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Uschis Angelerlebnisse Teil 3

Angelurlaub an der Altmühl und im MDK 2001

Anfang des Jahres hatten wir für den Sommer 6 Wochen Urlaub eingeplant, denn wir wollten mit dem Cabrio, welches Achim sich bestellt hatte, quer durch Europa fahren wollten. Als der Termin immer näher rückte und der Wagen immer noch nicht zur Abholung bereit stand, entschlossen wir uns erst einmal für 3 Wochen ins Altmühltal zu fahren um dort zu angeln. Aber auch unsere Fahrräder hatten wir mitgenommen um ein bisschen die Gegend zu erkunden.

Gleich am Tag unserer Ankunft in Dietfurt (Samstag) holte Achim sich eine Wochenkarte für die Angelstrecke. Anschließend fuhren wir ein nach Beilngries um ein schönes kühles Hefeweizen zu trinken. Dann schauten wir uns noch ein wenig die Gegend und die Gewässer an, die wir beangeln durften.

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Am nächsten Morgen wollte ich auch gleich angeln gehen. Aber ich musste mich bis zum Nachmittag gedulden, denn Achim meinte, dass die Chance etwas zu fangen gegen Abend besser wäre. Außerdem war es viel zu heiß um am Wasser zu sitzen. Also schnappten wir uns unsere Fahrräder und fuhren nach Beilngries. Dort gab es einen Angelladen, wo wir uns mit einigen Tauwürmern und Maden eindeckten. Als wir zurück waren packten wir die Angelsachen und fuhren ans Wasser.

Da das Angeln mit 2 Ruten erlaubt war, angelte Achim mit einer und die andere gehörte mir. So fiel es nicht auf (hoffte ich jedenfalls), dass ich auch angelte. Wenn kein anderer Angler in der Nähe war, warf ich „meine“ Rute aus. Wir fingen einige dicke Brassen und Rotfedern, aber keinen Raubfisch. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto nach Kipfenberg, wo Achim ein paar Jahre zuvor viele Forellen in der Altmühl gefangen hatte.

Tags darauf ging es wieder zum Angeln. Achim fing 6 Barsche, die er abends gleich räucherte.

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Ich hatte vorher noch nie Süßwasserfische gegessen und muss gestehen, dass sie herrlich schmeckten. Wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir am nächsten Tag erneut zum Angeln gefahren, aber Achim meinte, dass wir dazu immer noch Zeit hätten. So schauten wir uns erst einmal ausgiebig Dietfurt an. Abends aßen wir in einer urgemütlichen bayrischen Kneipe.

Da die Ferienwohnung über 2 weitere Schlafzimmer verfügte, hatten wir Stefan (Achims Neffe, der ebenfalls ein begeisterter Angler ist) gesagt, dass er ein paar Tage zu uns kommen könnte, wenn sich die Gelegenheit ergäbe. Und so war es: Achims Bruder musste in dieser Zeit gerade geschäftlich nach Ingolstadt und setzte Stefan auf der Fahrt dorthin bei uns ab. Auch Stefan war ganz heiß aufs Angeln und am selben Abend saßen wir drei am Main-Donau-Kanal. Lediglich ein paar schwere Brassen und Rotfingern fing ich auf meinen Madenköder.

Leider fing es gegen 10 Uhr so sehr zu regnen an, dass wir einpacken mussten. Aber am nächsten Morgen wollten wir um 5 Uhr aufstehen und weiterangeln. Es war zwar immer noch am regnen, aber das hätte Achim und mir nicht viel ausgemacht. Nur dauerte es fast 2 Stunden bis Stefan endlich aufstand. Als wir dann wieder zum Kanal fuhren hatte der Regen aufgehört. Stefan fing zwar einen schönen großen Barsch und eine dicke Brasse, war aber enttäuscht, keinen Zander an den Haken bekommen hatte. Am selben Abend holte ihn sein Vater schon wieder ab.

Hier, fernab von Zuhause war ich richtig glücklich, dass wir so oft angeln gehen konnten. Und vor allen Dingen mussten wir nicht so weit fahren. Als ich am Freitag im Main-Donau-Kanal meine erste Hasel fing und Achim sah, wie sehr ich mich darüber freute, beschlossen wir noch etwas länger im Altmühltal zu bleiben.

