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Mit Gummi am Strom


Hochspannung

Der Sommer ist weg, der Herbst hat begonnen! Damit startet die heiße Zeit, zumindest für die Raubfischangler. Und das heißt am großen Strom wie z.B. Rhein, Elbe oder Donau: Hochspannung! Jetzt gilt es, die im Sommer erkundeten Warmwassereinläufe, ruhige Stellen mit Strömungsschatten und Angelplätze mit großer Wassertiefe aufzusuchen. Top-Plätze sind Einleiter von Kraftwerken oder Fabriken mit Kühlwasserausläufen, aber auch die Innenbereiche der Häfen, Hafeneinfahrten oder tiefe Bereiche direkt am Ufer mit einer Steinpackung.



Warm und tief

In der Außenkurve unserer großen Ströme einen Warmwassereinlauf zu finden, ist schon die halbe Flossenmiete. Dort fließt das Wasser zwar schneller, ist aber auf jeden Fall tiefer und schützt die Fische vor unangenehmen, allzu schnellen Temperaturschwankungen. Jetzt, wo das Wasser in den großen Flüssen allmählich abgekühlt ist, finden sich die Fische mit Vorliebe in den tiefen Bereichen ein, in denen es zwar nur um Nuancen, aber doch ein wenig, wärmer ist. Die Köder müssen tief und langsam geführt werden, Materialverlust kalkuliert man am besten von vornherein ein. Am Ende tut's nicht so weh!

Sollten im Heimatrevier keine markanten Stellen oder Unterbrechungen am Ufer vorhanden sein, lohnt es sich doch, vor allem an Steinschüttungen sein Glück zu versuchen: Ist das Wasser ausreichend tief (z.B. Außenkurve), lohnt ein Versuch, den Gummiköder in nur 2-3 Meter Entfernung parallel zum Ufer oder an der strömungsabgewandten Seite der möglicherweise vorhandenen Buhnen entlang langsam, kurz über Grund, zu sich heranzuzupfen. Nur Mut, nicht zu schnell! Erfolgt kein Biss, verlegt man das "Abklopfen" des Untergrundes allmählich in die tieferen Flussbereiche, langsam weg vom Ufer.



Langsame Führung

Als Köder kommt die vollständige Palette an Gummiködern in Frage, die uns an Zubehör im Angelladen angeboten wird. Die Art und Form des Gummiköders ist zweitrangig; wichtig ist vor allem die richtige Köderführung und das Anbieten in der richtigen Tiefe: Ganz unten! Und dann noch schön langsam geführt, begrüßt uns am nächsten Tag freudestrahlend der Gerätehändler. Aber im Ernst: Nur so, durch eine langsame Köderführung knapp über Grund, ist man im Spätherbst und zu Beginn des Winters erfolgreich. Die Fische stehen jetzt nahezu regungslos am Grund und warten auf die spärliche, vorbeitreibende oder -schwimmende Nahrung. Ihren Stoffwechsel haben sie wegen der kühleren Umgebungstemperatur erheblich heruntergeschraubt und machen nur noch höchst ökonomische Bewegungen. Dies sollte den Ehrgeiz des Spinnanglers wecken, den Köder nahezu perfekt in täuschender Nachahmung eines kleinen Fisches (dem ebenso kalt ist) möglichst nahe an dem erhofften Zielfisch vorbeizuführen! Grundsätzlich gilt: Die Fische, die im Sommer in diesem Revier gefangen wurden, liegen in der Regel auch im Herbst und Winter hier vor Anker. Jeder freut sich über einen Spätherbst-Zander oder fetten Barsch!

