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Kleines Urlaubs-ABC Norwegen 2004
Wer schon einmal seinen Urlaub in Norwegen verbracht hat, kennt selbst die einzigartige Schönheit dieses Landes, die hier nicht extra hervorgehoben werden muss. Deswegen wollen Tanja und ich euch diesmal unsere Erlebnisse und Angeleindrücke der Norwegentour 2004 in Form eines kleinen ABC zusammenfassen – viel Spaß beim Lesen!
ABU Ambassadeur BG 7001 HS: sie war das erste Mal mit im Gepäck und hat sofort mein Herz erobert! Mit einer Übersetzung von 5,3:1 und einer enormen Schnurfassung wird sie ihren Stammplatz bei mir für das Angeln mit Pilkern auf Seelachs, Pollack und Dorsch einnehmen sowie für´s Schleppangeln einnehmen.
(siehe auch Idealkombination)
Adler: schon zur Ankunft am Ferienhaus empfing uns majestätisch kreisend ein Seeadler. Wir sahen noch weitere vier Mal diese tollen Greifvögel, die aufgrund der schroffen Berge in dieser Region sehr zahlreich sind.
Angelkutter: endlich mal kein Kleinboot unter´m Hintern, sondern wie ein echter Mann/ eine echte Frau stehend Fische drillen auf offenem Nordatlantik! Uwe Onken reserviert und bucht den Kutter, der im Heimathafen Hustadvika liegt, für insgesamt 20 Gäste. Zielfisch ist der Seelachs oder auch Havsei, der über recht flachem Wasser bis rund 100 Meter beangelt wird. Diese Saison kamen schon Exemplare bis 32 Pfund an Bord, und unzählige Havseis über 20 Pfund wurden in den letzten Wochen die Beute der deutschen Gäste. Unsere Ausfahrt fand unter blauem Himmel und wenig Wind statt, allerdings war es sehr kalt und die großen Seelachse auffällig beißfaul. So führte ich nach dem ersten Drittel der Tour mit einem Seelachs von 18 Pfund und freute mich schon auf die Überreichung des roten Kissens sowie der Medaille für den Fisch des Tages, als bei der letzten Drift (!) die Stunde von Piet kam: klammheimlich drillte er, was das Zeug hielt und konnte nach 15 Minuten den Fisch des Tages mit 22 Pfund in den Armen halten! Piet, falls du das hier liest: wir fordern eine Revanche nächstes Jahr! Nebenbei fingen andere Angler noch feiste Dorsche bis 16 Pfund, und Tanja fing neben einem feinen Seelachs von 8 Pfund auch einen kleineren Leng.
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Aramid Ultra Spin (Sänger): ein Kraftpaket von schwerer Spinnrute mit einer Länge von 3,00m und einem Wurfgewicht von 90-180gr, mit der Tanja zusammen mit der Avet JLX auf Seelachs und Pollack angelte.
Aramid Zander (Sänger): Tanjas neue Fjord-Spinnrute in 3,00m und 10-30gr Wurfgewicht, die so manchen Seelachs, Dorsch und Pollack bis 3 kg problemlos bändigte. Eher weiche Aktion.
Avet JLX: Tanja´s blaue Rechtshand-Multi-Wunderwaffe für das Bändigen von Seelachsen und Pollacks. Nach dem Einfummeln mit der sensiblen Schiebebremse und ein paar Perücken stellte sich in Paarung mit der Aramid Ultraspin der absolute Spaßfaktor ein – ein AVET-typisches Wunderwerk im Rollenbau!
Avet EX 4/ 02: schwere Zweigang-Multirolle der 20-30lbs Klasse. Unser Schweizer Uhrwerk unter den Rollen mit einer immenser Bremskraft und riesigem Schnurfassungsvermögen! Auch wenn der Heilbutt sie nicht getestet hat, so ließen sich doch Lumbs bis 9kg in Verbindung mit der Penn Millenium Stand Up 30lbs spielend in´s Boot holen. Auch wenn´s nicht beißt – alleine die Benutzung der Rolle ist schon ein Genuss für sich! *smile*
B 2 Luhr Jensen Squid und Jig: erstmals waren die fluoreszierenden Tintenfisch-Geheimköder im Einsatz, und das mit vollem Erfolg! Der größte B 2 wurde mit einem 500gr Stabpilker kombiniert und erbeutete gleich einen 4kg Leng und einen 5kg Lumb auf 80 Metern Wassertiefe! Der kleine Bruder, mit Jigkopf versehen, fischte sich prima an den leichten Spinnruten und fing Tangdorsche und Pollacks. Ich hätte die große Version gerne auch als Nachläufer mit ganzem Hering getestet, aber leider mangelte es an entsprechenden Angelstellen – aber nächstes Mal!
Bier: erfreulicherweise sind die Bierpreise in Norwegen gepurzelt! So lag der Bierpreis im COOP Dombås bei nur 26,90 NOK/ Liter für COOP-Bier und 31,90 NOK/ Liter für Carlsberg.
Bootsmotor: unser zuerst am Boot befestigte Yamaha 9,9 PS Zweitakter war schon in die Jahre gekommen und verreckte mitten auf dem Fjord jämmerlich, obwohl wir zuvor die Kerzen und den Benzinfilter akribisch geputzt hatten. Als kleine Fitness-Einlage durften wir die rund 5 km zum Haus zurückrudern. Gottlob fand sich noch ein neuerer 4 PS Mariner, der zuverlässig seinen Dienst tat, wenn auch um Einiges langsamer.
