Google
 
Web www.anglerpraxis.de
Guten Abend, und Viel Spaß im Archiv des Anglerboard-Magazins!


  Navigation
picStart
picAktuelles Magazin
picMagazinforum
picOnlineshops
picKleinanzeigen
picImpressum
picHaftungsausschluss
picAnglerboard.de



  Archiv
picGesamtes Archiv
picAllgemein
picRaubfischangeln
picFriedfischangeln
picMeeresangeln
picJungangler
picGewässertipps und Reiseberichte
picGerätetips und Berichte picBasteln und Gerätepflege
picRezepte und Kochtips
picPolitik und Naturschutz
picInteressengemeinschaft Angeln
picUnterhaltung
picPressemitteilungen und Firmenvorstellungen
picSonstiges




Mein bisher bestes Ostseeangeln,

oder

"wie man Freunde mit dem Seevirus verseucht"!

Nach diversen geplatzten Terminen sollte es am zweiten Dezemberwochenende endlich klappen, und ich konnte meinen Kumpel Ralph auch mal mit an die Küste schleppen. Die Flensburger Förde war unser Ziel, wo wir von Freitag bis Sonntag mit Petrus einen gutes Geschäft machen wollten. Soviel vorweg- es war ein sagenhaft gutes Geschäft und Ralph ist nicht infiziert, sondern total verseucht!!!

Wir sind am späten Donnerstag in Wahrenholz losgebrummt und konnten nach gut 3 Stunden problemloser Fahrt unser Quartier in Gintoftholm (1 km von Habernis) beziehen. Klamotten ausgepackt, Bude eingeräumt und noch ein bis zwei Flens in die Figur gekippt, so ging es dann in die Kojen.

Am nächsten Morgen erwartete uns ziemlich nebeliges und kaltes Wetter. Egal, rasch ein wenig gefrühstückt und dann ab nach Flensburg zur "Wattwurmschmiede", wo wir uns mit Seeringlern, Wattis und einigen mehr oder weniger absolut notwendigen Kleinigkeiten eingedeckt haben.

Kurz nach 9 Uhr haben wir dann mein Boot im Hafen von Langballigau zu Wasser gelassen und Punkt 10 Uhr konnten wir dann auch in See stechen. Als erstes Ziel hatten wir die Schwiegermuttertonne im Visier. Nach einer guten halben Stunde kamen wir dort dank GPS auch zielsicher an. Wattis und Kneifer in der Abdrift, und Pilken in der Andrift, war nach einer kurzen Tiefenerkundung um die Tonne herum angesagt. Diese Tiefenerkundung ist für nicht ortskundige Angler absolut unerlässlich, denn diese Untiefe hat es wirklich in sich, und ist vor allem bei Niedrigwasser ein echter Gefahrenpunkt.

Die Fänge waren nach ca. 3 Stunden eher mau. 6-7 kleine Dorsche und nur ein brauchbarer Fisch. Das war nicht doll, also haben wir beschlossen ein wenig zu schleppen, was uns dann den nächsten vernünftigen Dorsch eingebracht hat. Gegen Abend sind wir dann noch auf eine flache Bank ca. 1,4 km vor Langballigau gefahren. Dort konnten wir mit mittlerweile klammen Fingern und eisigkalten Füßen den dritten brauchbaren- und einige untermaßige Ostseeleoparden überlisten. So hatten wir dann wenigstens unsere Fischmahlzeit für den Abend zusammen.

Auf der Fahrt zur Unterkunft verdichtete sich der Nebel immer mehr und uns schwante schon Böses für den Samstag. In der Unterkunft haben wir dann ein leckeres Dorschmahl zubereitet. Überbackenes Dorschfilet in Kräuter-Sahne á la Maggi. Ist zwar ein "Tütengericht" schmeckt aber echt lecker. Die obligatorischen Flens rundeten den Tag ab, der trotz widriger Witterungsumstände und eher mäßigen Fängen doch als gelungen zu bezeichnen war.

Die Bedenken bezüglich des Wetters erwiesen sich am nächsten Morgen als absolut unbegründet, denn es erwartete uns eine Sicht von ca. 1 km und viel mildere Luft bei ca. 2-3 BFT. Unser Boot hatten wir über Nacht im Hafen gelassen, so dass wir nach einem kurzem Plausch mit Jelle und Björn, welche Björns "Lespaul" auch zu Wasser lassen wollten, gegen 8.30 Uhr aus dem Hafen heraus schipperten. Schleppender Weise (auf 8-12m) ging es Richtung Neukirchener Grund. Das Schleppen brachte nur einen kleinen "Mittvierziger" Dorsch ein, und beim Neukirchener Grund tat sich außer einem brauchbaren Dorsch auch nix. War schon komisch, denn wir haben uns immer an den verdächtigen Kanten aufgehalten. Also sind wir ab nach Kragesand/Dänemark gedüst. Dort verweilten wir dann auch bis 13.30 Uhr und konnten ein paar brauchbare Dorsche in die Fischkiste verfrachten. Auffällig war, dass sich das Beißverhalten der Fische veränderte. Bissen sie bis dato zu 80 % auf die Naturködermontagen, so waren jetzt Pilker, Blinker und Jigs fängiger. Wir sind dann gegen Feierabend wieder in Richtung der flachen Bank vor Langballigau gefahren, um dort noch 2 Stunden zu fischen und dann eine kurzen Weg zum Heimathafen zu haben. Dort angekommen lief erst mal alles ganz normal. Wir haben uns dann jedoch mal etwas weiter treiben lassen, weg von den Kanten in eigentlich weniger interessantes Gebiet. Bei 15 Meter Wassertiefe ging es dann auf einmal gut zur Sache, und wir konnten während der letzten Stunde noch 8 schöne Dorsche von 51- 67 cm überlisten. Darunter war auch Ralph sein erster Pilkdorsch,
 
Werbung
 

0502_ostsee_01.jpg

und noch völlig begeistert vom Gefühl des einsteigenden Dorsches, hatte er sich spätestens jetzt den Virus eingefangen, und mein Plan war aufgegangen (Höhö)

Das Ziel für den nächsten Tag war somit natürlich auch klar abgesteckt.

