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Regen, Wind und Hechte!
Heute sollte es so weit sein, ein traditioneller Hechtansitz in den frühen Morgenstunden sollte es werden. Pünktlich um 5.40 Uhr klingelte mein Wecker. Schnell stieg ich aus dem Bett und fand mich kurz darauf unter der Dusche wieder. Nun war ich richtig wach und es sollten Taten folgen. Müde, jedoch erwartungsvoll und vorfreudig schüttete ich schnell den allmorgendlichen Kaffee in mich hinein. Ich wollte eigentlich nur meine Gummistiefel aus dem Wagen holen, als ich dachte mich knutscht ein Karpfen. Es goss wie aus Eimern. Pünktlich zur Hechtsaison fegte ein heftiger Spätherbststurm über das idyllische Bayernland. Ratlos stand ich vor der Fensterscheibe - was sollte ich machen? Den Flotation-Anzug rauskramen und mich damit „ansetzen“? – Nein
Irgendwann kam ich dann auf die Idee, dass ich ja eigentlich auch mal Spinnfischen gehen könnte, denn das wäre nicht ganz so unangenehm. Nachdem ich nach langem Suchen eine Rute gefunden hatte, die man mit viel Phantasie und etwas gutem Willen als Spinnrute missbrauchen könnte. Stand ich vor dem nächsten Problem, welchen Köder sollte ich eigentlich nehmen?
Mine „Köderbox“ hatte ich in der anderen Wohnung vergessen, aber für gewöhnlich liegen im Handschuhfach immer ein paar Spinnköder. Die Auswahl war atemberaubend, ein neuer Kopyto und ein lädierter 0815-Gummifisch, den ein Kollege kürzlich aus dem See gezogen hatte, und ihn mir zusteckte. Der Kopyto war mein Letzter und mir deshalb irgendwie zu schade für die Hechte in dem hängerträchtigen Gebiet. So blieb mir nichts anderes übrig als mit dem „alten Haudegen“ loszuziehen.
Jetzt galt es keine Zeit mehr verlieren, ab ins Auto! Bereits 5 Minuten später klatschte der Gummifisch schon das erste Mal aufs Wasser. Das Wetter war äußert unangenehm, kalt, nass und windig. Doch bei Sonnenschein kann schließlich jeder Angeln gehen oder?
Völlig vertieft in meine Gedanken holte ich den Gummifisch ein ums andere Mal ein. Nach einer kleinen Ewigkeit plötzlich ein kurzer Ruck in der Rute, hey da war doch was? Schon bemerkte ich ein „Schütteln“ am anderen Ende. Nach kurzem Drill kam dann auch schon ein Hecht von max. 50cm zum Vorschein.
Er schaffte es zum Glück, sich noch im Wasser selbst zu befreien. Die Hechte waren also in „Beißlaune“. Sehr schön!
Nachdem ich erfolglos ca. 2 km „Strecke“ gemacht hatte, gelangte ich endlich an einen richtigen Hotspot. Hier ist eigentlich immer ein Hecht zu holen, das Problem ist nur, dass man zu dieser Angelstelle ca. 3km laufen muss, und ich mich nur selten, sehr selten dazu aufraffen kann mit der „Ansitzausrüstung“ so weit zu wandern.
Unter dem Baum finden die Hechte einen guten Unterstand und im Schilf tummelt sich immer etwas Kleinfisch.
Mit einem gekonnten Wurf ließ ich den Gummifisch unter dem Baum eintauchen und führte ihn ganz langsam über den Grund. Ich versuchte es mit dieser Taktik ca. 7-8 Mal, doch sie brachte keinen Erfolg!
Ich musste mir etwas anderes überlegen, so versuchte ich nun den Gummifisch durchs „Mittelwasser“ zu ziehen. Beim 3 Wurf bekam ich einen „Anfasser“. Aha, hab ich es doch gewusst.
Also nochmal rein und PENG! Der Gummifisch war kaum unter Wasser da knallte der Hecht schon drauf. Ein Bilderbuchdrill folgte. Der Fisch nahm Schnur, und drehte sich immer wieder aus dem Wasser!
Es ist schon atemberaubend wie Hechte manchmal „explodieren“ und das Wasser schäumen lassen!
Nachdem der Fisch ausgedrillt war, glitt er über die Kescherkante und konnte gelandet werden.
Ich sah, dass der Haken nur im Maulwinkel saß und konnte ihn ohne Mühe lösen könnte. Ein schöner „Herbst-Hecht“ war der Lohn für die Strapazen.
Einen heißen Herbst wünscht
Franz-Josef Hollweck (Franz_16)
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