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Bericht der IG Angeln
Autor/in: Internet-Redaktion | 27.10.2002 |
Der Kabeljaubestand in der Nordsee ist zusammengebrochen. Das geht aus dem jüngsten Bericht des Wissenschaftlichen Rats zur Erforschung der Meere (ICES) hervor. Dieser liegt seit Freitag vor. In dem Report fordert der ICES die EU auf, die Kabeljau-Fischerei in der Nordsee komplett einzustellen. Weiterhin empfahlen die Wissenschaftler, ein Fangverbot für Wittling und Schellfisch durchzusetzen, da bei diesen Fängen oft Kabeljau mit ins Netz geht. Der enorme Bestandsrückgang ist die Folge von zwei Jahrzehnten verfehlter Fischereipolitik. Seit Jahren machen Umweltschützer und Wissenschaftler auf das Problem der Überfischung aufmerksam. Die EU-Fischereiminister diskutieren die Kabeljau-Situation bereits seit mehreren Monaten. Allerdings konnten sie sich noch nicht auf einen konkreten Wiederaufbauplan einigen. Von dem Zusammenbruch des Nordseekabeljaus sind besonders dänische und schottische Fischer betroffen. Es ist zu befürchten, dass in absehbarer Zeit weitere Fischarten bedroht sein werden. Die Bestände von Seeteufel, Seehecht und Seezunge sind ebenfalls erheblich zurückgegangen. Umweltorganisationen fordern die EU daher auf, ihre Fischereiflotte schnellstmöglich zu reduzieren, die Subventionen zu streichen und die Beifangquote herabzusetzen.
Autor/in: Internet-Redaktion | 05.11.2002 |
Der Bestand der meisten Fischarten in der Nordsee kann nur noch durch ein absolutes Fangverbot gerettet werden. Zu diesem Schluss kommt nach jahrelangen Forschungen der Bremerhavener Meeresbiologe Hein von Westernhagen. Nicht nur die Gesamtmenge der Speisefische habe abgenommen. Durch die Überfischung erreichten auch immer weniger Tiere das reproduktionsfähige Alter. Besonders gefährdet sind nach Ansicht Westernhagens Speisefische wie Kabeljau, Schellfisch, Wittling und Scholle. Kabeljau werde normalerweise bis zu 25 Jahre alt. Jetzt dagegen gebe es nur noch maximal sieben bis acht Jahre alte Fische. Um diesen Trend umzukehren und eine Regenerierung der Bestände zu ermöglichen, könne schon eine zweijährige Fangpause ausreichen. Neben der Überfischung sieht der Wissenschaftler auch andere Faktoren, die den Bestand beeinflussen: Da die Nordsee sich immer mehr erwärme, ziehe der Kabeljau sich nach Norden zurück. Andere, ursprünglich hier nicht heimische Fische rückten nach. "Inzwischen", erklärt Westernhagen, finden wir sogar gestreifte Meerbarben, die eigentlich im Mittelmeer heimisch sind." (sit)
Autor/in: Internet-Redaktion | 23.12.2002 |
Von den vielversprechenden Fischerei-Reformplänen der EU-Kommission ist nicht viel übrig geblieben. Am späten Freitagabend einigten sich die EU-Fischereiminister auf einen verwässerten Kompromiss: Die Fangquote für den bedrohten Kabeljau wird lediglich um 45 Prozent reduziert. Nur Deutschland und Schweden lehnten den Vermittlungsvorschlag ab, der unter dänischer Ratspräsidentschaft zustande kam. Die umstrittenen Subventionen für den Bau neuer Schiffe der EU-Fischereiflotte werden unter bestimmten Bedingungen bis Ende 2004 weiter gezahlt. Die ursprünglichen Reformpläne sahen vor, diese Ende des Jahres zu streichen. Der Kompromiss enthält weiterhin zusätzliche Kontrollmaßnahmen und Prämien für das Abwracken von Schiffen. Die Fangquote von Schellfisch und Wittling wurden ebenfalls reduziert. Greenpeace bezeichnete die Einigung als ein Desaster. "Aus der Reform ist ein Reförmchen geworden", sagte Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack . "Es ist zu befürchten, dass es in der Nordsee in absehbarer Zeit keinen Kabeljau mehr geben wird." (abu)
Autor/in: Internet-Redaktion | 02.12.2002 |
Mit einer schnellen Erholung des Kabeljau-Bestandes in der Nordsee ist nicht zu rechnen. Nach Angaben der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg fehlt der Nachwuchs des Fisches in diesem Jahr fast komplett. Mit Testfängen untersucht das Institut regelmäßig die Stärke des Kabeljau-Nachwuchses in der Deutschen Bucht. Anfang November wurde auf fünf Standardvergleichsstrecken durchschnittlich weniger als ein Jungkabeljau pro Stunde gefangen. Damit erzielten die Forscher das niedrigste Ergebnis seit mehr als 20 Jahren. Bei zweijährigen und älteren Fischen sei die Fangquote ähnlich erschreckend. Die Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt erklärten, dass der Kabeljaubestand seit 1970 enorm zurückgegangen ist - von 270.000 Tonnen auf etwa 40.000 Tonnen. Zum Schutz des beliebten Speisefisches will die Europäische Kommission ein Fangverbot in der Nordsee erlassen. Mitte Dezember soll der EU-Ministerrat darüber entscheiden. (abu)
