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KANN ES NUR EINEN GEBEN?????
MS FORELLE: Statt Angelkutter ANGLERkutter!
Es gibt viele gute Gründe, mit einem Angelkutter raus zu fahren. Auch wenn es immer wieder Beschwerden über mangelnden Service, ruppigen Umgangston und lustlose Crews gibt. Schliesslich hat nicht jeder einen Sportbootführerschein, dass er selber rausfahren kann. Und eine grössere Gruppe bekommt man beim besten Willen nicht auf einem 5 - Meter - Boot unter.
Zwar kann man mit dem eigenen Boot flexibler angeln, aber man ist auch selber für alles verantwortlich. Auch dafür, wenn man leer ausgeht - bei einem Kutter kann man das ja getrost auf den Käpt`n schiebenJ. So freue ich mich immer wieder auf eine Angelkuttertour mit ein paar Freunden oder Anglerboardkollegen. Man braucht sich um nix kümmern, kriegt was zu essen und zu trinken, hat genügend Platz und kann auch mal im Trockenen sitzen, und nicht zuletzt ist es einfach ein tolles Erlebnis, mit ein paar anderen zusammen einen (oder mehrere) Tage auf See zu verbringen und die Küche mit ein paar fangfrischen Dorschen zu versorgen. Wenn ich auch zugebe, dass ich auf Grund vieler Enttäuschungen das Kutterangeln in den letzten doch eher zu Gunsten des Bootsangeln etwas vernachlässigt habe.
Selbstverständlich sollte man sich vorher etwas informieren und nicht auf jedem Seelenverkäufer, der sich Angelkutter nennt, buchen. Zum einen hilft hier die Kutterliste vom Anglerboard, zum anderen natürlich auch die vielen Erlebnisberichte der Kutterangler im Forum. So kamen wir auch auf die MS Forelle, nicht nur weil sie Partner vom Anglerboard ist. Das alleine wäre sicher kein Grund, mit diesem Kutter rauszufahren. Dazu haben viel mehr die vielen positiven Berichte vieler Boardies sowie einige interessante und sehr informative Gespräche mit Bernhard Mielitz, dem Käpt`n der Forelle, beigetragen.
Wenn ich schon auf einem Angelkutter bin statt mit dem eigenen Boot zu fahren, habe ich natürlich auch gewisse Ansprüche - vor allem wenn man die heute verlangten Preise anschaut. Ich bin aber auch gerne bereit, ein paar Teuros mehr auszugeben, wenn alles stimmt. Auf der Forelle soll es laut "Augenzeugenberichten" für den gegenüber anderen Kuttern höheren Preis auch wesentlich mehr Leistung geben. Zum einen soll das Schiff sehr sauber und gepflegt sein - auch die Toiletten. Statt 2 Sorten belegter Brötchen zum Frühstück - mit Aldisalami und Scheiblettenkäse - soll ein richtig vernünftiges Frühstück mit Kaffe und Tee satt geben. Statt aufgewärmter Dosensuppe - im optimalen Fall mit etwas Zwiebeln und Speck angereichert -ein richtiges Mittagessen.
Zum anderen, für Angler auch nicht unwichtig, steht der Name MS Forelle für den anglerischen Service an Bord. Sowohl der Käpt`n wie die Crew sollen sehr bemüht sein, die Gäste an den Fisch zu bringen - was man natürlich nie garantieren kann. Und auch das Gaffen - oft genug ein leidiges Thema auf vielen Kuttern mit eher unmotivierter Besatzung - soll auf der Forelle klappen. Und Bernhard, der Käpt`n, sitzt nicht nur unsichtbar im Ruderhaus, er gibt Tiefe und Drift und die daher zu verwendenden Pilkergewichte bzw. Montagen an. Und oft genug angelt er selber mit.
Bei soviel Vorschusslorbeeren waren wir doch sehr gespannt, was uns erwarten würde. Und wir freuten uns natürlich auch darauf, wieder ein paar Boardies kennen zu lernen, die wir bisher nur aus dem Forum kannten. Übernachten würden wir in Laboe, gebucht hatten wir bei der Appartementvermietung Petersen. Dok, Amazone und ich fuhren gemeinsam, mit uns würde Thorabo übernachten, den wir Dienstag abend treffen wollten. Sailfish, ein Kumpel von Dok, war auch mit einem Freund von der Partie, so dass der Dienstag abend schon mal dem ersten Kennenlernen im realen Leben diente und sehr interessant zu werden versprach.
So konnte eigentlich die erste Ausfahrt am Mittwoch Morgen kaum schiefgehen. Ne Gruppe netter Leute, etwas Seeluft um die Nase wehen lassen, dazu wohl einen Kutter und eine Crew die sich wirklich um die Gäste bemüht. Wenn man dazu dann noch ein paar (gerne auch mehrJ) Dorsche fangen würde, so würden das 2 optimale Tage werden.
