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Angeln lernen oder "betriebsblind??
Es gibt erfolgreiche Angler, es gibt weniger erfolgreiche Angler. Manch ein Angler legt Wert auf optimales Gerät, der andere fängt seine Fische mit eher "vorsintflutlichem" Gerät und Methoden. Manche wollen einfach nur entspannen, andere sind nicht glücklich zu bekommen, wenn sie nicht mehr Fische als der Angelkollege gefangen haben.
Warum aber ist der eine Angler erfolgreicher als der andere?? Kann man das Angeln "lernen" oder braucht man dazu eine genetische Veranlagung, sozusagen den "Jagdtrieb"?? Kann man den Erfolg beim Angeln überhaupt stumpf in Stück und Kilo messen?? Oder ist es schon ein Erfolg, wenn man abseits von Büro und Familie am Wasser sein kann??
Natürlich gibt es die Prüfung zum Erwerb des Fischereischeines. Lernt man aber dabei das Angeln?? Natürlich kann man Kurse buchen, Guides mieten und so zum Erfolg kommen. Hat man dann auch was gelernt oder nur von den Kenntnissen anderer profitiert??
Zuerst muss ja jeder einmal für sich selber definieren, was den Erfolg beim Angeln für ihn ausmacht. Natürlich will jeder Angler gerne möglichst viele und möglichst grosse Fische fangen. Für mich selber ist aber nicht der letztlich zu zählende Erfolg das ausschlaggebende. Dann könnte ich auch an einen "Forellenpuff" sitzen und so möglichst viele Fische fangen - ist es ein gutgeführter "Puff", besteht da auch immer die Chance auf einen grossen Fisch.
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Nein, mich reizt die "Jagd" als solches. Also unter jeder Bedingung an jedem Gewässer das möglichst optimale rauszuholen. Dass können in einem kleinen Teich dann maximal pfundschwere Karauschen sein, an einem See in dem keine grösseren vorkommen auch der 5 - Pfund - Zander. Am Neckar ist es mein Ziel, irgendwann einmal den 50 - Kilo - Waller zu fangen.
Das schöne dabei: Auf dem Weg dahin muss man zwar immer wieder Rückschläge - sprich Schneidertage - einstecken, aber irgendwas geht doch immer. Investiert man dann seine Zeit, um das jeweilige Gewässer kennen zu lernen, vergrössert das nicht nur die Chancen auf den "Zielfisch", sondern bringt nebenbei immer wieder gute Fänge, über die man sich freuen kann. Und was man am einen Gewässer über die dort vorkommenden Fische gelernt hat, muss natürlich nicht auf die Fische eines anderen Gewässers zutreffen - Aber durch die intensive Beschäftigung mit dem einen Gewässer kann man ein anderes leichter kennen lernen.
Kann man das jetzt als "Angeln lernen" verkaufen?? Oder ist da s nur meine persönliche Vorliebe und Einstellung zum Angeln??
Natürlich gibt es auch andere Angler. Die versuchen endlich den Karpfen, den Hecht, den Waller zu fangen und die ihre Gewässer, ihr Gerät und ihre Angelmethoden optimal auf den gewünschten Zielfisch abstimmen. Obwohl mir selber das zu stressig wäre (warum soll ich mich auch noch beim Angeln unter Druck setzen??) kenne ich genügend solcher Specimen - Hunter, die genauso entspannt ihrer Passion nachgehen wie auch ich. Das Schöne dabei: Im Gegensatz zu einem eher "Allroundangler" zu nennenden Zeitgenossen wie mir kann man von den Spezialisten vieles lernen.
Denn die fast ausschliessliche Beschäftigung mit nur einer Fischart oder Angelmethode kann natürlich Erfahrungen hervorbringen, die ich mangels Beschäftigung und investierter Zeit in diese eine Methode/Fischart gar nicht bekommen kann. Ausser eben durch Gespräche mit solchen Kollegen. Und deren Erfahrungen helfen mir wieder dabei, meine Methoden zu optimieren. Umgekehrt erhalten diese Spezialisten auch von den Normalanglern, die vielleicht auf ganz andere Fische angeln, immer wieder Tipps, die sie beim Angeln auf ihren jeweiligen Zielfisch auch mal was Neues mit Erfolg ausprobieren lassen.
Sind diese "Specimen" jetzt die richtigen Angler?
Ist das "Angeln lernen", weil man sich auf eine bestimmte Methode konzentriert und so deren Feinheiten auch begreifen lernt?
Und es gibt die reinen "Freizeitangler", die einfach nur am Wasser entspannen wollen. Die gemütlich am Wasser sitzen, einen Wurm, Teig oder Mais an simplen Montagen ins Wasser hängen. Die gemütlich auf dem Stuhl sitzen, am liebsten in der Sonne, die sich ein Bierchen genehmigen und sich übe jeden Fisch freuen. Aber auch diese Angler kann das Jagdfieber packen. Wenn man neben ihnen mit der Spinnrute und dem Twister einen schönen Zander fängt, wollen auch sie natürlich gerne einen fangen. Dass sie jetzt aber die Kunstköderrute schwingen würden, soweit geht das dann doch nicht.
Aber statt Kartoffel oder Mais einen Köderfisch oder einen Fetzen montieren, das ist ja schnell passiert. Und oft genug fangen sie dann auch ihren Zander - Oder einen sonstigen Räuber.
Haben diese Angler vielleicht am ehesten begriffen, wie man angelt?? Nach dem Motto "in der Ruhe liegt die Kraft", ohne Stress und Wettbewerbsdruck??
Ist das Angeln lernen, wie es sein sollte??
Oder ist Angeln nicht einfach für jeden etwas anderes?? Der eine muss ich mit entsprechenden Fängen bestätigen, der andere freut sich einfach am Wasser zu sein und wieder ein anderer wollte bloss Frau und Familie entfliehen. Ist der eine Angler besser als der andere? Ist die eine Methode besser als die andere??
Ich denke nein, jeder soll, kann und darf für sich selber entscheiden, wie er Angeln will, und auf was er wert legt. Kann man also Angeln lernen?? Eigentlich nicht, denn das "Anglern" oder den Angler gibt es eben nicht. So kann jeder nur das lernen, was er für seine Situation für richtig und/oder angemessen hält. Muss der eine die Entspannung lernen, sollte der andere vielleicht einmal die grundlegenden Knoten lernen.
Und das ist unter anderem das, was mich auch am Anglerboard begeistert:
Hier haben alle ihr zu Hause: Kochtopfangler, C+R - Freaks, Kunstköderspezialisten, Freizeitangler, Forellenseebesucher, Karpfenspezis und so weiter.
Und von allen konnte ich bisher profitieren. Den nichts ist schlimmer, als "betriebsblind" zu werden und nur noch seine eingefahrenen Pfade zu wandeln - Sei es beim Angeln oder sonst im Leben. Und da konnte ich im Board schon viele Anregungen sammeln, habe viele Tipps bekommen, viele Ideen aufgenommen, umgesetzt - aber auch wieder verworfen.
Auch auf diesem Wege möchte ich mich dafür bei allen Boardies einmal bedanken. Ohne Euch wäre das Angeln nur halb so schön!!
Thomas Finkbeiner
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