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Einmal Norwegen, immer Norwegen
Mein erster Trip nach Norwegen!
Es heißt ja immer, wer einmal in Norwegen war, der fährt immer wieder dorthin. Ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen was damit gemeint war. Was ist den bitte schön so besonders an Norwegen das man immer wieder da hin fährt zum fischen? Sicher hatte ich auch schon mal etwas über das Angeln in Norwegen gehört, aber ich hatte es nicht alles für voll genommen.
Als ich im November 2002 mich dem AB anschloss, hatte ich erst mal viel zu tun. Es galt ein neues Forum zu erkunden. Ich dachte mir mein Gott ist das groß, steht hier viel drin. Also habe ich mich erst mal über die Rubriken gemacht die mich am meisten interessieren. Da landete ich dann mal wieder beim Meeresangeln und wieder mal beim Thema Norwegen. Es wurde von einer AB Reise nach Hitra berichtet. Dann fand ich dort im Bericht auch noch mehrer schöne Bilder von der Tour im Frühjahr 2002. Als ich dann noch etwas im Terminforum über eine Tour im Mai 2003 las und das noch Plätze frei waren, dachte ich mir :" Warum solltest Du es da nicht auch einmal probieren."
Ich schrieb eine PN an den Organisator der Tour Wodibo, mit der bitte mir doch etwas mehr über die Tour, die Teilnehmer, die Gegend und das Angeln im allgemeinen dort oben zu berichten. Ich bekam noch am gleichen Tag eine Antwort mit mehren Links zum Thema angeln in Norwegen und mit der Telefonnummer von Wodibo. Zwei Tage später rief ich ihn einfach mal an. Es war ein sehr aufschlussreiches Gespräch. Erschwärmte immer zu von dem Land den Menschen und vom Angeln dort oben. Am Ende des fast 1 1/2 stündigen Telefonates habe ich mich dann auch angemeldet. Dies gab ich auch noch im Ab bekannt, mit der bitte um Information über benötigtes Gerät und gute Einkaufsquellen. Einen oder zwei Tage später hatte ich eine Nachricht eines AB-Members im Postfach das ganz aus meiner nähe kommt und auch an dieser Tour teilnahm. Wir verabredeten uns in einem Angelgeschäft in der nähe, wo es sehr viele Artikel für Meeresangeln gibt. Er stand mir mit rat und tat zur Seite, da ich ja noch keine Ahnung vom Gerät in solche Klassen hatte. Es handelt sich um das AB Mitglied lengalenga.
Nun ging es für mich darum noch soviel wie möglich über das Angeln in Norwegen zu erfahren. Ich habe mir einige Bücher gekauft und auch viele Filme. Die nächsten abende waren also schnell verplant. Ich inhalierte mir Film nach Film und Buch nach Buch. Die Themen im AB nicht zugvergessen. Ich traf mich auch noch einige male mit lengalenga um Montagen zu Basteln und den Rest an kleinmaterial zusammen zustellen. Es gibt so viele Sachen die man bedenken muss. Einige Sachen wie z.B. Pilker habe ich mir bei e-bay ersteigert.
Der Tag der Abreise rückte nun immer näher. Es wurden noch etliche Telefonate mit den mitreisenden geführt und es wurden Fahrgemeinschaften gebildet. Durch die ganzen Beiträge im AB wurde ich immer ungeduldiger. Ich fing schon 4 Tage vor der abreise das packen meiner Klamotten und Angelsachen an. Nun war der Tag der Abreise endlich gekommen. Die gesamte Crew traf sich in Kiel an der Fähre. Es gab erst mal ein großes hallo ich bin der ... und wer bist du?
