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Boots- und Motorenreinigung und Pflege
Es gibt fängige Stellen, die gerade für uns Angler unerreichbar sind. Für Meeresangler sind die Boote ohnehin ein unvermeidbares "Muss", sowie für Angler die an größeren Binnenseen usw. wohnen. Gerade an diesen Stellen, steigen die Chancen auf einen kapitalen Fisch ungemein ;-) Daher möchte ich Euch einmal eine kpl. Übersicht über die Boots- und Motorenpflege geben, denn ohne Pflege, haben gerade die Meeresfischer im Salzwasser, nicht viel Freude an Ihrem kostspieligen Hobby.
Im Herbst werden die Boote gewöhnlich dem Wasser entnommen und mit einem Hochdruckreiniger und einer milden Seifenlauge innen und außen gereinigt. So beugt man vor, dass die Kunstoff- oder Gelcoatoberfläche durch säurehaltige Substanzen angegriffen werden, die schon durch die normale Luftfeuchtigkeit aus dem Umweltschmutz herausgelöst und erst recht durch sauren Regen gebildet werden. Anschließend wird das Boot sorgfältig abgespült und ins Winterlager auf Böcken oder Trailern abgesetzt. Nach Möglichkeit sollte der Liegeplatz trocken und belüftet sein. Für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, dass Boot unter Dach zu stellen, bleibt nur die Lagerung im Freien. Hier sollte man das Boot mit einer Plane vor den Umwelteinflüssen schützen. Auf gute Durchlüftung ist auch hier zu achten. Das Cabrioverdeck oder die Persenning wird mit einer milden Seifenlaufe und einer Bürste gereinigt und bis zum nächsten Jahr an einem trockenen Platz (Keller, Boden etc.) aufbewahrt. Auch alle anderen Dinge wie z.B. Polster etc. bleiben nicht im Boot, da diese bei geringster Feuchtigkeit leicht zu schimmeln anfangen. Bei etwas größeren Booten mit diversen Holzbauten im Inneren eignet sich für das Winterlager ein sogenannter Raumentfeuchter, der dem Boot die Feuchtigkeit im Inneren entzieht. So ist das Boot bis zum Frühjahr reichlich geschützt ;-)

Abbildung 1 Wer sein Boot hegt und pflegt, wird lange seine Freude daran haben.
Auch dem Außenbordmotor sollten wir im Herbst eine besondere Pflege gönnen. Sofern er leicht abzumontieren ist, können wir die Arbeiten am besten im Keller, Garage etc. vornehmen. Ein stabiler Bock für die notwendigen Arbeiten, ist unbedingt erforderlich. Hierfür eignen sich ein stabiles Holzbrett im Schraubstock geklemmt, oder eine umgebaute Sackkarre bestens. Bei recht großen Motoren, reicht es völlig aus, wenn sie einfach hinter dem Boot bleiben. Als erstes sollten wir den Motor gründlich mit Kaltreiniger reinigen und waschen, da Undichtigkeiten usw. dann eher erkannt werden. Das wichtigste an einer Inspektion, ist die Konservierung des Außenbordmotors, denn Motoren stehen sich eher kaputt, als das sie kaputt gefahren werden ! Hierbei gehen wir wie folgt vor:
Wir hängen den Außenbordmotor einfach in eine Regentonne oder einer ausgedienten Mülltonne, nachdem wir den Propeller, auch aus Sicherheitsgründen, abgebaut haben. Auf genügend Wasser ist zu achten! Bei größeren Motoren die sich noch am Boot befinden, arbeiten wir mit einem Spülanschluß oder einem sogenannten Motor Flusher, der über die Ansaugschlitze für das Kühlwasser geschoben wird. Jetzt nur noch den Wasserhahn öffnen und wir können den Motor starten. So lassen wir den Motor etwa 15 - 20 Minuten mit unteren Drehzahlen laufen. Dieses hat den Vorteil, dass das kpl. Kühlsystem nun mit Frischwasser gespült wird. Dieses ist besonders wichtig, wenn der Motor im Salzwasser gefahren wurde. Jetzt ziehen wir den Connector (Benzinanschluss) am Motor ab und warten, bis der Motor ausgehen will. Kurz bevor dieses passiert, sprühen wir nun ein Konservierungsspray in die vorhandenen Vergaser und geben dabei etwas mehr Gas, damit der Motor nicht plötzlich ausgeht. Pro Vergaser reicht in etwa 15 Sekunden sprühen aus. Wir stoppen jetzt den Motor und brauchen jetzt nur noch die Zündkerzen, Kraftstofffilter- oder Sieb erneuern bzw. reinigen und die Vergaser entleeren. Anschließend wird der Motor dem Wasser entnommen, oder der Schlauch entfernt. Um das Restwasser aus der Wasserpumpe zu drücken, dreht man den Motor kurz per Hand oben an der Schwungscheibe, oder durch den E-Starter durch. Der Außenbordmotor ist jetzt konserviert. Als nächstes reinigen wir die Propellerwelle und fetten sie ordentlich. Den Propeller wenn nötig ausbessern, lackieren usw., danach kann er wieder aufgeschoben werden. Scherstift, Kronenmutter und Splinte werden ebenfalls auf Funktion geprüft und wieder auf- bzw. eingebaut. Als nächstes überprüfen wir die Zinkanoden (Opferanoden) unter dem Unterwasserteil, am Bracket und am Motorblock, die den Motor vor galvanischer Korrosion schützen, auf Funktion und Abnutzung und tauschen diese evtl. aus. Sämtliche Schmiernippel die am Motor vorhanden sind, sollten wir mit einem salzwasserbeständigen Fett mittels einer Fettpresse schmieren.

