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Artikel der IG Angeln

Wie die Fangmengen auf politischer Ebene festgelegt werden, wurde in der Maiausgabe des AB-Magazins beschrieben. Auf den ersten Blick könnte der unvoreingenommene Betrachter meinen, dass hier sehr sorgfältig abgewogen wird, welche Mengen an Fisch gefangen werden dürfen.

Doch der erste Blick trügt. Als Grundlage für die Festsetzung werden nicht nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse, z.B. von der Bundesanstalt für Fischerei, herangezogen, sondern auch die Interessen der verschiedenen beteiligten Gruppen.

In erster Linie sind da die Fischer zu nennen. Bewusst wird hier keine Unterscheidung in Berufs- und Nebenerwerbsfischer gezogen, da es meiner Meinung nach letztlich keine Rolle spielt, wer den Fisch mit den verschiedensten professionellen Geräten fängt. Diese weisen auf ihre Existenzgrundlage hin und auch auf die der damit verbundenen Industrie. Da wären Netzhersteller, Werften, Ausrüster usw. betroffen. Dem zufolge wollen die Fischer natürlich soviel, wie nur irgend möglich, zu fangen.

In meinen Augen ein durchaus legitimer Wunsch, denn wer möchte nicht ständig seinen Lebensstandart halten oder gar verbessern. Und mangels Alternativen, sprich regelmäßigen anderen Erwerbsquellen bleibt halt dann nur noch ein höherer Fang, den man natürlich bestmöglich verwerten möchte. Dazu kommt, dass viele Fischer mit staatlicher Unterstützung und Förderung viel Geld investiert haben, um Ihre Kutter und Ausrüstung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dieses Geld muß erst einmal wieder erwirtschaftet werden.

Auf der anderen Seite sind da die Politiker. Zum einen entscheiden diese über die Fangmengen und somit auch über das Einkommen der Fischer. Auf der anderen Seite möchten diese Politiker auch gerne wieder gewählt werden. Und das geht nur, wenn man es sich nicht den Wählern verdirbt. Also müssen die Politiker ständig eine Gradwanderung absolvieren.

Leider zeigte es sich in der Vergangenheit, dass diese Gradwanderung nicht dazu führt, dass die Fischpopulationen sich erholen konnten. Erst wenn der Druck zu groß wurde (siehe das Beispiel Hering) wurden rigorose Maßnahmen ergriffen.

Dies gilt es künftig zu vermeiden. Eine vorausschauende Politik kann dauerhafte Härtefälle vermeiden. Da wären eine restriktivere Festsetzung von Fangmengen, bessere Überwachung der Einhaltung der diversen Vorschriften, eine Reduzierung der Fangflotten und eine starke Einschränkung der Stellnetzfischerei zu nennen. Gleichzeitig muß dafür gesorgt werden, den Fischern auch andere berufliche Perspektiven angeboten werden. Es ist ihnen als auch dem Staat nicht damit gedient, dass sie Jobs bekommen, bei denen sie außerhalb der Saison zum Arbeitsamt gehen müssen.

Im Frühjahr 2003 wurde ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung getätigt. Dieses Vorgehen soll konsequent weiterverfolgt werden.

Doch wie sehen derzeit die anderen Schritte und Maßnahmen aus? Dazu mehr in der nächsten Ausgabe.

Karlheinz Symanofsky

Vorstand Interessengemeinschaft Angeln www.IG-Angeln.de



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