Brislinge / Staggs: Christian aus Schweden sei Dank – neben 100 tiefgefrorenen und nach Norwegen importierten Heringen bereicherten sie mit riesigem Erfolg das Naturköderangeln! Während die ca. 6cm langen Exemplare Rotzungen, Schollen, Knurrhähne und kleine Dorsche verlockten, fingen wir auf die 10cm langen Brislinge unsere größten Lumbs bis 9kg sowie Tanjas Katfisch mit 7,4kg! Diese größeren Brislinge hatten wir am Eisele Grundvorfach und am Eisele Katfischvorfach angeboten.
Catch and Release: drei Wochen Norwegenurlaub und jeden Tag auf dem Wasser – wir hätten hunderte von Fischen abschlagen können und wären schon nach der Hälfte des Urlaubes nicht in der Lage mehr gewesen, diese Filets mit nach Hause zu nehmen. Zu unserer Freude schwammen dutzende vorsichtig abgehakter Dorsche, Seelachse und Pollacks denn auch munter wieder vom Boot weg und werden hoffentlich noch viele Nachfahren produzieren! (siehe auch Filet-Ausfuhr)
Dackel: unser Golden Retriever „Paddy“ hatte sich unsterblich verliebt! „Fiffi Trixi Belle“, der Glatthaardackel von Kumpel Oddbjørn, war das Objekt seiner Begierde. Entsprechend missmutig blickte er denn auch zur Abreise drein – aber er weiß ja noch nicht, dass er seinen Schwarm nächstes Jahr wieder sehen wird!
Dombås: bietet einen Andenken-Laden, der alles an norwegischen Souvenirs bietet, was das Land bietet – vom kitschigen Troll bis zu edlem Küchengerät und tollen Norweger-Pullovern. Sehenswert! Tax Free wird angeboten. Der COOP-Supermarkt ist gut sortiert, und ein Geldautomat für ec-Karten ist auch vorhanden.
Dorsch: sie waren da, und das in guten Größen bis 8,2kg! Und was wir bislang immer nur von anderen zu hören bekamen, durften wir erstmalig live selbst erleben: große Dorsche, die die kleinen Seelachse zusammentrieben und direkt unter der Oberfläche raubten – die Fjord-Leoparden waren in einem unbeschreiblichen Fressrausch! Absoluter Favoritköder war über den gesamten Urlaub der schwarze und orangefarbene Pro Select in 90gr.!
Duralur-Pilker: die sollten wir für Holger testen und das mit gutem Erfolg. Durch die flache Form taumelte der Pilker verführerisch und überlistete etliche Dorsche am Grund!
Echos: was uns unser Lowrance X-85 Echolot an so manchem Tag auf dem Bildschirm zeigte, hielten wir zuerst für eine Demo-Fehlfunktion – riesige schwarze Wolken mit großen Sicheln darunter auf dem gesamten Bildschirm! Einfach unvorstellbar, wie viele Fische sich in dem Angelgebiet tummelten. Voraussetzung für das Finden dieser Hot Spots waren immer die Schwärme von jagenden Möwen.
Eitz-Blinker und –Wobbler: an der Ostsee tausendfach bewährt, holten uns diese Meerforellenköder etliche Seelachse, Dorsche und Pollacks vom Ufer aus an die Haken.
Fähre: immer wieder ein feiner Urlaubsauftakt und –ausklang! Erstmalig wählten wir die Strecke Rostock-Trelleborg mit Scandlines auf der Nachtfähre. Immenser Vorteil für Hunde- und Katzenbesitzer: mit vorheriger Anmeldung dürfen die Tiere mit in die Kabine! „Paddy“ liebte uns darauf umso mehr – er wusste halt nicht, was ihn zur Rückfahrt erwartete…Zurück ging es von Oslo nach Hirtshals mit der Color Line, und obwohl uns versichert wurde, dass der Hund in Ruhe im Auto schlafen kann, wies uns die Besatzung beim Beparken an, den Hund in einem extra Raum in eine Hundebox zu quetschen. Dass wir, obwohl es uns versichert wurde, nicht rund um die Uhr zu ihm konnten, wurde uns um 0:00 Uhr bewusst, als die Tür des Vorraumes abgeschlossen war. Am nächsten Morgen erwartete uns folglich ein sichtlich verängstigter Hund. Nebenbei bemerkt: auf der Color Festival gibt es keinerlei Tiefkühlmöglichkeiten beim Autodeck wie auf der Strecke Oslo-Kiel, obwohl wir beim Check-In ein Blatt mit großem Fischsymbol bekamen. Uns wurde aber angeboten, die Boxen mit zur Rezeption zu schleppen und dort abzugeben.
Fazit: Rostock-Trelleborg mit der Scandlines gerne wieder!
Filetausfuhr: seit 01.05.2004 ist die Ausfuhrmenge für Fischfilets per Verordnung auf 25kg pro Person begrenzt. Wir hatten keinerlei Kontrollen bei der Ausreise, führten aber ohnehin nur 75kg bei vier Personen mit uns.
Fliegenfischen: DAS war eine spannende Angelegenheit! Ich hatte extra für das Fliegenfischen am Fjord eine Teeny T 300 (superschnellsinkende) Fliegenschnur gekauft, diese auf meine kleine Lachsfliegenrolle gespult und an eine 10ft Einhandrute mit AFTM 8-9 geschraubt. Dann ca. 80cm Monovorfach und einen blauen Streamer mit Crystalflash angebunden und los ging´s. Die ersten Würfe waren erbärmlich, weil die Schnur sich in der Luft verhält wie eine Wäscheleine. Doch nach ein paar Würfen hatte ich mich eingefuchst – und fing als erstes einen Pracht-Pollack von um die 3kg! Dadurch waren wir so infiziert, dass wir öfter mal am Abend die Gerte schwangen und einige feine Pollacks und Seelachse drillen konnten.
