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Quappen schnappen
Die Temperaturen sind frostig, der erste Schnee ist gefallen und beim Schritt vor die Haustür weht einem ein kalter Wind ins Gesicht. Lohnt es sich da wirklich noch angeln zu gehen? Auf jeden Fall, denn jetzt ist die beste Zeit zum Fang von Quappen (Rutten).
Die Süßwasserdorsche steigen, wenn es draußen ungemütlich ist, zu ihrer Laichwanderung die Flüsse hinauf und schlagen sich dabei ordentlich den Magen voll. Hartgesottene Angler haben jetzt hervorragende Fangmöglichkeiten. Im Sommer geht nur selten eine Quappe an den Haken. Wenn dann nur an ganz bestimmten Stellen, wo sie ihre Verstecke haben, denn sie ziehen bei warmen Wassertemperaturen nicht herum und nehmen nur Nahrung auf nach der sie nicht lange suchen müssen.
Besonders beliebt ist die Quappenangelei an Flüssen. Zwar beherbergen auch tiefe Seen zum Teil gute Bestände, aber hier ist es schwierig die Standplätze der Fische zu finden, zumal sich das Vorkommen nur auf verhältnismäßig wenige stehende Gewässer beschränkt. Quappen sind in allen Flussregionen zu finden. Gerade kleine Forellenbäche werden oft als Quappengewässer unterschätzt.
Gute Quappenbestände in Deutschland finden sich besonders in Oder, Elbe, Donau und Weser sowie allen Nebengewässern dieser Flüsse. Keine bedeutenden Bestände finden sich dagegen im Rhein und seinen Nebenflüssen.
Die besten Stellen zum Quappenangeln sind die Bereiche unterhalb von Wehren und Schleusen, da die Quappen dort auf ihrer Laichwanderung behindert werden und sich deshalb sehr viele Exemplare an einer solchen Stelle befinden. Ansonsten lohnt aber auch ein Versuch an Bachmündungen oder Mündungen von Altarmen. Wenn eine Schleuse in Betrieb ist, kann man es auch mal oberhalb davon versuchen, schließlich bieten sie den Quappen die einzige Möglichkeit flussaufwärts weiter zu kommen.
Am besten lassen sich Quappen nachts fangen, dabei ist die Zeit bis 22 Uhr meist am erfolgreichsten. Wetterlage und Wasserstand haben großen Einfluss auf das Beißverhalten der Quappen. Ich konnte bisher die besten Erfolge an regnerischen oder verschneiten Tagen mit Westwind und Temperaturen um 0 Grad oder knapp darüber verzeichnen. In kalten und klaren Nächten mit Ostwind lohnt das Angeln meist nicht. Steigenden Wasserstand mögen Quappen sehr.
Als Angelgeräte zum Quappenangeln benötigt man Karpfen- oder Feederruten, robuste Rollen, die am besten eine Freilauffunktion haben. Da geflochtene Schnüre bei Frost untauglich sind, sollte man ein 0,30er Monoschnur verwenden. Bei der Montage sind Experimente fehl am Platz. Eine klassische Laufmontage mit Anti-Tangle-Röhrchen ist ideal. Die Bleie sollten flach und schwer genug sein, so dass sie in der Strömung liegen bleiben. 0,20er bis 0,25er Vorfächer mit 2er bis 6er Haken komplettieren das Ganze. Manche Angler bringen Leuchtperlen auf ihren Vorfächern an. Davon, dass dies etwas bringt bin ich allerdings nicht überzeugt.
Da im Winter der Boden oft gefroren ist, sollte sie sich rechtzeitig Gedanken machen, wie sie ihre Ruten aufstellen können. Ein High Pod oder Brandungsdreibein ist eine nicht ganz billige, aber sichere Lösung. Wohl dem der an Geländern angelt.
Bisse werden beim Quappenangeln über die Rutenspitze angezeigt, welche man mit einem Knicklicht ausrüstet. Vor dem Anhieb sollte man noch kurz abwarten, damit die Quappe den Köder richtig schlucken kann.
Als Köder kommen Tauwürmer, kleine Fischchen und Fetzenköder in Frage. Es kann von Vorteil sein, den Köder mit einem Lockstoff zu behandeln. Leider bietet die Geräteindustrie noch keinen Quappenlockstoff an, doch ein spezielles „Wundermittel“ für die Süßwasserdorsche muss es gar nicht sein. Ein Lockstoff für Hechte, Zander oder Aale ist ebenfalls geeignet.
Veit Wilde
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