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Vertikalangeln im Winter
Je kälter es wird, desto träger werden die Fische. Barsche, Zander und Hechte stehen jetzt auf eine extrem ruhige Köderführung. Wer vom Ufer aus angelt, sollte den Köder entweder ganz langsam über den Grund schleifen oder aber mit kurzen flachen Hüpfern führen. Und dabei Pausen einlegen. Dann schnappen die Räuber auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch zu.
Noch effektiver aber ist das Vertikalangeln vom extrem langsam driftenden Boot oder Bellyboot. So kann man den Fischen den Köder sekundenlang vor der Nase schweben lassen.
Doch gerade im Winter ist das ganze tückisch. Denn oft beißen die Fische sehr spitz. Im Sommer war ich zu Besuch bei Jan Dibbets, einem holländischen Vertikalangelspezialisten, der auch Guiding anbietet (predator-fishing.com). Ihm habe ich ein wenig über die Schulter geschaut und fange seitdem etwas besser :-D Aus aktuellem Anlass möchte ich Euch hier schildern, was mir Jan gezeigt hat.
Zunächst einmal gilt es natürlich größere Ansammlungen von Zandern zu finden. Erst dann lohnt es sich, die Fische vertikal zu beangeln. Gerade im Winter stehen die Fische oft geballt an markanten Punkten (im Fluss z.B. gern im Strömungsschatten, in Seen z.B. gern in den tieferen Löchern). Hat man die Fische einmal lokalisiert, ist das Fangen meistens nicht mehr so schwer. Vorausgesetzt, man erkennt und verwandelt seine Bisse.
Während die Fische im Sommer oft derb auf den Köder hämmern, sind es jetzt nur ganz sachte Anfasser, die man am besten mit einer kurzen und harten Rute in Verbindung mit geflochtener wahrnimmt. Solche Ruten gibt's inzwischen von allen möglichen Anbietern. Der Köder wird dann an einem ziemlich schweren Jigkopf nach unten gelassen. Das Gewicht ist richtig, wenn der Köder bei langsamer Drift gerade mal so senkrecht unter der Rutenspitze bleibt. Doch eine gute Rute fängt noch keinen Fisch.
Damit möglichst viele Bisse in gefangene Fische umgesetzt werden können, befestigen die Kollegen einen Zusatzdrilling kurz vor dem Schwanzende des Gummis. So werden abgebissene Schwänze (wie auf dem Bild oben zu sehen) zur Rarität. Aber da gibt's noch ein paar Kniffe, die ihr anwenden könnt, wenn ihr eine Menge Fehlbisse bekommt.
Normalerweise sind schlanke Köder angesagt, da diese am wenigsten Wasserwiderstand bieten und so leicht zu kontrollieren sind.
Denn Kontrolle ist das A und O beim Vertikalangeln. Nur so bekommt man jeden Anfasser mit. Der Köder wird hinab gelassen und dann auf dem Grund abgesetzt. Nun nimmt man soviel Schnur auf, dass die Rutenspitze das Wasser berührt. Wenn man erhoben sitzt, wird die Rutenspitze aber auf jeden Fall in Richtung Wasseroberfläche geneigt.
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Der Köder bleibt solange auf dem Boden. Jetzt fängt man an, den Gufi kurz über dem Boden auf und ab zu bewegen. Das ganze sollte sehr dezent ausfallen. 10 cm-Hüpfer sind ein gutes Maß für den Winter. Und den Fisch auch immer eine Weile stehen lassen. Oft fängt man mehr Fische, wenn man den Gufi da unten einfach so verharren lässt. Die Drift und der Wellenschlag reichen dann aus, um dem Köder das nötige Leben einzuhauchen. Dadurch das die Rute kurz über dem Wasser ist, hat man erstens die Störfaktoren wie Wind und Wellen besser im Griff. Zweitens kann man auch besser anschlagen. Drittens ist die Distanz zwischen Rutenspitze und Köder etwas kürzer.
Wenn man jetzt trotzdem noch viele Fehlbisse bekommt, kann das u.a. daran liegen, dass die Zander oft gegen die Schnur schwimmen und sich den Weg zum Köder quasi selber verbauen. Über die Schnur stupsen sie ihn sich vor dem eigenen Maul weg. Deshalb fischt Jan sehr gern "halbvertikal", d.h. die Schnur geht nicht senkrecht runter, sondern leicht diagonal. Das erreicht man, indem man die Driftgeschwindigkeit etwas erhöht oder - und das ist im Winter besser - den Bleikopf leichter wählt.
Und wenn das nichts hilft, ist ein Köderwechsel angesagt. Und zwar vom schmalen Gummifisch ohne Schaufel hin zu einem etwas kompakteren Modell mit Schaufelschwanz.
Dieser Köder fällt dann etwas langsamer und die Zander haben mehr Zeit, ihn anzuvisieren und dann einzusaugen. Und im Winter kommt's auf jede Zehntelsekunde an, die der Köder länger vor der Nase der Fische steht.
Johannes Dietel
(barsch-alarm.de)
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