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Ein schrecklicher Angelsonntag
Gestern, nach einer herrlichen Havelrundfahrt bei nasskaltem Wetter auf einem Restaurantschiff, beschloss ich so gegen 14:00 Uhr ganz spontan mal ans Wasser zu fahren, um meine neue GuFi-Kollektion zu testen.
Gedacht - Getan, alles eingepackt, noch´n schönes Tee´chen gekocht und losgedüst. Immer an der Havel lang auf der Suche nach ´ner Stelle, die ich noch nicht befischt habe.
Nach etwa einer halben Stunde Fahrt wähnte ich mich am Ziel meiner Reise und versuchte mit dem Auto so dicht wie möglich an die Havel zu kommen. Also bin ich den erstbesten (offiziell befahrbaren) Ackerweg rein und immer Richtung Wasser ... der Befahrbarkeit des Weges wurde immer schlechter, so dass ich beschloss umzukehren und hielt erstmal an. Rückwärtsgang rein (auf Grund fehlender Wendemöglichkeiten gings nur noch Rückwärts) und nicht tat sich. Vorwärtsgang rein: nichts tat sich. Plötzlich wurde mir jäh bewußt: Ich hatte mich am A.... der Welt festgefahren (es war etwa gegen 15:00 Uhr).
Also erstmal aussteigen und Lage sondieren ... Ich steckte so Tief im Dreck, dass der Unterboden des Wagens komplett auflag... mir wurde immer übler. Ich allein hier draußen im Schlamm ... und zu allem Überfluss meldete mein Handy plötzlich: Piep, Akku leer.
So, jetzt reichte es. Ich brauchte erstmal 2 Zigaretten und etwa 10 Minuten Ruhe, um mich wieder zu fangen und meine ersten Ideen auszugrübeln. Bretter mussten her, Wagenheber habe ich dabei. Also ertmal los und Bretter suchen. Nach etwa 15 minütigem Fußmarsch fand ich in einem Wäldchen einen alten, in sich zusammengefallenen Hochstand. Ein paar Bretter gekrallt und wieder zurück zum Auto. Wieder 15 Minuten weg und es fing an zu regnen
So langsam wurde es auch schon dunkler, also machte ich Dampf. Mit den "Händen" grub ich die Reifen frei, Wagenheber drunter und hochgepumpt. Bretter unter das rechte Vorderrad. Nun die andere Seite: Vorderrad freigraben, Wagenheber drunter und hochpumpen. Hört sich einfach an, war´s aber nicht, den nach 3 Kurbeldrehungen verabschiedete sich mein Wagenheber (Das Teil zum Einhängen der Kurbel war aus Plastik!). Inzwischen war es auch schon 17:00 Uhr. Angeln gehen konnte ich vergessen, nur noch die Karre aus´m Dreck holen war jetzt wichtig!
Aus eigener Kraft schaffte ich es also nicht, also musste schnell eine Idee her. So klingelte ich mit dem letzten verbleibendem Akkustrom den Förster an, und gab mir die Blöße, um Hilfe zu bitten. Aber: so schön der Gedanke - so nüchtern die Lösung: "Nö, sorry. Bin grad auf ´ner Weihnachtsfeier. da geht nichts ..." war die trockene Antwort, aber ich konnte ihn verstehen
Nun blieb mir nur noch eine Möglichkeit: Die (wenn sie das erführe, warscheinlich sehr erboste) Frau an-smsen. Dafür könnte der Akku noch reichen. Gedacht - Getan: Und da ich irgendwo in der Wallachei stand und niemand dort von allein hinfinden würde, hieß es für mich: Zur nächsten Straße laufen (etwa 30 min Fußmarsch) und warten.
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Nach einer 1/2 Stunde Fußmarsch mit meinem ganzen Angelgerödel (Wathose, 2 dicke Pullover und Angeljacke) und weiteren 30 min Wartezeit im strömenden Regen, kam endlich der langersehnte Hilfskonvoi. (Es war mitlerweile 18:30 Uhr). Mein Nachbar hatte ´nen stabilen Wagenheber dabei, ´ne Taschenlampe und ein Abschleppseil, so dass wir mein Auto innerhalb der nächsten halben Stunde frei hatten
Jetzt war ich super erleichtert, hatte zwar den Bundesliga-Sonntag auf DSF verpasst (Da erst 19:45 Uhr zu Hause), musste mich mit meiner arg verärgerten Freundin abfinden (Jedwede Einschmeichlungstaktik schlug fehl), konnte meine neuen Super-KöFi´s nicht testen und bin heute leicht verschnupft.
Aber das Danke-Bier mit meinem Nachbarn war dafür doppelt so lecker.
Und die Moral an der Geschicht: Feldwege zum Angeln befahr ich künftig nicht
Gut Fisch!
Jens Wagner
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