Forelle: ja, leider hatten wir dieses Jahr viel zu wenig Zeit für Wanderungen an die Fjellseen, die in unserem Gebiet kostenlos zu befischen waren. Trotzdem versuchten wir unser Glück einen Tag an einem größeren See mit leichten Spinnruten, Mepps Größe 1 in Silber und Sbirulino, gepaart mit kleinen Nymphen. Leider bissen lediglich drei feine kleine Steinforellen in dem strömenden Regen, bis wir durchgefroren aufgaben. Tanja erbeutete dann nochmals drei Steinforellen im Bach neben unserem Haus und das war´s auch schon.
Flügelbutt: von den meisten Anglern angeblich wegen seines Geschmackes verschmäht, konnte ich meinem Vater mal wieder einen guten Flügelbutt mit in den Hafen bringen. Er biss auf 20 Metern Wassertiefe mit sandig-kiesigem Grund auf einen am Eisele Katfischsystem angebotenen ganzen Brisling. Dad hat der Butt sehr geschmeckt, schön gebraten mit Speck.
Gaff: immerhin zwei Gaffs, ein langstieliges zu kaufendes Gaff sowie ein selbstgebautes V4A Gaff, hatten wir täglich mit an Bord. Zum Einsatz kamen sie nicht ein einziges Mal, da wir die Fische entweder am Pilker, mit Kiemengriff oder mit dem Kescher landeten. Nur auf dem Kutter von Hustadvika aus kam ein extra langes Gaff für die Landung der Seelachse zum Einsatz, da die Bordwand sehr hoch war.
Gamba (Sølvkroken): der neue Köder in Form einer Garnele hatte seinen ersten Einsatz für uns dieses Jahr. Wir hatten die gedeckten Farben in Braun- und Schwarztönen dabei und fingen sowohl Uferdorsche bei langsamer sägeblattartiger Führung am Grund als auch Seelachse beim schnellen Einkurbeln. Leider interessierten sich Lachs und Meerforelle diesen Urlaub für keinen der angebotenen Köder, aber für diese Arten muss der Gamba ebenfalls sehr fängig sein!
Gegend: wir waren nun zum zweiten Mal in Møre og Romsdal, und es ist die landschaftlich schönste Ecke, die wir bislang in Norwegen kennlernen durften. Unser Haus lag rund 20km von Molde entfernt, und von der Veranda konnten wir sowohl den Moldefjord als auch die schneebedeckten Berge ringsum bewundern.
Gimbal: den können wir uns beim Naturköderangeln eigentlich gar nicht mehr wegdenken, wenn es darum geht, Bleie ab 800gr oder größere Fische aus den Tiefen hochzukurbeln. Wir benutzen die Penn-Gimbals mit Kugelkopf, die allerdings eine harte Kunststoffplatte haben und ziemlich drücken über den Tag. Tanja tauschte denn auch nach einer Woche und benutzte wieder den alten Gimbal mit Schaumstoff-Polsterung. Superbequem ist das Einholen aus großen Tiefen in Verbindung mit unseren Harnessen.
Harness: Premiere für uns war der Einsatz des besonders leichten Eisele Gurtharness beim mittleren und schweren Naturköderangeln. Bislang bezeichnete ich ja Angler mit einem Harness immer als Weicheier, aber diesen Urlaub hat sich mein Rücken ausdrücklich bei mir bedankt! Einfach Gurt angelegt, Karabiner in die Rolle einklinkt, Rute in den Gimbal und schon konnten wir bei Bedarf selbst beide Hände vom Rutengriff nehmen. Und erst das Hochholen der 1200gr Bleie – ein Genuss ohne die große Kraftanstrengung! Von nun an immer bei uns in Verwendung beim Angeln in großen Tiefen.
Haus: wir waren ja schon zum zweiten Mal im Ferienhaus, das immerhin eine Wohnfläche von 180qm aufweist und wirklich mit Allem ausgestattet ist, was man sich nur wünschen kann – inkl. 600 TV-Programmen von 4 verschiedenen Satelliten! Für 2005 haben wir gleich wieder reserviert, weil es uns dort so gut gefällt. Allerdings mieten wir privat direkt beim Vermieter, der aber nach unserem nächsten Urlaub sein Haus künftig selbst nutzen möchte – zum Leidwesen von Tanja und mir…
Gottlob gibt es in unmittelbarer Nähe noch etliche andere Ferienhäuser!
Heilbutt: auch in diesem Jahr haben wir wieder einmal erfolgreich um die Heilbutts herumgeangelt und keinen einzigen zu Gesicht bekommen. Anfang des Jahre ging aber einem Berufsfischer ein Scheunentor von ca. 150kg an die Langleine, und endlich haben uns die Einheimischen auch drei gute Stellen für das Angeln auf Heilbutt gesteckt – also schauen wir mal nächstes Jahr! Was uns neu war: in der Nähe gibt es eine Heilbutt-Farm, in der Heilbutt-Eier erbrütet und Jungfische herangezogen werden. Wenn einigermaßen gewachsen, werden die Heilbuttkinder an andere Farmen weitergegeben und dort so groß gezogen, dass sie in den Verkauf gelangen. Ich sehe schon den ersten Heilbutt-Put and Take bildlich vor mir.
Heringe: DIE Rettung! Schwiegervater wohnt in Kappeln/ Schlei und besorgte uns vom Berufsfischer 100 Heringe, die wir tiefgefroren mit nach Norwegen schleppten – klingt absurd, oder? Da wir die Gegend wie auch die Saison schon kannten, waren wir aber überglücklich, dass wir die Heringe dabei hatten. In den gesamten drei Wochen konnten wir gerade mal eine Makrele erbeuten. Zusammen mit den schwedischen Brislingen waren wir deshalb bestens bedient!