Aber zuerst stand natürlich zuerst mal das von mir gehasste frühe Aufstehen auf dem Plan - schliesslich wollte man ja nicht den schlechtesten Platz erwischen. Aus vielen Gesprächen mit vielen verschiedenen Reedereien und Käptn`s weiss ich, dass das Problem der Platzverteilung und der angebundenen alten Stöcke leider nicht so leicht zu lösen ist. Vergibt man die Plätze nach Reihenfolge der Reservierung, wird oft nicht mehr gebucht, wenn die "guten" Plätze schon besetzt sind. Wenn man angebundene "Stöcke" entfernt, gibts Ärger mit denen, die das gemacht haben, lässt man sie stehen, sind die sauer, die in der Nacht für gute Plätze aufgestanden sind.
Also tapfer den Wecker auf 3 Uhr gestellt und alles so hingerichtet, dass wir am nächsten Morgen nur ins Auto springen und nach Heikendorf fahren mussten.
Um diese Zeit war natürlich noch keinerlei Sonne zu sehen, was natürlich meine Laune nicht unbedingt besserte. Dafür gabs gleich nach einiger Zeit Abstinenz frische Seeluft um die Nase. Das war ja schon immerhin etwas. Und man traf auch schon um diese Zeit die ersten Boardies an Bord. Wir waren scheinbar nicht die Einzigen, die auf einen guten Platz an Bug oder Heck spekulierten.
Also schnell einen Platz gesucht und dann gings schon los mit dem Kennenlernen, warm werden und klönen. Es ist immer wieder unglaublich, wie schnell das gemeinsame Hobby Angeln, noch dazu wenn man sich - zumindest schriftlich - vom Anglerboard kennt, dazu führt, dass man sich prima unterhalten kann. Aber natürlich wollt ihr ja alle wissen, wie jetzt die Tour wirklich war. Daher hier das kleine "Anglerboardanglerkuttertourtagebuch":
Von der langen Anfahrt und dem recht frühen Aufstehen war ich zwar noch müde, man kannte die Forelle ja aber noch nicht. Dennoch waren wir nicht die ersten an Bord, konnten uns aber zusammen das Heck "sichern". Raubfischer RD und Dorschzocker waren auch schon da, so gabs schon kurz nach dem an - Bord - gehen die ersten Gespräche. Und auch Matthias, der Bootsmann, war schon anwesend, so dass es zwar schon verführerisch nach Kaffee duftete, der aber noch nicht ganz fertig war, so dass ich meiner Koffeinsucht noch etwas Geduld beibringen musste. Aber so um halb sechs war der Kaffee dann fertig und ich konnte mich dank dessen wieder vom zerknitterten Angelzombie in einen Menschen verwandeln.
Das erste was auffiel: Die Forelle ist ein absolut sauberes Schiff - inklusive der Toiletten. Dies fiel auch den anwesenden Damen (hier in Person: Amazone01, die Dok zum Hochseeangeln überreden konnte) sofort auf. Auch auf Deck war alles sauber, auch die Fischkisten. Kein Sammelsurium übriggebliebener Fischerkisten übrigens, sondern alles gleiche schwarze Kunststoffkisten mit etwas kleinerer Grundfläche, so dass man zum Angeln genug Platz hat, auch wenn jeder eine Kiste vor sich hatte.
Am Heck gabs noch eine Sitzbank sowie einen Tisch, an den Seiten wie auch im Bug waren Sitzbänke angebracht, so dass man auch während der Fahrt sich im Freien mal hinsetzen konnte. Wer so "kreuzlahm" wie ich ist, der weiss die sicher zu schätzen.
Also auf in den Salon. Auch hier war absolute Sauberkeit der erste Eindruck. Der zweite die Freundlichkeit. Kaum die Nase durch die Salontüre gesteckt, erhielt ich vom Bootsmann schon die Nachricht, dass der Kaffee fertig sei (siehe oben). Allerdings schien mit der Salon doch etwas klein zu sein für 50 Angler. Als ich Matthias fragte, ob man denn nun in "Schichten" essen müsse, führte er mich - ohne Worte - einen Stock tiefer, wo weitere Plätze zur Verfügung standen. Zudem eine Grossbildleinwand, mittels derer sowohl von Bernhard - dem Käpt`n - gedrehte Filetieranleitungen wie auch allerlei andere Angelfilme zu sehen sind. Auf Wunsch setzt Bernhard auch seine Unterwasserkamera ein, um den Anglern so ein Bild des sonst nur mit Pilkern, Beifängern oder Wattwürmern beackerten Ostseebodens zu zeigen - und oft genug auch die Dorsche, auf die man angelt. So etwas habe ich noch auf keinem anderen Kutter erlebt.
