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Unterwegs mit DinTur zu neuen Zielen

Ein Tourtagebuch über drei Wochen – aufgeschrieben von Peter Gesien

Teil 2

Juli - 5 - 2005

Und weiter zieht die Karawane. Zunächst müssen wir einen kleinen Umweg nach Steigen machen, wo wir das Angelgerödel vom Hörminator loswerden, der kurz danach dort eintrifft und Stefan beauftragt hat, dies für ihn zu erledigen. Bei der Gelegenheit schauen wir uns die neue Vorzeige-Anlage von Din Tur an... Sozusagen der Ersatz für das leider 2004 aus Familiengründen aus dem Angebot genommene Hamn südlich von Bodö...

Aber schaut selbst. Wir können hier nur wiedergeben, was wir in 20 Minuten zu sehen bekommen und sind schlichtweg begeistert. Anglerisches Testen verbietet sich aus Zeitgründen...

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Am Nachmittag werden wir in Gratangen nördlich von Narvik erwartet.

Auch hier wird fleißig investiert. Direkt am Fjord entstehen neue Ferienhäuser, die der Investor hofft, über DinTur gut vermieten zu können...Wir sollen uns umschauen. Dies tun wir natürlich mit allem was dazugehört. Auch hier hat man keine Mühen gescheut, uns zum Testen nagelneues Bootsequipment zur Verfügung zu stellen. Flotte 50 PS werden uns abends über den Fjord tragen hinaus zu Stellen, von wo aus man bereits die bekannte Inseln Andörja sehen kann.

Doch vorher beziehen wir Quartier... Wo? In einer alten Schule, wo wir den bisher erlebten Kontrast zwischen Luxus und einfacher Absteige wieder voll auskosten dürfen... Na, für eine Nacht geht so was aber immer.

Bevor wir zum Angeln düsen, gibt’s nen Smalltalk mit dem Hausherren. Er erzählt von Foldvik und der langen und nicht immer rosigen Geschichte der Robbenjäger. Vieles aus dieser Zeit erinnert in der eigens dafür wieder hergerichteten Fischerei, deren alter Netzeboden zu einer Freiluftkneipe umgestaltet wurde.

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Dann geht’s raus aufs Wasser. Wir lassen die 50 PS spielen und sind in 10 min. am Fjordausgang... Fast 10 km überwinden wir damit wie im Flug. Die ersten Fische lassen auch nicht lange auf sich warten. An einer Kante von 12 m abwärts auf 25 m werden schöne mittelprächtige Dorsche gefangen, ein Stück weiter dann ein Kattie, während auf 45m dann Schellies ihr Dasein anzeigen. Auch Küchenportionen von Seelachsen steigen beim Ablassen ein.

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Ein spiegelglatter Fjord mit genialer Mitternachtssonne versüßt uns den wunderschönen Abend. In der Ferne taucht Andörja schemenhaft auf und lässt uns von großen Fischen träumen.

Noch am Abend hatte der Din Tur Chef Gunnar sich bei Stefan gemeldet und unsere eigentlichen Pläne, den Schmietzi in Olderdalen zu besuchen in weite Ferne rücken lassen. Nun soll es schon morgen tatsächlich auf die Insel Andörja gehen, und wir machen Pläne darüber, wann wir aufstehen und weiterdüsen würden. Im selben Atemzug startet Stefan den Motor, um uns flugs wieder nach Hause zu bringen. Das heißt, er will starten....Aber nichts tut sich... Ein müdes, schwerfälliges Schnarren kommt aus Richtung Anlasser. Au Backe !!! Nagelneues Boot und dann so was! Und wir weit weg und ohne Handy (wie wahnsinnig muss man eigentlich sein?!) an Board. Und das alles nachts um halb drei....

Gott sei Dank sind wir nur 300 m vom Ufer entfernt, auf dessen Seite auch unser Bootshafen liegt. Aber wir sind 12 Kilometer von dort entfernt...Mit unseren Bauchgurten paddeln wir das 500 kg-Boot langsam zum Ufer, wo wir es zwischen großen Steinen langsam aufs Ufer manövrieren.