Autor/in: Internet-Redaktion | 12.11.2002 |
Die norwegische Fischerei-Industrie glaubt eine Lösung für das Kabeljau-Problem gefunden zu haben: Sie will den beliebten Speisefisch in Zukunft züchten. Bei der Küstenstadt Stavanger unterhält ein Unternehmen das erste Becken mit selbst aufgezogenem Kabeljau. Die Firma hofft, in den nächsten zehn Jahren 400.000 Tonnen des stark bedrohten Fischs zu produzieren. Gegenwärtig ist die Kabeljau-Fangquote des skandinavischen Landes nur halb so hoch. Der Kabeljau-Bestand in der Nordsee ist auf Grund der jahrelangen Überfischung zusammengebrochen. Ende Oktober hatte der Internationale Rat zur Erforschung der Meere (ICES) der EU empfohlen, den Fang komplett einzustellen. Norwegische Umweltschutzorganisationen sehen das Kabeljau-Problem durch die Zucht nicht gelöst. Sie fordern, den Empfehlungen des ICES nachzukommen und die Fangquoten zu reduzieren. Die Umweltschützer fürchten, dass sich die Zahl der Kabeljau-Farmen zu schnell vermehren wird. Bislang ist noch unklar, wie sich die fabrikmäßige Zucht auf die Umwelt auswirkt. Norwegen ist bereits der größte Lachszüchter der Welt. Bei Lachs-Farmen kommt es immer wieder vor, dass Nähr- und Schadstoffe ausströmen und Fische entkommen. Parasiten und Krankheiten werden so auf wildlebende Fische übertragen. (abu)
Komplettes Fangverbot: Brüssel will Kabeljau-Bestand rettenDie EU-Kommission will den beliebten Speisefisch Kabeljau in der Nordsee mit einem einjährigen Fangverbot vor dem Verschwinden retten. Brüssel (dpa) - "Ich sehe kurzfristig keine andere Lösung, als für 2003 eine Null-Fangquote vorzuschlagen", sagte EU- Fischereikommissar Franz Fischler am Montag in Brüssel. Den Beständen in EU-Gewässern droht wegen Überfischung der unmittelbare Kollaps. Der Fangstopp solle auch für Schellfisch und Wittling gelten.Fischler warf den verantwortlichen Politikern in den Mitgliedstaaten der Union Untätigkeit und indirekt auch Betrug wegen falscher Angaben bei den Fangmengen vor. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, bis Ende des Jahres im EU-Fischereirat zu einer Einigung über die dringend notwendige Reform der gemeinsamen Fischereipolitik zu gelangen.Aktueller Anlass des Warnappells aus Brüssel ist der neueste Bericht des unabhängigen Internationalen Rates für Meeresnutzung (ICES), der angesichts der bedrohlich abnehmenden Bestände ein umfassendes Fangverbot für Kabeljau fordert.Als Gründe für die vom Skagerrak bis zur Biscaya katastrophale Lage nannte der EU-Kommissar einerseits die "Vorgaukelung einer beschönigten Bestandssituation" durch die beteiligten EU- Fischereinationen sowie die illegale Überfischung. Außerdem wies er auf seine Vorschläge vom Dezember 2001 zur Rettung der Kabeljau- Bestände hin, zu denen die EU-Fischereiminister seitdem keine Entscheidung getroffen hätten. Als "Sünder" machte Fischler im Wesentlichen alle nördlichen Länder der EU mit Ausnahme Deutschlands aus.Die Brüsseler Vorschläge sehen unter anderem vor, die Fangquoten drastisch zu beschränken, Fanggebiete vorübergehend zu sperren und die unzulänglichen Kontrollen und Strafen zu verschärfen. Fischler kritisierte, dass Sanktionen bislang in die Zuständigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten fallen. "In einem Land geht man für ein Vergehen in den Kerker, für den gleichen Verstoß gibt es in einem anderen Land lediglich eine Verwarnung", sagte der EU-Kommissar.Im Dezember dieses Jahres wollen sich die EU-Fischereiminister über die so genannten Wiederauffüllungspläne und eine grundlegende Reform der EU-Fischereipolitik einigen. Nach den Vorschlägen sollen die Fangquoten um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Außerdem werde es kein Geld mehr für den Bau neuer Schiffe aus Brüssel geben, stattdessen aber sollen in den kommenden Jahren durch Abwracken Überkapazitäten abgebaut werden: 8600 Schiffe, knapp neun Prozent aller EU-Fischereifahrzeuge, sollen verschwinden.Nach Angaben der EU-Kommission gab es Anfang der 70er Jahre in den EU-Gewässern rund 90 Prozent mehr ausgewachsene Fische als Ende der 90er Jahre. Der Kabeljau-Bestand in der Nordsee habe in den vergangenen 20 Jahren um 60 Prozent abgenommen.
Karlheinz Symanowsky
Anglerboard-Magazin April 2003 |