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Meschendorfer Pfingstangelostseebootstour 2003
Freitag, 6.6.2003 – 02:25: Hitradio Antenne spielt „Mensch“ von Herb. Woher ich das weiß? Ganz einfach: mein Radiowecker weckte mich... ;-) Björn (Leguan8) wollte mich nach seiner Nachtschicht gegen 2:45 abholen:
Auf nach Meschendorf, zum Pfingstangelostseebootstreffen, das Jörg bei Familie Bartels organisiert hat! So früh wollte ich zwar eigentlich nicht hoch, aber da Björn „Fahrdienst“ macht und von der Nachtschicht direkt mich abholen wollte, ist das kein Problem. So umschifften wir beide wenigstens eine Hürde auf dem Weg an die Ostsee: die Tour „Rund um Schlutup“, der Höllentrip jedes Autofahrers, wenn man ca. 2 – 2,5 Stunden für den Weg von der A1 über das Dreieck Bad Schwartau über die Trave zur Auffahrt Schönberg der A20 einplanen muss.
Kurz vor 3:00 kam er an und wir beluden den Wagen komplett neu: Gepäck und Ausrüstung, sowie Getränke, Kühlbox mit Grillgut und Boot mit Motor nehmen eine Menge Platz weg... Aber in einem Kombi kein Problem – wir hätten aber auch keine Tasche mehr haben dürfen... ;-)
Die Hinfahrt war absolut störungsfrei. Um 5:45 fuhren wir auf den Hof. Ein wenig den Wagen ausräumen, dies und das schauen und Bernd begrüßen, der um 6:00 seine Mega-Enten versorgt. Nach einem Kaffee und Sabbelei wollten Björn und ich Rerik „unsicher“ machen: Frühstücken und kleinere Besorgungen erledigen. Frisch gestärkt und hoffentlich komplett ausgerüstet machten wir uns auf den Rückweg.
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Wieder auf dem Hof haben wir uns häuslich eingerichtet und machten nun das Boot klar: aufpumpen, Spiegel montieren, Motor aufsetzen. Danach wurden die Angeln klar gemacht, denn wir wollten eigentlich noch raus, mit dem Ding.
Nach und nach trudelten immer mehr Boardies ein. „Knurri“ Ralf brachte ein richtig schickes Boot mit, vom Nachbarn „Paule“ konnten wir uns ebenfalls ein schickes Boot leihen und auch unser Bitterling Detlev brachte ein lüttes Schlauchboot mit. „Maddin“, Mathias („Ace”), „Salmonelle” Horst und Michael „Bellyman” hatten ihre Bellyboote mitgebracht. Jörgs BB ist bereits seid 2 Wochen vor Ort. Mit den beiden Booten von Jörg und Bernd sollten also alle Platz haben. Das Wetter beruhigte sich auch soweit, dass die ersten ihre Bellies klar machten und Björn und ich das 3,30 Metzeler zu Wasser lassen wollten. Desaster Numero Uno: wir hatten zu wenig Platz – für 2 Leute mit Ausrüstung ist der Nachen zu klein. Alleine passt das 100%! Okay – wenigstens mal damit raus... Nächstes Desaster: der Motor ist zu stark und zu schwer. Wir haben selbst bei der kleinen Dühnung permanent Wasser genommen. Alles zurückmarschmarsch und ersteinmal ein doofes Gesicht machen. SO haben wir das nicht gedacht – befürchtet hatte ich es allerdings. Sicherheit hat allerdings vorrang vor dem Angeln – und gedaddelt wird da nicht!
Die anderen machten ihre Bellies klar und stachen nach und nach in See. Auch Detlev und Knurri machten ihre Kähne fertig und wollten an den Fisch. Bernd machte Björn und mir das Angebot mit der Anka herauszufahren, was wir natürlich nicht abschlugen.
Gegen 18:00 ging’s los... 3 Boote dem Dickdorsch entgegen... Zirka eine halbe Stunde später machten wir den ersten Stop bei ca. 15 m. Die ersten Dickdorsche wurden ins Boot gehievt: sage und schreibe satte 30 cm maßen die Leoparden! ;-) Mit Gruß an die Großeltern wurden die Obereifrigen wieder ins Nass entlassen. Inzwischen flaute der Wind immer mehr ab, die Ostsee mutierte immer mehr zum absoluten Ententeich, und das ca. 7 km vor der Küste.
Zwischendurch verließ uns Detlev wegen eines Defekts am Boot. Irgendwo zischte es und so zischte er gen Ufer. Der 4 PS Motor brachte sein kleines Schlauchbötchen dank des Holzbodens sogar ins „Gleiten“ und er kam flott voran.
Bei ca. 20 m Tiefe hatten wir am Ende kaum noch Drift: ein 50 g Spitzkopfpilker sauste fast senkrecht nach unten. Wir fingen noch ein paar Dörschlein, wobei Bernd sich wohl vorgenommen hatte, die Kleinsten mal nach oben zu holen, um ihnen die weite Welt zu zeigen. ;-) Einzig die MS Knurri mit den doppelten Ralfs hatte ein paar größere Dorsche an Bord nehmen können.