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Zu unserem Glück hat Stefan vorgesorgt und im Auto eine nagelneue 12 Volt Batterie für seine Elektro-Multi zu liegen. Die Hoffnung, per Anhalter zurück zum Hafen zu kommen, geben wir, während wir im Sturmschritt gen Foldvik walken, nach einer Stunde auf. Am Ende sind es genau zwei Stunden Gewaltmarsch, die ich in meinen Badelatschen absolviere. Noch drei Tage danach spüre ich meine Beine, die sich wie Blei anfühlen. Das mit der Notbatterie klappt und so kommen wir um 5 Uhr morgens todmüde und k.o. in die Federn.

Am nächsten Tag stellt sich raus, dass die neue Batterie so vom Hersteller ohne Nachladen übernommen und an uns weitergegeben wurde... Grrrrrr.....

Juli - 6 - 2005

Etwas knurrig, aber gleichzeitig erleichtert nehmen wir Abschied von Gratangen... Soll es doch heute rüber zu der nur einen Steinwurf entfernten Insel Andörja gehen... Traumhaftes Wetter begleitet uns auch heute, aber aufgrund der ungünstigen Straßenverbindungen müssen wir fast zweieinhalb Stunden im Auto über uns ergehen lassen. Als wir Engenes, den kleinen Fischerort im Norden der Insel erreichen, empfangen uns bunte Plakate und Werbebanderolen. Irgendwas ist hier im Busche...

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Und richtig: In zwei Tagen würden hier das bedeutendste Radrennen Norwegens sowie weitere Lauf- und kombinierte Wettbewerbe stattfinden... Man ist also beschäftigt, die Sache gut vorzubereiten...

So finden wir unseren Kontaktmann, den Chef von Andörja Adventure, ziemlich genervt und mit drei ständig klingelnden Handys vor... Dennoch schafft er es, uns kurzfristig eine Penne privat in einer ausgebauten Garage sowie ein Boot für eine Erkundungstour zu organisieren.

Nebenbei schauen wir uns Häuser an, die er für die Zukunft an angelnde und andere zahlende Touristen zu vermieten wünscht... Wir sehen hier viele Anglerautos mit schwedischen Kennzeichen... Andörja ist eben eine traditionelle Hochburg der Nachbarn.

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Am Abend starten wir dann einen Törn hinüber der Senja südlich vor gelagerten Inselgruppe. Ausgestattet mit GPS-Positionen würde es ja ein Kinderspiel sein, hier fix ein paar gute Fischies zu fangen...Denkste Puppe! Nix war es mit Topstellen und fix mal Ablassen und Bingo... Nur mühselig gelingt es uns diesen Abend vielleicht 10 brauchbare Fische zu fangen... Und das vor Andörja in gut 4 Angelstunden... Auaha!!!

 
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Aber thats live... Sicher würde man, wenn man genügend Zeit hätte, auch zu seinem Fisch kommen, aber die haben wir nicht... Dass die Ecke dennoch topp ist, beweist ja der diesjährige Trip von Member Kunze im Mai diesen Jahres.

Juli - 7 - 2005

Na ja, die Garagennacht war wie immer auch nur kurz... Daran schließt sich gegen 10 Uhr ein Frühstück im Freien, besser gesagt an einem Autoanhänger an, den wir kurzerhand zu einem Tisch umfunktioniert haben. Ein kleines Match Fußball mit den Kindern der Familie, bei der wir untergebracht sind, lässt sich der Dynamo-Fan Stefan nicht entgehen...

Eigentlich können wir hier eine zweite Nacht bleiben, jedenfalls laut offiziellem Tourplan... Aber Stefan entscheidet: Auf nach Olderdalen... Hier haben wir jetzt soweit alles gesehen, und sein alter Freund Schmietzi würde sich sicher freuen, wenn er ihn doch noch zu Gesicht bekäme... Am Nachmittag treffen wir am Kafjord, einem Ausläufer des gigantischen Lyngenfjordes, bei Andree ein...Mister Obercool, seines Zeichens Servicemann in Olderdalen, empfängt uns nach Maß..."Jungs...Da drüben is die Tanke. Und da der Laden!!" Holt mal ein paar Bierchens...Gesagt - getan...Heute machen wir einen auf Leckmichwaskostetdiewelt...Grillfleisch wird geholt...das erste Fleisch seit vielen Tagen!!! Dazu jede Menge 1,5l Bierpullen...Am Ende wohl um die 800 Tacken, die wir im Laden lassen...Andree weiht den mitgebrachten Grill ein...Wird auch Zeit...

