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Schwedentour Oktober 2004
Ein Bericht in vier Teilen von Dirk, Heiko, Mario und Eric
(Digerko, Gnilftz, marioschreiber und Südlicht)
(Dirk)
MITTWOCH 06.10.04,
Um 18:30 Uhr war die gesamte Mannschaft war in Großenbrode versammelt. Eric war bereits einen Tag vorher bei Mario angekommen. Heiko kam im Laufe des Nachmittages an. Richard und ich als Nachzügler in einem bis zur Dachkante beladenen Wagen. Im Bus sah es auch nicht besser aus, da wir, ohne es im Vorwege zu wissen, einen Handlungsreisenden in Sachen Angelgerät dabei hatten. Wie viel Kunstköder passen in einen Hartschalenkoffer? Die Antwort gibt’s von Eric.
Nach einem obligatorischen Festquatschen ging es dann gegen 19:00 Richtung Puttgarden los. Bis dorthin stellten die PMR Handys eine technische Herausforderung an eine Wagenbesatzung dar. Die Fährkarten wurden zuerst von Heiko und Mario verkauft. Richard orderte dann mit den Worten: „Wir hätten gerne das gleiche wie die vor uns und einen Erdbeershake.“ Die Fährkarten bekamen wir dann.
In Stockdunkler Nacht kamen wir dann in Schweden an.
Vor der Grenzkontrolle gab Eric aus Vorerfahrungen früherer Reisen die Regieanweisung, dass auf die Frage des Grenzers: „Was wollen Sie in Schweden“ als Antwort „Angeln“ nicht ausreichend sei und um den Zusatz „ ... und schöne Frauen gibt’s hier auch“ ergänzt werden müsse.
Gut gerüstet mit drei Perso’s in der Hand und dem nötigen Fachwissen wollte Richard die Scheibe runter lassen, jedoch wurde er gleich durchgewunken.
Ca. Eine halbe Ewigkeit später die erste Zigarettenpause der Nikotinspiegel näherte sich der kritischen Grenze, genauso wie das Kühlwasser in Richards Wagen. Gestoppt und freudig festgestellt, dass der Parkplatz direkt an den „Lagan“ grenzte. Fix ein paar Fotos gemacht und sprang da nicht ein Lachs?
Mittlerweile hatten wir den 07.10.04 und kamen um ca. 4:00 Uhr in Mjösebo am Haus an.
Nach dem entladen der Autos heizte Mario den Kachelofen an und gab eine Hausführung. Im Wohnzimmer angekommen kam die Frage von einem: „Was hängt da an der Tapete?“ Gab es schnell die Antwort: „Eine Fledermaus!“. Aus kurzem Abstand wurde das Tier betrachtet. Ich gab dann von mir: „Die hat sich bewegt“.
Also, Handschuhe an –schließlich übertragen die Viecher Tollwut- und der gezielte Griff zum Tier mit der Motivation es in die Freiheit zu entlassen. Und dann rupfte ich lediglich eine ca. 10gr schwere Mumie von der Tapete. OK, dies schmälerte meinen Heldenhaften Einsatz das sich bewegende Wildtier zu retten ein wenig.
Nach einem kleinen Umtrunk kamen wir dann zu dem Ergebnis, das Schlaf jetzt nicht das richtige wäre, denn schließlich wären wir ja zum fischen gekommen. Ein paar Umtrünke später war dämmerte es; voll aufgerödelt ging es zur Kartenausgabestelle und dann zum See. Die BB’s waren dann irgendwann einnsatzklar und die Füße beflosst. Fliegenruten blieben im Rohr, denn der Wind frischte zusehends auf, und schließlich gab es ja zwei Jungfernfahrten. Für meinen Teil saß ich dann mit dem mulmigen Gefühl jeden Moment nach vorne über zu kippen im Boot und paddelte mich in kreisförmig vom Ufer weg. Moralische Unterstützung für mich gab es von Eric. Mario und Heiko bewegten sich in Schlangenlinien auf den gegenüberliegenden Windschatten zu. Ach ja, Richard war derweil schon am anderen Ufer angekommen.
Die nächsten Stunden wurde von uns dann mit Spinnruten gefischt. Herausgekommen sind einige kleine Hechte sowie ein Barsch.
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Am frühen Nachmittag ging es dann Richtung Anlandestelle. Mittlerweile war jeder von den Spuren des Schlafentzuges gezeichnet. Gerötete Augen mit geschwollenen Lidern lagen knapp vor tiefschwarzen Augenringen. Zurück am Haus war der Gedanke Essen fassen und pennen. Na ja, die Stimulans Alkohol ließ es dann doch recht spät werden. Aber wir hatten einen Tag gewonnen.