An die Uhrzeit kann ich mich nicht mehr so genau erinnern - man musste ja schon viele Eindrücke verarbeiten - aber irgendwann kam dann Bernhard mit einem Lächeln an Bord und begrüsste die Angler. Zu dem Zeitpunkt merkte ich, dass der frühmorgendliche Einsatz von Sonnencreme (bei der Anfahrt auf der Autobahn gabs Sonne pur) vollkommen umsonst war. Dicke schwarze Wolken sowie ab und zu Blitze und Donnergrollen - da freute ich mich, dass ich wie immer auch meine Regensachen dabei hatte.
Bernhards Kommentar zum Gewittergrollen: "Ist doch gut dass es jetzt Kohlefaserruten gibt, da haben wir ne Menge Blitzableiter an Bord.".
Bei den Gesprächen mit den Kollegen, die schon öfter mit der Forelle rausgefahren waren, kam immer wieder raus, wie zufrieden sie mit dem Kutter, dem Käptn und der Besatzung waren. Die Vorfreude stieg weiter - aber auch der Koffeeinhunger. Also wieder in den Salon und nach Kaffee geschaut. Statt jetzt jeden Becher Kaffee einzeln abzurechnen - wie von anderen Kuttern gewohnt, gabs auf jeden Tisch erstmal ne Kanne voll Kaffe. Mein Suchtherz schlug höher!! Und der "Kaffe satt" war im Fahrpreis inbegriffen. Ebenso wie das Frühstück, das gemeinsam eingenommen wurde.
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Kurz vor dem Ablegen wurden alle freundlich vom Kapitän per Lautsprecher begrüsst und zum gemeinsamen Frühstück gebeten. Finde ich ne tolle Sache, denn so lernt man sich zwangsläufig vor dem Angeln etwas kennen und es ist sicher schwerer nachher beim Angeln jemanden übermässig böse zu sein (wenn mal wieder über die eigene Schnur geworfen wird) wenn man morgens schon zusammen am Kaffeetisch sass. Zum Frühstück gabs Brötchen in verschiedensten Ausführungen - von Käse oder Leberwurst mit Zwiebeln bis hin zu Lachsbrötchen. Und in mehr als ausreichender Menge. Auf jedem Tisch stand ne grosse Platte mit Brötchen, die auch nach dem Frühstück nicht abgeräumt wurde, so dass man später auf Wunsch auch mal wieder einen Happen zu sich nehmen konnte.
Und - für Angler ja mehr als wichtig, schliesslich war man ja auch zum Dorsche fangen hier - es kamen gleich während des Frühstücks die ersten Infos zum Angeltag. Bernhard teilte uns mit, dass wir die ersten Stopps schon ca. eine halbe Stunde nach Abfahrt machen würden. Auch klasse, wenn man nicht erst mal 2 oder noch mehr Stunden unterwegs ist, bis man das erste Mal zum angeln kommt.
Und in einer Tiefe zwischen 14 und 16 Metern bei zu erwartender geringer Drift angeln würde. Und dass dort bei den letzten Ausfahrten ganz gut auf rot/schwarze Jigs gefangen wurde. Eine so detaillierte Auskunft hatte ich bisher noch auf keinem anderen Kutter erhalten. Und den anderen, die bisher noch nicht auf der Forelle gefahren waren, gings genauso. Konnte man an den fast ungläubigen Gesichtern sehen. "Sowas ist mir ja noch nie passiert", den Satz sollte man an diesem Tag noch öfter auf der Forelle hören - und das durchaus positiv gemeint!
Auch dass Bernhard uns sagte, dass er wegen der zu erwartenden geringen Drift die Plätze recht genau anfahren würde, so dass es sinnvoll sei, zuerst mal die Pilker nur fallen zu lassen, da er direkt über die Dorsche fahren würde. Und richtig, kurz nach dem ersten Hupen waren schon die ersten Ruten krumm - direkt am Kutter. Bernhard beobachtete das Angeln von der Brücke und gab immer wieder durch, auf welche Köder gefangen wurde. So brauchte man nicht selber lange zu experimentieren sondern konnte gleich die erfolgversprechenden Modelle einsetzen. Auch wenn die "Jig/Beifängerangler" immer wieder Dubletten dran hatten, blieb ich meinem geliebten "Solopilker" treu. Und konnte auch meine Fische fangen, und das nicht schlecht.
Es war wirklich kaum Drift da, die Bernhard uns immer wieder mitteilte, "Drift jetzt 0,2 Knoten", so dass man die einzelnen Punkte wirklich effektiv abangeln konnte. Dabei hatte Bernhard nicht nur das Echolot im Blick, sondern auch die Angler. Denn was nützen gute Fischanzeigen wenn die Dorsche nicht beissen wollen. Dann hiess es im Falle zu wenig gefangener Dorsche: "Lass uns mal weiterfahren, hier kommt mir nicht genug Dorsch raus".