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Am Ende des Tages sind wir alle schön satt in jeglicher Hinsicht... Am Abend kommt sein Chef aus Tromsö und lädt uns ein, weiter mit auf Mittsommernachtsparty zu kommen... Wir aber sind platt... Vielleicht auch gut so...

Juli - 8 - 2005

Heute Vormittag wollen wir es mal auf dem Lyngenfjord versuchen. Andrees Prognosen sind alles andere als gut... Seit Tagen kommen seine Gäste mit nur wenig Fisch rein. Die Stonies sind zudem wohl bereits am Laichen.

Zu dritt - Stefan muss mal wieder richtig auspennen - machen wir uns auf in Richtung Insel... Aber hier ist überall Totentanz. Keine Dorsche, kein Mittelwasserräuber...Einfach wie Sommerfußball... Am Ende schippern wir unterhalb der Insel und dösen tunkend in der Sonne... Hier endlich schnappen zwei Steinbeißer zu, so dass wir wenigsten das Gefühl für den Fisch nicht verlieren...

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Gemütlich lassen wir auch hier den Tag ausklingen. Schließlich soll der Höhepunkt der Tour ja noch erst kommen.

Juli - 9 - 2005

So... Kommen wir also zum letzten Kapitel...

Heute solls nun endlich auf die Insel Vannöya gehen... Mann, was sind wir aufgeregt... Man hat ja schon so viel drüber gehört und gelesen...Gleichzeitig verfolgen wir in Norwegens Tageszeitungen auch die Wetterentwicklung...Ein Sturmtief steuert aufs Land zu... Wann es kommen wird und wie lange es sich dort breitmachen soll, weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner....So ein Mist, geht es uns durch den Kopf...Ausgerechnet jetzt, wo der Höhepunkt der Tour folgen soll.

Zunächst ist aber alles noch friedlich. Über Lyngseidet steuern wir Tromsö an, wo wir noch mal bezüglich der großen Storm Gummifischen zuschlagen... Um 14 Uhr erreicht die Fähre Vannereid und wir kurven die letzten 30 km nach Torsvag ganz gemütlich... Unter anderem kommen wir dabei auch am Camp vorbei, von wo aus der Däne 2003 den unglaublich bösen Butt an den Haken bekommen hat...Das liegt recht weit vom offenen Meer entfernt und die Boote dort machen alles andere als einen für die Gegend geeigneten Eindruck... Meines Erachtens zu klein, zu niedrigwandig und untermotorisiert. Torsvag ist letztlich nichts weiter als eine alte Fischersiedlung auf deiner kleinen Insel, die durch eine schmale Fahrbahn mit der großen Insel verbunden ist... Als wir zwischen Fischhallen und alten Fischerutensilien uns den Weg zur Anlage bahnen, stehen plötzlich rund 30 Rentiere vor uns... Es ist Samstag und nichts und niemand stört sie dabei nach Resten von Fisch und anderen Sachen zu schnüffeln...

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Die Anlage ist eine ehemalige Unterkunft für Fischer... Die neue Besitzerin Sonja Karlsson ist im selben Moment wie wir am Ort, weil sie uns unterwegs schon hat kommen sehen... So weisen sie und ihr Bruder uns sofort in alles Wissenswertes ein... Insgesamt acht neue modernisierte Appartments werden hier entstehen, vier sind bereits fertig gestellt...

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Es sind keine Nobelhütten, aber gerade für die ohnehin eher zweckmäßig orientierte Anglerschaft vernünftig eingerichtet.

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Sonja zeigt uns den Filetierraum sowie das riesige Kühlhaus, das die Angler mitbenutzen können.

 
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Daneben befindet sich ein größerer Gemeinschaftsraum, wo momentan noch auf Couchen gelümmelt und Fernsehen geguckt werden kann... In Zukunft soll hier ein kleines Restaurant für die Angler entstehen, die ehemalige Fischer-Großküche wird deshalb ebenfalls modernisiert und umgebaut...

