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Shimano Kuttertour

Am 04.11., einem Donnerstag, war auch das Anglerboard/Anglerpraxis von Shimano zur Präsentation der neuen Rutenmodelle Nexage und Beastmaster eingeladen. Da ich sowieso zwecks Zusammenbau meines neuen Computers zu Dok musste, passte das also hervorragend. Was nicht so passte, war unser Terminplan, das werden wir das nächste Mal mit Sicherheit anders lösen.

Denn so starteten wir um 2 Uhr in der Nacht in Kassel, um am frühen Morgen rechtzeitig in Heiligenhafen zu sein. Wenn man schon eingeladen wird, sollte man ja wenigstens pünktlich sein. Das abendliche „Computerbasteln“ und die Fahrt mitten in der Nacht sowie die gut geheizte Kabine auf der MS Karoline setzten Doks Kreislauf aber so zu, dass er lieber an Land blieb.

 
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So musste ich also alleine sowohl das Anglerboard vertreten wie auch angeln und fotografieren. Aber watt mutt, datt mutt - und wenn’s muss, dann geht’s auch irgendwie.

Petra Krichel und Frank Beißel begrüssten die anwesende Schar der Angeljournalisten und stellten die Ruten und Rollen zum Testen – sowie ein Shimano Basecap, damit auch alle erkennbar waren.

Da leider der Bordlautsprecher auf der Karoline kaputt war, „und die 3 Elektriker in Heiligenhafen wohl kein Geld brauchen“ (O – Ton Heiko Stengel), musste er die neue Anlage auf Fehmarn bestellen und wir mit den mündlichen Ankündigungen seiner Frau auskommen. Und sie teilte uns auf charmante Weise mit, dass die Anfahrt ca. 54 Minuten dauern würde und wir bei ca. 11 Metern anfangen würden zu angeln.

Also genügend Zeit um die Rollen auf den Ruten zu montieren und auch noch ein bisschen zu klönen und evtl. sogar noch mal kurz die Augen zu zudrücken. Ich organisierte mit eine Nexage in der Länge von 3,30m, was ja gut zu meinen auch nicht gerade kurzen 1,87 m passte. Ausserdem bin ich zugegebenermassen ein Anhänger längerer Ruten auf dem Kutter. Dazu passte die Technium F4000 hervorragend. Bespult war sie mit einer 12er geflochtenen, die zwar sehr schön gelb war, mir aber einen etwas flach geflochtenen Eindruck machte.

Dennoch liess sich mit diesem Gerät einwandfrei werfen. Bei dem flachen Wasser und relativ geringer Drift wären auch Pilker zwischen 30 und 60 Gramm sicher optimal einzusetzen gewesen. Shimano hatte zwar 2 Kisten mit Pilkern und mehrere kleine Kästen mit allem Zubehör parat, leider waren die leichtesten Pilker immer noch 60 Gramm schwer. Dank des doch sehr steifen Rückrates der Rute und der gut bespulten Rolle liessen sich aber problemlos auch sehr weite Würfe bewerkstelligen.

Und es liess sich nach meinem Geschmack auch sehr gut mit der Rute arbeiten. Durch die Länge konnte man alle Führungsvarianten optimal durchspielen, vom richtig hoch über den Grund wegziehen bis hin zum schleifen lassen direkt am Grund. Wie immer angelte ich erst mal mit einem Pilker solo, da mir das normalerweise gerade in der Andrift immer die besten Erfolge bringt.

Umstellen wollte ich erst, wenn sich zeigte dass die Dorsche wie wild sauf andere Köder beissen würden. Neben mir stand Micha Szameit vom Blinker, der die Nexage in der 2,70m Version führte und der damit wie ich auch gute Wurfweiten erreichte. Als nach den ersten Driften in unserer Gruppe am Bug immer noch kein Dorsch in Sicht war, zeigte sich das in Shimano – Chef Frank Beißel ein „richtiger“ Angler steckt. Während sich beim einen oder anderen Journalisten doch eine gewisse „Ermüdung“ auf Grund ausbleibender Dorsche einstellte – mich eingeschlossen – beschwor Frank vor jeder Drift erneut die Dorsche und angelte vom ersten Hupton bis zum abhupen durch.

