Ausgabe Mai 2012

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    BELLYBOOTE - EINE ANTWORT

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    Vorbemerkung 

    Abgesehen davon, dass man inzwischen Artikel in unserem Magazin kommentieren kann, zeigt dieser Artikel hier auch sehr gut, wie sich das Magazin von "herkömmlichen" Magazinen unterscheidet:

    Bei uns kann jeder schreiben und seine Ansichten vertreten - natürlich in angemessenem Ton und argumentativ. Da geniessen "Experten" (ob wirkliche, selbsternannte oder mediengemachte) keinen "Bestandsschutz".

    Es gibt zum gleichen Thema oft so viele unterschiedliche Ansichten, dass es in unseren Augen  mehr als schade wäre, wenn immer nur einzelne "Experten" zu einem Thema etwas sagen dürften. Denn meist ist es so, dass in jeder Ansicht ein Stückchen Wahrheit steckt. Das unterscheidet sich meist je nach Situation vor Ort, Gewässer, Methode etc.. 

    So kann die eine "Wahrheit"am einen Gewässer funbktionieren, wähend die gleiche "Wahrheit" am anderen versagt. 

    Umso mehr freut es mich auch persönlich, dass Sönke (Theactor im Forum) hier die Möglichkeit nutzt, nicht nur über die Kommentierfunktion  zu kommunizieren, sondern dass er sich hingesetzt hat und seine Sicht der Dinge argumentativ darstellt.

     

    Herzlichen Dank dafür!!! (auch wenn Du mich nie in ein Belly kriegen wirst :-))))) 

    Thomas Finkbeiner

     
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    BELLYBOOTE - EINE ANTWORT

     

    Im Anglerboard-Magazin 8'07 hat sich Thomas in seinem Artikel „Belly, Kajak, SitonTop - Sinnvoll, gefährlich, entwickelbar" einige Gedanken gemacht, zu denen ich gerne einige Anmerkungen loswerden möchte, die sich allerdings allein auf die Bellybootangelei beziehen.

     

    Thomas und ich haben uns beim „Spanferkel-Belly-Boot-Event 2007" getroffen und in der Tat schlugen alle Versuche fehl, Thomas - zumindest mal zum Probepaddeln - in ein Bellyboot zu setzen.

    Ich kann den Respekt vor dieser Angelei verstehen; es bedarf m.E. dennoch einiger Anmerkungen zu seinem Artikel.

     

    „Zu klein, zu nass sitzen, zu aufgepumpt, zu anstrengend mit den Flossen fortzubewegen..."

     

    Zu nass (zum Ersten).

    Nass wird man im Bellyboot nur wenn es regnet, man eine extreme Dünung hat (bei der man mit dem Belly sowieso nicht in See stechen sollte!) oder der gefangene Fisch einen wehrhaft mit der Schwanzflosse mit Wasser benetzt.

    Je nach Machart des Bellybootes sitzt man zwar unter Umständen bis zu den Hüften im Wasser - die Wathose schützt einen hier aber genauso wie beim Watfischen vor Wasser und Kälte.

     

    Zu nass (zum Zweiten).

    Die Taschen der Bellyboote halten Wasser gut ab. Wertvolles Gerät und Speisen werden eingetütet - ggf. absolut wasserdicht: entsprechende Ware gibt es im Outdoorfachhandel in vielerlei Ausführungen.

     

    Zu klein.

    Die Größe der Bellyboote ist gerade richtig einen Angler so ins Belly zu „betten", dass er gut und sicher sitzt, und dabei trotzdem alle Bewegungsfreiheiten hat.

     

    Zu anstrengend.

    Sicherlich kann das Paddeln mal anstrengend werden, wer aber den körperlich-sportlichen Aspekt dieser Angelei nicht scheut, wird sich darüber kaum beschweren.

     

    Das Driftproblem.

    Das gibt es - wie aber auch den Anker! Ist die Drift zu stark um dauerhaft dagegen anzupaddeln, wirft man den Anker. Der hält einen sicher am Platz und man kann entspannt fischen. Vielleicht ist es mühsam, bei einem gewünschten Platzwechsel den Anker zu lichten, einen neuen Platz anzusteuern und erneut zu ankern - aber es geht.