So füllten sich an den ersten Stellen schon bei allen recht anschaulich die Fischkisten. Dabei war es klasse, dass sehr wenig untermassiger Fisch dabei war. Weniger schön war der einsetzende und auch ausdauernde Regen - aber als Angler kann man das ja ab, solange es beisst. Vom Vormittag lässt sich nun nicht mehr so viel berichten, ausser dass ständig gut gefangen wurde. Die Angler sind auch gerne auf der Brücke gesehen, was auch ich mir nicht entgehen liess. Und auf dem Kartenplotter konnte man sehen, wie effektiv Bernhard die einzelnen HotSpots "abackerte". Eine Linie neben der anderen wurden die HotSpots abgetrieben. Kein Wunder dass die Angler alle zufrieden waren.
Und das blieb auch nach dem Mittagessen so. Ich hatte ja schon von anderen Boardies gehört, dass es auf der Forelle statt aufgewärmter Dosensuppe vernünftiges Essen für hart "arbeitende" Angler gibt und mich drauf gefreut. Und es ist einfach was anderes, wenn man statt gestreckter und aufgewärmter Erbsensuppe aus der Dose ein gebratenes, frisches Dorschfilet mit Kartoffelsalat bekommt. Und vor allem: Es hält auch länger vor.
Da relativiert sich der von vielen bemängelte "hohe" Preis auf der Forelle schnell. Wenn ich in einem anderen Hafen zuerst mal 5 Euro für den Parkplatz rechnen muss, dazu die mindestens 5 Kaffee, die ich hatte, die 4 halben Brötchen zum Frühstück, das erstklassige Mittagessen und dann zusammen rechne, dann komm ich woanders mit den 39 Euro, die ich auf der Forelle für das alles zu zahlen habe, nicht sehr weit. Und dazu noch die längere Ausfahrtszeit: Fast 10 Stunden!!
Gerade für mich, wenn man aus dem Süden kommt und eine weite Anreise hat, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil mit der längeren Angelzeit. Man hat einfach mehr vom Tag! Allerdings sollte man sich auch nix vormachen: Mit wenig Schlaf, viel frischer Luft und vielleicht auch noch Seegang, da ist man nach den 10 Stunden richtig platt. Für mich war es da dann keine Frage mehr, abends noch die Spinnrute oder die Brandungsrute auszupacken, wie ich das sonst gewohnt war. Dann lieber mit den anderen noch gemütlich essen gehen und ein paar Bierchen trinken.
Leider nahm nach dem Mittagessen sowohl der Wind wie auch die Drift zu, so dass Bernhard jetzt ein paar HotSpots und Wracks anfahren wollte, wo man noch Dorsche runterzupfen konnte. Der zunehmende Wind liess auch die erste Seekrankheit aufkommen. Auch hier ist mir wieder besonders der Dienstleistungsgedanke an Bord aufgefallen. Während ich es auch schon erlebt hatte, dass auch die Besatzung über Seekranke eher spottete "Du sollst hier nicht anfüttern, Du sollst Fische fangen", war das auf der Forelle ganz anders. Um die Kranke wurde sich gekümmert, immer wieder schaute sowohl Matthias wie auch Bernhard nach, unten im "Fernsehsalon" konnte sie sich hinlegen. Und Bernhard hat auch immer Tabletten an Bord, die wohl wirklich helfen. Also auch in solchen Fällen ist die Forelle und die Besatzung vorbildlich.
Am Nachmittag durch die einsetzende stärkere Drift und durch den Wind verursachten stärkeren Seegang wurde das Angeln auch anstrengender. Da man durch die schnellere Drift auch schneller über die erfolgversprechenden Stellen trieb, wurde etwas weniger als vormittags gefangen - aber es war erstaunlich wie Bernhard sich bemühte, uns Angler an den Fisch zu bringen. Und es letztlich auch schaffte. Der Beste hatte an diesem Tag 35 Dorsche, viele zwischen 15 und 30, kaum einer wirklich schlecht gefangen.
Das konnte man bei der auf der Rückfahrt stattfindenden "Prämierung" für die meisten gefangenen Fische sowie den längsten Fisch der Tour erfahren. Für den längsten Fisch der Tour gibt es die MS - Forelle - Kaffeetasse, für die meisten gefangenen Dorsche einen Aufnäher, je nach Anzahl in Bronze, Silber oder Gold.
