Ausgabe Mai 2012

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    Am Haken: Der Brockhaus am Wasser

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    Am Haken

    VORSICHT: satirisch, sarkastisch, politisch unkorrekt, überzogen!!

    Wer dies nicht für richtig hält oder meint dies nicht ohne Schaden überstehen zu können, sollte nicht weiterlesen!

     

     

    Der Brockhaus am Wasser

    Anzeige_Zebco_50x250mm_2004„Der Brockhaus", das steht als Synonym für umfassendes Wissen, zusammengefasst in einem vielbändigen Lexikonwerk. Sozusagen mindestens so viel Papier wie Wissen. Als ich wieder mal meine Angelsachen aufgeräumt und ausgemistet habe, fiel mir dabei auch mein „Packen" mit den in Deutschland benötigten Papieren auf. Um legal angeln gehen zu dürfen, schleppt man als deutscher Angler von der Papiermasse her wirklich schon fast einen Brockhaus mit ans Wasser.

     

    Kommt natürlich auch drauf an, wie viele Gewässer man befischt, ob man auch noch ein Boot hat oder mietet, in wie vielen Bundesländern man unterwegs ist. Das Schlimme dabei ist, dass man eigentlich immer alles dabei haben sollte. Denn kein Kontrolleur oder WaPo - Beamter gibt sich im Normalfall damit zufrieden, wenn man eine Kopie dabei hat. Oder, auch schon vorgekommen, wenn man mit Wathose im Fluss steht und die Papiere sicherheitshalber ein paar hundert Meter weiter im Auto hat. Auch dafür musste ich schon zahlen.

     

    Das erste was jeder der in Deutschland angeln will benötigt, ist natürlich der Jahresfischereischein. Der nette blaue Lappen, der Grundvoraussetzung dafür ist, dass man eine ganze Lastwagenladung weiterer Papiere erwerben darf, die sicherstellen dass Angler auch legal unterwegs ist.

     

    Die meisten sind ja in einem Verein, die meisten Vereine einem Verband angegliedert. So bekommt man zuerst mal den Vereinsausweis. In manchen Bundesländern dazu noch eine Karte, in der Beitragsmarken vom Verband eingeklebt werden. Und natürlich die Vereinsordnung, die beim Angeln in Vereinsgewässern stets mitzuführen sei. Dazu gibt es - falls der Verein mehrere Gewässer bewirtschaftet - dann für jedes Gewässer auch noch eine extra Erlaubniskarte und natürlich ein Blatt oder gleich ganzes Heftchen zum erfassen der Fänge. Falls man bei dem ganzen Papierkrieg überhaupt zum angeln kommt......

     

    Vielleicht hat der geneigte Angler nun das Glück, in seiner Nähe nicht Vereinsgewässer zu haben, sondern weitere interessante Gewässer. Je nachdem ob er sich dann für eine Jahreskarte, Wochenkarte oder Tageskarte entscheidet, kommen dann dazu nochmals wieder die entsprechenden Papiere und Fanglisten.

     

    Und vielleicht ist man begeisterter Angler, so dass man auch mal einen kleinen Angelurlaub an anderen Gewässern in Erwägung zieht. Als „Gastangler" kriegt man dann oft - Gott sei Dank nicht immer und überall - einen weiteren Stoss Papiere geliefert. Die einen - Gott sei Dank nicht immer und überall - als unterprivilegierten Angler ausweisen. Mit dem Verbot auf Raubfische zu angeln, bestimmte Uferzonen zu betreten, Nachtangelverbot, Bootsangelverbot und so weiter.

     

    Oder man muss sich für jedes „Extra" auch wieder einen Extraschein lösen. Den, der den Einsatz von Kunstködern und den Fang von Raubfischen erlaubt, den Extrabootsschein, einen Schein vielleicht noch dafür, um irgendwo parken zu können, wo man nicht 10 Kilometer laufen muss bis zum Gewässer.......

     

    An manchen deutschen Ostseeküsten kommt dann noch der Erlaubnisschein zum Angeln in der Ostsee dazu. Und - sofern man ein etwas sichereres Boot mit ein paar PS mehr will - natürlich auch noch der Bootsführerschein.

     

    Alles ist dabei bis ins kleinste geregelt, alles sauber geordnet, alles bereit für die große Kontrolle....

     

    Nicht dass ich was gegen Kontrollen hätte. Im Gegenteil. Nur würde ich mir wünschen, dass die Kontrolleure - ob von Verein, Verband oder Beamte - mehr kontrollieren würden, wie sich der Angler am Wasser verhält anstatt den ganzen „Brockhaus" zu studieren, der belegt ob der Angler überhaupt berechtigt ist, an einem Gewässer zu angeln.

     

     

    Kai Hay

     

    Die Rubrik „Am Haken" soll die Möglichkeit eröffnen, dass man auch kontroverse Meinungen zu strittigen Themen (satirisch) aufbereiten kann. Der Autor „Kai Hay" als Anonymus deswegen, dass sich niemand auf Grund seiner Meinung im Anglerboardforum nachher als Mitglied auf Grund eines Artikels „verfolgt" fühlen muss.

     

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