(Heiko)
Zweiter Tag:
Da die Helden mit, Ausnahme von Richard, nach Ihrer Bellyausfahrt doch etwas schwächelten, wurde kurzerhand das Angebot der örtlichen Kartenausgabestelle genutzt und 2 Boote gemietet.
Mit einem ortsüblichen Ritual, Single Malt auf nüchternen Magen, wurde Petrus gnädig gestimmt, doch ein paar "schöne" Fische rauszurücken. O.k., schön waren sie, aber bei der Größe gab es wohl Verständigungsschwierigkeiten!!! So fanden nur ein paar tief schwarze Minihechte und ein paar Barsche unsere Köder attraktiv.
Dabei haben wir alles, was der Hartschalenkoffer des "Süddeutschen Handelsreisenden" hergab, durchs Wasser gefurcht. Aber die Landschaft an sich, ist eine Reise allemal wert!
Da ein solches Fangergebnis ja die Moral erheblich trüben kann, beschloss ich diesem Effekt mit Bier, Single Malt und Rotwein zu bekämpfen, was aber einen leichten Ausfall bei einem Mitreisenden aus Ascheberg am nächsten Tag zur Folge hatte...
Den letzten Angeltag sollte ein Herr aus Großenbrode beschreiben...
(Mario)
Beim mieten der Boote sagte mir die blonde Schwedin in dem ICA (Alter über 60 L) das wir die Ruder über Nacht nicht am Boot, sondern im Auto lassen sollten! (?). Die Angelkarten waren also nicht für den Tag, sondern für 24 Stunden gültig!
In Anbetracht dieser Tatsache war es dann gar nicht mehr so schlimm dass der Tag für uns etwas später als geplant anfing und wir am Freitag erst um 13.30Uhr unsere Karten kauften.
SAMSTAG, dritter Tag:
Wir beschlossen zur Dämmerung am See zu sein und bis 14.00Uhr zu fischen. Danach hätten wir genug Zeit das Haus aufzuräumen und zu packen. Der Wecker riss uns alle unsanft aus unseren Träumen. Einzig unser „Drillsergant “ sprang freudig aus dem Bett und rollte den Schlafsack zusammen. Nach einem kurzem Frühstück, Dirk schmierte noch ein paar Brote, fuhren wir los.
Etwa ein Viertelsunde später standen wir an den beiden Booten.
Richard zog wieder das Bellyboat vor. Nachdem wir die Ausrüstung im Boot hatten fuhren Eric und ich los, dicht gefolgt vom zweiten Boot mit Heiko und Dirk.
Als erstes wollten wir ein wenig „schleppen“, denn wozu hat Eric sonst etwa 2000 Wobbler mitgebracht!?
Kaum waren wir um die erste Ecke gerudert bekam Eric den ersten Biss. Leider nur ein kurzer Anfasser. Doch als Boot zwei die gleiche Stelle passierte bog sich Heikos Rute, und der erste Hecht des Tages wurde mit einem Schluck aus dem Flachmann gefeiert. Er durfte wieder zurück in sein Element. Ich ruderte mit Eric langsam zur anderen Seite des Sees, immer unterbrochen von Stopps die wir mit „blinkern“ verbrachten.
Auf dieser Seeseite befand sich der Einlauf eines kleinen Baches, des „Badeboddaan“, aus dem ich mit Eric am Vortag einige kleine Hechte mit „Mepps“ Größe3 gekitzelt hatte.
Eric meinte „Lass uns durchrudern um in den anderen See zu fahren!“
„Wenn es da nicht gut ist dann haben wir noch genug Zeit um im ersten See zu fischen!“
Es waren etwa 200 –bis 300 Meter mit mäßiger Strömung, und danach ein Schilf- Seerosenfeld zu durchrudern. Der See war um einiges flacher wie der erste, und ringsum mit Schilf bewachsen.
Nachdem wir durch das Schilf waren legten wir die Ruten aus und ruderten los. Nach nur fünfzig Metern der erste Hecht. Länge so um 50 cm.
Klapps auf den Po „und tschüss“...
Wir schleppten um einen Großen Felsen (auf dem sich Eric irgendwann ein Haus bauen will) knapp an einem Seerosenfeld vorbei.
Biss bei Eric....
„Moment, ich mach mal ein paar Bilder vom Drill!“.....“Sch.., geht nicht, hab auch einen Biss!“
Doppeldrill !!!
Auch diese Fische kamen nicht über die Größe von 50 cm. Hinaus.
