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Wer sucht, der findet!
Da saß ich nun mit meiner Feederrute und wollte die richtig dicken Brassen aus dem Wasser ziehen. Es dauerte nicht lange, da zuckte die Spitze der Angel schon zum ersten Mal. Der Anhieb saß und schon bald lag ein halbstarker Grätenkönig im Kescher. Nicht die Größe, die ich wollte. Der nächste Biss ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal war es ein mittlerer Döbel. Und so ging es weiter. Kleine bis mittelgroße Döbel bissen am laufenden Band. Eine weitere Brasse blieb an jenem Tag aus. Frustriert packte ich nach einigen Stunden zusammen und tat den Misserfolg mit der Begründung ab, dass die großen Brassen heute einfach nicht in Beißlaune waren. Am Abend bekam ich dann den Anruf eines Angelfreundes: „Veit, ich hab heute richtig viele Brassen gefangen. Und was für Klodeckel...“ – Klare Sache, ich saß an jedem Tag wohl einfach an der falschen Stelle. Ein Paradebeispiel, mit dem sich mancher Schneidertag erklären, aber auch vermeiden lässt. Denn wer erfolgreich große Friedfische in Flüssen fangen möchte, muss auch wissen wo diese sich aufhalten. Die Standplätze können sich sehr schnell ändern und manche Angelstelle ist nur über wenige Wochen im Jahr erfolgreich zu befischen. Wer sich Notizen über die einzelnen Fangorte macht, wird in den darauffolgenden Jahren wesentlich bessere Erfolge erzielen, weil er die Möglichkeit hat seine Angelplätze gezielt auszuwählen.
Doch in den folgenden Zeilen möchte ich ihnen schon mal ein paar Anhaltspunkte geben, wo sie wann welchen Friedfisch am besten überlisten können.
Karpfen
Der Karpfen als König unter den Flussfriedfischen ist in der Regel am schwierigsten zu fangen weshalb die Auswahl der Angelstelle für die Moosrücken ganz besonders wichtig ist. Die erfolgversprechende Karpfensaison im Fluss geht im Normalfall von April bis Oktober. Zu Saisonbeginn stehen die Fangchancen in den ruhigeren und flacheren Bereichen des Flusses am besten. Besonders an den Ein- und Ausfahrten von Schleusen lassen sich jetzt gute Erfolge verzeichnen. An diesen Stellen befinden sich häufig tiefe Ausspülungen, wo man jetzt allerdings nicht angeln oder füttern sollte. Stattdessen gilt es durch genaues Loten flachere Sand- oder Kiesbänke in Nähe der Strömungskante ausfindig zu machen. Schlammigen Grund mögen Flusskarpfen generell nicht. Weitere gute Stellen im Frühjahr sind Hafenausfahren und flache Seitenarme des Flusses. Von Hochsommer bis Saisonende bevorzugen die Karpfen hingegen tiefere Stellen. Jetzt sollte man also gezielt auf die Suche nach großen Rinnen und Ausspülungen am Gewässergrund gehen. Außerdem lohnt sich vor allem im Sommer ein Versuch in starker Strömung. Der Bereich unterhalb von Wehren wird von den meisten Karpfenanglern maßlos unterschätzt, obwohl man hier sehr gut fangen kann.
Brassen
Die Schleimer sind immer in großen Trupps unterwegs und wer den Aufenthaltsort dieser findet kann dementsprechend auch viele Fische in kurzer Zeit fangen. Im Winter finden sich die Brassen an markanten Strömungskanten ein. Da sich die Fische allerdings kaum bemerkbar machen, sind diese Winterlager aber nur schwer zu finden. Oft kommt es vor, dass man beim Spinnfischen zufällig einen Platz findet, wo man häufig Brassen von außen hakt. Als waidgerechter Angler unterlässt man das Fischen dort natürlich spätestens nach zwei oder drei gerissenen Exemplaren und versucht es dann gezielt mit Feederrute. Beliebte Winterstandorte der Grätenkönige sind Schleusen und Häfen sowie ihre Ausfahrten oder auch die Mündungen von Nebenarmen. Oft teilen sich Brassen und Karpfen das selbe Revier. Die Fische verlassen ihre Winterlager oftmals erst im Mai, allerdings lassen sie sich mit zunehmender Wassertemperatur immer besser fangen. Ab Ende Mai sind die Brassen dann allgegenwärtig und lassen sich fast im gesamten Flussverlauf fangen. Wer auf besonders kapitale Brassen aus ist, der hat nicht selten unterhalb vom Wehr Erfolg. Ähnlich wie beim Karpfen ist es ein Trugschluss, dass Brassen nicht auch in starker Strömung aktiv sind. Erst ab November ziehen sie sich dann wieder in die Winterlager zurück.
Döbel
Die Dickschädel sind fast das ganze Jahr hindurch im gesamten Flusslauf aktiv und stehen auch im Winter häufig in starker Strömung. Nur ändern sich dabei die Fangmethoden. Während man die Döbel im Sommer oft beim Spinnfischen erwischt, so beißen sie im Herbst und Winter eher auf kleine Köderfische. In der Frühjahrszeit gelingen dann bessere Fänge mit herkömmlichen Friedfischködern wie Maden, Wurm, Mais oder Frolic. Nur bei starker Kälte zieht sich der Döbel auch in ruhige Bereiche wie tiefe Außenkurven oder Schleusen zurück.
Barben
Auch Barben sind absolute Strömungsliebhaber und lassen sich von März bis Oktober unterhalb von Wehren oder auf Kiesbänken mit starker Strömung sehr gut fangen. In Flüssen mit hohem Bestand gelingt der gezielte Fang mit Feederrute und großen Madenbündeln oder Käse, ansonsten beißen die Schnauzbärte sehr gerne nachts auf Tauwurm. Wer dabei ein Barbennest findet, hat die Möglichkeit so auch mal mehrere Exemplare selektiv zu fangen ohne Aale oder andere Weißfische als Beifang zu haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Barben auch noch mit Strömungsstärken zurecht kommen, die kein anderer einheimischer Fisch bewältigen kann.
Veit Wilde
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