Unsere Ferienwohnung mussten wir am Sonntag räumen, was bedeutete, dass wir uns eine andere Unterkunft besorgen mussten. Viele Wohnungen waren nicht mehr frei, aber von der Information bekamen wir dann doch noch eine Adresse. Es hieß, eine Familie Daubner hätte noch eine Ferienwohnung, die zur Zeit nicht vermietet sei. Als wir uns bei ihnen erkundigten, sagten sie uns jedoch, dass die Wohnung in der nächsten Zeit deshalb nicht vermietet sei, weil sie am Montag für einige Tage verreisen wollten. Wir unterhielten uns einige Zeit und erzählt u.a., dass wir beide angeln.
 
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Frau Daubner schaute mich erstaunt an: „Sie angeln auch? Unser Sohn angelt übrigens auch. Er war gerade in Norwegen zum Lachsfangen. Na, ja, eigentlich lassen wir keinen in die Wohnung, wenn wir nicht da sind. Aber Sie machen beide einen so ehrlichen Eindruck, dass wir eine Ausnahme machen. Sie können also am Sonntag gegen Mittag die Wohnung beziehen. Und wenn wir nicht da sind und Sie etwas brauchen, wenden Sie sich an meinen Bruder. Er wohnt gleich nebenan.“ Wir konnten unser Glück kaum fassen. Das war ja super. Und die Wohnung konnten wir gleich für 2 Wochen haben!

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Sonntagmorgen stellten wir unser Auto an der Strasse bei Daubner ab und fuhren mit dem Fahrrad nach Kehlheim. Frau Daubner sagte vorher zu uns, dass die Wohnung gegen Mittag sauber sei und wir sie beziehen könnten. Aber wir kamen erst gegen 17 Uhr von unserer 90-km-Fahrradtour zurück. Dann sahen wir uns erst mal die Wohnung an. Sie war größer und schöner als die vorherige. Und sie lag sie näher an Dietfurt.

In der ersten Woche unseres Aufenthalts hatten wir bei einem Spaziergang im Altarm der Altmühl (bei Griesstetten) viele große Karpfen am Ufer gründeln sehen. „Oh. Schau mal, was für Brocken. So einen möchte ich auch mal am Haken haben“, meinte ich zu Achim. „Die müssen wir aber erst anfüttern,“ antwortete er mir. Also fuhren wir am nächsten Tag nach Beilngries in den Angelladen und besorgten uns Boilies. Damit fütterten wir ein paar Tage an. Dass man Fische erst einmal tagelang an einen Angelplatz locken musste, war mir neu. Immer, wenn wir wieder zum Köderfische fangen an die Stelle fuhren, waren die Boilies verschwunden und wir warfen neue rein.

Aber von den Karpfen war weit und breit nichts zu sehen. Fünf Tage später saßen wir am Altwasser. Wir hatten jeder eine Rute nahe am Gewässerrand ausgelegt, genau dort, wo wir angefüttert hatten und warteten, dass ein Karpfen kam und sich den Boilie an der Haarmontage schnappte. Keiner von uns beiden hatte bemerkt, dass sich ein Karpfen wirklich dran wagte. Wir hörten nur die Rollenbremse schnurren und sahen, dass einige Meter Schnur von der Rolle gezogen wurden. Als Achim dann anschlug, riss plötzlich das Vorfach ab und der Karpfen verschwand so schnell, wie er gekommen war. Darüber war ich sehr traurig. Jetzt hatte endlich einmal ein Karpfen den Boilie geschluckt und dann das!

Außer Karpfen gab es auch noch viel Rapfen (in Bayern werden sie „Schied“ genannt). Sie jagten an der Oberfläche den Laubenschwärmen hinterher. Die erste Zeit war ich immer sehr erschrocken, wenn es plötzlich neben mir laut klatschte. „Es muß doch möglich sein, diese Biester zu fangen. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein interessanter Drill ist“, sagte ich zu Achim. Doch das war ein Irrtum. Wir hatten alle möglichen Köder ausprobiert, aber die Rapfen waren nicht zu kriegen. Unsere toten Köderfische interessierten sie gar nicht, es gab ja schließlich genügend Kleinfische, denen sie hinterher jagten. Einmal beobachteten wir, wie ein Rapfen auf die Pose zuschwamm, siegierig ins Maul nahm und sofort wieder ausspuckte, aber als er seinen Irrtum erkannte. Achim versuchte sie daraufhin mit einem Blinker zu locken, aber auch der interessierte sie nicht.