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Stolz zeigt sie uns die für die weniger vorbereiteten Angler eigens angeschafften Floatings... Rund 15 Anzüge stehen für den Verleih zur Verfügung.

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Im Hafen tummeln sich Schiffe und Boote unterschiedlichster Größe und Bauart... Mal wieder was für Franky, der solch ein Flair liebt.

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Unser Interesse gilt natürlich den zur Anlage gehörenden Leihbooten... Wenn man in einem von der Lage her offenen Revier fischen möchte, muss ein solches Boot schon gewissen Anforderungen gewachsen sein. Ich nehme es vorweg: Sie sind es... Wir sind bei Wind und Wellen raus gefahren, was wir mit anderen niedrig bordigen Booten aller Wahrscheinlichkeit nicht getan hätten... Die 60 PS verleihen außerdem ein gutes Gefühl des schnellen Reagierenkönnes.

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Auch das von uns bereits im Vorfeld der Reise angeschaute Speedboot macht einen sehr guten Eindruck. Mit aller notwendiger Technik auch für einen längeren Offshore-Törn gerüstet, ist eine gute Alternative, wenn das Wetter eine Ausfahrt aufs Offene mit den kleinen Booten nicht zulässt.

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Der Charterpreis, so Sonja, dürfte bei 80 Euro pro Stunde liegen. Ein vergleichsweise noch vernünftiges Angebot, wenn man bedenkt, dass drei Stunden ausreichen können, um sich zu viert einmal richtig dumm und dusselig zu fangen...

Wir dürfen uns von den Vorzügen noch heute Abend überzeugen, denn Sonja spricht uns für 18 Uhr eine Einladung zum Big-Boat-Fishing aus. Unsere Augen leuchten. Die zwei Stunden bis dahin verbringen wir mit Montagen-Knüppern, denn wenn es richtig raus geht, wollen wir bestens gerüstet sein... So kommt an die 30 Pfund Rute eine 110er Mono als Vorfach, bestückt mit einem 12/0er Makk, nur beste Wirbel und Einhänger kommen zudem zum Einsatz... Keine Kompromisse heißt die Devise!! Der Wind lässt immer mehr nach und in Anbetracht der Wetter-Prognosen der nächsten Tage sind wir der Meinung... Das wird was...

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Was jetzt folgt, werden wir drei wohl so schnell nicht wieder vergessen. Nachdem Sonja noch ein wenig einkaufen war, können wir ablegen und verlassen den Hafen. Kurz nach Verlassen der Untiefenzone dreht das Boot auf und wir müssen uns festhalten, damit uns der 320 PS Diesel nicht ans Heck drückt...In nur 25 min. sind wir auf dem vor uns schon im Vorfeld in C-Map heiß diskutierten Gebiet, ein riesigen Areal mit unzähligen Untiefen. Am interessantesten scheinen jedoch die Kanten zu sei, wo die Unterwasserstruktur ziemlich zügig von 40 auf 70 Meter abfällt.

Frank und Stefan lassen ihre Pilker hinuntersausen... Sie fangen mit 250 gr. an, merken aber bald, dass die Strömung hier draußen trotz der platten See erheblich ist... Und so wechseln sie bis auf 350 bzw. 400 gr.... Das geht bedeutend besser... Und dann geht alles sehr schnell... Noch nicht einmal unten, knallen die Ruten fast zeitgleich Richtung Reeling.

Nun heißt es pumpen... Typisches Rucken signalisiert: D o r s c h !!! Und was für Kaliber!

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Stolz präsentieren beide die ersten Fische, während ich alles fast ungeschnitten filme... Und so oder ähnlich geht es weiter... Aus Jux probieren wir dann auch die neu erworbenen Gummifische, deren Einsatz hier heute unter den Bedingungen ideal scheint.

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Zwischendurch kommen auch ein paar Seelachse bis 18 Pfund an Board.

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Schnell füllt sich die hinterschiffs befindliche gelbe Fischtruhe. Affenartig schnell gafft Sonjas Bruder, entfernt den Haken, kehlt und wirft den Fang rüber... Wie bei einer Lehrvorführung.