Dass wenig Fisch zu erwarten war, war mir schon nach den ersten Gesprächen mit den Anglern klar, die schon mehrere Tage mit der Karoline rausfuhren. Sie berichteten, dass der Wind in den letzten Tagen beinahe täglich seine Richtung geändert hatte, dies hatte den Dorschen nach meinen Erfahrungen noch nie gefallen. Das bestätigte mir auch später Heiko Stengel, der Käpt`n der MS Karoline, als ich in auf der Brücke besuchte.

Erst so knapp vor Mittag kamen dann ersten wenigen Fische an Bord, aber da konnte man kaum davon reden, dass die eine oder andere Methode oder Führungsart der Köder besser wäre. Der einzige der wirklich einigermassen fing, war ein Angelkollege am Heck, der Wattwürmer benutzte, allerdings meist eben eher kleinere Dorsche, dafür hatte ich noch mindestens einen „Platten“ in seiner Kiste gesehen. Aber selbst das „geballte Können der versammelten Angelfachleute“ am Bug konnte kaum einem Dorsch den Weg über die Reling zeigen.

Wir lästerten schon bei Frank Beißel, dass wir jetzt zwar die Wurfeigenschaften schon prima getestet hätten, aber die Beurteilung der Drilleigenschaften natürlich bisher eher mager ausfallen musste. Wie zufällig die Fänge waren, konnte man am ersten meiner zwei Dorsche sehen: Dem musste ich praktisch ins Maul geworfen haben, den Biss spürte ich nicht, da ich zugegeben durch die mangelnden Fänge schon etwas unkonzentriert angelte. Als ich nach dem absinken des Pilkers anfangen wollte zu pilken, zappelte am anderen Ende schon der Dorsch. Immerhin deutlich über Mass, dürfte so gute 50 cm gehabt haben.

Mit einem Fisch dieser Grösse hatte die Rute natürlich keine Probleme. Da ich selber ja eine eher progressive Aktion im Drill bevorzuge, war mir aber die Nexage da etwas zu hart. Bei einem Dorsch dieser Grösse bewegt sich praktisch nur der Spitzenteil der Rute, während das Rückrat gerade wie ein Besen war. Aber da heutzutage viele Angler eine solche Aktion schätzen, da sie das Werfen und auch das erkennen der Bisse einfacher macht, dürfte Shimano mit dieser Rute sicherlich Erfolg haben. Hier gehts ja auch nicht um meinen persönlichen Geschmack!!

Ich habe Pilker von 60 bis 100 Gramm zum Testen wirklich problemlos geworfen, die Rute hat sicher auch noch Reserven nach oben, am besten liessen sich aber die Pilker zwischen 60 und 80 Gramm werfen. Die Rute selber machte von der Verarbeitung her einen absolut guten Eindruck, wie eine solche Rute nach einem Jahr Gebrauch aussieht, lässt sich bei so einem kurzen Test natürlich nicht beurteilen – aber Shimano ist ja eigentich für eine gute Qualität bekannt.

Wie Ihr alle auf den jetzt folgenden Fotos sehen könnt, hatten wir trotz der mageren Ausbeute an Fischen dennoch einen schönen und erlebnisreichen Tag verbracht. Danken möchte ich auf diesem Wege auch noch mal Frank Beißel und Petra Krichel für die Einladung, ebenso wie Heiko Stengel und seiner Besatzung für seinen Service und die Bemühungen, uns alle doch zum Dorsch zu ringen, trotz der schlechten Voraussetzungen.

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Thomas Finkbeiner




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