Hustadvika: liegt direkt am offenen Atlantik und ist eigentlich wegen seines großen Camps sowie seines großen Sandstrandes (ideal für Windsurfer und Wellenreiter!) bekannt, aber seit Eiseles Romsdalsfjord-DVD und Rainer Korn´s Norwegen-DVD ist der dort stationierte weiße Angelkutter weit über die Grenzen des Landes bekannt. Anfahrtzeit von Molde aus nach Hustadvika ca. 45 Minuten, vom Rødvenfjord aus ca. 2 Stunden.
Ideale Kombination: die muss ich an dieser Stelle wirklich mal besonders hervorheben! Es ist dies die Penn Nordcup Power Jig, gepaart mit einer ABU Ambassadeur Big Game 7001 HS und Berkley Trilene Big Game Monofilschnur 0,38mm. Wenn ich nur eine Rute mit nach Norwegen mitnehmen dürfte, ich würde diese Kombination wählen! Sowohl für das leichte bis mittlere Pilkangeln auf Seelachs, Pollack und Dorsch, für das leichte Grundangeln auf Plattfische bis zum leichten Naturköderangeln in Tiefen bis 60 Meter mit Bleien bis 300 Gramm auf Leng und Lumb reicht das Einsatzgebiet dieser traumhaften Gerätekombination.
Jägermeister: da haben zumindest unsere norwegischen Freunde einen wahren Faible für, und es ist fast ein Kultgetränk dort oben! Entsprechend schnell waren denn auch zum Mittsommerfest unsere Bestände geplündert. Also am besten immer eine Buddel dabei haben im Gepäck!
Jomfruhummer (norw. Sjökrebs, dtsch Kaisergranat): diese Kleinhummer essen wir leidenschaftlich gerne, und die Dorsche anscheinend ebenso – beim Ausnehmen fanden wir so manches Mal Massen von diesem Krebsgetier. Fazit: ruhig auch mal Garnelen und Taschenkrebse als Naturköder verwenden!
Jochen: mein Dad fing sich nach der ersten Woche eine dicke Bronchitis ein und entsprechend kaum Fisch, da er sich kurieren musste. Aber trotz seiner 78 (!) Jahre erblinkerte er vom Ufer aus einige feine Pollacks und Dorsche. Leider konnte er an seinem Vorjahreserfolg, einen Lachs an den Blinker zu locken (2003: ein Lachs von 5 Pfund) diesmal nicht anknüpfen.
Karsten: der Autor dieses kleinen ABC war wie immer begeistert vom Urlaub und auch mächtig zufrieden mit den Fängen.Er genoss es, alte Freunde wiederzutreffen und neue Kontakte knüpfen zu können. Zwei Bestmarken konnte er in der Kategorie Pollack und Seelachs für sich selbst setzen und auch den allerersten (Baby-) Katfisch an den Haken locken. Und vor allem den Kampf der Geschlechter einigermaßen in Schach halten. *hehehehe*
Katfisch (Steinbeisser): der allererste für mich, wenn auch mit ca. 1,5 kg eher klein, aber der bislang größte für Tanja mit 14 Pfund 400 Gramm! Wir beide fingen die hässlichen, aber schmackhaften Gesellen auf das Katfischvorfach von Eisele.
Katfischsystem: von Otto Reimers in Nordnorwegen entwickelt, fingen wir mit dieser hervorragenden Runningboom-Montage nicht nur die Katfische, sondern auch Flügelbutt, Leng, Lumb, Dorsch und Rotzunge. Ein für wirklich alle bodennahen Fische universell einsetzbares System, das wir mit Brislingen und Heringen beköderten.
Kescher: wir hatten zwei mit dabei – einen Bootskescher, der sehr oft und gerade für das Catch and Release eingesetzt wurde, und einen Kescher mit besonders langem Stiel für unser Spinnfischen auf den rutschigen Steinen am Fjord. Absolut empfehlenswert sind große Maschenweiten und ein dickes Keschergarn, sonst kann es sehr lange dauern, bis der in den Maschen verhedderte Drilling (und damit auch der Fisch) wieder befreit ist.
Landung: nein, nicht die der Allierten im 2. Weltkrieg, sondern das Landen des müde gedrillten Fisches möchte ich kurz hier erwähnen. Wir beobachten regelmäßig andere Angler, die bei jedem noch so kleinen Fisch zum Landen begeistert den Gaffhaken ansetzen. Ein Gaff mag auf großen Angelbooten oder Kuttern mit hoher Reeling sowie bei kapitalen Fischen ab ca. 20 Pfund eine notwendige Landehilfe sein – wir landeten aber alle Fische bis zu einer Größe von ca. 12 Pfund per Hand, wenn sie richtig gehakt waren. Hierzu packten wir entweder den Pilker (Vorsicht: an manchem Wirbel besteht Verletzungsgefahr, wenn der Fisch anfängt zu schlagen!) oder wir griffen hinter die Kiemen und hoben den Fisch heraus. Das schont nicht nur das Fleisch des Fisches, sondern erspart uns auch das das lästige Entheddern von Drilling und Fisch aus dem Kescher.
Leng: eigentlich unser Paradefisch, doch die Angelstellen in unserem Gebiet boten leider kaum aussichtsreiche Fangplätze wie felsige Abbruchkanten und Unterwassergebirge. So fingen wir denn auch nur Lengs bis zu 6 Pfund, sowohl auf den Pro Select als auch auf das Naturköder-Grundvorfach mit großem Locklöffel und halbem Hering oder Brisling als Köder.
Lippfisch: ziemlich unkonventionell mit einem Weidenstock, etwas Angelsehne, Einzelhaken und Fischfetzen, doch Tanja konnte einen vom Ufer aus erbeuten, der natürlich weiterschwimmen durfte.
