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Aero vom 15. bis 22.10.05
Abfahrt 15.10.05, morgens um 04.00 in Ahlten bei Hannover, endlich. Ankunft wie abgesprochen pünktlich um 10.00 an der Hütte auf Aero. Von unserem Vermieter weit und breit keine Spur. Versucht telefonisch zu erreichen, nüscht .
Sind dann auf dem Hüttengelände rumgelaufen, um herauszufinden welche Hütte für uns bestimmt war. In Hütte Nr. 2 steckte ein Schlüssel und sie sah unbewohnt aus, also gleich in Beschlag genommen und Gerödel ausgepackt.
Nochmals versucht unseren Vermieter zu erreichen. Klappte auch, aber er war noch auf dem Meer. Na ja, nicht weiter schlimm. Wir sind erst mal losgeschossen und haben die restlichen Kleinigkeiten eingekauft.
Als wir unsere erste Urlaubskaltschale zu uns nahmen, kam auch unser Vermieter. Ich glaub, der hat das gerochen . War außerdem gerade dabei sich das Rauchen abzugewöhnen, wär's glaubt . Bedeutete im Klartext, dass er keine eigenen Zigaretten hatte. Raucht somit nur noch die holländische Marke, also van Andern.
Kurze Klönschnack was wir vorhatten und wo er das Boot hinschleppen sollte, was wir für die Woche gemietet hatten. Er sagte uns aber gleich, dass wir es sehr schwer haben werden, vom Boot aus Dorsche zu fangen, weil diese bis zum Stehkragen mit Krebsen vollgefressen sind. Hhhmm hhhmm, hört sich nicht so gut an. Aber schau'n wir mal.
Mit Meerforelle sollte es sehr gut laufen. Ein Angler hatte in der Woche davor sage und schreibe 27 Mefo's gefangen, wobei aber nur zwei blank waren. Mein Kumpel und ich haben dann eigentlich gleich Abstand davon genommen überhaupt auf Mefo's zu fischen. Sollen sie doch in Ruhe nen büschen Spass haben.
Erschwerend kam hinzu, dass der Wind just an unserem Ankunftstag auf Ost gedreht hat . So'n Mist. War aber eigentlich bisher immer so.
Für unseren ersten Abend war wie üblich ne Blinkersession an unserem Lieblingsstrand, Dunkaer, angesetzt. War aufgrund des recht kräftigen Ostwindes ne sehr interessante Sache. Trotz widriger Umstände konnten wir einige Leo's verhaften. Der Anfang war gemacht.
Am Sonntag und Montag sind wir mit dem Boot raus. Was soll ich sagen, unser Vermieter sollte recht behalten. Wir haben zwar Dorsche gefangen, aber es war doch äußerst mühselig. Abends beim Blinkern haben wir fast genauso viele erwischt.
Wir haben mit unserem Vermieter gesprochen, ob wir das Boot zurückgegeben könnten, obwohl wir es ja ursprünglich die ganze Woche gemietet hatten. Kein Problem sagte er, sehr nett . War im Nachhinein ne sehr gute Entscheidung, weil der Wind immer mehr zunahm und wir sowieso nicht mehr hätten raus fahren können.
Dienstagvormittag sind wir zum Plattenfischen gegangen. Wir hatten im April ne Stelle gehabt, wo wie in vier Stunden dreißig Platten verhaften konnten. Nur damals waren sie nach dem Laichgeschäft noch recht mager. Das sollte ja wohl jetzt im Herbst anders sein .
Erst mal ging aber gar nichts. Ganz im Gegenteil, beim Einholen hatte man Unmengen von Seegras am Haken. Mein Kumpel konnte lediglich eine und ich sieben Platten dingfest machen. Die Burschen hatten aber schon wieder nur Poppen im Kopf. Jedenfalls waren die meisten schon gut mit Laich gefüllt.
Ooohh, dat läuft hier alles aber nicht gut an .
Abends sind wir dann zum Brandungsangeln gegangen. Was für ein Abend.
Mein Kumpel stand so ca. 80 m neben mir und fing bei 60-70 m einen Dorsch nach dem anderen. Ich musste die Ostsee beackern mit allem was die Ruten und mein Wurfkönnen hergaben, um mir meine Dorsche zu erkämpfen. Auf der Entfernung von meinem Kumpel bis bei mir überhaupt nichts. Letztendlich hatte mein Kumpel 28 Dorsche zum Mitnehmen und ich 12.
Wow, soviel hatten wir noch nie beim Brandungsangeln gefangen. Aber es sollte noch besser kommen.
