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Test eines Banana-Boot 325 !

Eigentlich wollte ich ja ein festes Aluboot, aber aus Platz-, Geld- und Transportgründen habe ich letztendlich mit einem Faltboot geliebäugelt. Im August `04 hatte ich dann plötzlich die Möglichkeit ein Banana-Boot in der Größe 325 für eine längere Zeit zu testen.

Größe 325 heißt: Zusammengeklappt 3,25 m lang, Aufgebaut 3,05 m lang. Das Boot soll laut Werksangabe 22 kg wiegen, meine Personenwaage zeigt 25 kg. Dazu kommen noch 15 kg für die Sitzbretter und die Motorhalterung. Macht zusammen, fahrfertig?.....ja richtig.... 40 kg, also immer noch leicht transportabel. Das zusammengeklappte Boot lässt sich einwandfrei mit 2 Spanngurten auf den Querträgern eines Autodachgepäckträgers transportieren und bietet relativ wenig Windwiderstand, der Benzinverbrauch ist kaum mehr geworden.

Zum Lieferumfang gehören die Mittelsitzbank, je ein Sitzbrett für Bug und Heck, Sicherungssplinte und aufblasbare Kissen, die das Boot unsinkbar machen. Den Preis von z.Zt. 1250,00 € finde ich persönlich etwas happig, aber dafür soll das Boot ja sehr robust und haltbar sein. Ruder und Motorhalterung kommen übrigens noch mal extra, Ruder 70,- Motorbügel 64,- €.

Etwas skeptisch bin ich ja noch, ob es sich tatsächlich für die von mir angepeilten Einsatzmöglichkeiten eignet.......!? Außer das ich mit meinen beiden Töchtern auf unsere Waldseen zum angeln will, soll es aber auch mal eine Tour auf der Müritz zum Hechtfischen aushalten und sogar zum küstennahen Fahren auf der Ostsee eingesetzt werden, und ich will es sogar mal mit nach Norwegen nehmen, da es sich ja relativ leicht transportieren lässt.

Motorisierbar ist das Boot bis 2 PS, ich werde es mit einem 3 PS´ler benutzen.

So, gestern und vorgestern war es soweit, die 1. Wasserung sollte erfolgen. Es geht ans aufbauen. Die Aufbauanleitung besteht aus 3 Bildern, und das reicht auch.... Nicht zu vergleichen mit undurchsichtigen „Ikea“ Anleitungen J Es ist wirklich sehr einfach: das Boot auseinanderklappen, Mittelsitzbank einschieben, sichern, vorderes und hinteres Sitzbrett eindrehen, sichern, fertig!! Beim 1. Zusammenbau knapp 10 Minuten, die weiteren Zusammenbauten verliefen wesentlich schneller. Mit allem drum und dran bin ich sogar schneller im Wasser als mit dem Bellyboat, und das will was heißen.

So, ab damit ins Wasser, schwimmt! Motor dran....., oha, bei dem kleinen 3 PS’ler senkt sich das Boot schon ganz schön ab im Heckbereich. Wenn dann noch jemand auf dem Hecksitzbrett Platz nimmt, geht das Bötchen reichlich in Schräglage. Wenn man allein unterwegs ist, wäre ein Motor mit Pinnenverlängerung angebracht, damit man auf der Mittelducht sitzen kann; dann liegt das Schiff hervorragend in seinem Element. Will man ohne Motor unterwegs sein, lässt sich das Banana sehr einfach und kursstabil rudern. Ohne größeren Kraftaufwand wird gute Fahrt gemacht, echt klasse.......!!!! Zum Schleppen mit Muskelkraft einfach ideal!
 
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Im Bug finden sich 2 verstärkte Löcher in den Seitenwänden, dort können Anker, Driftsack o.ä. befestigt werden. Weiterhin sind auf jeder Seite 2 kleine Plastikklampen angebracht, die mir auf den 1. Blick etwas filigran erscheinen, aber zum Festmachen an der Kaimauer reichten sie. Es lässt sich mit einem 1,5 kg Anker gut am Platz halten. Die Ruderdollen sind stabil und wie alle anderen Metallteile aus Nirostahl gefertigt. Wie lange sie in der Bordwand halten wird sich nur mit einem Langzeittest ermitteln lassen.

Das Plastikmaterial des Bootes soll sehr haltbar sein und hat im Firmentest schon Millionenfache Biegungen verkraftet, es wird also auch die Dollen halten. Gewöhnungsbedürftig ist, das sich das Boot sehr nachgiebig im Wasser verhält, es passt sich den Wellen an und gibt beim Auftreten in diesem Bereich auch etwas nach. Es macht einen etwas „schwabbeligen“ Eindruck; es ist kein Boot für schwere Gummistiefel!!!

Nach einiger Gewöhnung stellt man aber fest das es so sein muss und das Boot gerade dadurch an Sicherheit gewinnt. Jedenfalls hat es seinen 1. Test auf unserem Binnenkanal und dem Waldsee mit Bravour bestanden und ist zum Fischen hervorragend geeignet, auch wenn wir diesen Tag nichts gefangen haben; aber dafür kann das Boot ja nichts, oder?

Als nächstes war Fliegenfischen angesagt, allein, ohne Motor auf dem Waldsee. Allein sollte man nur auf der Mittelsitzbank Platz nehmen, das Boot neigt sich sehr zur belasteten Seite. Auch das über die Bordwand Lehnen zum Fingerabspülen wird mit einem Zusammenrutschen der Angelsachen quittiert, sehr gewöhnungsbedürftig. Stehen im Boot ist so gut wie ausgeschlossen, der Boden gibt nach und schwabbelt hin und her, fester Stand ist kaum möglich, wenn dann nur mit äußerster Konzentration. Im Sitzen lässt es sich aber recht gut fischen. Aber rudern lässt es sich einwandfrei. Spurtreu, aber dennoch wendig und vor allem unglaublich schnell, bzw. ohne viel Kraftaufwand fort zu bewegen.

Als nächstes sollte eigentlich der Salzwassertest an der Reihe sein, aber das Wetter spielte nicht mit und der Ostseetest fiel aus. Ich denke aber dass das Boot zumindest in der 3,20 m Ausführung nicht für die offene Küste geeignet ist. Schätzungsweise bis 3 Windstärken kann man es dicht unter Land einsetzen, eventl. wie ein Bellyboat.

Alles in allem würde ich sagen: Für kleinere Binnengewässer, Waldseen, Flüsse ohne Schiffsverkehr und starke Strömung geeignet. Darüber hinaus sollte ein richtiges Boot angeschafft werden. Ich würde mir das Banana 320 nicht anschaffen, der Einsatzbereich ist für mich zu klein und der astronomische Preis von 1250,-€ entbehrt für mich jeglicher Grundlage.

Weitere Tests, Norwegen usw. fielen aus, ich musste das Boot zwischenzeitlich wieder zurückgeben.

Hier ein paar Bilder zu den Tests...

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So Long

Bellyman




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