Makrele: hatten wir im letzten Jahr noch zur selben Zeit etliche Makrelen erbeuten können, so war es in diesem Jahr Essig mit dem Tunfisch des kleinen Mannes. Aufgrund der Kälte blieben die Makrelen noch auf dem offenem Meer und ich konnte lediglich ein Exemplar per Blinker vom Ufer aus erbeuten. Dies als Warnung für Urlaubsgäste im Juni in Mittelnorwegen – besser Köder mitnehmen!
Maut: das lästige Übel im gesamten Land, mit dem die Regierung besonders kostspielige Bauvorhaben wie Tunnel, Brücken und Straßen mitfinanziert. Wenn die Einnahmen die Ausgaben für die Bauten gedeckt haben, fällt auch die Mautgebühr weg. Wir durften für An- und Abreise jeweils rund 400 NOK berappen, weil wir einen Tunnel, eine Brücke, zwei Fjordfähren und die Einreise nach Oslo bnutzen mussten. Also: auch diese Kosten – und das nötige norwegische Kleingeld – einplanen.
Michael Eisele: unser Sponsor ließ es sich nicht entgehen, vor der Händlereinkaufsmesse in London für zwei Tage beim Norwegenteam Eisele für ein Wettangeln um das rote Kissen vorbeigeflogen zu kommen. Er führte uns allen sein Insiderwissen denn dann auch gleich mit einem Dorsch von 16 Pfund vor, unüberraschend gefangen auf einen schwarzen Pro Select.
Mittsommer: DAS ist ein Thema für sich. Besonders, wenn man wie wir etliche nette Norweger kennt und den längsten Tag des Jahres an einem großen Lagerfeuer gemeinsam feiert. Dieses Jahr fiel der Mittsommer auf einen Mittwoch - wegen des folgenden Arbeitstages verlief die Party entsprechend harmlos und ging „nur“ bis 2 Uhr morgens. Trotzdem wurden zwei Buddeln Jägermeister und etliche Bier vernichtet.
Møre og Romsdal: für uns die schönste Gegend Norwegens! Mit Molde als Bezirkshauptstadt bietet diese Region auch Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Geirangerfjord, die Trollstigen, den Atlanterhavsvej (Atlantikküstenstraße), eines der ältesten Fischerdörfer Bud und das wilde Raumatal oder die den Anglern bekannte Insel Smøla. Die nördliche Grenze von Møre og Romsdal liegt unweit der Insel Hitra.
Mörrum-Blinker (Eisele): diesen Spinnköder kannten wir bislang nur vom Lachsangeln an der Mörrum und norwegischen Lachsflüssen. Doch ein Test der silbernen Modelle mit roter und reflexierender Folie vom Ufer aus zeigte, das auch Seelachse und Pollacks diesen Blinker zum Fressen gern haben!
Nerz (Mink): unser Fischrest-Recycler, der allabendlich vollkommen zahm um uns herumwuselte und für „Paddy“ allenfalls ein kurzes Fauchen erübrigte. Trotzdem sind diese Tiere nie handzahm, und das hat gottlob auch Tanja eingesehen, die sonst jedem „Och-Wie-Süß“-Vierbeiner nachstellt.
NOK: die Norwegische Krone. Wir teilten im Kopf immer durch 8 und hatten so den ungefähren Preis in Euro.
Norwegenteam Eisele: dazu gehören neben der Stammmannschaft Dieter und Michael Eisele sowie Otto seit diesem Jahr auch André (von André´s Angelshop Falkensee), Enrico (Servicemann im Angelcamp Kvenvær auf Hitra), Tanja und ich an. Ziel des Teams ist nicht nur das Erkunden neuer Reviere, Methoden und Köder, sondern auch das Berichten zum Thema Meeresangeln in den Medien und auf Veranstaltungen wie der Eisele Roadshow oder dem Norwegentreffen des Anglerboardes.
Oddbørn: ein Vorzeige-Norweger, wie er im Buche steht. Seit Geburt an am Nordatlantik großgeworden, Taschengeld als Fischer verdient, auf Expeditionen, Bohrinseln und auf Spitzbergen als Koch und Caterer gearbeitet, dazu ein eingefleischter Jäger! Sein abgerichteter Schweißhund ist der weiter oben gezeigte Dackel. Leider hat Oddbjørn die Multiples Sklerose fest in ihren Fängen, und so muss er jetzt mit Mitte 40 den Vorruhestand antreten. Dank seiner perfekten Englisch-Kenntnisse konnten wir auch in diesem Jahr wieder sehr viel über Land, Leute, Natur und natürlich über die Fische lernen.
Otto (Reimers): eigentlich muss ich hier keine großen Worte verlieren, denn Otto ist ein deutsches Urgestein des Meeresangelns, den es schon um die ganze Welt trieb auf der Jagd nach kapitalen Meeresräubern! Ihm verdanken wir unter anderem auch die Erfindung des Katfischvorfaches und des roten Kissens. Er ist Gründungsmitglied des Norwegenteam Eisele und war für eine Woche Gast in einem Ferienhaus von Uwe Onken. Spitze, denn so konnten wir uns zweimal sehen. Er hielt sich auch nicht zurück und fing u.a. einen Seelachs von 15 Pfund und einen Lumb von 18 Pfund.
Paddy: unser Lieblings-Golden Retriever (weil ja bis jetzt noch unser einziger) durfte wieder in sein Paradies – Landschaft zum Umherstreunen, Wasser zum Ständig-Naßsein und Kuhfladen zur perfekten Camouflage-Tarnung! Er dürfte einer der letzten Touri-Hunde aus Deutschland gewesen sein, der für seine Einreise nach Schweden 400 SKR zu löhnen hatte, denn ab 01.07.2004 fällt diese Gebühr flach. Neuerdings hat er Herzchenaugen, da er sich in die Dackelhündin verliebt hatte (er weiß ja nicht, dass er seinen Schwarm 2005 wiedersehen wird). Leider gab es mal wieder Massen an Zecken, und diese zum größten Teil direkt auf dem gemähten Rasen am Haus. Also Achtung, ihr Menschen!