Wir dachten uns, wenn die Dorsche in 60-70 m Entfernung beißen, könnten wir am nächsten doch an diesem Strand blinkern, um vielleicht ein paar der dickeren Brüder zu überlisten.
Leider haben wir dann Clark Gable und seine Crew getroffen. Die drehten da gerade ne Szene aus "Vom Winde verweht". Wir mussten unser Unterfangen daher nach kurzer Zeit wieder aufgeben .
Wir haben dann nen Kniffel-Abend eingelegt. Bedingung bei dem Spiel war, dass wenn einer einen Kniffel schmeißt, der andere einen Kurzen trinken musste. Wir haben am nächsten Tag etwas länger als sonst geschlafen.
Angestachelt von unserem ersten Brandungsangeln sollte es am Donnerstag noch mal losgehen. Wir haben wie die großen "Angler verändern die Landschaft" gespielt und die halbe Bucht umgegraben. Man sah das da aus. Aber so hatte jeder ca. 150 Wattis und Rückenschmerzen. Kaum waren wir fertig, fing es an zu schütten und zu stürmen. Schitt, sollte unsere anstrengende Buddelei wirklich umsonst gewesen sein.
Wir haben uns aus Verzweiflung ins Bett gehauen, bevor wir wieder anfangen zu kniffeln.
Gegen 16.00 Uhr habe ich mal aus dem Fenster geguckt. Kein Regen mehr, nur noch Wind. Also nichts wie los.
Als wir am Strand ankamen haben wir unseren Augen nicht getraut, boohh wat ne Brandung. Und was für ein Wind. Wir waren echt am zweifeln, ob wir es überhaupt wagen sollten. Egal, wenn wir schon mal hier sind.
Ich habe eine Rute fertig gemacht und war gerade dabei meine zweite zusammen zu stecken als mein Bissanzeige auch schon nach oben ging. Erst dachte ich noch, dass ist der Druck auf die Schnur durch die Brandung, aber ich guckte mal lieber nach und am anderen Ende hing ne Platte.
Yes, das fängt ja gut an. Und ich hatte Vorsprung vor meinem Kumpel, mit dem ich noch ne Rechnung vom ersten Brandungsangeln offen hatte.
Nach ner halben Stunde hatte sich das aber erledigt. In der Zeit fing mein Kumpel eine Platte und drei Dorsche . Es war zu Mäusemelken. Da war kein Kraut gegen gewachsen. Der muss irgend ein Loch erwischt haben.
Der Wind wurde immer stärker, die Brandung auch und es fing leicht an zu regnen. Ich ahnte böses. Kurzer Blick zu meinem Kumpel, was machen?, einpacken bevor es uns richtig am Ar.... hat.
Der aber hatte gar keinen Blick für mich übrig, war viel zu beschäftigt mit Fische fangen. Das gibt es doch nicht. Der Regen hat dann Gott sei Dank wieder aufgehört, aber der Wind wurde immer Stärker.
Bei mir hat es zweimal mein Dreibein samt Ruten in die Luft gehoben und umgeworfen. Hab dann nen Sack Steine rangehängt, dann ging es. Unsere Bissanzeiger konnte man völlig vergessen.
Ob ein Fisch biss, konnte man so gut wie gar nicht erkennen. Aber sie bissen und wie. Durch den starken Wind konnte man max. 40 m weit werfen. Und da war der Dorsch. Wir haben einfach ausgeworfen unsere Rutenspitzen beobachtet und jedes Mal, wenn sie sich nach unserem Denken anders bewegt haben, nachgesehen.
Man war das ne Ackerei. Um 23.30 Uhr haben wir aufgehört, weil jeder seinen Eimer voll hatte. Wir wollten schon mal zwischendurch aufhören, aber das ging nicht, ehrlich. Es war der Brandungsabend unseres Lebens.
Mein Kumpel hatte 40 Dorsche (bis 60 cm) und drei Platten, ich hatte 39 Dorsche (bis 55 cm) und eine Platte.
Wir haben bis morgens um 03.00 Uhr filitiert, noch ne Pilsette niedergekämpft und sind total erschöpft, aber glücklich ins Bett gefallen.
Freitag sind wir gar nicht mehr angeln gewesen. Wir hatten genug Fisch. Wir haben ganz in Ruhe unsere Sachen gepackt, Leergut weggebracht, noch nen büschen gekniffelt, sind recht zeitig ins Bett und Sonnabendmorgen um 07.30 Uhr wieder nach Hause.
Es hat zwar nicht alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben, aber es war mal wieder eine geniale Woche auf Aero.
Wir kommen mit Sicherheit wieder.
sunny
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