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Kutterangeln in der Ostsee von Laboe
MS Blauort – Hier wird SERVICE groß geschrieben!
Im August 2004 beschlossen vier Freunde aus Paderborn und ich, dass es mal wieder aller höchste Zeit ist, der Ostsee einen Besuch abzustatten. Als erstes wurden die Kutterpage vom Anglerboard durchforstet. Unsere Auswahl fiel auf die MS Blauort, mit Liegeplatz in Laboe, von Kapitän Egbert Jasper. Also ran ans Telefon. Ich erreichte den Kapitän auf der See über sein Boardtelefon. Ich fragte nach zwei Terminen, denn wir wollten bei unserer langen Anreise ja auch zweite Tage zum Fischen rausfahren. Wir einigten uns auf den 29. und 30. September. Egbert notierte 5 Angler, und dann kam die frage die ich leider noch nie gehört hatte „Wo möchtet ihr stehen“. Meine antwort war verdutzt „Wie, wo möchten wir stehen?“ Egbert erklärte mir, das es bei ihm so üblich ist, dass bei der telefonischen Reservierung auch gleich die Angelplätze mit vergeben werden. Ich bekam glücklicherweise 5 Plätze auf der Empore am Heck und am zweiten Angeltag 5 Plätze auf der Empore im Bug. Anglerherz was willst Du mehr?
Während eines Gespräches bei der Ausfahrt zu den Angelplätzen außerhalb der Kieler Förde, fragte mich Egbert wie mir das mit den reservierten Plätzen gefalle. Meine Antwort war sehr einfach: „sehr gut“. Ich muss nicht schon in aller Frühe am Schiff sein und irgendwelche Besenstiele an die Reling binden, damit ich einen Platz bekomme. Hier ist es anderes. Der Kutter legt um 7.30 Uhr ab, und man muss erst um 7 Uhr spätestens da sein. An der Reling ist ein Schild mit dem Namen angebracht und die Anzahl der Angelplätze die reserviert sind, bis zum nächsten Schild. Also gibt es keine hektischen Aktionen und zum Glück auch keine „Kämpfe“ um die Plätze. Bei diesem Gespräch konnte ich Egbert noch gut ausfragen, und die Infos möchte ich Euch nicht vorenthalten.
Egbert Jasper verfügt über sehr viel Erfahrung, den er ist seit 1977 auf See zum Angeln. 1977 begann er seine Ausbildung die zwei Jahre dauerte und endete mit dem mittleren Patent. 1979 kaufte er die MS Blauort und ist seit dem als Kapitän in Nord und Ostsee unterwegs. In der Zeit bis 1992 war Egbert mit seiner Mannschaft und dem Schiff in den Monaten Mai bis September als Angelkutter in der Nordsee unterwegs, mit dem Ausgangsort Büsum, wo Egbert Jasper auch geboren wurde. In der anderen Zeit war die MS Blauort als Krabbenkutter und Dorschkutter unterwegs. Seit 1993 macht Egbert nur noch Angelfahrten auf Nord- und Ostsee. Nun ist er nur noch 3 Monate in der Heimat unterwegs. Zwischen Juni und August ist er jetzt in der Nordsee auf Makrelen unterwegs, in den verbleibenden Monaten geht es in der Kieler Förde und der Westlichen Ostsee erfolgreich auf Dorsch & Co. Begeistert erzählten Egbert und seine Mannschaft von unvergesslichen Momenten. So zum Beispiel als einem Angler ein Steinbutt von 5 Kg an den Haken ging, oder beim verrückten „Möwenangeln“ im Winter. An dieser Stelle musste ich wieder nachfragen. „Was meint ihr mit Möwenangeln?“ Egbert und Jens fingen an zu lächeln und man sah das Leuchten in ihren Augen. Tja, mit Möwenangeln ist das wunderbare Phänomen gemeint, wenn die Möwen in Scharren ins Wasser stoßen, weil die großen raubenden Dorsche die kleinen Futterfische an die Oberfläche jagen. An diesen Tagen ist es möglich das jeder Angler an Board einen der großen abbekommt.
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Aber kommen wir wieder zum Angeln. Wir fischten in mittleren Tiefen um die 15 Meter. Ich schaute mir die unterschiedlichen Montagen an Board an. Es waren einfache Pilkermontagen , wie auch Pilker mit Beifängern oder auch Jigmontagen zu sehen. Des weiteren wurde auch mit Wattwurm geangelt. Der Wattwurm kam immer dann zum Einsatz wenn die Pilker und Jigs nicht so recht wollten. Es wurde mit allen Montagen gefangen und jeder bekam seinen Fisch. Es waren keine Riesen, aber vernünftige Größen. Im Schnitt kamen 10 Dorsche an die Oberfläche pro Angler. Hoch war an diesem Tag die 22. Kapitän an diesem Tag war Helmut Nagel. Er ist auch Besitzer des kleinen aber gut sortierten Fördeangelshops direkt am Hafen in Laboe. Bei Helmut kann man auch Infos über die aktuell guten Angelplätze in der Förde bekommen, wo man sein Glück vom kleinen Boot, mit der Wathose oder in der Brandung versuchen kann. Beide Kapitäne haben es geschafft das beide Seiten gleich oft in der An wie auch Abdrift fischen können. Als zusätzliche Info gab es auch noch Tiefenangaben und Strömungsangaben, so das man im Vorfeld schon wusste wie schwer man fischen sollte. Wir haben so mit Gewichten von 30 bis 60 Gramm gefischt. Die gesamte Crew ist sehr fleißig beim Gaffen. Die Fische werden gekonnt gegafft ohne dass das Filet beschädigt wird. Man erlebt selten so gute Leistungen am Gaff. Für Die Kollegen die im Bug oder Heck standen wurden die Fische mit den Gaffs nach oben gereicht. Zum Filetieren ist ausreichend Platz an Board.
Zum weiteren Service an Board gehört das gute Essen. Man kann hier bei der Crew ein Essen Bestellen was dann Zubereitet wird. Es stehen hier zwei Gerichte zur Auswahl. Zusätzlich gibt es belegte Brötchen, Bockwurst, Suppe und selbstgemachte Frikadellen. Es gibt hier auch noch eine Bonuskarte. Nach 8 bezahlten Ausfahrten gibt es eine Gratis Fahrt. Mit der Endzeit der Tour wird auch immer gewartet. Beide Kapitäne sind sehr bemüht die Angler an den Fisch zu bringen. Damit meine ich nicht die kleinen, sondern Dorsche in Größen, wo es sich lohnt sie mitzunehmen. Egbert ist es auch egal wenn er mal länger draußen ist, weil die Fische weiter draußen sind. Hier kommt man auf eine hohe Angelstundenzahl.
Björn Kohröde
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