Penn Nordcup Boat (Sänger): wir hatten die 30 und die 50lbs Ruten im Einsatz beim Naturköderangeln und waren vom Rückgrat der Ruten begeistert. Gepaart mit den hervorragenden Penn-Brückenringen und wahlweisem Rollerendring oder „normalem“ Endring zum Selbstmontieren sind sie selbst für Bleie bis 1500 Gramm geeignet. Unter anderem konnte Tanja ihren Katfisch mit der 30er Nordcup Boat bezwingen.
Penn International Standup 12-20lbs: die gute alte weiße IGFA-Rekordrute mit nur 1,75m und kurzem Metall-Griffteil sowie durchgehenden Rollerringen schaut schon auf dem Trockenen brachial-robust aus. Doch erst der Einsatz! Wir setzten sie zum Naturköderangeln ein, und sie schluckte Bleie bis 800 Gramm anstandslos mit einer perfekten Spitzensensibilität. Als meine Grundmontage meinte, sie müsse sich an die Langleine eines Fischers klammern, konnte ich diese zig Meter weit nach oben pumpen, bis der Wirbel aufgebogen war. Dieser Stecken kann es sogar mit dem norwegischen Heilbutt-Rekord aufnehmen – volle Punktzahl!
Penn Nordcup Power-Jig (Sänger): mein absoluter Liebling unter allen mitgenommenen Ruten mit einer Länge von 2,70m und einem Wurfgewicht von sage und schreibe 50 – 300 Gramm. Ich setzte diese Rute sowohl zum leichten Pilkangeln auf Seelachs, Pollack und Dorsch, zum leichten bis mittleren Naturköderangeln als auch zum Schleppangeln auf Lachs uns Seelachs ein. Das Wurfgewicht kann von minimal bis maximal voll ausgeschöpft werden, und sie hat jeden guten Fisch perfekt abgefedert und hochgepumpt! Gepaart war die Nordcup Powerjig mit der ABU Ambassadeur BG 7001 HS, was zu meiner Idealkombination wurde.
Penn International Stand Up 30lbs: eine nagelneu 2004 erschienene Rute, die nicht nur perfekt und robust verarbeitet ist, sondern auch über ein enormes Kräftepotenzial verfügt! Selbst beim 1200 Gramm Blei zeigte sie keine Wirkung, dafür aber jeden Biss von Lumb und sogar Rotbarsch. Gepaart hatte ich diese Rute mit einer Penn Senator 114 LH, und das passte wie die Faust auf´s Auge! Freue mich auf die richtig tiefen Großfisch-Angelgebiete nächstes Jahr.
Penn Senator 114 LH: ich setze mich ja schon lange für den Einsatz von Linkshand-Multis ein – jeder Rechtshänder hat nicht nur mehr Kraft im rechten Arm zum Pumpen, sondern kurbelt auch seine Stationärrollen mit der linken Hand. Warum also nicht auch eine Lefthander-Multi? Sie ist ein absolut zuverlässiges Gerät und hat mir all meine kapitalen Fische der letzten Jahre beschert. Für dieses Jahr hatte ich sie neu mit der Whiplash Pro in Stärke 0,28mm bespult, damit ich notfalls sogar einem neugierigen Eishai Paroli bieten kann.
Piet (Peter): eigentlich ein liebenswerter Zeitgenosse, hätte er nicht zur allerletzten Drift auf dem Angelkutter von Hustadvika aus den Tagesrekord mit einem Havsei von 22 Pfund hingelegt! Zu unserer allgemeinen Frustration baute er flugs auf dem Kaminsims einen Schrein auf, auf dem das rote Kissen, die Goldmedaille von Uwe Onken sowie eine brennende Kerze gebettet waren. Zu jeder Ausfahrt musste natürlich ausgiebig mit dem Kissen gewunken werden, bevor sich Piet auf diesem genüsslich hinsetzte. So musste jeder ständig hinschauen und die Schmach erleiden…
Pollack: eine neue Bestmarke war uns diesen Urlaub beschert in dieser Fischart! Ich konnte auf orangefarbenen 90 Gramm schweren Pro Select einen kapitalen 15 Pfund 400 Gramm schweren Pollack mit 98 cm erwischen. Daneben hatten wir rund ein Dutzend guter Pollacks zwischen 4 und 12 Pfund. So langsam werden wir mit diesen Burschen zu Specimen-Hunter, nach unserer altbewährten Angeltechnik: kleinen schlanken Pilker bis zum Grund taumeln lassen, 5-6 Pilkbewegungen und dann mit voller Geschwindigkeit bis zur Oberfläche einholen. Klappt perfekt!
Preise Norwegen: Ma und Tanja konnten feststellen, dass Vieles günstiger geworden ist in diesem Jahr – gerade frisches Gemüse und Obst ist nicht mehr so unverschämt teuer wie gewohnt. Wir Männer staunten auch über die Preise für Bier. Dafür haben sich Gebühren für Maut und Fjordfähren um 1-2 NOK verteuert. Und die Schachtel Zigaretten – wir durften etliche nachkaufen – liegt bei flotten 64 NOK sprich 8 €!