Während unserer „Dallerei“ konnten Bernd mit Pose und Heringsfetzen und Björn mit Blinker ein paar Hornies überlisten. Björns erste Hornies machten ihm sichtlichen Spaß an der Spinnrute. Ich fing keinen, fütterte allerdings mit meinem „besten“ Mefo-Blinker ein paar hungrige Hornhechte an, und sicherlich auch eine riesige Meerforelle... ;-).
Wieder zurück an Land musste als erstes Hunger und Durst gestillt werden. Der Grill war noch heiss, Getränke schön kühl und die Stimmung bestens. Nach einer heissen Dusche schmeckte das Ganze dann noch einmal so gut. Ich durfte Reker kennenlernen. Andreas Michael hat eine Tüte von der Hitra-Tour mitgebracht. Fiese Sache das: die Dinger machen mich als Krabbenfan echt süchtig. Hätte irgendwo noch eine schöne Knoblauchsauce gestanden, wären die Viecher mir komplett zum Opfer gefallen.
Am nächsten Morgen stachen dann alle Boote in See. Diesmal ging es aber nicht stumpf geradeaus, wie am Abend zuvor, sondern ein kleines Stückchen Richtung Kühlungsborn. Während Ralf + Ralf, Mathias + Martin, Björn + Jörg + meinereiner auf das letzte Boot mit Andreas + Andreas + Daniel warteten, blinkerten wir auf Hornhecht. Wir hatten Bernd versprochen „die Kiste voll zumachen“, damit er abends seinen Räucherofen anwerfen kann. Um 30 Stück bräuchte er... Ruckzuck hatten wir 6 Stück in der Kiste – fast jeder Wurf ein Treffer! Als die 3 Nachzügler uns erreichten, fuhren wir auch weiter.
Der erste Stop an der 13 m Kante machte schon gleich Laune: Still und heimlich landete Jörg den ersten guten Dorsch. Auch beim Rest der Flotte biss es gut. Ein paar Driften später fuhren wir an die 19 m Kante und wollten es wissen.
Zwischenzeitlich ist Björn in Ralfs MS „Knurri“ umgestiegen, nachdem wir zu dritt in der Anka mächtig Wasser genommen hatten. In der Hoffnung, dass sein Boot die Belastung besser abkann, ging’s weiter. Leider war dem nicht so, und sie machten sich auf, um weiter unter Land zu angeln.
Später biss es dann „wie Teufel“. Ich landete den ersten „richtigen“ Dorsch mit gut 3 kg Gewicht. Es folgten dann weitere gute Dorsche von Andreas M. und Martin. Martin legte mit 3 Dorschen bis knapp an die 80 cm Marke den besten Fang des Tages hin.
Auf dem Rückweg erinnerten wir uns an das Verspechen: Honies zum Räuchern... Also packten Jörg und ich die Pilken weg und schleppten die Mefoblinker hinterher. Es dauerte kaum 10 – 20 s, bis es anfing zu zuppeln. Nach knapp einer Minute war die Rute krumm und ein Hornhecht nach dem anderen landete in der Kiste.
Auch unsere Bellybootfahrer hatten dicht vor der Küste guten Erfolg auf die „Dartpfeile“. Sie hatten ebenfalls bei jedem Wurf Kontakt zum Fisch.
Oben am Hof angekommen begrüßte uns Bernd: sein Ofen war voll... Bereits 39 Hornhechte hingen im Rauch. Wahnsinn... Dorsche und Ausrüstung wurde versorgt und wir konnten alle Mann und Frau zum gemütlichen Teil des Tages übergehen. An Fressalien mangelte es wie immer nicht und alle konnten satt einen schönen Tag dem Ende zugehen lassen.
Bernd sorgte dann noch für ein kleines Lagerfeuer, wo sich dann noch ein paar der Nicht-Müden-Fraktion einfanden. Einfach klasse, dazusitzen, Sabbeln, Hopfenkaltschale oder Apfelschorle in der Hand und ins Feuer zu schauen....
Der Pfingstsonntag war voll durchorganisiert. Wir waren insgesamt 14 Leute und jeweils 7 konnten gleichzeitig in die vorhandenen Boote. Ergo machte Jörg eine Früh- und eine Spätschicht. Sein Vater und die beiden Kids, Peter und Hannes, wollten ebenfalls nachmittags mit uns raus. Kein Problem – es passte alles.
Während die Frühschicht in See stachen, machten wir uns einen gemütlichen Strandvormittag. Andreas M. und Daniel wollten mit den Bellybooten ein wenig heraus um Hornies zu fischen. Wir hatten dummerweise ablandigen Wind, aber da noch ein Schlauchboot und ein kleiner Motor an Land waren, hätten wir zur Not die beiden in kurzer Zeit reinschleppen können.
Der Wind kam aus Südost, inzwischen mit einer knappen 4. Um 14:00 hörten Jörg und ich dann NDR 2 Wetterbericht. Zunehmender Wind aus Südost bis 6 – 7, am Anschluß eine Unwetterwarnung vor Gewitter, Starkregen, Hagel und Sturmböen bis 11. Das war`s – bei einer solch derben Wetterentwicklung fahren wir nicht!