Auch zum Filieren der Fische steht genügend Platz zur Verfügung. Sowohl mehrere grosse Filierbretter mit fliessend Wasser, wie auch eine Menge "kleiner" Filierbretter, die man an der Reling am Angelplatz einhängen kann. Diese sind klappbar, so dass man die Fische schon während des Angelns beim verlegen filieren kann. Gerade im Sommer, wenn auf der Forelle oft über 1000 Dorsche am Tag gefangen werden, ist dies auch durchaus anzuraten, will man nicht bis spät abends noch Fische filieren. Einziges Manko, zumindest bei meiner Körpergrösse (ist aber auf fast allen Kuttern so) ist die zu geringe "Arbeitshöhe" der Filierbretter. Da meldet sich dann immer wider mein Rücken durch äusserst unerfreuliches "Ziehen".
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Auf der Rückfahrt wurde zuerst in Laboe wegen der Zollabfertigung angelegt (hier sollte man tunlichst noch nicht aussteigen), dann gings zurück nach Heikendorf. Bermnhard fragte uns, was wir am Abend machen würden, ausser erst mal Duschen und durchatmen wussten wir das noch nicht. So schlug er uns vor ein Restaurant in Kalifornien, ca. 15 km von Laboe, wo wir untergekommen waren, zu besuchen. Da wir nicht wussten wo das war, holte er uns am Appartement ab und fuhr als "Wegweiser" voraus. Ein erstklassiges Essen in einem wirklich gemütlichen Restaurant erwartete uns. Und bis lange in die Nacht sowohl viel interessante Gespräche rund ums Angeln und Angler (irgendwie schon wie im Anglerboard, nur in "live" statt als Posting) wie auch einiges an Getränken, um den Flüssigkeitsverlust am Tage wieder aufzuholen. Darunter auch 3 Runden verschiedener Schnäpse, die von der Wirtin spendiert wurden. Herzlichen Dank dafür auch nochmal an dieser Stelle.
Irgendwann so gegen 24 Uhr gings dann in die Heia, man wollte ja auch am nächsten Tag wieder raus. Da waren dann wieder eine klasse Truppe zusammen, unter anderen stiess auch Andy Weyhel, der Forellensee- und Wallerspezi, sowie Olaf Schnell, ein Pilkerbauer zu uns. Wer Andy kennt, weiss, dass gute Laune nicht weit ist, wenn man seine von zu vielen Zigaretten gefärbte dunkle Stimme hört. Und Olaf sorgte für Verblüffung, als er mit Pilkern "anfütterte". Da beim Giessen oder lackieren beschädigte Pilker weder verkauft werden können, noch mit wenig Aufwand wieder eingeschmolzen (wegen der Farbe), "fütterte" er mit den Pilkern an. Was natürlich bei vielen von uns anderen Anglern zu sehr erstaunten Blicken führte, wenn auf einmal eine Handvoll Pilker neben einem in die Fluten klatschte.
Und ich möchte nicht wissen, wie viele Angler schon darüber nachdachten, es Olaf gleich zu tun. Denn er zog an diesem Tag einen Dorsch nach dem anderen raus. Lag natürlich nicht am anfüttern, sondern an seinen neuen Pilkern, die er testete. Aber der beste Pilker nützt auch nichts, wenn man ihn nicht richtig und konzentriert führt. An diesem Tag musste das bei mir der Fall sein, denn sehr zur Freude von Sailfisch, einem angehenden Anwalt, mit dem ich mich auch gleich recht gut verstand, blieb ich an diesem Tag deutlich hinter seinen Fängen zurück. Über die Pilker von Olaf wird es auch demnächst im Anglerboard, wie auch im Magazin, einen entsprechenden Bericht geben.
Zum Mittag gab es diesmal Schweinenacken mit Bohnen und Kartoffeln, ebenfalls wieder reichlich und lecker und vor allem vorhaltend. Auch der Service und die Freundlichkeit an diesem Tag liessen genauso wie die vielen Kommentare der Angler, die schon öfter mit der Forelle unterwegs waren, darauf schliessen, dass das gestrige Erlebnis keinesfalls ein Einzelfall war.
Kein Wunder also, dass auch an diesem Tag wieder gut gefangen wurde - wenn auch insgesamt etwas schlechter als am Vortag. Die Fische standen sehr vereinzelt, teilweise bis zu 2 Meter über Grund und wollten nicht überall beissen, obwohl man sich selbst auf dem Echolot von vielen Dorschechos überzeugen konnte. Gerade hier wurde wieder deutlich, wie engagiert Bernhard versuchte, jeden Angler an die Fische zu bringen. Ständig wurden neue Plätze angefahren und ausprobiert, wenn es sich erwies, das trotz guter Fischanzeige keiner oder nur (zu) wenige Dorsche beissen wollten. Absolut vorbildlich! Und komplett was anderes, als wenn man sich anhören muss, dass genug Fisch da sei und man nur zu doof zum angeln ist. Auch das habe ich auf anderen Kuttern schon mal so gehört.