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Uns wird leicht mulmig... Was tun mit dem Fisch? Gott sei dank stellt sich durch Nachfragen heraus, das das kein Problem sei... Man nimmt uns den Fisch ab und wird ihn vermarkten... Na gut, sobald das geklärt ist, kann es unbeschwert weiter gehen. Jetzt filmt Franky und ich komme zum Angeln... Instinktiv greife ich zur weißen Daiwa mit der Avet Zweigang... Schweres Geschirr sozusagen... Ich werde es aber nicht bereuen... Nur Sekunden später knallt ein richtig Guter ins Geschirr... Das merke ich an der dauerhaften Belastung der Rute... Aber mit dem niedrig übersetzenden Gang der Rolle ist das Nach-Oben-Befördern eher ein Kinderspiel....

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35 Pfund wird die Waage im Hafen anzeigen... Persönlicher Rekord sozusagen... Ich hab ganz schön zu tun beim Ausstemmen des Fisches für den präsentierenden Schnappschuss.

So angeln wir uns gut zwei Stunden in einen Rausch...Die Kiste ist letztlich fast dreiviertel voll...Aber wir brechen aus Gewissensgründen ab und freuen uns auf das Bier und den Pflaumengeist, welchen Sonja uns zum Wohl auf dieses schöne Erlebnis reicht...

Dann überrascht sie uns ein weiteres Mal, denn während wir schon Kurs auf den Hafen nehmen, warten dampfende Pellkartoffel, Zwiebel und frisch gedünsteter Fisch auf die Fischermen...Wir sind muskelmäßig ein wenig geschafft... Am Ende des Tages werden es knapp 150 kg Filet sein, die Sonja in den Frost schicken wird.

Juli - 10 - 2005

Am nächsten Morgen ist das Wasser platt wie ein Ententeich... Da wir ja wissen, dass das nicht mehr lange so bleiben soll, beschließen wir, dies auszunutzen, um mit dem 60-PS-Boot ein gutes Stück offshore hinauszuballern... Aber so einfach ist das alles nicht... Gegenüber gestern haben wir fast Null Drift und auch die Fische scheinen hier kleiner und vereinzelter zu sein... Zum Anfang müssen wir uns mit Tangdorschen und Mittelklasse-Vertretern begnügen.

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Dann endlich finden wir mit Hilfe des Plotters doch noch eine schöne Kante, wo es dann heftig zur Sache geht. Hier gelingt mir eine Doublette, an der ich ganz schön zu kurbeln habe... Den größeren der beiden Fische schätze ich auf knapp 30Pfund...

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Leider haben wir heute, wo auch aufgrund der Lichtverhältnisse nicht viel drin ist, nur die Notknipse mit...

Am frühen Nachmittag fahren wir rein und gönnen uns ein gutes Filet.

Als es Abend wird, beginnt es wieder zu jucken... Stefan ist müde, und so fahren Franky und ich alleine noch mal hinaus... Der Wind hat ein wenig zugenommen, und so versuchen wir einige Plätze, wo wir auch Butt vermuten, nämlich sandige Untergründe... Doch alle Theorie ist stets grau...Dass wir richtig sind, zeigen uns schnell ein paar sehr schöne Schellfische und Dorsche, aber die, die wir suchen, melden sich nicht... Zwischendurch kommt mal wieder ein Seewolf zum Vorschein, auch die scheinen sich noch nicht gänzlich zum Laichgeschäft zurückgezogen zu haben.

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Am Ende dieses Tages versuchen wir es noch einmal rund vier Kilometer nördlich von Torsvag, hier beginnt einer der ersten interessanten Unterwasserberge. Sobald wir unterhalb der 40 Meter fischen, knallt es... Dorsche über Dorsche, dicht wie ein Teppich, müssen sich da unten rum treiben... Einer der Brüder ist mal wieder richtig gut drauf und liefert sich mit mir einen feinen Drill... Der hat so um die 32 Pfund... Da ich aber keine Waage dabei habe, belasse ich es bei der gefühlsmäßigen Schätzung...

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Juli – 11- 2005

Am nächsten Morgen ist dann alles anders... Tell me why I dont like Monday... Ein scharfer Wind bläst böig aus Richtung West. So, wie angesagt, scheint nun das Tief auch Vannoya erreicht zu haben.... Wir hoffen zu dem Zeitpunkt noch, die Prognosen würden so nicht eintreffen, denn bis einschließlich Freitag ist Kuling bis teilweise 20 Meter angesagt...