Gummiköder lassen sich langsam und feinfühlig führen. Dies ist gerade im kalten Wasser ein entscheidender Vorteil, wenn alle Wasserbewohner deutlich träger geworden sind. Außerdem lassen sie sich gut werfen, da man ihr Gewicht durch die Wahl unterschiedlich schwerer Bleiköpfe variieren kann. Dies sollte man aber hauptsächlich von Wassertiefe und Strömung abhängig machen. Eine bevorzugte Methode in stark strömenden Bereichen ist, den Köder vom Buhnenkopf, der Hafenmole oder an tiefen Stellen einfach auch nur vom Ufer schräg gegen die Strömung aufwärts zu werfen. Dann lässt man ihn mit der Strömung allmählich abwärts an die Seite zum Ufer hin abtreiben und an der Strömungskante auf Grund gehen. Anschließend wird die Montage langsam (zupfend) herangeholt. Gibt es Buhnen im Angelbereich, zieht man den Köder am besten direkt durch den Kehrwasserstrudel unterhalb des Buhnenkopfes, wo sich verstärkt die angetriebene Nahrung sammelt und sich dort deshalb bevorzugte Fischeinstände befinden. Für ein solches Angeln benötigt man jedoch wegen der Hängergefahr auf dem manchmal "rustikalen" Untergrund etwas robusteres Gerät und für ein schnelleres Absinken in der starken Strömung schwerere Bleiköpfe. In den ruhigeren Bereichen kann man ohne Bedenken eine Nummer feiner fischen. - Besonders zeichnet die Twister und Co. auch ihre "Biss-Echte" aus. Für den Fisch fühlt sich der Köder beim Anbiss an wie ein lebender Futterfisch und wird nicht gleich wieder ausgespuckt.


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Form und Farbe

Die Form der Köder mag jedem Angler selbst überlassen sein; ob Gummifisch, Twister, Gummiwurm oder Krebsnachbildung. Bei der Frage der Farbe scheiden sich schon eher die Geister: Manchen ist es egal, viele schwören aber auf die Faustregel "dunkles Wetter - dunkle Farben" und "helles Wetter - helle Farben". Und da in der Zeit der kürzer werdenden Tage das schwindende Licht sicher auch eine Rolle spielt, empfiehlt es sich, zu Beginn des (im Herbst in der Regel grauen) Angeltages es erst einmal - im Gegensatz zum Sommer - mit dunklen Ködern zu starten. Bleiben Bisse aus, wechselt man, wie an hellen und sonnigen Tagen, zu hellen (weißen oder gelben) Ködern. Zu berücksichtigen ist ebenfalls die gerade vorhandene mögliche Wassertrübung, wobei aber im Herbst und Winter meist klares Wasser zu erwarten ist. Es kann sicher auch nicht schaden, dem Gummiköder möglichst viel Bewegung und Leben einzuhauchen. So sind Gummis mit ausreichend langem Schwanz für ein fantasievolles Bewegungsspiel unter Wasser nur von Vorteil. Das Gewicht der Bleiköpfe ist der jeweiligen Strömung anzupassen. Um die Fängigkeit zu erhöhen, verwenden auch viele Angler ein Drachkowitch-System oder zusätzliche Drillinge am Jighaken; hier muss ein goldener Mittelweg gefunden werden zwischen Fängigkeit und Führbarkeit des Köders und andererseits der Hängergefahr des jeweiligen Gewässers.



Weg vom Sofa!!!!

Auf jeden Fall lohnt es sich, vom heimischen Sofa aufzustehen und sein Glück mit "Gummi am Strom" auch einmal in der kälteren Jahreszeit zu versuchen! Und sollte man keinen Fisch fangen, ist es doch ein herrliches Gefühl, die kalte und sauerstoffreiche Luft einzuatmen, die einem an manchen Tagen fast den Atem nimmt und wieder Freude und Energie für die nächsten Tage auftanken lässt!



Beispiele für Gummiköder und Jigköpfe

Die kalte Jahreszeit am Strom beginnt: Hochzeit für Gummifisch, Twister & Co.

Autor mit Gummifisch

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Viele Sorten Gummiköder

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Kunst oder Natur?

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Norbert Wiercimok

Anglerboard-Magazin 2003



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