Pro Select Pilker (Eisele): wenn ich in Norwegen nur mit einem einzigen Köder auf´s Boot dürfte, der wäre es!!! Ein Wahnsinn, was wir alles mit diesem schlanken und relativ leichten Pilker in´s Boot holen konnten: Pollacks, Dorsche, große wie kleine Seelachse, Flügelbutt, Lengs, Lumbs, Wittlinge, Schellfisch und Rotbarsche! Der Renner war das schwarze Modell mit holografischer Fischschuppenfolie in 90 und 120 Gramm – auf den 120er fingen wir u.a. auch die Seelachse auf dem Angelkutter. Der Pro Select in orange bescherte mir meinen bislang größten Pollack, Bislang war ich der Meinung, ein Bergmann-Pilker sei das Non-Plus-Ultra in den Fjorden, aber wir banden die Pilker nicht einmal ab vom Wirbel, fischten fast ausschließlich mit diesen. Vielleicht sieht der Schwarze ja einem kleinen flüchtenden Seelachs, der ja bei zeitlichen Ermangelung von Hering und Makrele die Hauptbeute aller großen Meeresräuber ist, täuschend ähnlich? Absolut testenswert!!!
Qualität: unsere ersten Versuche anno 1993 begannen wir mit Tele-Pilkruten und Stationärrollen, die mit 0,40er Mono bespult waren. Dazu Tannenbaummontagen mit 5 bis 10 Beifängern, kein Echolot, keine Seekarte. Es ist schon verblüffend, wir sich die Technik innerhalb dieser 11 Jahre optimiert hat! Wirklich kein einziger Gegenstand unserer Angel-Ausrüstung hatte eine Fehlfunktion, lediglich zwei ð Søvik-Wirbel kamen offen ohne Pilker an die Oberfläche – wahrscheinlich aufgrund von Fischattacken, die den Wirbel für Beute hielten. Leider hat Qualität auch ihren Preis und will gut gepflegt werden. Wir spülten Rollen wie Ruten mehrmals im Urlaub mit Süßwasser ab und schmierten sie zum Urlaubsende an den wichtigen Stellen mit dem Spray WD-40, sehr zu empfehlen bei Schwergängigkeit und Korrosion!
Quatschen: hmmm, geruhsam war der Urlaub nicht gerade…So ziemlich jeden Abend hatten wir Besuch oder waren selbst einer, dafür konnten wir sehr viel Einblicke in das Leben dort oben gewinnen und sehr viele neue Angelstellen kennen lernen. Hörten, dass dieses Jahr u.a. schon ein 140kg Heilbutt und ein 30kg Seeteufel von den Berufsfischern gefangen wurden.Oder dass der Fang von Congern in dieser Ecke nicht selten ist und schon viele Exemplare über zwei Meter per Langleine gefangen wurden. Das größte Kompliment für uns aber war die Frage unserer Norweger, ob wir denn nächstes Jahr hoffentlich wiederkämen.
Rotbarsch: die gab es in Hülle und Fülle! Und sie waren so gierig, dass wir sie nicht nur am Naturködersystem, sondern auch an blanken Pilkern fingen. Einen Tag fischten wir sechs Stunden an einem tollen Spot mit unseren schweren Naturködermontagen – Ergebnis 10 Rotbarsche, sonst gar nichts. Leider ist es der kleine Rotbarsch, der selten mal größer als 20-30cm groß wird.
Rotes Kissen: besser als jeder Pokal! Wer in unserem Team den größten Fisch an Bord holt, hat das Anrecht, luxuriös auf diesem Po-Polster Platz zu nehmen – sehr zum Neid aller Anderen, die auf der blanken Bank Platz nehmen dürfen. Derzeitiger „Platzhalter“ auf dem roten Kissen ist Piet.
Schellfisch: die machten sich rar, und nur Tanja konnte ein schönes Exemplar von ca. einem Kilo erbeuten, und dieses noch auf einen großen Silberpilker!
Schwimmwesten: erstmals hatten wir in diesem Urlaub eigene Sicherheits-Schwimmwesten mit Gaspatronen und Automatikfunktion dabei. Einfach herrlich, diese orangefarbenen Feststoffwesten nicht mehr beim Angeln umhaben zu müssen! Allerdings waren unsere Westen nicht gerade günstig, denn für den Einsatz auf dem Atlantik sind Westen mit 275 Newton Auftrieb Pflicht. Aber sogar den Harness konnten wir unter der Schwimmweste bequem benutzen.
Seelachs: für die großen „Havseis“, wie die Norweger den großen Köhler auch nennen, kommen seit Jahrzehnten tausende von Anglern in die Region Møre og Romsdal! Jedes Jahr werden Kaliber von bis zu 36 Pfund erbeutet, und auch wir waren absolut zufrieden mit unseren Fängen. Rutenspitzen, die unter die Wasseroberfläche gezogen werden, kreischende Bremsen und lange Fluchten steil nach unten zeichnen diese tollen Fische aus. Wer so etwas noch nicht erleben durfte, der sollte sich einen Urlaub in dieser Region absolut vornehmen! Beste Zeit in den Fjorden für großen Seelachs sind der Juli und August.
Seezunge: ein neuer Fisch in unserer Liste der bislang gefangenen Fische. Gleich vier Exemplare fingen wir auf kiesigem Grund zwischen 14 und 25 Metern mit Brislingen und Heringsfetzen am Eisele Plattfisch-System.
Søvik-Wirbel: sie halten wirklich, was sie an Tragkraft versprechen. Selbst festsitzende Hänger konnten den Wirbel nicht aufbiegen, immer verabschiedete sich das Vorfach. Zweimal hatten wir allerdings geöffnete Wirbel und verlorene Pilker – ich denke, es lag an Fischattacken, die den Wirbel für Nahrung hielten und auf ihn gebissen hatten.
Sprechfunkgeräte: ich hatte zwei Geräte bei Aldi für 27 € gekauft und dort oben getestet. Sie funktionierten bestens, sowohl von Auto zu Auto bei Konvoi-Fahrt (gut für Blitzer-Warnung oder Rastplatz-Absprachen!) als auch vom Bootshaus zum Sommerhaus. Störungen gab es bei den verfügbaren Frequenzen überhaupt nicht. Außerdem sparten wir etliche Mobilfunkkosten – einziger Nachteil: sie ziehen die eingesetzten Batterien sehr schnell leer, besser ist der Einsatz von Akku-Batterien.