So machen wir heute Erkunden von Alternativen... Auf die wind abgewandte Seite der Insel geht’s. Dort, wo Sonja wohnt und wo sie eines der neuen Boote als Schlechtwetter-Alternative stationiert haben. Wir aber wollen schauen, ob es nicht auch Uferangelplätze finden... Unterwegs kommen wir an einem See vorbei, der als interessante Alternative für Forellen und Saiblinge gilt..

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Am Hafen angekommen schauen wir uns erst einmal um...Aus nächster Nähe können wir das akribisch sortierte Arbeitsgerät der Langleinenfischer bewundern.

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Auf der hölzernen Mole angelangt, muss dann erst mal ein Kleinköhler her, um daraus kleine Fischfetzen zu schneiden...

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Die Montage, die wir auf Plattfische probieren ist denkbar einfach: Ein oder zwei Seitenarme, darunter ein 40 gr. Blei oder Pilker ohne Drilling...Wir fischen aktiv, d.h. wir ziehen vorsichtig über den Grund, bis wir auf Kontakt in Form eines leichten Zuppelns spüren...Auf die Art fangen wir in einer halben Stunde fast 20 kleine Klieschen, alle jedoch auffällig unter Maß... Vielleicht liegts an der Tide, dass die größeren woanders sind oder nicht wollten.

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Am Nachmittag beruhigt sich der Wind ein wenig, Dennoch wagen wir uns bei 7-10 m/s Wind, der frontal über 10 km Wegstrecke hat, ordentlich Wellen aufbauen zu lassen, hinaus... Und wir fangen noch mal ganz gut... Nicht die Großen, aber dafür schön querbeetHysen, Dorsche, Lumbs. Das war es denn aber auch, denn über Nacht baut sich der Wind zum Sturm auf, der teilweise Orkanstärke erreicht... Die Leichtbaukonstruktion unserer Unterkunft rappelt so manches Mal...

Juli – 12- 2005

Der Sturm ist voll da. Dazwischen immer wieder heftiger Regen. Wir schauen uns das einen Tag an und entscheiden dann, nachdem wir die Wetterprognosen per Teletext als nicht sonderlich besser werden einschätzen, die Sachen zu packen und Mittwoch früh die 8 Uhr Fähre zu nehmen. Leicht fällt die Entscheidung nicht: Denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, ein so großartiges Revier ausgiebig testen zu können. Normalerweise sollen wir hier bis 16. bleiben und dann noch für drei Tage nach Sommeroy... Von dort kommt jedoch zwischendurch die Mitteilung, dass es dort nicht klappt... Aber: Vielleicht gut so... Irgendwie reicht es uns auch... Wir wollen nun nach Hause, und das so schnell wie möglich... Zunächst eher unbewusst, später dann mit allem Nachdruck... Also ziehen wir wie 2004 die Stecke bis Trelleborg ohne Zwischenübernachtung durch... Auch ein Zwischenstopp am Jockfall in Nordschweden kann uns nicht mehr aufhalten, zumal die Lachse dieses Jahr nicht so gut am Steigen sind wie letzten Sommer um die Zeit.

In der Nacht zum Freitag erreichen wir dann Rüdersdorf. Nachdem Stefan sich bei mir noch ein paar Stunden um die Ohren haut, düst er dann am frühen Vormittag in seine Heimat Dresden.

Alles in allem ein grandioser Trip, der einem die Augen für viel mehr öffnet, als man ansonsten während einer gewöhnlichen Angeltour gewohnt ist. Auch wenn wir mit NULL Kilo Filet nach Hause kommen, hat es sich dennoch gelohnt und ruft nach Wiederholung im kommenden Jahr...

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Nachtrag des Autors:

Zu dem hier geschilderten Bericht ist eine DVD erschienen unter dem Titel

"Unterwegs zu neuen Zielen"

DVD-R Lauflänge 56 min.

Preis incl. Cover, Verpackung, Porto Euro 15,-

Zu bestellen unter pete@anglerboard.de

Peter Gesien





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