Google
 
Web www.anglerpraxis.de
Guten Abend, und Viel Spaß im Archiv des Anglerboard-Magazins!


  Navigation
picStart
picAktuelles Magazin
picMagazinforum
picOnlineshops
picKleinanzeigen
picImpressum
picHaftungsausschluss
picAnglerboard.de



  Archiv
picGesamtes Archiv
picAllgemein
picRaubfischangeln
picFriedfischangeln
picMeeresangeln
picJungangler
picGewässertipps und Reiseberichte
picGerätetips und Berichte picBasteln und Gerätepflege
picRezepte und Kochtips
picPolitik und Naturschutz
picInteressengemeinschaft Angeln
picUnterhaltung
picPressemitteilungen und Firmenvorstellungen
picSonstiges




Artikel als .pdf herunterladen (238 KB) !?

Flusskrokodile

Verkrautete Teiche, große Seen, Boddengewässer. – Alles typische Hechtreviere. Aber auch viele Flüsse beherbergen die grünen Räuber und ich finde das Spinnangeln an Fließgewässern immer wieder reizvoll, selbst wenn der Fangerfolg mal nicht so gut ist. Einen ganzen Nachmittag am Flussufer entlang wandern, sich dabei durch Unterholz schlagen und jede kleine Lücke im Gestrüpp nutzen um seinen Köder auszuwerfen. - Das ist einfach ein ganz anderes Feeling, als von einem Vereinssteg zum nächsten zu wandern. Noch dazu hat man immer die Chance auf stramme, kämpferische Flusshechte, die sich mit Döbeln, Zährten und Rotaugen vollgefressen haben.

0106_hecht_01.jpg

Das A und O beim Flussangeln auf Hecht ist es, die Hechtstandplätze zu finden und den Esox dann zum Biss zu reizen. Gerade an zwecks Schifffahrt verbauten Strecken ist dies nicht einfach, da sie recht monoton wirken. Daher kommt hier Angeltaktik Nummer 2 zum Einsatz. Dazu später mehr.

0106_hecht_02.jpg

Zunächst möchte ich aber die erste Methode vorstellen. Sie kann kräftezehrend sein, aber wer die Natur liebt, wird sie trotzdem mögen. Sofern vorhanden sollte man sich für die Hechtjagd stets Bereiche des Flusses aufsuchen, welche möglichst naturbelassen sind. Auf derartigen Flussstrecken lohnt sich das Wanderangeln. Schnappen sie sich einfach ihre Spinnrute, einen Rucksack mit einer kleinen Köderauswahl und ein wenig Verpflegung und ziehen sie dann los. Gerade dort wo Bäume und Äste im Wasser liegen, Kraut und Seerosen wachsen oder kleine Buchten vorhanden sind, kann man mit Hechten rechnen. Auch kleine Nebenarme und Gräben, die mit dem Fluss in Verbindung sind, beherbergen fast immer Hechte. Dabei ist zu beachten, dass die Hechte in der Regel im Uferbereich stehen. Führen sie ihren Köder also eher parallel zur Uferzone, anstatt immer stur in die Flussmitte zu werfen. Natürlich kann man dieses Wanderangeln auch zum Ruderangeln abwandeln. Da man mit einem Boot gerade bei Krautwuchs optimal die Uferzone abfischen kann und dies auch an Stellen, die sonst nicht erreichbar sind, ist es ideal für das Hechtangeln im Fluss. Auf einer interessanten Flussstrecke verankere ich das Boot nah am Ufer und fische dann mögliche Einstände der Räuber werfend ab. Dabei sollte man allerdings immer einen gewissen Sicherheitsabstand zum Hechtstandplatz halten um den Esox nicht zu vergrämen. Einen sehr großen Vorteil hat das Boot aber auch bei Hängern, die sich am Fluss kaum verhindern lassen, gerade wenn man die Strecke zuvor noch nicht beangelt hat. Sobald sich der Kunstköder verhakt hat, fährt man mit dem Boot einfach über die Hängerstelle oder zieht von einer anderen Richtung aus. So lässt sich nahezu jeder Köder retten, während vom Ufer so mancher mit Sicherheit abgerissen wäre. Beim Wander- bzw. Ruderangeln eignet sich eine normale Spinnrute von ca. 3 m Länge mit einem Wurfgewicht um 60 g, dazu eine mittelgroße Rolle mit geflochtener Schnur. Auf ein Stahlvorfach oder alternativ mindestens 0,50 mm dickes Fluocarbonvorfach sollte man niemals verzichten. Da man keine Zeit hat einen Platz längere Zeit zu beangeln – schließlich will man ja Strecke machen- sollte auf bewährte, nicht zu ausgefallene Kunstköder zurückgreifen. In der warmen Jahreszeit bieten sich insbesondere Effzettblinker in kupfer, große Spinner oder ca. 10 cm lange Wobbler im Weißfischdekor als Hechtköder an. Auch große Hechte jagen dann nämlich nach der reichlich vorkommenden Fischbrut und nehmen daher auch gerne einen kleineren Köder. Im Winter sieht die Situation anders aus. Die Hechte stehen jetzt eher in Grundnähe und beißen hauptsächlich auf langsam geführte Köder. Darum greift man am besten zu 10 bis 20 cm langen Gummifischen. Besonders grüne Modelle, sind häufig sehr fängig auf Hecht.

0106_hecht_03.jpg



Nun zu Methode 2: Häufig stehen Flusshechte auch an typischen Hot Spots wie Wehren, Hafenausfahrten, Schleusen oder Einmündungen von Nebengewässern. Das sind Plätze, die jedem Angler ins Auge fallen und wo dementsprechend auch viele ihre Ruten auswerfen. Wanderangeln ist an solchen Plätzen logischerweise nicht angesagt. Schneller Erfolg auf Hecht ist eher selten, dafür kann man sich allerdings auch sicher sein, dass hier immer der eine oder andere Entenschnabel steht, es jedoch schwierig ist ihn zu überlisten, weil er schon so manchen Kunstköder gesehen hat. Daher ist es meist erforderlich zahlreiche unterschiedliche Köder auszuprobieren, wobei das gleiche Gerät wie auch beim Wanderspinnangeln verwendet werden kann. Insbesondere Gummifische und Wobbler können den Erfolg bringen, aber im Grunde genommen kann man wirklich alles testen. Ein Hecht dem immer wieder andere Köder vorm Maul entlanggezogen werden, beißt irgendwann auch mal zu. Vorteil beim Beangeln der Hot Spots ist, dass das Spinnfischen durch Barsche, große Döbel, Zander, Rapfen und manchmal auch Welse sehr kurzweilig sein kann, zumindest wenn man keine allzu großen Köder verwendet.

Veit Wilde




© 2003-2011 Anglerpraxis.de - Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten
Powered by MLIT