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Wir Setzten die Fische zurück und fuhren weiter.
Nach etwa weiteren 100 bis 200 Metern, wir waren gerade mal 20 Minuten in dem See am schleppen, hing mein oranger Rapalla an 12er Fireline plötzlich an einem Unterwasserhindernis fest.....
Hier sollte Eric weiter berichten:
(Eric)
So, nun zum letzten Teil...
Wie gesagt, wir ruderten los und kurz danach hing Marios Wobbler an einem Unterwasserhindernis fest.... „Hänger“.... „He, der bewegt sich ja....“
Anders als bei den vorher gefangenen Fischen kam der Widersacher jedoch nicht sofort an die Oberfläche sondern blieb auf Tiefe.
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„Das ist ein Guter“, meinte Mario und drillte den Fisch langsam ans Boot. Kurz konnten wir einen Blick auf einen Teil des Hechtes erhaschen, wobei ich ihn auf ca. 90 cm schätzte. Was Mario allerdings anders sah... Langsam, stetig und ohne Eile nahm der Fisch ein ums andere Mal Schnur und wir trieben gefährlich nahe an ein kleines Seerosenfeld heran. Während Marios Rollenbremse das wohl schönste aller Lieder sang, schnappte ich mir die Riemen und verlegte das Boot um ein paar Meter weiter ins freie Wasser der Bucht. Das hätte ich mir jedoch sparen können, denn auch der Hecht zog das Boot einige Meter von den Seerosen weg.... „Naja, der ist wohl doch etwas größer...“ ließ ich verlauten. Nach etwa 10 Minuten kam der Fisch das erste Mal richtig an die Oberfläche.
Er stand einfach nur da und ließ sich durch nichts erschüttern... Mario nahm sein Mini-Gaff und versuchte den Fisch etwas näher zum Boot zu dirigieren. Doch das war nicht im Sinne der dicken Dame. Langsam und mit stoischer Ruhe ging sie wieder auf Tiefe. Ich nahm das Gaff aus Marios Hand, so dass er beidhändig die Flucht bremsen und den Fisch wieder zum Auftauchen zwingen konnte. Kaum hatte Mario das Gaff wieder in Händen, ging das ganze Spiel von vorne los....
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Kein einziges Mal kam Hektik auf, weder bei dem Fisch, der wohl um seine Größe und Stärke wusste, noch bei Mario, der ruhig und souverän dagegen hielt. Der Wobbler hing seitwärts außerhalb des Maules mit 2 Drillingen, was gut war, denn so konnte keine Schnur zwischen die Zähne des kapitalen Hechtes gelangen... Nun, war sie am Boot und Mario setzte vorsichtig das Gaff an. Ein kurzer Ruck und der Haken des Werkzeuges saß sicher durch beide Kiefer.
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Als Mario den Fisch ins Boot heben wollte, knackte der kurze Holzgriff jedoch bedenklich, was mich dazu veranlasste schnell mit der Rechten zuzupacken und gemeinsam zogen wir die Beute über die Bootskante. Da lag er nun. Marios Freudenschrei hallte über den See und wir konnten beide unsere Blicke nicht von dem herrlichen Tier wenden. Da Mario schon während des Drills beschlossen hatte, den Fisch zu entnehmen (sonst hätte er ihn auch aussenbords releast) versorgte er ihn waidmännisch und nahm danach einen kräftigen Zug Single Malt aus meinem Flachmann.
Der Fisch lag quer im Boot, beide Enden standen an der Bootswand nach oben...
Was ein Tier.... Eine erste Messung ergab, dass der Fisch auf jeden Fall mehr als 110 cm lang war, genauer wollten wir ihn erst an Land messen.
Wir hatten also auf einer Strecke von vielleicht 200 Metern innerhalb einer halben Stunde 4 Hechte gefangen. „Du, wir müssen den anderen Bescheid sagen, die sollen auch hier rüber kommen“ meinte ich zu Mario. Also versuchten wir es über Funk, was jedoch aufgrund der Entfernung und dem dichten Bewuchs zwischen den Seen nicht klappte. Dann paddeln wir eben rüber... Ich nahm die Riemen und legte los... In absoluter Rekordzeit schossen wir durch den Verbindungskanal und erreichten den anderen See. Gut, die anderen lagen nahe des Einflusses. Wir beschlossen erst einen kleinen Hecht zu präsentieren, den ich gefangen hatte und leider abschlagen musste, da er sich im Drill die gesamten Kiemenbögen der rechten Seite herausgerissen hatte. Dann erst sollte der Kapitale präsentiert werden...
