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Von einem, der auszog, die Barbe zu fangen
In der letzten Zeit hab ich relativ viel über die Barben gelesen. Von Kapitalen in Rhein und Neckar bis zu den Monstern in Andalusien. Ein „landwirtschaftlich orientierter“ Boardie aus unserer Kreisstadt krönte meinen Erfolgsdruck mit dem Text: „Die Barben beißen immer wie blöd!“.
Bisher habe ich immer nur Baby-Barben erwischt und wollte endlich mal ernsthafte Barben fangen. Viele Versuche vergingen, bis dann endlich eines Samstages:
5:15 Uhr zur vollständigen Verwirrung meines Katers aufgestanden (sonst steht immer meine Frau als erste auf, meinen Wecker hat er noch nie gehört), ihm Fressen hingestellt, Sachen zusammengepackt und um 6:00 Uhr losgefahren.
6:45 am Rhein in Orsoy (nördlich von Duisburg) angekommen und blöd geguckt. Die Stelle, auf die ich mich eigentlich setzen wollte sah gar nicht gut aus. Der Pegel war soweit gefallen, daß ich bei der Steinpackung keine Chance hätte einen Fisch zu keschern. Gut – eigentlich brauchte ich zum Barbenfischen noch nie einen Kescher – aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Also 100 Meter weiter laufen, auf die Kiesbank an der letzten Buhne. Futter gemischt, Ruten aufgebaut und bei 3 Würfen 2 Montagen verloren. Das fing ja schon mal gut an.
Eine Stelle in der Kehrströmung habe ich dann gefunden, an der es keine Hänger gab.
Um 8:40 Uhr der erste echte Biß. Zwei heftige Rupfer auf einer starken, aber sehr weichen Rute. Anhieb - Widerstand - und dann erst mal nichts. 10 Sekunden keine Bewegung. Dann ging die Post ab. Der D-Zug ging raus in die Hauptströmung und nahm dabei mächtig Schnur von der Rolle.
Mit der verd.... weichen Rute konnte ich den Fisch nicht wirklich beeindrucken. Irgendwann bekam ich ihn wieder auf die Stelle, wo er ungefähr gebissen hatte. Dann ein Schreck: Kaum noch Widerstand - der Bursche schwamm in der Kehrströmung geradewegs auf mich zu.
Am Buhnenkopf angekommen stand er dann wieder in der Strömung und gab noch mal richtig Gas. Im klaren Wasser konnte ich ihn aus 5 Metern Entfernung das erste mal sehen. Das sah doch recht erfreulich aus. Nun gab er auch auf. Das Keschern war dann doch noch mal heikel - weil - er passte nicht wirklich in meinen Kescher. Irgendwie ging es dann doch und er war an Land.
Schnell noch zwei SMS an die Kollegen gesendet, einen Bayern aus dem Tiefschlaf telefoniert und so langsam war der Adrenalinspiegel wieder im normalen Bereich.
Meine Montage war ein 1 Meter No-Knot Haarvorfach mit 1,5cm Käsewürfel, 4-er Haken, ein paar Maden auf der Hakenspitze und ein Futternetz mit 100g Blei. Das Futter bestand aus geriebenen Emmentaler, Parmesan, Maden, Grundfutter und Paniermehl für den besseren Halt.
Bis um 12:00 Uhr konnte ich noch fischen, dann hatte ich auch meinen letzten Futterkorb Vater Rhein geopfert und Bleie waren auch keine mehr da. Ab ins Auto, Sonnenschein also Dach auf, Grönemeier an und ab nach Hause.
Spöttische Rufe meines Nachbarn, ob ich endlich das Dynamit-Fischen erfunden hätte, empfingen mich. Mein Kater kreiste wie ein angesengter um meinen Rucksack mit der Barbe. Die Fischreste schmeckten ihm aber erst, nach dem sie gegrillt war. Zuvor machte sie 63cm auf dem Zollstock unsichtbar und die Küchenwaage sprach 2890 Gramm.
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Fazit: Sie wird wohl nicht meine letzte Barbe sein, allerdings werde ich wohl endlich eine zweite Heavy-Feeder kaufen.
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