|
Katzenfutter als Köder – Der erste Test
Wie so oft hatte alles mit einem Posting im Anglerboard angefangen ( http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=51112&page=1 ) :
Wir mussten nach einem Schlaganfall leider unsere Katze einschläfern lassen. Die hat immer Trockenfutter gefressen, was unser Kater nicht anrührt.
Als Schwabe wirft man ja nicht gerne was weg, daher habe ich jetzt mal das Trockenfutter im Mixer zu Pulver verarbeitet.
Das würde ich gerne als "Grundstoff" für Teig zum Friedfischangeln verwenden. Alleine löst sich das zu schnell auf, das wird man wohl entweder mit Paniermehl oder einem anderen Teig mischen müssen, damit das am Haken hält, als "Aroma" sozusagen.
Werde ich auf jeden Fal ausprobieren, meine Frage dazu:
Hat das schon mal einer von Euch so ausprobiert, wenn ja, mit welchen Erfolgen/Misserfolgen, wenn nein: Weswegen, habe ich was übersehen??
Posting Ende
Und wie immer kamen die ersten Antworten schon recht schnell, so dass ich mich den Infos aus den Postings vertrauend für den ersten Testtag fertig machte.
|
| | Werbung
|
| |
|
1. Tag Katzenfutter-als-Köder-Test:
Vorweg: Aussagekraft eher gegen null tendierend!
Neckar hatte noch relativ hohes und trübes Wasser, daher ne ruhigere Stelle mit Rückströmung gesucht. Eine Rute mit Pose, 12er Haken, die zweite Picker auch mit 12er Haken.
Aus Katzennassfutter (mit dem Schneebesen püriert), gemahlenem Katzentrockenfutter und Paniermehl als Binder nen Teig angerührt, der mich zu Hause beim Text überzeugte:
Durchaus strenger Geruch, blieb im Wasser lange genug am Haken.
Also zuerst mal gleich beide Ruten beködert und ab ins Wasser, die eine mit Pose direkt ins ruhige, die Picker an der Stromkante - und warten auf den Biss. Nebenher aus dem Teig aus Langeweile Kügelchen gedreht und ein bisschen angefüttert. In ca. 2 Stunde nur zwei, drei Zupferbisse, die nicht verwertbar waren. Dann kam ein Angelkollege, der mit Käse und Wurm Barben oder Döbel erwischen wollte. Da eh nix ging (auch bei ihm nicht) ein bisschen gequatscht, dann rief sein Schwiegervater an, der an einer anderen Stelle war, der Kollege sollte doch hinkommen.
Vor der Abfahrt hinterliess er mich noch ein paar Würmer, die ich nun statt des Katzenfutterteiges verwendete (gleiche Angelstelle, gleiche Montage, nur 8er statt 12er Haken).
Und gugge da, kaum war die Pickerrute richtig auf Grund, zuppelte es auch schon, der Fisch hing und konnte gelandet werden - ein Mickerkaulbarsch der aber den Wurm gnadenlos genommen hat.
Ca. 10 Minuten später wieder ein Biss, diesmal deutlicher Widerstand, dennoch mit Sicherheit kein Kapitaler, nach kurzer Zeit konnte ich einen Karpfen zwischen 2 und 3 Pfund (eher Richtung 2 Pfund) landen.
Ansonsten habe ich dann mangels verwertbarer Bisse den Test abgebrochen und habe lieber noch mit der Guzzi die Strassen unsicher gemacht :-))
Also noch nicht ganz so erfolgreich wie gehofft, aber immerhin ein Anfang. Das Wetter und die Zeit ließen es zu, so dass ich mit dem zweiten Texttag nicht zu lange warten musste:
2. Tag Katzenfutter-als-Köder-Test:
Wieder die gleiche Stelle, diesmal aber mit einer Picker- und einer Grundrute. Picker mit 12er Haken, Grundrute mit 8er, beide wieder bestückt mit dem Katzenfutterteig. Die Picker wollte ich im ruhigen Wasser bzw. am Strömungsrandbereich einsetzen, die Grundrute sollte draußen in der Strömung Barben oder Döbel verführen.
Kaum die Pickerrute weingeworfen, ging auch schon das zuppeln los. Leider erwischte ich die Fische nicht, irgendwie habe ich das mit dem Anhieb bei der Pickerrute mit Teig als Köder noch nicht so raus. Auf die Grundrute in der Strömung ging gar nix, wahrscheinlich war das Wasser doch immer noch zu hoch und zu kalt.
Dafür kamen die Bisse im ruhigeren Bereich im Minutentakt – leider eben ohne großen verwertbaren Erfolg. Ein Minikarpfen und ein Rotauge in Köfiformat konnte ich immerhin überlisten.
Später habe ich dann auch die Grundrute mit „Coladosenbissanzeiger“ in den ruhigen Bereich gelegt, in der Hoffnung auf einen vielleicht größeren Karpfen. Hat sich leider gar nix getan. Obwohl die Köder nebeneinander lagen, kamen an der Picker ständig Bisse, während sich an der Grundrute mit größerem Haken und Köder gar nichts tat. Für mich auch ein Indiz, dass vielleicht auf Grund des kalten und hohen Wassers die Fische noch nicht so aktiv waren und lieber kleinere Köder nahmen.
3. Tag Katzenfutter-als-Köder-Test:
Keine Lust aufs Büro, die Sonne scheint, noch etwas Katzenfutterteig im Kühlschrank – also nix wie raus. Diesmal gibt’s Platz an einer meiner Barbenstellen, also runter ans Wasser, Picker- und Grundrute montiert und raus damit.
Auch ohne anfüttern ging an der Pickerrute sofort wieder das beißen los, die „normalen“ Rotaugen (10 – 15 cm) ließen sich den Katzenfutterteig schmecken. Da ich nicht unbedingt hinter diesen her war, statt im Kehrwasser etwas mehr an d en Rand der Strömung geworfen und die Rute abgelegt.
Auf einmal zog es die Pickerspitze ohne jedes vorherige zuppeln nach unten, da verharrte sie kurz und dann begann auch schon ein Fisch von der gut eingestellten Bremse Schnur zu nehmen.
Anhieb war da unnötig, nach ein paar Minuten konnte ich eine Barbe zwischen 2 – 3 Pfund keschern.
Das blieb allerdings der einzige vernünftige Fisch an diesem Tag außer den Rotaugen – aber ein Anfang war gemacht.
Auf jeden Fall hatte dieser Test gezeigt, dass zumindest Karpfen, Barben und Rotaugen diesen Köder nicht „verabscheuen“ sondern sich damit fangen lassen. Sobald das Wasser etwas runtergeht und wärmer wird, werde ich dann an meinen Barbenstellen mal gezielte Versuche starten, vielleicht gleich mit Maden oder Wurm als Vergleich.
Thomas Finkbeiner
|