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Der Blinkerschmied
Kunstköder gibt es wie Sand am Meer. Blinker, Spinner, Gummiköder, Wobbler, Jerkbaits und so weiter. Immer wieder werden wieder "Wunderköder" vorgestellt, die den Fisch praktisch ohne Zutun des Anglers von selber fangen sollen. Dass das nicht funktionieren kann, sollte jedem vernünftigen Angler eigentlich klar sein.
Aber es gibt auch immer wieder sinnvolle Innovationen auf dem Kunstködermarkt. Solche, die unter bestimmten Bedingungen ihren Zweck erfüllen und die gewünschte Fischart besser an den Haken bringen können.
Kunstköder reizen die Fische durch verschiedene Faktoren zum Biss: Optik, Bewegung und Druckwellen, Geräusche, Farbe etc. Je nach Situation reagieren die Fische besser auf einend er genannten Faktoren. Schon das alleine ist ein Grund, warum es den überall und immer fängigen Kunstköder nicht geben kann.
Fast bei mir um die Ecke hat ein begeisterter Neckarangler einen Blinker kreiert, der mit nicht nur wie für die Zander, Hechte, Barsche und Waller im Neckar wie gemacht zu sein scheint. Denn der Neckar hat oft trübes Wasser, so dass auch die Druckwellenerzeugung und das Geräusch wichtige Faktoren sind, will man im Neckar erfolgreich auf Raubfisch angeln. Ein zweiter wichtiger Punkt: Der Köder sollte sich gut entlang der Stromkanten führen lassen, da hier sowohl die Zander wie auch oft die Waller zu finden sind.

Günter Ulshöfer, der Erfinder, hat mir 2 Testexemplare geschickt, die ich natürlich auch sofort einem Test unterzogen habe. Bevor ich die Ergebnisse im Einzelnen kurz schildere: Der Twin - Turner ist erstklassig mit besten Komponenten verarbeitet, patentiert, entworfen und gefertigt in Deutschland. Also wirklich ein Qualitätsprodukt.
Und noch besser: Er fängt!
Leider hatte ich wenig Zeit, so dass ich nicht sehr ausgiebig testen konnte, das wird wohl dem Frühjahr 2004 vorbehalten bleiben. Aber dennoch konnte ich an nur 2 Angeltagen (mit jeweils so 2 - 3 Stunden Angeln) 3 Zander, 5 Döbel und 2 Barsche überlisten.
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Was mir am besten gefallen hat: Der Twin - Turner lässt sich sehr variabel einsetzen, sobald man die konstruktionsbedingten Eigenheiten bei der Führung begriffen hat. Er macht einen richtigen "Radau", das wird sicher ein Top - Köder für die kommende Wallersaison werden. In der Version mit 55 Gramm gefischt, gibt es wie vom Wallerangler gewünscht bei kurzen abstoppen vor dem auftreffen auf die Wasseroberfläche einen satten "Platsch", das "Wallerholzgeräusch". Fängt man danach gleich an einzuholen, platscht der Twin - Turner mit seinen Schuafeln, die ihn in Drehbewegung versetzen, an der Oberfläche entlang und sorgt für den Radau, der müde Waller im Frühjahr oder Sommer an die Oberfläche locken sollte.
Auch schön: Den Twin - Turner gibt es links- oder rechtsdrehend. Je nach Drehrichtung zieht er dann mehr in die eine oder in die andere Richtung. So kann man gezielt den Blinker sehr lange an der Stromkante entlang ziehen, da er nicht sofort ans Ufer gedrückt wird. Ein unschätzbarer Vorteil.
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Schon beim ersten Testen auf die "Wallerlaufeigenschaften" wie oben beschrieben - nach Massgabe vom Erfinder - hatte ich gleich den ersten Biss und konnte auch meinen ersten Fisch landen. Jetzt zu behaupten, dass das ein Waller gewesen wäre, der über 15 Kilo gehabt hatte, das wäre Angelzeitschriftenstil. Nein, aber ein fast 1 - Pfund schwerer Döbel hat sich das Teil an der Oberfläche gegriffen. War sehr interessant, da der Döbel dabei halb aus dem Wasser kam.
Aber nicht nur für die Oberfläche ist der Twin - Turner geeignet. Stromauf eingeworfen - dabei die richtige Drehrichtung beachtend um den Köder entlang der Kante führen zu können - absinken lassen und so langsam eingeholt, dass man gerade den Blinker ins drehen bekam. Das war sowohl das Erfolgsrezept für Zander (3 Stück, alle gerade so ums Mass) wie auch für einen weiteren Döbel und 2 Barsche.
Aber auch im Mittelwasser lässt er sich gut führen - Und fängt!! Beim "Weitwurftesten" - man ist ja Angler - habe ich den Blinker nicht einfach wieder schnell eingeholt, sondern gemütlich im Mittelwasser zurückgekurbelt. Könnte ja noch was beissen. Und richtig, 3 weitere Döbel konnten nicht widerstehen. Wobei anzumerken ist, dass sich der Twin - Turner zwar gut werfen lässt, auf Grund seiner "windfängigen" Form aber sicher kein "Meerforellenweitwurfextremblinker" ist. Er lässt sich aber auf Grund des höheren Gewichtes, das man verwenden kann, sehr gut werfen und kontrolliert führen. Denn durch die Rotation steigt er vom Grund weg hoch.
Deswegen sollte man zum einen nicht zu schnell einholen, aber zum anderen kann ich den 55 - Gramm Twin - Turner dort noch gut einsetzen, wo sonst beim 30 - Gramm - Effzett die Grenzen vernünftiger erreicht waren.
Sollte sich das jetzt hier lesen, wie wenn ich Bisse wie am Fliessband gehabt hätte - Diesen Eindruck wollte ich nicht erwecken. Ich kenne natürlich mein Gewässer und weiss wo ich die Fische suchen sollte (wenn sie auch nicht immer da sind wo ich sie suche J). Und durch die Vielzahl an Führungsvarianten und Plätzen, die ich ausprobiert habe, ist es zwangsläufig so, dass der Köder öfter mal am Fisch vorbeikommt, als wenn ich gezielt auf eine Fischart angle.
Mit Sicherheit ist aber der Twin - Turner ein guter Köder mit viel Potential. So könnte ich mir gut vorstellen, dass er auch eine Alternative zu Jerkwobbern sein könnte, da er an der Oberfläche so viel Radau macht. Verwendet man 2 gegenläufig drehende Twin - Turner kann man beim Schleppen auf Scherbretter verzichten. Und ich werde auch einen Versuch in Norwegen starten. Dabei den Drilling entfernen und statt dessen ein 10 cm langes Vorfach mit einem Twister einhängen. Das müsste mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht die Dorsche packen. Müsste natürlich auch für die Ostsee passen.
Damit nicht nur ich selber die Möglichkeiten dieses Blinkers ausprobieren kann, werden wir in der nächsten Ausgabe des Magazins eine Ladung dieser Blinker zum Testen verlosen. Ein Interview von Günter Ulshöfer zur Entwicklung des Köders und seiner Führung wird genauso dabei sein, wie einige Fangberichte.

Notiert Euch also schon mal das Erscheinungsdatum des näxten Magazins im Hinterkopf. Denn wie immer gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Text: Thomas Finkbeiner
Fotos: www.twin-turner.de
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