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Köderfische anködern
Da ich sehe dass sehr oft Fragen über die richtige Anköderungen von Köderfischen gestellt werden, möchte ich euch mal meine Erkenntnisse näher bringen, fangen wir beim Barsch an. Da bei euch ja der lebende verboten ist sieht die Anköderung bei mir folgendermaßen aus:
Die wahrscheinlich beste Methode ist und bleibt die französische, d.h. Blei oder Spiro auf die Schnur, Schnurstopperwirbel und dann ein etwa 20-25cm Vorfach. Da diese Methode aktiv (d.h. mit kleinen Sprüngen über dem Grund) gefischt wird, wird ein Einzelhaken von unten!!! durch das Kinn und zur Nase wieder rausgeführt. Warum??? Die Hakenspitze schleift so nicht über den Grund (wie bei Gummiködern) und es gibt weniger Hänger. Außerdem liegt der Haken frei und fasst gut in das Barschmaul, da die Barsche den Fisch von vorne schlucken.
Angeln mit Pose
Am besten ist und bleibt die Laufposenmontage die aktiv gefischt wird. Hier jedoch wird der Köderfisch genau umgekehrt angeködert. D.h. der Haken wird zuerst!!! durch das Nasenloch und dann zum Kinn wieder rausgeführt. Warum??? Da bei dieser Angelei der Barsch sehr oft den Köder von unten nimmt und erstens ist der Unterkiefer beweglich. Wenn er also direkt zuschnappt um den Fisch ganz zu nehmen trifft sein Kiefer gleich auf die freiliegende Hakenspitze. Zweitens nimmt der Barsch den Köder erst mit, um ihn dann im Maul zu drehen. Da hängt er meistens automatisch, da die Hakenspitze nach vorne schaut und so das erste ist das in seinem maul verschwindet.
Kommen wir zum Zander
Bei der Tirette (wie beim Barsch) bleibt die Anköderung dieselbe. Fischt man allerdings mit Köfis über 10cm ist ein Angstdrilling der kurz vor der Schwanzflosse hängt oft von Vorteil (auch zum direkten Anschlag)
Angeln mit Laufpose wieder mal genau die selbe Methode wie beim Barsch. Außer eben bei größeren Köderfischen, da auch einen Angstdrilling benutzen.
Beim Angeln auf Grund gibt es meines Erachtens zwei Möglichkeiten ihn anzubieten. Entweder ein Einzelhaken von unten!!! durchs Kinn und zur Nase wieder raus (wenn Strömung herrscht) so wackelt er schön appetitlich. Anders für den schnelleren Anschlag (ist auch artgerechter, vor allem wegen den Jungzandern) ist das angeln mit den Zwillingshaken (Zweierhaken wobei ein Haken kleiner ist als der andere und etwas seitlicher hängt ). Solche werden zwei an ein Vorfach montiert mit ungefähr 7cm Abstand, hängt von der Größe der Köderfische ab. Der erste Haken am Vorfach wird knapp hinter der Flosse eingeschlitzt, der andere kurz hinter dem Kopf. Dabei müssen die Spitzen Richtung Schwanz schauen. Mit diesen Haken liegen die Hakenspitzen schön frei und die Zander sind auch meisten sehr vorne gehakt.
Kommen wir nun zum Hecht
Zuerst einmal: Immer Stahl verwenden!
Beim Hecht werdet ihr ja vor allem mit Pose angeln. Nehmt auch wieder Laufposen, damit erzielt ihr eine bessere Bissausbeute und ihr könnt den Köder bei jedem Einwurf in allen Tiefen anbieten (wenn ihr sie aktiv befischt bei kleinen Köderfischen genügt ein Einzelhaken, der ins Nasenloch eingeführt wird und zum Kinn wieder raus).
Warum??? Der Hecht nimmt oft seine Beute von der (Unter-)Seite, trägt den Köderfisch fort und frisst ihn dann Kopf nach vorne an einem anderen Platz.
Da der Haken nach außen schaut, könnt ihr nach dem kleinen Zwischenstopp des Hechtes sofort anschlagen.
Bei größeren Ködern nimmt man besser zwei Drillinge. Den zweiten am Vorfach von unten durchs Kinn und der erste entweder in eine Flanke (Köderfisch dreht sich dann bei richtiger Anköderung). Oder der zweite in den Rücken, so muss man meistens auch nicht lange beim Biss warten und kann sofort anschlagen - wenn er den Köder nicht zu zaghaft nimmt.
Bei der statischen Angelei ist es besser die Schwimmblase durchzustechen, da der Köder sonst auftreibt. Hier benutzt man wieder mal ein Anköderungssystem mit zwei Drillingen. Der erste wird unter der Rückenflosse eingestochen (geht aber auch mit einem etwas größeren Einzelhaken da er nur zum Halten des Köderfisches dient). Der andere entweder am Bauch oder in die Flanke kurz hinter dem Kopf, was meines Erachtens besser ist. Vor allem wenn man den Hecht mit dem Köder davonschwimmen lässt, da er den Köder sowieso im Maul dreht und dann sofort auf den Drilling trifft, wo es bei der anderen Methode eher Fehlbisse gibt.
Für die Leute die dort angeln wo der lebende erlaubt ist, bleiben die Anköderungen meistens gleich. Auf Grund Haken von unten!! durchs Kinn und zur Nase wieder raus, bei statischer Angelei auf Hecht benutze ich nur noch einen Drilling und steche den auch wieder von Kinn durch die Nase. Einer genügt da, da die Hechte bei lebenden (und auch Zander und Barsch) viel herzhafter zugreifen.
Außer natürlich wenn die Köderfische größer ausfallen (beim Hecht größer als 20cm) benutze ich zwei Drillinge.
Eine noch sehr fängige Methode auf Zander (bei mir die fängigste) ist das angeln mit einem Blei am Seitenarm (Länge ca. 50 cm, mit lebendem köfi (wo erlaubt!)) wo der Fisch wieder mit den Zwillingshaken angeködert wird.
Ich konnte nun hoffentlich einigen ein paar Antworten liefern. Natürlich gibt es auch andere Anköderungsvarianten und Angelvarianten, aber hier ist mal das prinzipielle. Wenn jemand noch Fragen hat z.B.. bei anderer Anbietung des Köders so soll er ruhig schreiben.
Leider wurde der Bericht etwas länger (und dabei habe ich mich noch gebremst) aber hoffe ihr habt Zeit in zu lesen.
Mike Castellani
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