Nachdem wir bei Daubners wohnten, saßen wir immer wieder am Altwasser und legten erneut unsere Karpfenruten aus. Am 24. August, es muss so gegen 20.30 Uhr gewesen sein, schnurrte an Achims Karpfenrute die Freilaufbremse. Der Karpfen hatte nur einen Meter vom Ufer gebissen und nahm reichlich Schnur von der Rolle. Ich war so aufgeregt, dass ich plötzlich zu zittern anfing. Dieses Mal reagierte Achim schneller. Er sprang sofort aus seinem Stuhl und schlug an. Aufgeregt schaute ich ihm beim Drillen zu. Immer wieder versuchte der Karpfen zu flüchten und Achim ließ ihn gewähren. Das irritierte mich. „Warum kriegst du ihn nicht ans Ufer? Der haut dir doch ab“, sagte ich zu Achim. „Er muss erst müde sein. Außerdem muss ich aufpassen, dass die Schnur nicht reißt“, bekam ich als Antwort. Hm, ein Fisch musste erst müde sein? Komisch. Endlich war er so nahm am Ufer, dass Achim ihn keschern konnte. Das war ein Brocken! So einen großen – und dazu noch lebendigen – Fisch hatte ich noch nie im Leben gesehen – außer einmal im Aquarium in Düsseldorf. Der „Brocken“ war ein Spiegelkarpfen von 63 cm und 6 kg!

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Ich freute mich unheimlich für Achim. Als wir die Fotos gemacht hatten, sagte er zu mir, dass er ihn wieder reinsetzen wollte. „Nein!“ antwortete ich entrüstet. „Kommt gar nicht in Frage. Jetzt haben wir so lange gewartet, dass endlich einmal ein Karpfen beißt und dann sollen wir ihn wieder reinsetzen? Den nehmen wir mit. Karpfen blau soll sehr gut schmecken. Den gibt es doch immer Weihnachten oder Silvester.“ Achim ließ sich überreden und tötete den Karpfen.

Wir warteten noch ca. 2 Stunden, ob auch an meine Rute ein Karpfen ging, aber es tat sich nichts mehr. Bevor wir einpackten, legten wir weitere Boilies aus, denn ich wollte unbedingt auch einen Karpfen fangen. Zwei Tage später, um 19.30 Uhr, war es dann soweit. Ich träumte gerade so vor mich hin, als Achim mir zurief: „Uschi, deine Rute! Schlag an, sonst ist der Fisch wieder weg.“ Ich konnte die Rute gerade noch packen, sonst wäre sie ins Wasser gehüpft. Obwohl ich sehr aufgeregt war gelang mir der Anschlag. Ich blieb auch ruhig, aber es fiel mir nicht gerade leicht. Schließlich war es der erste Karpfen in meinem Leben, den ich am Haken hatte. Und er zog ganz schön! Achim half mir beim Drillen, indem er mir immer wieder Anweisungen gab: „Wenn der Fisch flüchten will, lass ihn ziehen, sonst reißt womöglich die Schnur. Und wenn er sich wieder ruhiger verhält, dann kannst du Schnur einholen. Du drillst ihn so lange, bis er müde ist und du ihn am Ufer hast.“ Der Drill dauerte vielleicht 15 Minuten, aber mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Endlich hatte ich ihn in der Nähe des Ufers und konnte schon im Wasser erkennen, dass es kein kleiner war. „Das gibt’s nicht! Das gibt’s nicht! Ich habe auch einen Karpfen! Mein erster Karpfen!“ Als er im Kescher lag, erkannte ich, dass es ebenfalls ein Spiegelkarpfen war. Natürlich konnte er mit Achim seinem nicht mithalten. Aber er war immerhin 53 cm lang und 4 kg schwer. Ich war außer mir vor Freude. Sogleich nahm ich mein Handy und schickte meiner Tochter und unseren Freunden eine SMS. Jeder sollte von meinem tollen Fang erfahren.

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In diesem heißen Sommer gab es Millionen von Wespen. Hinter dem Haus unserer Ferienwohnung war ein „Schlachtplatz“, wo der Sohn von Daubners seine Fische ausnahm. Hier konnten auch wir unsere gefangenen Fische ausnehmen. Schon zuhause hatten Achim und ich abgemacht, dass jeder selber seine gefangenen Fische ausnehmen musste. Ich legte also den Karpfen auf das Holzbrett und drehte den Wasserhahn auf. Um meinen Kopf herum summten die Wespen. Ich hatte gerade den Bauch aufgeschnitten und packte mit meiner Hand rein, als ich einen stechenden Schmerz bemerkte.

