Ausgabe Februar 2012

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    Geliebter Feind - Der Wels

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    Geliebter Feind - Der Wels

    Dem aufmerksamen Leser des Anglerboards wird nicht entgangen sein, dass der Wels immer stärker in den Blickpunkt anglerischer Interessen rückt.

    Der Wels hat in den letzten zwei Anzeige_Zebco_50x250mm_2004.jpgJahrzehnten einen Siegeszug durch unsere Gewässer angetreten. Manchmal aus eigener Kraft, oft durch legalen oder illegalen Besatz.

    In vielen Gewässer werden die Geister die man gerufen hat, oder die ungerufen erschienen, inzwischen zur Gefahr für den gesamten Bestand. In anderen Gewässern fristet er ein eher unscheinbares Dasein ob ihm nicht zusagender Lebensbedingungen.

    Der Angelgeräteindustrie ist das starke Aufkommen des Welses natürlich nicht verborgen geblieben. Sie reagiert darauf mit einem immer größer werdenden Angebot für die Welsfischerei. " Specimen Hunter " schießen wie Pilze nach einem warmen Regen aus dem Boden.

    Inzwischen hat der Wels eine große Anhängerschaft unter den Anglern, die denen der Karpfenangelei kaum nachsteht. Musste man früher an den Po oder ins Ebro-Delta reisen um eine gute Chance auf einen dieser Uriane zu haben, reicht es heute an den Rhein, den Main, die Saale oder ein anderes der vielen Deutschen Welsgewässer zu fahren.

    Des einen Freud ist oft des aneren Leid, so auch beim Thema Wels.

    So wird z.B. durch illegale Besatzaktionen von Welsen durch Angler die jahrelange und mühsame Arbeit verantwortungsvoller Gewässerwarte zunichte gemacht. Zumindest in Gewässern, wo der Wels gute Reproduktionsbedingungen hat.

    Was Wunder, wenn Gegenmaßnahmen ergriffen werden. So hat NRW z.B. seit diesem Jahr das Mindestmaß für den Wels abgeschafft. In vielen Gewässern gilt gar eine Entnahmepflicht.

    Maßnahmen, die die Gemeinde der spezialisierten Welsangler auf die Barrikaden treibt. Die Reaktionen reichen von Unmutsäußerungen über konsequente C&R Aufrufe bis hin zur Verweigerung der Entnahmepflicht.

    Da tauchen wissenschaftlich gefärbte Berichte über die Unbedenklichkeit der Welspopulationen auf und werden von den Welsbegeisterten wie eine Bibel vor sich hergetragen. Schaut man genauer hin stellt man fest, dass diese Berichte nicht selten von Welsanhängern oder gar der Angelgeräteindustrie verfasst worden sind.

    Das scheint egal. Geglaubt wird, was genehm ist. Da wird dem Wels ein nahezu asketisches Freßverhalten bescheinigt. Weniger als eine Handvoll Reis am Tag lässt Riesen wachsen.

    Der Kormoran und die neuen Grundelarten werden verflucht und gehasst. Der Wels bekommt den Heiligenschein, wohl eher aber scheinheilig.

    Was ist richtig, was ist falsch ?

    Neutral betrachtet kann man folgende Feststellungen machen.

    Der Wels ist aus unseren großen Gewässern nicht mehr zu vertreiben. Er hat sich etabliert, ist (teils in hohem Maße) reproduktionsfähig und hat einen guten bis sehr hohen Bestand gebildet. Es spricht daher nichts dagegen ihn gezielt zu befischen und auch dem Gewässer zu entnehmen. Ausrotten oder spürbar dezimieren kann ihn die Angelfischerei dort sicher nicht.

    In kleineren Gewässern oder in Gewässer mit einem überproportionalen Bestand ist die Aufhebung des Schonmaßes und ggfs. eine Entnahmepflicht ganz klar ein absolut zu vertretendes Mittel. Wobei die Wirksamkeit sicher mit der Gewässergröße abnimmt.

    Gewässer, die noch keinen Welsbestand aufweisen, sollten davon unbedingt verschont bleiben. Zwar ist der Wunsch des Anglers, Welse direkt vor der Haustüre zu fangen vordergründig verständlich, aber das steht im krassen Gegensatz zu der hegerischen Verantwortung, die jeder Angler mitzutragen hat.