Der beste Angler schaffte an diesem Tag 24 Dorsche, viele hatten zwischen 10 und 20 Dorschen. An beiden Tagen lag der grösste Dorsch jeweils knapp über 70 cm. Am zweiten Tag gab es zwar mehr untermassige als am ersten. Aber im Verhältnis immer noch sehr wenig. Was sicher auch daran liegt, dass Bernhard die Stelle wechselte, wenn zu viele untermassige gefangen wurden.
Und viele "Kleinigkeiten" zusätzlich machen das Leben an Bord der Forelle für Angler auch angenehm(er.) Als am zweiten Tag einem Kollegen der Spitzenring abging, wurde er umgehend auf der Brücke von Bernhard repariert. Er hat dort immer ein Sortiment an Spitzenringen liegen, so dass man auch im "Notfall" nicht auf eine Ersatzrute zurückgreifen muss. Wenn Kinder dabei sind, können sie auf der Brücke so ne Art kleines "Kaptiänspatent" machen, Bernhard weist sie ins Führen eines Schiffes ein, natürlich mit entsprechender Urkunde. Und wer unter der Woche kommt, kann von der Rabattkarte profitieren. Bei 10 Ausfahrten erhält man dann eine umsosnt.
An diesem Abend wollten wir nicht mehr so weit fahren, so dass wir uns zum Treffen in der Pizzeria direkt an unserem Appartement verabredeten. Neben Bernhard kamen auch Andy und Olaf mit, so dass dieser Abend noch ausführlicher und lustiger als der erste wurde.
An dieser Stelle nochmal Grüsse an alle, die wir auf dieser Tour kennen lernen durften. Wieder sahen wir viele Boardies zum ersten Mal im realen Leben, und wieder einmal konnte man wirklich mit jedem auskommen.
Und einen besonderen Dank an dieser Stelle an Bernhard Milietz und das Team von der MS - Forelle. Ein absolut vorbildlicher Anglerkutter (nicht Angelkutter, sondern Anglerkutter, weil hier wirklich engagiert für die Angler gearbeitet wird!). Auf einem solchen Schiff mit einer solchen Besatzung macht das Kutterangeln wirklich Laune - und das dank all dessen, was im Preis schon inbegriffen ist (Parkplatz, Frühstück, Kaffee satt, klasse Mittagessen, fast 10 Stunden Ausfahrt) auch zum eigentlich preiswertesten Anglerkutter den ich kenne.
Mit Sicherheit werde ich selber nicht das letze Mal auf der Forelle gewesen sein, und mit Sicherheit wird es wieder Anglerboardtreffen auf diesem Topkutter geben. Wir suchen schon jetzt den/die Termine für nächstes Jahr raus und werden diese dann baldmöglichst veröffentlichen.
Hätte ich alle Erlebnisse und Gespräche von diesen Tagen aufzeichnen wollen, würde das mit Sicherheit hier den Rahmen sprengen. Da werden sicher noch die Anmerkungen der anderen Mitangler hier dazu kommen.
Da wir ja nicht die Einzigen mit mehr als positiven Erfahrungen auf der MS - Forelle waren, sollte man eines gleich mit dazu sagen: Wer am Wochenende mit rausfahren möchte, sollte wirklich äusserst frühzeitig reservieren, sonst ist am Wunschtermin mit Sicherheit kein Platz mehr frei. Und auch unter der Woche lohnt es sich sicher, erst mal anzurufen und zu reservieren, bevor man vor einer vollen Forelle steht und nicht mitkann.
Und sicher wird es nach diesem positiven Bericht niemanden verwundern, wenn wir Bernhard Milietz, seinem Team und der MS - Forelle in unseren Augen mit voller Berechtigung für die vorbildlichen Leistungen den Titel des ersten:
ANGLERBOARDREFERENZKUTTER: MS Forelle
verleihen.
Herzlichen Glückwunsch dazu und die Hoffnung von unserer Seite, dass Ihr weiterhin Eure Topleistungen bringt und damit den Anglern viel Freude machen werdet.
Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf dass nächste Wiedersehen an Bord der MS - Forelle.
Infos über die MS - Forelle findet, sowie buchen kann man hier: www.ms-forelle.de
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Anmerkung des technischen Umsetzers, der leider nicht dabei war: es folgt nun eine lose Bildersammlung, die völlig frei zusammengestellt, komplett aus dem Zusammenhang gerissen mit Kommentaren, die nicht ganz der Wahrheit entsprechen (anglertypisch halt)! Viel Spaß ... ;-)
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Die Galerie