Ich hatte schon ein etwas merkwürdiges Gefühl in der Magengegend mit so vielen unbekannten Leuten in den Urlaub zu fahren, aber wie sich schon auf der Fähre rausstellte waren meine Sorgen völlig fehl am Platz. Es war eine super Truppe. Wir hatten einen Raum auf der Fähre gemietet, wo wir uns kurz miteinander bekannt machten und die weitere Reise besprochen wurde. Danach war Freizeit angesagt. Einige legten sich in die Kabinen und schliefen erst mal ne runde. Andere genossen die Sonne an Deck. Zum Abendbrot waren wir wieder alle zum Skandinavischen Buffet verabredet. Es war sehr reichhaltig und sehr lecker. Besser gesagt es war zu lecker. Ich hatte einfach zuviel von den Köstlichkeiten zu mir genommen. So das es eine nicht ganz so gute Nacht für mich wurde. Zum Frühstück gab es nur ein Brötchen, denn mehr passte bei mir noch nicht wieder rein. Ich genoss dann lieber den wunderschönen blick an die Ufer des Oslo Fjordes. Mit der Zeit kamen immer mehr mitreisende an Deck und genossen die herrliche Aussicht.
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Als wir in Oslo ankamen und ohne Kontrolle durch den Zoll kamen, trafen wir uns an der Hafenausfahrt und machten uns im Konvoi auf Richtung Hitra. Während der Fahrt kamen wir an großen Seen vorbei und an einem anglerisch sehr einladendem Fluss vorbei. Es wurden einige Zwischenstopps eingelegt. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann das Büro von Hitra Tourist. Der deutsche Guide Jürgen berichtete auch gleich von den Fängen der letzten Tage und wo wir es an den nächsten Tagen einmal versuchen sollten. Jürgen kennt die Gewässer um Hitra sehr genau. Wenn die großen Köhler heute hier sind, weiß er genau wo sie ein oder zwei Tage später zu finden sein werden. Dieser Tipp sollte sich noch als sehr nützlich erweisen.
Nun ging es auf die letzte Etappe zu unseren Unterkünften. Als erstes packte Andreas Michael seine Angelsachen aus und ging ans Ufer um mal eben ein zwei würfe zu riskieren. Bei seinem zweiten Wurf rief er gleich:" Fisch". Alle anderen ließen ihre Klamotten stehen und beobachteten den Drill des ersten Fisches auf der Tour. Es war ein schöner Pollack, der wieder schwimmen durfte. Nach dem wir uns nun alle wieder beruhigt hatten bezogen wir erst mal unsere Häuser. Es sind sehr schöne Häuser gewesen, die sehr komfortabel eingerichtet sind. Eine sehr große Kühltruhe, eine Sauna, eine Badewanne und einen großen Trockenraum. Vom Haus aus sind es 30 Meter zum Filetierhaus und 30 Meter zum Boot, aber nur 10 Meter zum Wasser um mit der Spinnrute zu fischen. Nach dem Abendbrot gab es eine Einweisung des Hausbesitzers aufs Boot, und Die Crew mit der ich auf einem Boot war, belud das Boot mit den Angelsachen und dann fuhren wir vier raus zum ersten fischen in Norwegen.

Wir fuhren ca. 20 Minuten mit dem Boot bis wir zur ersten Drift ansetzten. Wir das sind lengalenga, Rudi, leierfisch und meine Wenigkeit leguan8. Unter uns waren es ungefähr 80 Meter, und meine Montage und auch die der anderen sausten in die Tiefe. Ich fischte mit Pilker und zwei Oktopussen. Rudi tat das gleiche, lengalenga und Leierfisch angelten mit Naturködern. Ich genoss das schöne Wetter und die herrliche Aussicht auf die Inseln, Schären und den Nordatlantik. Ich war etwas in Trance, als ich von lengalengas ruf, Fisch, wieder in die Realität geholt wurde. Nach einem kurzen Drill kam der erste Lumb an Deck. Leierfisch tat es im gleich. Nun kam auch der erste Dorsch von Rudi an die Oberfläche. Nach dem ich in zwei Stunden pilken nichts fing, baute ich auch auf Naturköder um, da die anderen damit noch mehrere Fische fingen. Da es mein erstes angeln mit Naturködern war, tat ich mich mit der Verwertung der ersten bisse schwer. Es blieb auch dabei, ich ging an diesem Abend leer aus. Wir brachen den turn nach 4 Stunden ab, als wir in 15 Minuten mehrer Fleckenhaie fingen. Am ende waren 4 Lumbs, 3 Lengs und 7 Dorsche in der Fischkiste.