    In diesem Sinne sollte sich jeder die Frage stellen, ob sein persönlicher Wunsch nach seiner Zielfischart über allen anderen Werten und Wünschen steht.
     
    Ralf Dahlheuser

    Kommentare 

     
    +1 #1 Bernd2000 2010-09-06 16:26
    Fakt ist, Welse kamen im Osten von Deutschland schon immer vor.
    Haben sie dort etwa alle Fische ausgerottet ?
    Ich verstehe einfach die Leute nicht, welche die Fische nur in gut und böse oder in zu wenig oder zu viel einteilen.
    Knochenfunde zeigen das Welse vor der Eiszeit auch südlich und westlich der Elbe und Donau vorkamen.
    Klar kamen sie im Einzuggebiet der Weser oder des Rheins in den letzten Jahrtausenden nicht mehr vor, aber das gilt auch für andere Fischarten.
    Wieso regt sich keiner über Zander, Rapfen oder Karpfen auf ?
    Nur ist es so, daß nach dem Bau der Kanälen zwischen diesen Fußsystemen dieses Gebiet langsam so oder so besiedelt worden währe.
    Durch Besatz beschleunigte sich dieses.
    Fakt ist aber auch das man sich genau überlegen sollte welche Arten man aussetzt.
    Einmal besetzt, bekommt man gerade den Wels nicht mehr aus dem Gewässer heraus.
    Das zeigt aber auch wie geeignet er für unsehre Lebenräume ist.
    Durch den hohen Angeldruck auf die Raubfische bei uns, ist doch fast überall eigendlich ein Überbestand an Weisfischen zu beobachten oder können diese bei Euch noch richtig kapital werden ?
    In Spanien haben die Welse unter den verbutteten Karpfen richtig gewütet, so das die Übriegen jetzt wieder Futter finden.
    Karpfen von mehr als 40 cm waren fast nicht zu kriegen und jetzt schaut mal was für Karpfen aus dem Ebro gemeldet werden.
    Aber wie gesagt einmal ausgesetzt und Ihr werdet den Wels nicht mehr los.
    Meist tauchen bereits wenig später Jungfische auf, ob die aber alle groß werden ?
    Leider ist dieser Spitzenspeisefi sch nur schwer zu Fangen,da er im Fluß weit vom Ufer im gesammten Wasserkörper jagt.
    Am Grund und am Rand fängt man meist nur kleine Welse die dort jagt auf Krebse und andere Bodenbewohner machen.
    Besatzmaßnahmen still und heimlich zu machen, halte ich für eine riesen Schweinerei.!!!!
    Noch schlimmer sind aber die, welche erst besetzen und dann darüber stöhnen das zu viele Welse im Gewässer sind.
    Einen Rat an diese Adresse,: Erst denken dann handeln !

    Wenn wir diesen Fisch schon nicht mehr aus den Gewässern heraus bekommen, sollten wir ihn vernüftig nutzen.
    Eine Entnahmepflicht scheint mir nicht die richtige Antwort.
    Aber Fangbegrenzung und Mindestmaß könnten gestrichen werden.
    Auch sollte im Frühjahr vor der Laichwanderung auf diesen Fisch gefischt werden können. Oft ist dieses jedoch wegen der Schonzeiten der Raubfische untersagt.
    Gebt das Angeln mit Wurm in dieser Zeit auf Wels frei......
    Das streichen der Schonzeit spielt nur den Berufsfischern Geld in die Netze und Reusen, da er dann wandert und in großer Zahl erbeuten wird.
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    0 #2 Sven 2010-09-13 22:59
    Ich halte das alles für unsinnig Großwelse eher weniger vertreten sind als die 40-70 cm Beifangwelse ich versuche schon seid 2 Jahren einen minimum 1 meter Wels zu fangen nur gelingt
    mir das nicht, so wie 17 andere Leute die drauf geziehlt Fischen so schlimm ist der wels nicht im Rhein denn er frist die grundeln und die Krebse die nervig sind.Und was Bassen angeht die weniger werden liegt zu 56%
    an den Berufsfischern die Brassen
    Tonnenweise entnehmen und dazu noch Schleppen obwohl sie das ganicht dürfen und welse in den Netzen sind sehr wenig was die ab 1 meter betrifft
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