Ein erstes lockeres Aufwärmtraining ließ bereits die ersten Dosche aufgeben und freiwillig an Deck antreten ... |

"Damit müsst ihr angeln - sonst fangt ihr nix!" |

"Seht ihr - GENAU damit!!" |

Die Möwen wollten gar nicht mehr weg und verfolgten die Forelle auf Schritt und Tritt...Äääh - Flügelflapp auf Flügelflipp natürlich. |

Kein Wunder - nun wissen wir warum! ;-) |

Bescheid - Thomas freuts... |

... und Käppen Lane flüchtet auf die Brücke! |

"Naaaa - beissen sie???" "Nur wenn man den Finger in den Schnabel hält..." |

Noch mehr Pilker - aber die fangen doch nich... |

Oder doch!?!?! Hmmmm..... |

Ein prächtiger Dorsch - Petri Heil! |

Thomas weiß genau, wo die Dorsche stehen - unten im Wasser!!! |

"Hey - was is da los??? Ich will auch!!" (Käptn Bernhard schaut nachm rechten) |

"Wie? Du fängst kein Fisch? Lot mi dat mol mokn - kann nich jeder mit ümm!" ;-) |

"Siehst! Schwuppdiwupp, dor sett he up!" ;-) |

Einige können es wohl... ;-) Petri zum zweiten! |

Nach so viel anstrengender Arbeit ist auch mal Pause! Mahlzeit!! |

Cooldown-Phase und Anlauf... |

... zur nächsten Entspannungsübung in lustiger Runde! |

Äkspärdnrunde! ;-) |

Anheimelnde Kerzen... |

Der Denker... |
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