Nun wurde mir klar das auch hier in Norwegen die Fische nicht von selbst in die Kiste springen, man muss was dafür tun, und das tat ich auch noch in der Nacht. Ich bastelte mit Hilfe von lengalenga noch zwei drei Naturködermontagen , und er erklärte mir und sehr viel Geduld noch einmal wie ich mich bei einem Biss an einem Naturködersystem zu verhalten habe. Als wir fertig waren, ging es zu Bett. Ich erholte mich von den Strapazen der Anreise und träumte von meinem ersten Fisch in Norwegen.
Nach einem ausgiebigem Frühstück, und schmieren der Verpflegung für den Tag ging es wieder raus aufs Wasser. Meine drei Mitstreiter waren sehr zuversichtlich das auch ich heute meinen ersehnten Fisch fange. Wir fuhren an eine andere Stelle als gestern Abend. Lengalenga setzte sich mit seiner Angelkiste neben mich um mir zur Seite zu stehen. Wir hatten uns eine stelle mit einem Unterwasserberg ausgesucht. Von 145 Metern ging es bergauf bis auf 95 Meter. Wir ließen die Montagen runter. Ich hatte eine Nachläufermontage und einen Springer mit Oktopuss bestückt mit einem Heringsfetzen. Nach ungefähr 10 Minuten sagte mir lengalenga, das ich dir Rute etwas nach unten halten soll und noch etwas Schnur nachgeben soll. Ich hatte tatsächlich einen Biss. Nun hieß geduld beweisen und hoffen das ich mich an die Ratschläge meiner Kollegen richtig erinnere. Ich nahm wieder etwas mehr Kontakt zum Fisch auf und setzte den Anhieb. Treffer, der sitz. Ich hatte also meinen ersten Fisch am Haken. Ich setzte die Rute in den Gimbal und bekann mit den pump Bewegungen. Nach dem ersten Pumpbewegungen, gab es einen heftigen Ruck in der Rute. D ist ja tatsächlich noch ein zweiter Fisch eingestiegen. Nach ca. 7 Minuten erblickte ich meine beiden ersten Fische in Norwegen. Es war ein Dorsch der auf den Oktopuss gebissen hatte und auf den Nachläufer hatte ein Lumb gebissen. Ich war sehr froh als die beiden Fische in der Kiste lagen. Die anderen beglückwünschten mich, und sie sahen meine Erleichterung. Nun war der Bann gebrochen und wir fingen alle unsere Fische.
Am nächsten Tag machten wir uns auf die Suche nach den Großköhlern. Wir fanden sie auch. Es wurden etliche Exemplare über 100 cm Länge auf die Planken gelegt. Am meisten wurden aber die guten zwischen 50 und 70 cm gefangen. Es war schon fast wie beim Köderfischstippen im kleinen Teich zuhause um die Ecke. Jeder Wurf ein Treffer. Man kam nicht durch den Köhlerschwarm durch. Ich baute dann meine Beifänger ab, um nicht mehr so schwer abreiten zu müssen.
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So vergingen auch die nächsten Tage mit dem Angeln. Es war eine sehr schöne Woche. Ich habe mich auch vom Norwegenvirus anstecken lassen, und ich werde dieses Jahr zwei Wochen nach Norwegen fahren. In der Zwischenzeit habe ich mein Arsenal an Ruten, Rollen und Ködern erweitert. Ich zähle schon die Tage bis die Reise wieder losgeht. Ich war sehr von der Gegend beeindruckt. Die Menschen in Norwegen sind sehr nett und hilfsbereit. Ich kann es einem jeden nur empfehlen einmal nach Norwegen zu fahren. Aber man sollte seine Erwartungshaltungen von vornherein nicht zu hoch setzten. Ich kann mich nur wiederholen. Auch hier in Norwegen muss man die Fische erst finden, zweitens an den Haken bekommen und dann auch noch erfolgreich landen. Sicherlich gibt es dort oben mehr Fische als in unserer Ostsee und auch größerer, wie auch andere Arten. Das Fischen auf der Ostsee ist nicht mit dem Fischen in Norwegen zu vergleichen. Jeder der zum ersten mal hinfährt sollte sich vorher ausführlich über das Angeln in Norwegen informieren. Es gibt genügend gute Bücher und andere Medien. Ich habe Norwegen lieben gelernt und werde es ab nun wiederbesuchen, aber mit den richtigen Erwartungen.
Björn Kohröde
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