    Zu beachten ist allerdings ein ausreichend langes Ankerseil. Fischt man in 12m Tiefe und hat nur 20m Ankerseil dabei sieht man - zumindest auf sandigem Untergrund - alt aus.

     

    Wann kommt ein Bellyboot zum Einsatz?

    In Binnengewässern, um an Bereiche heranzukommen, die man von Land aus nicht befischen kann. Vorausgesetzt, dass es überhaupt erlaubt ist, das Belly zu wässern - hier muss man sich vorher erkundigen! Es kann sein, dass eine Bootsangelerlaubnis erforderlich ist.

    Diese Angelei kann man weitestgehend wetterunabhängig bestreiten, denn in den meisten Fällen ist das Ufer nicht weit und Wind und Wetter haben nicht die Auswirkungen wie etwa auf dem Meer.

    Nebenbei bemerkt: Für jedwede Tidengewässer (etwa der Tidenbereich der Elbe oder auch die Nordsee) ist ein Bellyboot absolut ungeeignet - ja, lebensgefährlich!!

     

    Im Salzwasser: die Ostsee.

    Hier will ein Angeltörn sorgsam geplant sein. Je nach Windrichtung ist bei spätestens BFT 3-4 Schluss mit Angeln. Wenn man bei solchen Bedingungen überhaupt lospaddelt, dann nur in Begleitung eines weiteren Bellybootanglers!

    Ziel ist es, rund 250 bis maximal 400m Entfernung vom Ufer zu erreichen, wo es ausreichend tief ist, um z.B. Dorsche auch tagsüber zu fangen.

     

     

    Klar ist: Bellyboote können Booten und auch den exklusiveren SitonTops und Seekajaks - was Komfort und Schnelligkeit anbelangt - natürlich nicht das (Fahr-)Wasser reichen. Was sie indes auszeichnet ist die Handlichkeit, der schnelle Aufbau und die Tatsache, dass sie weder Zuhause noch im Auto viel Platz wegnehmen.

     

    Anglerisch möchte ich hinzufügen, dass ein Drill im Bellyboot eine völlig andere (will sagen: spannendere!) Erfahrung ist als vom Boot- und auch vom Land aus; man ist irgendwie fast mitten im „Element".

     

    Dem zweiten Teil von Thomas' Ausführungen möchte ich beipflichten:

    Es gibt bislang kein befriedigendes „Zwischending".

    Wenn man sieht, wie verschlafen hiesige Hersteller auf die Bellybootfischerei reagieren (die meisten und m.E. auch besten Modelle kommen aus den USA), kann man sich nur am Kopf kratzen.

     

    Zugegeben: ich habe mir schon manches mal gewünscht, zumindest für die Rückkehr ans Ufer einen kleinen E-Motor anwerfen zu können. Aber so wie es aussieht werden wir die Hoffnungen auf diese „Zwischenlösung" wohl am ehesten aus den USA erwarten dürfen...

     

    Zusammengefasst:

    Das Bellyboot bietet - hat man  die Grundausrüstung einmal beisammen - eine ideale Möglichkeit, Wasserbereiche zu befischen, die von Land aus nicht zu erreichen sind. Beachtet man die notwendigen Sicherheitsaspekte (Zweikammer-Bellyboot, scharfe Gegenstände sicher verwahren, Schwimmweste, nicht alleine Paddeln, Wind und Wetter beachten), gibt es m.E. wenig, was gegen diese herrliche Angelei spricht.

     

    Freuen würde ich es mich aber dennoch, iiirgendwann auf einem „Zwischending" (welches noch erfunden werden muss....) mit Thomas Seite an Seite auf Dorschjagd zu gehen, um sich hernach an einem saftigen Spanferkel gütlich zu tun! J 

                                                                                                                     Sönke Städtler

    Kommentare 

     
    0 #1 Goeddoek 2007-09-14 10:41
    ... da kann man nichts mehr ergänzen, Sönke !
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    0 #2 AlBundy 2007-09-15 15:42
    Bei Thomas liegt m.E. das "Problem" wo anders, auch wenn bestimmt gleich Einspruch kommt! ...seine wirklich grazielen Beine!!!... :-))) machen jedes Paddeln anstrengend!
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