Langsam kamen wir näher an Richards BB und das andere Boot. Hmmmm. Heiko fischte stehend, was uns dazu veranlasste, etwas Abstand zu halten, so dass er den Fisch nicht sofort sehen konnte. „Und, habt ihr was?“ fragten wir scheinheilig und mussten uns das Grinsen verkneifen.... „Nö, nur kleine“ kam die Antwort. „Wir auch“ und hoben den kleinen Hecht in die Höhe... „Ach ja, und den hier...“ Mario versuchte den Traumfisch in die Höhe zu wuchten, was mir Sorge um die Sicherheit von Dirk und Heiko im anderen Boot bereitete, denn deren Unterkiefer drohten den Bootsboden zu durchschlagen...
Innerhalb weniger Sekunden waren Richard, Dirk und Heiko längsseits und bestaunten den prächtigen Fisch. „Kommt mit rüber, da geht noch was“ meinten wir und wollten Richard ins Boot nehmen, da der Verbindungskanal für das Bellyboat recht flach war, doch Richard war schon unterwegs. Ich glaube die Bugwelle seines BB könnte Geschichte schreiben....
Schnell nahmen wir auch Kurs und bald waren wir alle wieder auf dem kleineren See zu Gange.
Leider waren alle weiteren Fänge wieder von bescheidenerer Größe, was jedoch dem Spaßfaktor kein Abbruch tat. Ich konnte noch neben weiteren Hechten einen wunderschön gezeichneten Barsch verführen, der durch seine faszinierende schwarz-silberne Färbung auffiel...
An diesem Tag fing jeder seine Fische und gegen 12:30 Uhr traten wir den Heimweg zum Anlegeplatz an. Dort angekommen wurde Marios Fang noch genauer vermessen und die Kameras knipsten ein ums andere Mal... Das Maßband zeigte stolze 120 cm.
Langsam verstauten wir unser Gerät in den Autos, reinigten grob die Boote und fuhren zur Kartenausgabestelle um die Riemen zurückzugeben.
Als wir zuhause ankamen, wurde der Hecht küchenfertig versorgt und die Gerätschaften zum Trocknen ausgebreitet... Ein gelungener Abschluss einer tollen Tour.
Nun ging es ans Packen, da die Zeit am nächsten Tag für einen Besuch der Mörrum genutzt werden sollte. Dirk zauberte uns ein Essen was bestimmt 4 Sterne verdient hatte. Die kleineren Hechte, welche nicht releast werden konnten, ergaben extrem leckere Frikadellen, welche mit Beilagen zu einem köstlichen Mahl gereicht wurden.
Der Tag ging zu Ende und wir erfreuten uns an den Fotos, die wir auf dem Laptop betrachteten und dabei noch vorhandene Single Malt - Reste genossen.
Sonntag - Reisetag
Schnell waren die Gepäckstücke in den Autos verstaut und das Haus aufgeklart. Da wir noch etwas Zeit hatten, wollte ich dem ABU-Werk in Svängsta an der Mörrum noch einen kurzen Besuch abstatten. Als wir dort jedoch ankamen, sahen wir, dass wir um ca. eine Woche zu spät waren, denn außerhalb der Saison hatte das Werk und der angegliederte Shop nur wochentags geöffnet.
Nachdem wir uns sabbernd die Nasen an den Schaufensterscheiben des Shops platt gedrückt hatten und uns einig waren, das nächste mal während der Öffnungszeiten wieder zu kommen, ging die Fahrt weiter. Ein paar Kilometer bis zum Laxenshus an der Mörrum.
Dort zahlten wir den Eintritt und bestaunten die dort ausgestellten Präparate und Geräte.
Ich denke, wohl jeder von uns kam ins Träumen und würde dort gerne einmal die Fliegenrute schwingen. Die Fische in den Aquarien sahen zwar etwas mitgenommen vom Aufstieg aus, jedoch waren es herrlich große Fische.
Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Mörrum liefen wir wieder zu den Fahrzeugen und setzten unseren Weg in Richtung Heimat fort.
Gegen 19:45 Uhr kamen wir in Puttgarden an. Auf der Fähre Verabschiedeten sich Dirk und Richard und wir fuhren weiter zu Mario um ihn und sein Gepäck zuhause abzuliefern. Nach kurzem Stopp fuhren Heiko und ich dann weiter nach Lübeck, wo ich am Bahnhof ausstieg und meine Heimreise dann weiterging.
Das also war die Schwedentour 2004. Ein tolles Erlebnis mit einer tollen Truppe....
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