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Sommer, Fluss und Feederrute

Die (Friedfisch-)Angler an Teichen und Seen haben es an heißen Sommertagen nicht leicht. Die Fische stehen fast regungslos an der Oberfläche und reagieren auf den angebotenen Köder meistens gar nicht. Zur Mittagszeit füllen sich die Ufer dann auch noch mit Badegästen, die für soviel Unruhe sorgen, dass die Fangaussichten sich noch weiter verringern.

Doch eine Angelmethode funktioniert an solchen Tagen eigentlich immer sehr gut: Das Feederfischen am Fluss. An strömungsreichen Stellen kann man selbst bei Temperaturen um 30 Grad tolle Angeltag erleben. Die absoluten Topp-Plätze im Sommer sind für mich Wehre. Hier ist die Wassertiefe meistens recht groß und das Wasser ist kühl und sauerstoffreich. Perfekte Bedingungen für die hitzegeplagten Friedfische.

Die Artenvielfalt an den Wehren ist im Sommer enorm. Große Brassen, welche normalerweise die starke Strömung scheuen, lassen sich hier überlisten. Auch Döbel, Alande, Barben und gute Rotaugen kommen häufig vor. Sollten an ihrem Fließgewässer keine Wehre vorhanden sein, so können sie auch an Bacheinmündung, Kühlwassereinläufen oder ähnlichen gut durchströmten Bereichen optimale Bedingungen vorfinden. Wichtig ist nur, dass die Wassertemperatur dort nicht allzu hoch ist.

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Da die Strömung heftig ist, muss auch das Gerät darauf abgestimmt werden. Mit einer Heavy- Feederrute ist man bestens ausgerüstet. Dazu kommt eine Stationärrolle, die mit 0,20 bis 0,25 mm starker Monofil-Schnur gefüllt ist. Von geflochtener Schnur rate ich beim Feederfischen entgegen anderslautenden Empfehlungen ab. Durchgerissene Vorfächer und viele ausgeschlitzte Fische werden sonst das schnelle Ende der spannenden Strömungs-Drills darstellen.

Komplizierte Montagen, die vielleicht am See einsetzbar sind, verlieren ihre Tauglichkeit an stark strömenden Flüssen. Es gibt damit häufig Verwicklungen und man wundert sich warum die Bisse ausbleiben. Die Fische beißen im Fluss ohnehin oft sehr kräftig, so dass eine Laufmontage mit Anti-Tangle-Röhrchen ausreichend ist. Persönlich fische ich auch gerne mit der Schlaufenmontage, die mittlerweile nahezu allen Feederfischern ein Begriff ist. Ein sehr relevantes Element der Montage ist das Vorfach. Es sollte natürlich nicht zu dick ausfallen, da aber immer mit heftigen Strömungsdrills zu rechnen ist, sollte es zumindest 0,14 mm stark sein. Die Vorfachlänge steht ganz besonders im Blickpunkt. Bei vorsichtigem Beißverhalten ist es durchaus sinnvoll ein 100 cm langes Vorfach zu verwenden, während bei gutem Beißverhalten ein 50 cm langes Vorfach ausreichend ist. Variieren ist angesagt.

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Rutenablage und Rutenaufstellung spielen eine wichtige Rolle beim Strömungsfeedern. Als Rutenhalter kommen nur stabile und lange Erdspeere mit spezieller Feederablage zum Einsatz. Noch besser ist natürlich ein Dreibein, wie es auch von den Brandungsanglern verwendet wird. In jedem Fall sollte die Spitze der Angelrute stets möglichst steil nach oben zeigen, so dass der Strömungsdruck auf die gespannte Schnur reduziert wird.

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Anfüttern gehört zum Friedfischangeln unbedingt dazu. Ein grobes, schweres Futter mit sehr guter Bindung ist in der starken Strömung unbedingt erforderlich. Zu Angelbeginn wird zunächst mit 10 größeren Futterbällen angefüttert und dann nur noch per Futterkorb. Vom Einschießen loser Köder per Futterschleuder ist abzuraten, da sie zu schnell abtreiben.

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Es versteht sich fast von selbst, dass der Futterkorb so schwer gewählt werden muss, dass er am Grund gut liegen bleibt. Eckige Futterkörbe sollten runden vorgezogen werden. Bei sehr starker Strömung kommen Körbe mit Drahtarmen zum Einsatz, die für Halt am Gewässergrund sorgen.
Als Köder kommen bei mir fast nur Maden zum Einsatz, die ich gerne in Lockstoffen einlege. Man muss sich nicht davor scheuen auch ein großes Madenbündel anzubieten, da dieses auch bevorzugt von größeren Flossenträgern genommen wird, die den entsprechenden Hunger darauf in den Sommermonaten fast jederzeit haben.

Veit Wilde



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