Gegen 15:00 kam die MS Knurri in Sicht, machte kurz Stop bei Andreas M., der in seinem Bellyboot inzwischen wieder auf Kurs „Heimat“ war. Daniel dümpelte noch weiterhin draussen. Kurz darauf war auszumachen, dass Ralf Kurs auf Daniel nahm und ihn in Schlepp nahm. Der Wind war zu heftig geworden, als dass er dagegen ankam. Fix und fertig, aber sehr erleichtert enstieg er dann dem Sessel.
Ralf berichtete von einer ziemlich heftigen Welle weiter draussen. Die anderen machten sich ebenfalls daran, wieder zurückzukehren – es war ja eh 15:00 – 15:30 vereinbart worden, damit die Spätschicht in See stechen konnte.
Martin und Mathias, unser Traumpärchen ;-) kam auch ziemlich nass wieder an. Zu zweit hatten sie eine Menge Wasser auf dem Rückweg genommen und waren ebenfalls heilfroh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.
In der Zwischenzeit braute sich in Richtung Rerik/Wismar eine dunkle Wolkenfront zusammen. Viele der Standbesucher packten ebenfalls ihre Klamotten und machten sich auf den Heimweg. Wir versorgten die Boote, während Hannes noch unbedingt eine Runde Boot fahren wollte, nicht zum Angeln, sondern zum „spielen“. Kurz unter Land war das noch kein Risiko. Also – auf ging es.
Als ich dann mit ihm draußen war, keine 500 m vom Ufer, merkte ich, wie der Wind ins Boot griff. Hui – lieber wieder an Land und alles „verstauen“, bevor es nachher wegweht....
Wie richtig unsere Entscheidung war, zeigte sich so gegen halb sechs. Ein schwarzer Schnellzug schoss über den Himmel und entlud sich wolkenbruchartig. Die Ostsee war weiss, der Sturm war da. Einige Spaßvögel nahmen ersteinmal eine Dusche, was leider nicht per Foto festgehalten werden konnte... ;-)
Kurze Zeit später kam Bernd mit der Info, dass der Rettungskreuzer draussen im Einsatz ist. Einige haben es nicht geschafft, rechtzeitig wieder an Land zu kommen. Wir können nur hoffen, dass kein Menschenleben dabei verlorenging....
Als der Regen nachließ, wurde der Grill angeworfen. Fleisch, Würstchen und was sonst noch so da war, wurde aufgefuttert. In der Küche saßen wir anschließend zusammen und quatschten noch eine ganze Weile.
Am nächsten Morgen war dann bei vielen Aufbruchstimmung angesagt. Für diejenigen, die Richtung A1 mussten, war wiedereinmal die Bedrohung das Nadelöhr um Schlutup ein echter Motivationsgrund. Udo war dann auch einer der ersten, die aufbrachen. Ebenfalls die Brandenburg/Berlin-Fraktion um Familie Knurrhahn nebst Hummer fuhren mit Sack und Pack und Boot wieder retour. Allgemeines Tschüß und bis zum nächsten mal.
Auch Björn und ich machten uns startklar. Wir wollten zwar noch bis Dienstag Vormittag geblieben sein, aber da keine Ausfahrt mehr möglich war, beschlossen wir zu fahren. So hatten wir dann noch einen kleinen Teil des Pfingstmontags um unsere Klamotten zu Hause wieder zu verstauen....
Nach einem „Tschüß, bis zum nächsten mal“ ging’s Richtung Heimat. Seltsamerweise war kein Stau unterwegs – die knapp 25 Minuten, die wir um Schlutup verloren sind nicht der Rede Wert, wenn man einmal 2,5 Stunden nicht ganz die komplette Strecke gebraucht hat!
Mein Fazit der Pfingstangelostseebootstour: Klasse! Super! Nicht nur Stimmung und Wetter hat gepasst, nein – wir fingen sogar Fisch! Ein gelungenes Treffen, was förmlich nach einer Wiederholung schreit.
An dieser Stelle möchte ich Bernd und Bärbel, unseren „Herbergseltern“ herzlich danken. Die beiden haben einen tollen „Job“ hingelegt. Es war einfach klasse und ich bin jederzeit gerne bei Euch zu Gast!
Auch dem „Langen“ sei gedankt! Jörg hat eine prima Organisation hinbekommen – es passte alles! Wie er das mit dem Fisch allerdings hinbekommen hat, möchte ich noch einmal gerne wissen... ;-)
Schade war nur, dass viele abgesagt hatten. Ich kann nur sagen: Leute, ihr habt etwas verpasst!
Nun aber ein letzter Dank, und damit ist Schluß:
Vielen Dank allen Teilnehmern! Ihr habt maßgeblich mit dazu beigetragen, dass das ein tolles Treffen wurde! Ich fahre gerne noch einmal mit Euch zum Angeln! 
Frank Völkle
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