Ach so, an dem Abend gab es übrigens lecker überbackene Schnitzel und die zweite Hälfte der Flenskiste. Mensch haben wir uns das gut gehen lassen.

0502_ostsee_02.jpg
Bestes Angelwetter am frühen Sonntagmorgen

wo wir dann schon um 8 Uhr das Fanggebiet ansteuerten. Bis kurz nach 10 fingen wir auch ab und zu Fische, aber es war noch nicht die Angelei vom Abend des Vortags.

Was dann aber passierte, als wir eine Drift in den Tiefenbereich von 17- 19 Metern nahmen, hatte ich so in meinem Anglerleben noch nicht erlebt. Jeder Wurf war auf einmal ein Treffer, und die Dorsche wurden immer größer. Herrliches Angeln an unserem leichten Geschirr. Es waren alles Fische von 45 bis 69 cm, die vollgestopft waren mit Heringen und Krebsen. Blinker, Pilker und Jigs waren die Topköder und Schwarz/Dunkelrot war die fängige Farbe.

0502_ostsee_03.jpg

Ich hatte einen 40 Gramm Bleikopf mit zwei Doppelschwanztwistern in Schwarz und Dunkelrot garniert und konnte damit viermal in Folge die gleiche Show abziehen. Ein kurzer Wurf in die Andrift, Grund erreicht, kurz anheben und Fisch. Es war wirklich sagenhaft. Unser Mindestmaß hatten wir auf 50 cm hochgeschraubt, aber es waren eh nur wenige Fische kleiner. Ralph war komplett aus dem Häuschen

0502_ostsee_04.jpg

...und die Arme taten ihm auch ein wenig weh. Wenn die Fische so gut beissen, kann man ruhig mal ein paar Köder probieren, die man sonst - aus welchen Gründen auch immer- nicht nimmt. Das habe ich dann auch getan, aber es gingen wirklich nur schwarze bzw. sehr dunkle Farbtöne, und auch nur meine bewährten Köder.

Nach 2 Stunden hörten wir dann auf zu fischen denn wir hatten mehr als genug gefangen. Außerdem mussten die Fische ja auch noch demontiert werden

0502_ostsee_05.jpg

..was mich knapp zwei Stunden in Anspruch genommen hat. Gut 50 Fische hatten wir an dem Vormittag, von denen wir 40 mitgenommen haben. Die Fischreserven für den Winter waren somit bestens gesichert und einige Freunde und Verwandte konnten sich auch noch auf ein leckeres Fresspaket zum Weihnachtsfest freuen.

Ein wirklich netter Fischer der uns auf See begegnete sagte noch, dass er ein solches Fangergebnis mit so vielen guten Fischen noch nie gesehen hätte. Er war total baff. Ein Zeichen dafür, dass es an der Flensburger Förde genauso ist wie woanders. Die Fische springen nicht von alleine ins Boot. Man muss probieren und versuchen, und dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, dann kann es klappen. Aber so ist es glaube ich überall. Es war echt genial.

Fazit: Es war ein toller Jahresabschluss an der Flensburger Förde, und ich hoffe dass ich solche tollen Erlebnisse noch viele viele Jahre erwarten kann.

Übrigens, einige Pakete Dorschfilet sind schon vernichtet, und das leckerste Gericht dabei war folgendes. Dorsch und Kokos? Irgendwie findet man das ja nicht zusammen in der Natur. Aber egal, denn es war superlecker.

 
Werbung
 

Überbackenes Dorschfilet in Kokossauce

Zutaten für 4 Personen:

*1 kleine Schalotte
*2 Esslöffel Butter
*2 Teelöffel Currypulver
*0,2 l Fischfond
*0,2 l Kokosmilch
*0,2 l Sahne
*0,1 l Weisswein
*0,65 l Weisswein für den Koch
*Salz
*Zucker
*frisch gemahlener weisser Pfeffer
*Saft von 1 Zitrone
*1 kg lecker Dorschfilet aus der Flensburger Förde
*3 Esslöffel Kokosflocken
*50 gr. Emmentaler

1.Die Zwiebel schälen und fein hacken und in einem mittelgroßen Pott in der Butter glasig braten. Dann das Currypulver hinzugeben.
2.Fischfond, Sahne, Kokosmilch und Weisswein dazu, alles ordentlich durchrühren und ein paar Minuten bei mittlerer Hitze leicht cremig einkochen lassen.
3.Alles mit Salz, Pfeffer, Zucker und dem Zitronensaft abschmecken und die Kokosflocken unterrühren.
4.Den gewaschenen Fisch salzen und pfeffern und auf den Boden einer Auflaufform legen.
5.Dann die Soße darüber geben und den Käse drauf streuen. Ab damit in den vorgeheizten Backofen. 30 Minuten bei 175 Grad reichen dicke hin.

Dazu Wildreis (und ein knackiger Salat in der Saison) und das Schlemmen kann losgehen. Haut rein!!!!!

Gruß

Fischbox




- = Anglerboard-Bannertausch = -



© 2003-2009 Anglerpraxis.de - Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten
Powered by MLIT