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Eine Wespe hatte mich in die Hand gestochen. Sofort schwoll sie an und einen Moment später breitete sich die Schwellung bis zum Ellenbogen aus. Familie Daubner hatte das Malheur bemerkt und war sofort zur Stelle. Mit Tränen auf dem Gesicht ging ich in die Küche um meinen blutigen Arm abzuwaschen. Als wenn das noch nicht genug wäre, stach mich eine andere Wespe ins Knie, als ich mich auf der Terrasse in den Stuhl setzen wollte. Auch das Knie wurde sofort dick. Ich fluchte gerade laut vor mich hin, als Achim kam um nachzusehen, wo ich blieb. Ich zeigte ihm meinen Arm und das Knie. „Ach, du meine Güte, das sieht ja schlimm aus. Damit musst du wohl zum Arzt“, meinte er. Dann fragte er Anton Daubner, wo der nächste Arzt sei. Herr Daubner fuhr uns zu einem Arzt in der Nähe, der mir eine Spritze gab. Außerdem verschrieb er mir eine kühlende Salbe und riet mir die Stellen außerdem mit feuchten Tüchern zu behandeln.

Am nächsten Tag legten wir erst einmal eine Angelpause ein. Von Karpfen hatte ich genug! Außerdem konnte ich mit dem dick geschwollenen Arm gar nicht angeln. Diese Zwangspause nutzten wir um uns anderen Angelstellen anzusehen. Wir fuhren an die Stelle, wo die Altmühl, in den Main-Donau-Kanal fließt.

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Einheimische Angler hatten uns einige Tage vorher diesen Tip gegeben. Sie waren es auch, die uns sagten, dass es im Altwasser von Rapfen und Karpfen nur so wimmeln würde. Obwohl mein Arm immer noch geschwollen war und weh tat, gingen wir tags darauf wieder los. Während mein Köder im Wasser lag kühlte ich meinen Arm und mein Knie mit den Kühlaggregaten aus der Kühlbox. Gut, dass wir genügend davon mitgenommen hatten!

Der kapitale Karpfen hatte mich so richtig auf den Geschmack gebracht. Ich wollte nun unbedingt einen großen Zander fangen, aber mir gingen immer nur Weißfische an den Haken. Natürlich freute ich mich über jeden Drill. So machte mir das Angeln Spaß.

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Ein paar Tage später, wir saßen wieder an der gleichen Stelle wie die Tage zuvor, fragte mich ein Angler, der gerade seine Sachen einpackte, ob ich die restlichen gekochte Kartoffeln haben wollte. Ich wusste nicht sofort, was ich damit anfangen sollte und schaute ihn etwas ungläubig an. „Damit können sie hier Karpfen fangen“, meinte er. Als Achim zu ihm sagte, dass er für die Kartoffeln keinen entsprechenden Haken dabei hätte, gab er Achim einen Drillingshaken. Das ich bzw. wir keinen Karpfen mehr fangen wollten, wusste er ja nicht. Aber er war so nett, dass ich einfach nicht ablehnen konnte. Also nahm ich die Sachen und bedankte mich.

Am nächsten Tag saß ein anderer Angler in unserer Nähe und wir kamen ins Gespräch. Er erzählte er uns, dass er früher einmal Fischereiaufseher war. Sofort schoss es mir durch den Kopf: „Hoffentlich hat er nicht gemerkt, dass ich keinen Schein besitze!“ Dann sagte er: „Sie haben doch einen Erlaubnisschein?“ „Klar“, meinte Achim. „Wo haben sie den denn geholt?“ „Im Blumenladen in Dietfurt“, antwortete Achim. Mit dieser Antwort war er zufrieden. Im Blumenladen gab es wirklich Angelscheine und auch Kleinigkeiten wie Köder, Haken usw. zu kaufen.

Etwa eine halbe Stunde später hielt ein Auto an und der Angler, der mir tags zuvor die Kartoffeln gegeben hatte, stieg aus. Als der Angler neben uns beiläufig meinte: „Ach, da kommt ja der Fischereiaufseher“, bekam ich einen riesigen Schreck! „Ach du Sch...,“ dachte ich nur. „Der muss doch bemerkt haben, das ich keinen Schein habe. Oder aber er hielt mich für eine Anfängerin (was ich im gewissen Sinne ja auch war).“ Solange der Fischereiaufseher neben uns saß, traute ich mich nicht mehr meine Rute auszuwerfen. Erst als er nach Einbruch der Dunkelheit weggefahren war, warf ich sie wieder aus. Aber der Schreck saß mir immer noch in den Knien.