Abbildung 2 Auch Ruderboote müssen gewartet werden
Jetzt können wir uns dem Getriebeöl widmen. Am Unterwasserteil befinden sich meist 3 Schrauben, eine für den o.g. Spülwasseranschluss und zwei für das Getriebeöl. Wir drehen beide Schraube heraus und lassen das Getriebeöl in einer bereitgestellten Wanne ab. Auch die Farbe des Getriebeöls wird sorgfältig kontrolliert. Hieraus können wir diverse Rückschlüsse ziehen. Ist das Getriebeöl weiß, weist es meist auf defekte Simmeringe in der Getriebehacke hin. Dies wird meist durch Angelschnur, Plastiktüten usw., die sich hinter dem Propeller gesetzt haben, hervorgerufen. Es ist also Wasser in das Öl gekommen. Diese Reparatur empfehle ich unbedingt von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen. Ist das Getriebeöl silberfarben deutet es meist auf einen mechanischen Defekt hin, auch hier ab in die Werkstatt ;-). Anschließend wird das empf. Getriebeöl, meist in Kartuschenform zu kaufen, von unten nach oben bis es herausläuft, aufgefüllt. Die Öldichtringe auf Funktion prüfen und mittels Schraube wieder einsetzen. Sämtliche beweglichen Teile außen am Motor, wie z.B. Lenkung, Gas, Schaltung usw. werden ebenfalls mit einem salzwasserbeständigen Fett eingeschmiert.
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Die Wasserpumpe im Inneren des Unterwasserteils ist ebenfalls ein wichtiger Hauptbestandteil unseres Motor und sehr pflegeintensiv. Auch diese Arbeit sollte man evtl. nur von einem Fachmann durchführen lassen. Hierzu müssen wir das Unterwasserteil demontieren und die Wasserpumpe zerlegen. Das Gehäuse, die Wasserpumpenplatte, der Deckel und der Impeller müssen auf Laufspuren usw. kontrolliert und ggf. ausgetauscht werden. Anschließend wird die Königswelle und die Schrauben wiederum gefettet und wieder montiert. Falls aus irgendwelchen Gründen, dass Kühlwasser immer noch nicht kommen will, sollte man den Zylinderkopf und den Auspuffdeckel demontieren und die Kühlkanäle reinigen.
Der Motorblock, sowie die Elektrik werden mit dem Konservierungsöl eingesprüht und sind somit geschützt. Bei 4-takt Außenbordmotoren sollen wir außerdem noch das Motorenöl, Filter usw. ersetzen und das Ventilspiel kontrollieren.
Wenn mal ein paar kleine Lackschäden am Motor vorhanden sind, kann man den originalen Lack beim zuständigen Händler bekommen. Anschließend wird der Motor nur noch poliert und gewachst und an einem sicheren Ort sachgerecht aufbewahrt. Der Sommer kann nun endlich kommen ;-)
Zum Frühjahr hin wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, fangen wir für gewöhnlich an, unser Boot auf die nun kommende Saison vorzubereiten. Boote, die die ganze Saison über im Wasser verbringen, erhalten in aller Regel im Unterwasserbereich einen Antifoulinganstrich, der den Rumpf vor Bewuchs von mikrobakteriellen, pflanzlichen oder tierischen Organismen verhindert. Beispielsweise erhöht sich der Reibungswiderstand mit zunehmendem Bewuchs, wodurch die Geschwindigkeit stark reduziert wird. Neben Geschwindigkeitsbeschränkungen und Einschränkungen bei der Manövrierbarkeit des Schiffes, müsste bei Fahrten unter Motor ein erhöhter Kraftstoffverbrauch und eine damit verbundene Umweltbelastung in Kauf genommen werden. In Ausnahmefällen kann bei anhaltendem Bewuchsdruck sogar die Außenhaut des Rumpfes durch verstärkte Korrosion oder Osmose angegriffen werden. Es gibt viele verschiedene Antifoulingsorten , die in erster Linie nach dem Baustoff des Bootes bestimmt werden. Ferner gibt es Antifoulings für leichte, mittlere und schwierige Bewuchsverhältnisse, sowie für schnellfahrende und langsamfahrende Boote. Auch unterscheidet man zwischen Weich- und Hartantifoulings. Hierzu sollte man sich vor Kauf von einem Fachmann beraten lassen, um die richtige Wahl zu treffen.
Nach auftragen des Antifoulings können wir uns nun der Pflege des Bootskörpers widmen. Damit die Gelcoatschicht ausreichend vor UV - Strahlen und agressive Chemikalien geschützt ist, müssen wir den Bootsrumpf polieren und wachsen. Polituren mit Teflon schützen die Gelcoatschicht fast eine Saison und sind sehr empfehlenswert. Die Politur wird mit leicht kreisenden Bewegungen aufgetragen, kurz Einwirken lassen und anschließend auf Hochglanz poliert. Da die Poliertücher sehr schnell beim Reinigen verschmutzen, sollte man mit ihnen nicht zu sparsam umgehen. Anschließend wird der Rumpf nur noch mit einem guten Carnauba - Wachs versiegelt und das Boot ist somit für die nun kommende Saison ausreichend geschützt.
Detlev Erdmann
Anglerboard-Magazin 2003
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