story" dazu: Opel bietet im Netz zum Combo ein sogenanntes „schlechte Straßen Paket" an, was einen speziellen Schutz für die Ölwanne und verstärktes Handbremsseil etc. umfasst. Das allerdings stand nicht in der „Opel - Bibel" der Verkäufer als lieferbar für die von mir gewählte „Editionsasuführung" drin. In drei Opelhäusern (Beratung dabei sowohl durch Verkäufer wie auch durch den Inhaber selber) zuckte man daraufhin mit den Schultern und streckte die Waffen:

     

    "Wenn das da nicht drin steht, kriegt man das auch nicht."

     

    Beim Autohaus Neff in Heilbronn lief das etwas anders. Der Verkäufer wusste es selber auch nicht so recht, hat dann den Verkaufsleiter, Herrn Feichtinger, hinzugezogen. Der konnte sich auch keinen Reim darauf machen, warum man das online buchen kann, es aber offiziell über das Zubehörbuch nicht zu kaufen ist. Er hat dann aber bei der Zentrale angerufen, und innerhalb von 2 Minuten hatte er den Code den er für das zubuchen dieses Paketes eingeben musste. Und das war der einzige Fall, in dem sich wirklich jemand um meinen Wunsch gekümmert hat - den anderen waren vielleicht die nur 70 Euro Aufpreis zu wenig, um dafür zum Telefon zu greifen.

     

    Als Farbe kam für mich nur eine der nicht aufpreispflichtigen Grundfarben in Frage, da traf es sich doch prima, das dabei auch eine war, die dem Blau des Anglerboardlogos recht nahe kam. Also war das auch schon gegessen.

     

    Für die längeren Strecken leistete ich mir auch ein mp3 - fähiges CD - System, so dass ich mit nur 3 CDs mit je ca. 150 - 160 Songs drauf zweimal an die Ostsee und zurück fahren kann ohne den gleichen Song zweimal hören zu müssen und dabei auch maximal zweimal die CD zu wechseln.

     

    Ebenso gehört die Klimaanlage ja heute zum Standard. Bin als sparsamer Schwabe mal gespannt was die an zusätzlichem Diesel brauchen wird - oder ob ich zukünftig die paar Sommertage dann lieber schwitzen werde.

     

    Anfang Juli war es dann soweit, ich konnte das Auto abholen. Wie nicht unbedingt anders zu erwarten kann man über die ersten paar Kilometer bei einem neuen Fahrzeug ja noch nichts Schlechtes (oder Gutes) sagen. Das wird die Zeit zeigen. Was mir auf Anhieb gefallen hat war die recht hohe Sitzposition und dass man auch bei ganz zurückgeschobenen Sitzen im Fond sehr viel Beinfreiheit hat.

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    Über die nächsten Ausgaben werde ich dann berichten wie sich das Auto im praktischen Betrieb verhalten wird, ob und welche Mängel auftreten, wie das Auto stückweise zum „Anglerauto" umgebaut bzw. aufgerüstet werden wird, und natürlich wie sich das alles in der anglerischen und autofahrerischen Praxis bewähren wird.

     

    Hier nun ein paar erste Bilder vom "werdenden Anglerauto":

     

     

    logo_0828

     Die Wagenfarbe wurde selbstverständlich passend zum Anglerboardlogo gewählt (Für Schwaben und andere Sparsame: Das war die Farbe die es ohne Aufpreis gab :-))) 

     

     

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    Dafür ist eine Gummiwanne mit erhöhtem Rand ein sinnvolles Zubehör, Platz für Ruten und Gerödel gibts auch genügend.

     

     

    gummimmatte_0833

    Auch vorne sind Gummifußmatten sinnvoller als textile!

     

     

    schonbezug_0832

    Da man als Angler oft genug mit Wasser und Dreck in Berührung kommt, ist ein abwaschbarer Sitzbezug auch nicht schlecht! 

     

     

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    Selbst bei ganz zurückgestelltem Fahrersitz haben die Mitfahrer hinten sehr viel Platz. Die in die Kopfstütze "eingehängte" Mülltüte habe ich mir nah Erfahrungen mit meinem alten Wagen "zugelegt" :-))) 

    Sehr gut auch die plan umlegbaren Rücksitze, auch geteilt (1/3 : 2/3)

     

     

    Thomas Finkbeiner

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