Am 28.08.2001 fing Achim um 21.30 Uhr einen seltsamen Aal von 55 cm. Zuerst wusste er gar nicht, was er am Haken hatte, denn der Aal glänzte wie pures Silber. Zuhause lasen wir dann, dass es ein Silberaal bzw. Blankaal gewesen war.

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Am gleichen Abend, um 22.15 Uhr, hatte Achim ein weiteres tolles Erlebnis. Als er eine Meldung bekam und den Köder einholte, wusste er nicht, um was für einen Fisch es sich handeln könnte. Er glaubte, einen weiterer Aal am Haken zu haben, denn der Fisch wand sich sehr und wollte immer wieder flüchten. Zwischen beiden fand ein regelrechter Kampf statt, den keiner verlieren wollte. Endlich hatte Achim ihn am Ufer Voller Spannung hielt ich den Kescher ins Wasser. Achim traute seinen Augen nicht, als er sah, dass er einen Wels (75 cm) gefangen hatte. Er freute sich unheimlich, denn es war sein erster Wels.. Ich habe mich so sehr mit ihm gefreut, dass es mir vor lauter Aufregung nicht gelang, an Ort und Stelle ein ordentliches Foto zu machen. (Das haben wir dann am nächsten Morgen nachgeholt). Auch dieses Mal schickte ich sogleich eine SMS an unsere Freunde. Alle sollten sie von Achims wunderbaren Fängen erfahren.

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Eine Woche vorher muß ich wohl ebenfalls einen Wels am Haken gehabt haben. Ich las gerade interessiert im Angelhandbuch, als plötzlich das Aalglöckchen, welches ich als Bissanzeiger angebracht hatte, bimmelte. Sofort war ich bei meiner Rute und schlug an. „Hast du was dran?“, fragte Achim mich, als ich zu drillen anfing. „Ja, aber es ist so schwer. Das ist bestimmt ein Hänger.“ „Aber das spürt man doch“, antwortete er mir. Ich spürte nicht ob es ein Fisch war. Aber ein Hänger konnte es auch nicht sein. Ich konnte nur immer wenige Zentimeter Schnur einholen, dann ging nichts mehr. Oder war es doch ein Hänger? So schwer konnte doch kein Fisch sein!

0502_uschi_13.jpg Als Anfänger machte ich natürlich den Fehler, den Fisch nicht ziehen und ihn müde werden zu lassen. Ich wollte den Fisch (wenn es denn wirklich einer war) mit aller Gewalt landen. Nachdem ich über eine Viertelstunde gedrillt hatte, taten mir mein Arm und meine Schulter so weh, dass ich Achim bat, mich doch abzulösen. Er spürte, dass es kein Hänger war und drillte noch eine ganze Weile weiter. Aber auch er bekam den Fisch nicht ans Ufer. Plötzlich gab die Rute nachgab, denn das Vorfach war gerissen. Der geheimnisvolle Fisch war weg. Achim angelte ja schon ein paar Jahre und hatte dementsprechende Erfahrungen. Er sagte zu mir, dass das bestimmt ein „Riesenfisch“ gewesen sei. Das es an der Stelle Welse gab, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Erst als er seinen Wels gefangen hatte, meinte er, dass ich auch einen dran gehabt hatte. Aber der musste wohl über 1,50 m lang gewesen sein. Wir werden es nie erfahren.

Am anderen Abend, gegen 22.30 Uhr, fing Achim endlich einmal einen Raubfisch. Es war ein Zander von 55 cm.
Als Köder hatte er einen Fischfetzen von einer Brasse gewählt. Ich angelte nehme lieber mit Maden oder Würmer als Köder. Tote Fische oder Fischfetzen wollte ich nicht an den Haken machen.

Bis zum letzten Abend hatte ich, außer dem Karpfen, nichts „Aufregendes“ mehr gefangen. An unserem letzten Urlaubstag fing ich lediglich noch zwei Nasen. Aber mein Angelfieber blieb bestehen. Und ich war ganz schön traurig, als es hieß die Heimfahrt anzutreten. Doch dann sagte Achim, dass wir vielleicht schon im nächsten Jahr wieder nach Dietfurt fahren würden. Hurra!

Ursula Kluck


Uschis Angelseiten: http://www.unsereseite.de/uschi



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