Tanja: wenn es nach meiner werten Frau ginge, würden wir schon in Norwegen leben, so sehr fühlt sie sich dort oben wohl! Auch wenn sie diesmal nicht den größten Fisch des Urlaubes fing, konnte sie mit ihrem Katfisch doch neue Maßstäbe setzen. Besonders glücklich war sie über ihre neue Penn International Stand Up, denn mit 1,62m Körperlänge sind ihr die Rutengriffe zum Pumpen bislang immer zu lang gewesen.
Trilene Big Game: seit Jahren setzen wir diese monofile Schnur erfolgreich ein und sind jedes Mal wieder begeistert von der Trakraft und Gleichmäßigkeit. Wir hatten sowohl Stationär- als auch Multirollen mit einer 0,38er bespult.
Uwe Onken: der Pionier des Camp-Angeltourismus für Deutsche in Norwegen lebt nun schon seit 21 Jahren am Rødvenfjord, hat mittlererweile mehrere Camps und Ferienhäuser sowie ein Hotel in der direkten Umgebung. Er ist ein absoluter Angelprofi in der Region und gibt natürlich alle Tipps an seine Gäste weiter. Ein Grund, warum er für 2005 schon wieder Massen an Buchungen seiner Stammgäste vorzuliegen hat. Uns erstaunte ganz besonders die Qualität und Funktion seiner (über 60!) Angelboote.
Vakuumiergerät: nachdem uns unser einfaches Folienschweißgerät im Stich gelassen hatte, kauften wir uns vor dem Urlaub ein teures Gerät in Form des Solis Genius. Mit diesem Gerät bekommt der Begriff „Vakuumieren“ denn dann auch eine volle Berechtigung, die Fischfilets wurden perfekt luftfrei abgesaugt und sauber verschweißt! Absoluter Kauftipp!
Video: insgesamt sind mal wieder drei Stunden Drills, Techniken und Eindrücke im Kamera-Kasten, und eine Kostprobe wird es in komprimierter Form beim Norwegentreffen 2005 in Berlin (www.norwegentreffen.de) zu sehen geben.
Viking (Silver): die Bootswerft Silver Viking hat ihren Firmensitz in unmittelbarer Nähe von uns, und so benutzten wir auch täglich eines ihrer 16ft Boote, das einwandfrei verarbeitet war und gut im Wasser lag.
Wetter: erst dachten wir, uns hätte es böse erwischt dort oben. Als wir dann im Fernsehen aber sahen, was zur gleichen Zeit in Deutschland an Regen, Sturm und Kälte vorherrschte, konnten wir sehr zufrieden den Urlaub genießen. Nicht ein Ausfalltag wegen Sturmes, und nur an wenigen Tagen gab es ein paar längere Schauer. Die Temperaturen bewegten sich allerdings zwischen 8 und 14 Grad, was uns nicht abhielt, es den Einheimischen gleich zu machen und oft im T-Shirt herumzuflitzen (härtet wirklich ab).
Whiplash Pro (Berkley): unsere multifile Schnur für den Einsatz auf die ganz großen Fische. Mit absolut dünnen Durchmessern bei extremen Tragkräften sind diese Schnüre für uns nicht mehr wegzudenken. Wir fischten die 0,17er mit 24kg Tragkraft beim leichten bis mittleren Naturköderangeln, die 0,28er mit 46kg Tragkraft zum schweren Naturköderangeln auf Leng und Heílbutt.
XXL-Laufpose: eine neue Angelmethode testeten wir auch – das Angeln mit einer 300 Gramm tragenden Sänger Wallerpose „Po“, 200 Gramm Laufblei und 2/0er Einzelhaken, der mit halbem Heringsfilet versehen war. Das Ganze wurde mit einer Brandungsrute und –rolle ca. 50 Meter weit zur Abbruchkante des Fjordes hinausbefördert, wo das Wasser rund 30 Meter tief war. Ein hervorragend entspannendes Angeln – wir setzten uns in die Gartenstühle, schlürften einen Wein und konnten die Posen prima beobachten. Leider konnten wir in Ermangelung größerer ufernaher Fische nur einige kleinere Seelachse und Pollacks mit dieser Methode verlocken, aber fängig dürfte diese Methode absolut sein. Nächstes Jahr wird auf alle Fälle der nächste Versuch unternommen!
Yozuri: von der japanischen Firma hatten wir ebenfalls überdimensionierte und selbstleuchtende Kalmare (Squids) dabei, die den B2 Luhr Jensen Squids sehr ähnlich sahen und die wir am Seitenarm mit längerem Vorfach plus Naturköder fischten. Leider ohne Erfolg, weil unser Revier für diese Art des Angelns nicht allzu sehr geeignet war.
Zoll: den sahen wir überhaupt nicht an der schwedisch-norwegischen Grenze, und das, obwohl wegen des bevorstehenden Mittsommers ein starker „Getränke-Pendelverkehr“ in Richtung Schweden unterwegs war inklusive Stau. Auch der schwedische Zoll interessierte sich nur für Paddy, eine sehr freundliche Dame studierte kurz die Papiere und wünschte uns dann einen schönen Urlaub.
Zum Ende: wie immer kamen wir uns vor wie im Paradies – keinerlei Dunkelheit, herrliche Stille und eine imposante Natur mit toller Angelei gepaart, mehr braucht es nicht zum Glücklichsein! Aber trotz dreier Urlaubswochen verging die Zeit viel zu schnell, als dass wir alles hätten testen und probieren können. So bleibt uns nicht weiter übrig, als uns auf 2005 und damit das nächste Mal Møre og Romsdal zu freuen – ha de bra, Norge!
Mit Gruß von
Tanja, Karsten & Paddy
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