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Sjöslagt

Auf der Suche nach "neuen Revieren" sollte es dieses Jahr Mitte August für 3 Wochen auf die kleine Insel Rugsundsöya zu Familie Skaar gehen. Der in Westnorwegen gelegene Nordfjord welcher die Insel umgibt wird als touristisch relativ unerschlossen bezeichnet und auch Recherchen im Anglerboard ergaben wenig Beiträge zu diesem recht unbekannten Revier, für unsere Gruppe lag aber genau darin der Reiz.

Also hieß es dann in der zweiten Augustwoche "Volle Fahrt" gen Westkap. Nach vielen unzähligen relativ unspektakulären Kilometern auf der E6, vom Ausblick auf Lillehammer bei Nacht mal abgesehen, bog man bei Otta auf die 5 ab und kämpfte sich langsam den norwegischen Rücken hinauf. Nach kurzer rast am Fuße der Berge ging es im ersten Morgengrauen weiter ins "Hochland" Norwegens. Früh morgens auf dem Fjell wird einem die unglaubliche Weite Norwegens richtig bewusst, in 4 Stunden Fahrt sind wir nur zwei Autos begegnet, erst als wir die Berge wieder "hinunterkletterten" wurde der Verkehr mehr und Norwegen je näher man der Küste kam immer schöner. Am Fähranleger angekommen erst mal Kaffee kochen und die ersten zwei drei Würfe mit der Spinnrute machen, da an die Fähre grade verpasst hatte war dies auch gut möglich. Endlich angekommen wurden wir von der majestätischen Felsklippe, dem Hornelen, in Empfang genommen. Zu seinem Fuße gluckste und gluckerte der Skatestraumen, welcher Bremanger von Rugsundsöya trennt. Und genau hier im Skatstraumen sollten wir in der letzten Woche unseres doch sehr erfolgreichen, wenn auch sehr durch widriges Wetter, teilweise Sturm, fast immer Regen, geprägten Urlaubs, das phantastischste und atemberaubendste Erlebnis der ganzen drei Wochen haben.

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An einem für unsere Verhältnisse schönen Tag, sprich kein Regen, teilweise sogar hin und wieder etwas Sonnenschein fuhren wir am späten Morgen los auf die Nordseite der Insel um unsere "Standartstellen" auf dem Weg zu unserer Leng-, Lumb-und Seehechtkante zu befischen. Nach diversen Stops zur Köderbeschaffung und dem ein oder anderen guten Dorsch und Pollack als "Beifang", kamen wir an der Kante an und fingen auch prompt an zu fischen. Die erste Drift brachte einen guten Seehecht und den einender anderen Lumb . Jedoch frischte der Wind nun so auf, das wir auf eine zweite Drift verzichteten und uns in den Eingang des Skatestraumens zurückzogen.

Hier zwischen dem Hornelen und dem Rücken der Insel Rugsundsöya, war es relativ windstill und man konnte die nun doch recht gut scheinende, wärmende Sonne genießen.
 
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Unsere Einfahrt in den Straumen fiel mit der einsetzenden Flut zusammen und so konnten wir uns nur durch die Strömung durch den Straumen treiben lassen, langsam zwar aber überaus angenehm und vor allem spritsparend. Dabei fingen wir den ein oder anderen Portionsköhler, plötzlich sahen wir Fische und zwar eine ganze Menge, also Motor angeworfen und ran an die steile Wand des Hornelen, die erhofften Fänge blieben jedoch seltsamerweise aus, bis auf ein zwei Minniköhler tat sich nichts jedoch konnten wir zwischen den springenden Köhlern Dorsche beobachten, die sich an der Oberfläche rollten und dort offensichtlich fraßen, fangen konnten wir jedoch keinen und es ist uns auch nicht gelungen das zu fotografieren jedoch sollten wir keine 20 min. später des Rätsels Lösung erfahren.

Nachdem wir ein wenig rumgepietschert hatten wurden wir von der Strömung zu dicht an den Fels gedrückt und setzten das Boot zurück in die Strömung, welche nach kurzer Drift auf eine andere traf und uns vom Hornelen wegtrieb, so wurden wir immer weiter auf die entgegengesetze Seite getrieben und angelten nun in etwa 20m Tiefe vor einer Bucht. Plötzlich sahen wir wieder Fische in Massen an der Oberfläche rauben, das lies auch die Möwen nicht kalt und sie holten sich ihren Teil des Festmahls, diesmal jedoch war die Sjöslagt nur 20 m von uns entfernt und bewegte sich sogar noch auf uns zu.

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Völlig baff haben wir alles in die Richtung geworfen was die Köderkiste hergab jedoch nichts kein Biss. Wir haben daraufhin mit fischen aufgehört und nur och dem Spektakel zugesehen. Fische über Fische sprangen aus dem Wasser teilweise komplett und bis zu 30 cm hoch. Ziemlich schnell fanden wir heraus das es sich eben wieder um diese Minniköhler handelte welche sich dort mit kleinen Tobiasfischen den Wanst vollschlugen, welche sie vorher zusammengetrieben hatten.

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Mit der Hoffnung auf Großfisch unter dem Schwarm wurde denn doch wieder gepilkt und Fetzen angeboten, jedoch nichts, auch mit ganzen toten Köhlern, kein Zupfer. Mittlerweile waren wir ohne es zu merken in die Sandbucht getrieben, hier über dem hellen Grund und der von oben scheinenden Sonne konnten wir das "große Fressen" direkt unter unserem Bot beobachten. Unter uns Köhler, um uns rum auch Köhler über uns Möwen. Jetzt brachten auch komplett silberne schmale Fliegen am Paternoster den ein oder anderen Köhler, jedoch auch alles Ködergröße und die wollten wir ja nicht mehr, weil davon hatten wir genug. Also, Angeln abgelegt und dem Platschen, Spritzen und Schlürfen zugeschaut, der ganze Spuk dauerte leider nur ca. 15 Minuten, dann war wie verhext alles wieder vorbei. Lediglich ein paar völlig verstörte Sandaale welche das Gemetzel überlebt hatten waren noch vereinzelt an der Oberfläche zu sehn.

So, genug gefaselt, ich hoffe die Fotos welche Kai gemacht hat können dieses Geschehen besser verdeutlichen.

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Text:Sebastian Kaufhold
Fotos:Kai Behrends





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