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Anleitung zum Bau einer Styrodur-Kühlkiste
Materialien
| * | Styrodurplatten - Dicke: 30-60mm |
| * | Powerkleber bzw. PU-Kleber (Polyurethan-Kleber), es geht auch Ponal (Holzkleber) |
| * | Kartuschenspritze |
| * | Handkreissäge, Stichsäge oder Thermosäge (heißer Faden) |
| * | Tesakrepp (zum Fixieren) |
Styrodur
Styrodur ist ein extrudierter Hartschaum aus Polystyrol. Die Dämmstoffplatten aus Styrodur zeichnen sich durch eine besonders hohe Druckfestigkeit und Steifigkeit, geringes Gewicht und gute Wärmedämmung aus. Das unverrottbare, wasserfeste und leicht zu bearbeitende Material ist beidseitig mit einer Armierungsschicht aus gewebeverstärktem Spezialmörtel versehen. Styrodur ist als Plattenware wie auch in Form von Fertigelementen - zum Beispiel zum Verkleiden von Rohrleitungen - im Baustoff-Fachhandel erhältlich.
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Aufgrund der o. a. guten Eigenschaften eignet sich Styrodur viel besser für den Bau einer Thermo- bzw. Kältekiste als zum Beispiel Styropor. Gerade das bekannte „Bröckeln“ des Styropors, mit den umher fliegenden „Bällchen“, tritt bei Styrodur nicht auf.
Man bekommt die Platten in unterschiedlichen Dicken in jedem Baumarkt. Wer einen Schreiner oder Mitarbeiter eines Bauunternehmens kennt, kann sicherlich noch wesentlich günstiger dran kommen. Im Holzbereich werden die Platten häufig für die Isolation von Türen, im Baubereich für das Verkleiden von Kellerräumen oder als isolierende Unterlagen für Estriche verwendet.
Für eine wirklich super gute Isolierung empfiehlt sich eine Stärke von ca. 50mm.
Zuschnitt
Das eigentliche Problem beim selber bauen der Kiste ist der genaue, gerade Zuschnitt der Kiste. Die Platten sind so fest, dass man sie nicht mit einem Messer schneiden kann. Für ein möglichst gutes (Kühl-)Ergebnis ist Genauigkeit aber absolut wichtig! Zwischenräume können zwar mit dem Kleber ausgeglichen bzw. geschlossen werden, aber die Klebemasse weist nicht die guten Isolierungseigenschaften des Styrodurs auf.
Am besten die Platten direkt im Baumarkt oder beim Schreiner auf die gewünschte Größe zuschneiden lassen. Ist dies nicht möglich, dann kann man die Platten auch mit einer (Hand-)Kreissäge auf die gewünschte Größe schneiden. Laubsäge oder Fuchsschwanz gehen zur Not auch, aber hiermit muß man schon gut umgehen können, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen…
Kleben
Zum Kleben verwendet man am Besten PU- bzw. Super-Kleber. Alternativ kann man auch Ponal (Holzkleber) verwenden. Diese Kleber sind ebenfalls im Baumarkt erhältlich. Günstige(re) Alternativen sind sicherlich auch wieder die bereits o. a. Schreiner oder Bauunternehmen.
Dieser Kleber ist in Kartuschen erhältlich, die in eine s. g. Kartuschenspritze bzw. Skelettpistole eingeführt werden.
Bei der Verarbeitung des Klebers sollte man etwas Vorsicht walten lassen. Wenn das Material einmal ausgehärtet ist, dann bekommt man ihn kaum noch entfernt. Direkt nach dem auftragen kann er noch (fast) rückstandslos mit einem feuchten Lappen weggewischt werden.
Die Kiste
Die Styrodurplatten werden mit dem Kleber so miteinander verklebt, dass man eine schöne Kiste erhält…
Um das Verrutschen der Platten vor dem Austrocknen des Klebers zu verhindern empfiehlt es sich, diese mit Krepp-Klebeband (Tesa) zu fixieren.
Die Fugen der einzelnen Platten können innen, ähnlich wie beim Versiegeln mit Silikon, noch mit Kleber versiegelt werden. Das bewirkt, dass die Kiste nicht nur gut kalt hält, sondern auch noch wasserdicht ist.
Achtung: Oben eine Öffnung lassen, damit das Befüllen der Kiste einfacher vonstatten geht… ;-))
Der Deckel
Der Deckel der Kiste sollte von der Größe den Außenmaßen der Kiste entsprechen.
Damit er nicht verrutschen kann wird auf die Unterseite eine etwas kleinere Styrodurplatte geklebt, die möglichst exakt den Innenmaßen der Kiste entspricht.
Die exakte Passgenauigkeit der Deckel-Innenplatte verhindert nicht nur ein verrutschen des Deckels beim Transport sondern gewährleistet auch, dass keine Luftzirkulation stattfinden kann, die zu einer Erwärmung der Innentemperatur und zum An- bzw. Auftauen der Fische führen würde.
Das war´s auch schon! Die Kiste ist fertig und kann nach zwei bis drei Tagen, die der Kleber zum endgültigen Aushärten benötigt, zum Einsatz kommen. Je nach Größe der Kiste (und Gewicht des Anglers…) ist diese sogar so stabil, dass man sich ohne Bedenken darauf setzen kann.
Generelles
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Kiste aus 50mm dicken Styrodurplatten die durchgefrorenen Filets bzw. Fische MINDESTENS zwei Tage durchgefroren hält, ohne dass ein Antauen festzustellen ist. Längere Erfahrungswerte liegen mir leider noch nicht vor. Es ist aber davon auszugehen, dass auch wesentlich längere Transportwege ohne Schaden gemeistert werden können.
Beim Transport von gefrorenen Fischen oder Lebensmitteln ist darauf zu achten, dass möglichst wenig Luft im Innenraum der Kiste vorhanden ist. Entscheidet man sich weniger Fisch mit nach Hause zu nehmen oder der ersehnte Fangerfolg steht im krassen Mißverhältnis zu den Ausmaßen der Transportkiste, so kann man die Kühldauer beträchtlich verlängern, indem man den Holraum zwischen gefrorenem Fisch und Kistendeckel mit Kleidung ausstopft. Auch Zeitungen haben eine sehr gute Isolationseigenschaft. Legt man auf die Filets eine Lage Zeitungen, so breitet sich die Kälte wesentlich weniger aus und umschließt die Fische besser.
Viel Spaß und Erfolg beim Bau!
Und natürlich „Petri Heil“!
Christian Weiss
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